Minimalismus für Anfänger

Minimalismus kann für Anfänger erstmal überwältigend sein. Das Aussortieren kann von überflüssigen Dingen kann für viele erstmal eine Herausforderung sein.
Lesezeit ca. 3 Minuten

Wer meine Tipps öfter liest, der weiß bereits, dass ich einen relativ einfachen und minimalistischen Lebensstil mag. Dies bedeutet, dass ich immer mehr versuche, mit dem, was ich habe auszukommen, ohne laufend neue Dinge zu kaufen. Außerdem überlege ich, bevor ich etwas wegwerfe, ob ich diesem Gegenstand nicht noch ein zweites Leben schenken kann.

Im Folgenden möchte ich ein paar Tipps geben, wie man in einen minimalistischen Lebensstil starten kann. Minimalismus hört sich möglicherweise zunächst negativ an, weil man dabei an erbärmlich, arm oder ohne Luxus denkt. In Wahrheit ist es sehr bereichernd, weil man so ganz viel Platz für die wirklich schönen Dinge im Leben schafft. Man erlangt eine Menge Freiheit, Ungebundenheit und Flexibilität und zudem mit diesem Verhalten auch etwas Gutes für die Umwelt und seine Mitmenschen tut. Los geht es!

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Wie genau soll ich anfangen?

Das ist natürlich eine klassische Frage, die man sich stellt. Nun, es gibt verschiedene Wege, die nach Rom führen.

Aussortieren, verschenken oder verkaufen

Mein Tipp ist, sich zunächst von Raum zu Raum zu arbeiten und auszusortieren, was man nicht mehr braucht. Dabei gibt es sicherlich Dinge, die man nicht braucht, aber die andere noch verwenden können. In dem Falle muss man natürlich nicht wegwerfen, sondern kann aus seinen alten Dingen sogar noch Geld machen oder anderen etwas Gutes tun. 

3-Kisten-Sortiersystem

Ich habe 3 Kisten verwendet. Eine, mit Dingen, die in den Müll gehören und nicht mehr verwendbar sind. Eine weitere Kiste mit Dingen, die ich weitergeben wollte, die also noch funktionieren, aber für die ich keine Verwendung mehr habe und wieder eine Kiste mit Dingen, die irgendwie kaputt sind, aber für die ich noch eine Verwendung hätte. 

So landete beispielsweise ein kaputter Stecker fürs Handy in Kiste 1, eine elektrische Saftpresse und mein Glätteisen in Kiste 2 und T-Shirts und Socken mit Löchern in Kiste 3. Das Glätteisen konnte ich relativ schnell verkaufen. Aus den T-Shirts habe ich Lappen genäht oder einen Zugluftstopper oder einen Kissenbezug damit gefüllt für meine Tiere. Die Socken habe ich gestopft, wenn das ging, nutze sie zum Putzen von meinen Jalousien oder habe einfach aus 2 paar verschiedenen Socken ein Paar funktionierende Socken gemacht. (In Zeiten von Happy Socks ... kein Problem).

Challenges

Um nach und nach ein wenig "besser" zu werden, gibt es in den verschiedensten Gruppen für Minimalisten und Frugalisten die verschiedensten Challenges, wie zum Beispiel 30 Tage 30 Teile. Hier heißt das nichts anderes, als an 30 Tagen jeweils ein Teil auszusortieren und sich davon zu trennen. Das können Teller, Tassen, , der doppelte Wäschekorb, das Wäschereck, obwohl man einen Trockner hat oder was auch immer sein. (Darum geht es nicht.) 

