Husten, Schnupfen, Heiserkeit - Was hilft gegen Erkältung?

Frau mit Erkältungsbeschwerden
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"Eine Erkältung dauert mit ärztlicher Behandlung zwei Wochen, ohne diese aber 14 Tage" – dieser alte Spruch ist leider ziemlich zutreffend. Denn gegen die Viren, die unser Immunsystem schwächen und Fieber, Schnupfen, Halsweh und Husten auslösen, ist bis heute kein Kraut gewachsen. Dafür können Sie einiges tun, um die Symptome des Infekts erträglicher zu machen und ihren Körper beim Kampf gegen die Erreger zu unterstützen. Hier die wichtigsten Tipps und Hausmittel gegen die Erkältung.

Finger weg von Antibiotika!

Viele Menschen glauben, ein Antibiotikum ist der schnellste Weg, eine Erkältung abzukürzen. Doch das ist falsch. Denn mehr als 90 Prozent der Erkältungen werden von Viren verursacht – und gegen die helfen Antibiotika nicht. Der wichtigste Rat lautet daher: Finger weg von Antibiotika. Denn die sinnlose Einnahme dieser Mittel (ohne ausdrückliche Empfehlung vom Arzt) schadet mehr als sie nutzt und kann zudem die Bildung von Resistenzen bei Bakterien fördern.

Sinnvoller ist es, durch sanfte Nachhilfe die Heilung zu fördern – das lindert die Symptome und hilft dabei, die Erkältung schneller zu überstehen und wieder fit zu werden. Am wichtigsten sind dabei drei Dinge: Ruhe, Wärme und viel Flüssigkeit.

Schnupfen: Lieber Dampfbad als Nasenspray

Das kennt wohl jeder: Gerade am Beginn der Erkältung juckt und läuft die Nase wie verrückt, später ist sie dann verstopft und wir bekommen keine Luft. Wen wir Pech haben, hält das Ganze eine Woche lang an. Wie bei den anderen Erkältungssymptomen können wir hier bestenfalls die Auswirkungen lindern. Dampfbäder mit Kamille helfen, die Nasenschleimhäute zu beruhigen und zu befeuchten. Ebenfalls befeuchtend wirken Nasensprays mit Salzwasser.

Vorsichtiger sollten Sie dagegen mit Nasentropfen und –sprays sein, die die Schleimhäute abschwellen. Diese Mittel machen zwar kurzfristig die Nase frei und können beispielsweise Kindern so beim Einschlafen helfen. Wichtig: Diese Nasensprays sollten nie länger als eine Woche genommen werden. Denn sonst gewöhnt sich die Nasen an die Wirkstoffe und wird regelrecht von ihnen abhängig. Setzen wir sie dann ab, schwillt die Nase erst recht zu – obwohl die Erkältung längst vorbei ist.

Halsweh: Warmhalten und viel trinken

Gerade am Anfang einer Erkältung tut oft der Hals weh: Die Erkältungsviren haben die Schleimhäute der oberen Atemwege erreicht und entfalten nun hier ihr Zerstörungswerk. Als Folge ist der Rachen rot und wund, der Hals kratzt und das Schlucken schmerzt. Wichtig ist nun Wärme: Wickeln Sie sich einen dicken Schal um den Hals - auch im Bett. Warme Halswickel helfen ebenfalls: Feuchten Sie dafür ein Tuch mit heißem Wasser an und geben Sie nach Wunsch ein paar Tropfen eines ätherischen Öls hinzu. Das feuchte Tuch wickeln Sie nun um den Hals und ein trockenes Handtuch als Barriere darüber.

Und noch etwas gilt nun: Die Kehle immer schön feucht halten. Um das Halsweh zu lindern und die Genesung zu fördern, sollten Sie viel trinken. Besonders wirksam ist heißer Tee aus Kräutern, die entzündungshemmend und keimtötend wirken, dazu gehören Salbei, Thymian, Kamille oder Malve. Unbeliebt, aber ebenfalls gut für den wunden Rachen ist das Gurgeln mit Salzwasser – darauf setzten schon unsere Großmütter. Halsbonbons können gegen die Schmerzen eine erste Linderung verschaffen, weil sie oft betäubende Zusätze enthalten. Zudem regen sie den Speichelfluss an und tragen damit ebenfalls dazu bei, den Rachen feucht zu halten.

Bei Heiserkeit: Mund halten!

Oft legt sich der Infekt auf die Stimmbänder – wir werden heiser. Die Stimme bleibt weg oder ist krächzend und rau, jedes Wort tut weh. Der Grund: Die Stimmbänder sind entzündet und geschwollen und können daher nicht mehr richtig schwingen. Was aber kann man tun, damit sich dies wieder legt?

Der wichtigste Rat der Experten: Nicht sprechen! Schonen Sie ihre Stimme und versuchen Sie auch nicht zu flüstern, denn das strengt die Stimmbänder sogar noch mehr an. Ebenfalls tabu ist das Räuspern. Denn dabei bewegen sich die Stimmbänder und werden noch mehr gereizt. Wenn Sie ihrer Stimme etwas Gutes tun wollen, dann trinken Sie viel und inhalieren, denn die Feuchtigkeit tut den entzündeten Stimmbändern gut. Wenig bringen dagegen Halsbonbons oder Gurgeln, denn davon kommt im Kehlkopf kaum etwas an.

Husten: Raus mit dem Schleim

Ob trockener, quälender Reizhusten oder schleimiger Auswurf: So lästig der Husten ist, er ist ein wichtiges Mittel unseres Körpers, um Viren, Schleim und tote Zellen loszuwerden. Das Abhusten des Schleims ist eines der Erkältungssymptome, die wir auch mit Medikamenten nicht komplett umgehen können – und nicht sollten. Um den Schleim zu lösen und den Hustenreiz zu lindern, empfehlen Experten: viel trinken, am besten heiße Tees mit ätherischen Ölen wie Thymian, Eibisch oder Spitzwegerich. Auch Inhalieren mit heißem Wasser oder einem Salbei-Aufguss lindert den Hustenreiz.

Ein bewährtes Hausmittel ist der Hustensaft "Marke Eigenbau": Schneiden Sie eine Zwiebel klein, geben Sie Kandiszucker dazu und lassen Sie das Ganze eine Weile stehen oder erwärmen Sie es kurz. In der Schüssel sammelt sich nun eine klare Flüssigkeit, die – teelöffelweise eingenommen – Linderung verschafft. Denn die Zwiebel enthält gleich mehrere Inhaltsstoffe, die keimtötend und entzündungshemmend wirken.

Wie effektiv schleimlösende Mittel – sogenannte Hustenlöser – aus der Apotheke wirken, ist eher strittig. In jedem Falle sollten Sie nach der Einnahme von N-Acetylcystein und Co viel trinken, denn nur dann schaffen es diese Wirkstoffe, den Schleim zu verflüssigen. Hustenblocker und Hustenstiller sind dagegen zwar wirksam, aber mit Vorsicht zu genießen. Diese Mittel sollten Sie höchstens abends vor dem Schlafengehen einnehmen, damit Sie ungestört schlafen können. Als Dauermedikation sind diese Mittel kontraproduktiv, weil sie das Abhusten des Schleims verhindern.

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