Kleidungstipps fürs Bewerbungsgespräch

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Hier meine Erfahrungen als Personaler in einem Großkonzern:

Es gibt keine pauschale Richtlinie, wie man sich für ein Gespräch zu kleiden hat. Dies richtet sich vielmehr nach der Art des Arbeitsplatzes. Ist es ein Bürojob oder wird manuell gearbeitet?

Geht es um eine konservative Branche (Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen) sind ein hochwertiger Hosenanzug, Hemd & Krawatte in gedeckten Farben (z.B. dunkelblau, anthrazit, dünne Nadelstreifen) Pflicht.
Da gehen schnell mal 300-400 EUR für ein Outfit weg.
Hier jedoch keine extrem teuren Designer Anzüge vorfahren... wirkt übertrieben.

Anders hingegen verhält es sich bei kreativen Jobs (z.B. Werbeagentur, Architektur), da dürfen es auch andere Farben sein (z.B: braun, beige, lila), eine ausgefallene Brille oder flippiges Hemd. Suggeriert Kreativität.

Bei einer Bewerbung als Automechaniker dürfte es ggf. reichen, eine Stoffhose und Hemd zu tragen, wenn man weiß, dass der Chef dort auch nicht schick rumläuft.

Grundsätzlich gilt: nicht schicker als die betreuenden Mitarbeiter gehen. Daher falls möglich Internetplatformen nutzen, in denen Mitarbeiter über ihren Arbeitsplatz berichten, oder eigene Kontakte nutzen, um herauszufinden, welche Kleiderordnung in der speziellen Firma herrscht.

Günstige Anzüge ab 100 EUR bekommt man bei Kaufhof, P&C, Karstadt, H&M (höherwertige Kollektion) & Zara.

Anzüge von C&A, New Yorker, Xanaka, Orsay etc. für ca. 50-80 EUR würde ich aussparen, der Schnitt ist ungünstig, weist oft schiefe Nähte auf und das sieht man auch!

Es ist wichtig, dass Anzüge nicht größtenteils aus synthetischen Fasern bestehen - das glänzt billig.

Bei Frauen sind darüber hinaus noch MEXX, Benetton, More&More und Mango zu empfehlen, Anzüge liegen hier zwischen 100-200 EUR. Achtet auf Ausverkäufe!

Frauen sollten auf rosa Hemden verzichten und lieber hellblau, weiss und Pastelltöne wählen.

Man sollte mit jemandem einkaufen gehen, dessen guter Geschmack bekannt ist und die gekaufte Kleidung eintragen. Falls keine Zeit mehr, mindestens Schuhe einlaufen, sonst wird der Auftritt schmerzhaft!

Bewerber, die sonst nie Anzüge tragen, sollen nicht verzweifeln, durch Eintragen kann man sich damit anfreunden und auch eine normale Pose erlernen.

Die Haare entweder ordnen durch frisieren mit Rundbürste (bei Männern mit Wachs) oder zusammentragen.

Make-Up für Frauen bitte dezent, d.h. keine dunklen Lidschatten.
Besser Erdfarben: braun-beige-pastellrosa-apricot.
Kein Lipgloss. Besser Lippenstift in Erdfarben oder ganz darauf verzichten.

Schmuck ebenfalls dezent: kleine Ohrringe und dünne Halskette. Keine dicken Ringe für Männer und Frauen.

Männer können ggf. auf eine dezente getönte Tagescreme zurückgreifen, die Haare sollten nicht zuviel glänzen.

Nägel von Bewerbern sollten gepfeilt, sauber und nicht eingerissen sein. Handcreme verwenden.

Gegen schwitzige Hände hilft eine ganz kleine Menge Anti-Perspirant zu verreiben, wie z.B. Hydro-Fugal.

Auf Parfum ganz verzichten oder frische, leichte Noten wählen und ein paar Stunden vorher nur 1x sprühen.

Synthetische Businessschuhe gehen auch nicht - immer Leder!
Es wird des öfteren in den Medien geschrieben, Stiefel für Frauen seien ok - der Meinung dürften die meisten Personaler aber nicht sein! Hohe Stiefel wirken einfach nicht seriös.

Man sollte in voller Montur (Anzug, Schuhe, Accesoires) eine kurze Vorstellung des eigenen Lebenslaufs (3-5 min) vor dem Spiegel üben und sich dabei beobachten. Dabei darauf achten, zu lächeln, aufrecht zu stehen und direkten Augenkontakt zu halten (in unserem Fall mit dem Spiegel). So oft wiederholen, bis es nicht mehr unsicher wirkt und man die ersten paar Sätze durchgehend sprechen kann.

Immer dran denken: die häufigste Frage von Personalern ist "Erzählen Sie doch mal ein bisschen von sich selbst!"-darauf kann man sich doch gut vorbereiten, oder?

Wer diese Tipps einhält, wird zumindest einen guten ersten Eindruck machen und das ist sehr viel wert!

Viel Erfolg beim Gespräch!

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11 Kommentare


#1 953
26.10.06, 14:02
Danke hilft mir wirklich!
#2 Sybille
31.10.06, 22:37
Wer sich anmaßt zu behaupten, aus mind. 50 cm Abstand (näher kommt man zu fremden Schuhen ja normalerweise nicht hin) synthetische Schuhe von Lederschuhen auseinander zu kennen und jeden Anzug von C&A als minderwertig abzuurteilen (ich arbeite nicht bei C&A), sollte sich vielleicht mal darüber klar werden, daß teuer nicht gleich immer gut heißen muß!
#3
3.11.06, 11:53
@sibylle
ja gut, okay. aber was folgern wir daraus dann? dass billig immer gut ist, oder manchmal gut, oder nie gut, bzw. manchmal schlecht oder immer schlecht oder... ??
#4 Klaus Schubert
5.11.06, 19:39
Ich finde, wer nicht schon von selber ein wenig darauf achtet, der sollte auf jeden fall alles langsam und ruhig lesen und sich etwas danach richten. Wer nur rummault über den einen oder anderen Tipp, hat den hilfreichen Zweck überhaupt nicht erkannt und dem werden die Ratschläge auch nicht helfen. Man kann eben einem Ochsen nicht beweisen, dass er ein Rindvieh ist.
#5 2810
27.11.06, 10:24
Kann mir auch mal einer sagen, wie es sich in der Branche verhält, in der Berufsbekleidung getragen wird?
Da ich beim Zahnarzt arbeite, und gerade suche, weiss ich nie, was ich anziehen soll.
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#6 Maria
15.12.06, 01:54
Sorry, aber diese Ratschläge sind absoluter Schwachsinn, da verallgemeinert...nicht jeder Personaler möchte eine Frau im Nadelstreifenanzug sehen..die meisten wollen sexy-gekleidete Frauen sehen, ich habe in der Personalabteilung gearbeitet, daher weiß ich wovon ich rede....die oben aufgeführte Liste ist meiner Meinung nach ein Versuch die eigene Persönlichkeit zu manipulieren...ist man nicht sich selbst helfen diese ganzen Tipps nichts...darauf kommt es an: sich selbst zu sein....und das mit allem was dazu gehört..
#7 Natalie
15.12.06, 21:10
Ich habe auch als Personaler gearbeitet und kenne es eher so wie vom Verfasser beschrieben. Die Tipps passen vor allem zu gut bezahlten Akademikerjobs in der Wirtschaft. Hier würden sexy auftretende Frauen von Personaler(innen) nicht ernst genommen. Natürlich könnte in einem kleinen produzierenden Unternehmen die Sache anders aussehen. In kleineren Unternehmen ist es mir häufiger passiert, dass Chefs oder Manager die Bewerberinnen nach Attraktivität "auscheckten", aber sich dem anzupassen finde ich fatal. Man kann ja auch attraktiv sein mit Anzug und dezentem Make-up. Hier geht es nicht ums Verstellen der Persönlichkeit, sondern darum, dass man im Arbeitsleben nicht so locker auftreten kann wie im privaten Umfeld. Das gilt übrigens auch für das was man sagt..
#8 madchen
30.8.07, 18:29
das ist doch perfekt!!
#9 bosniangirl
30.8.07, 18:31
das ist die idee das hatte ich gar nicht gedacht LOL
#10
31.8.07, 14:08
Die Tipps oben stimmen aus meiner Sicht. Vor allem das mit dem Eintragen von Anzügen. Am Anfang kommt man sich mächtig komisch vor, wenn man davor nur Jeans und T-Shirts getragen hat. Bei mir sind Anzüge inzwischen zu Kampfanzügen geworden, die dann sozusagen die Linie zwischen Beruf und Freizeit ziehen. Meine Erfahrung aus vielen Vorstellungsgesprächen: Hat man den Personaler dazu gebracht einmal mit einem zu Lachen, nicht über einen, dann hat man schon fast gewonnen. (Ist glaub ich ein Zeichen von gegenseitiger Sympathie). Also eine gewisse Lockerheit ist auch hilfreich und dazu muss man sich in seiner Haut, Kleidung, wohlfühlen.
#11
3.12.07, 17:35
auch extrem wichtig: ein fester Händedruck!
Die meisten Personaler verabschieden sich schon innerlich vom Bewerber, wenn seine Hand sich beim Begrüßen schlapp anfühlt!

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