Ebenso gibt es "Kauf und Konsum Bans", also auf Deutsch: Kaufverbote, beispielsweise für Kleidung oder bestimmte andere Kategorien. Auch diese sind verschiedene Ansätze und Methoden, einfach bewusster mit Konsum umzugehen und zu lernen, auf neue Dinge zu verzichten, weil man mit dem, was man hat, zufrieden ist. Das hört sich hart an, aber ist eigentlich gar nichts Schlimmes, denn wirklich brauchen tut keine Frau 27 Handtaschen oder 15 weiße Spaghettiträgeroberteile und oft sind das nur Impulskäufe und eine Ersatzbefriedigung. Kaufverbote müssen auch nicht zwanghaft eingehalten werden, dienen aber einfach dafür, ein besseres Bewusstsein und Sensibilität zu schaffen und natürlich, um Geld zu sparen. 

Muss ich jetzt alles weggeben?

Ein klares Nein! Man muss keine Dinge weggeben, nur weil man minimalistisch leben möchte. Man beginnt aber automatisch nach und nach, sich Gedanken zu machen, was man wirklich braucht. Ich habe mir vor Weihnachten beispielsweise eine neue Küchenmaschine gegönnt, weil die alte defekt war. Die neue konnte nun auch Saft pressen. Daher brauchte ich die rein elektrische Saftpresse nicht mehr und es gibt keinen Grund, sie weiterhin zu besitzen. Ich konnte sie also weitergeben und mich davon trennen. In dem Falle galt auch eine andere minimalistische Grundregel: Kommt ein neues Teil, sollte ein altes Teil gehen. (One in = one out). Auch so vermeidet man einfach, dass man unnötig Klumpert, Gerümpel und Nippes hat. All das ist mit Verpflichtung verbunden, sei es, dass man nur eine größere Wohnung oder mehr Schränke braucht, um alles unter zubekommen oder im Zweifeln für das Lagern sogar Miete zahlen muss. 

Gibt es aber Dinge, die man unbedingt behalten möchte oder die man meint, absolut zu brauchen, dann machen diese Dinge einen glücklich, erleichtern das Leben und man soll sie sogar behalten! 

Welche Vorteile hat es, minimalistisch zu leben?

Die Vorteile sind vielseitig. Weniger Besitz bedeutet weniger Sorgen, weniger Einsatz, um alles aufrechterhalten zu können und Freiheit. Außerdem ist es gut für die Umwelt, ressourcenschonend und bewusst mit allem umzugehen, weniger Müll zu produzieren und nicht im Überfluss zu leben. Man bekommt ein ganz anderes Gefühl für die Wertigkeit der Dinge und fühlt sich sehr schnell sehr frei, als hätte man eine Menge Ballast abgeworfen. Minimalistisch leben ist ein spannender Lifestyle, mit Austausch und immer neuen Ideen, wie man Dinge bestmöglich nutzen kann. 

Der positive Nebeneffekt ist, dass man deutlich mehr Geld über hat, wenn man alte Dinge abgibt und vielleicht verkaufen kann oder gar nicht erst neue Dinge kauft. Auch das gibt wiederum eine Menge Freiheit und Möglichkeiten für andere Dinge, die einem wichtig sind, beispielsweise, Zeit mit den Liebsten zu verbringen. 

Meine Tipps für Anfänger

Ein paar einfach Tipps für Anfänger wären beispielsweise:

  • das Wiederverwenden von Schleifen, Geschenkband, Geschenkpapier oder aber das Vorbereiten von alten Schuhkartons zu Geschenkboxen, die man immer wieder verwenden kann
  • das Ersetzen von Küchenrolle durch normale Küchenhandtücher oder Lappen
  • aussortieren von Dingen und Verkauf oder Weitergabe an Dritte
  • konsequente Verwendung aller Lebensmittel oder die Konservierung dieser
  • sharing is caring. Statt alles selbst zu besitzen, kann man das ein oder andere auch ausborgen
  • Lebensmittel retten, Secondhand kaufen, gebraucht kaufen, regional und saisonal kaufen
  • mehr zu Fuß erledigen als mit dem Auto und seinen Kiez besser erkunden
  • Fleischfreie Tage einführen. (Ich esse sehr wohl Fleisch, aber eben sehr bewusst und lieber qualitativ gutes Fleisch aus artgerechter Haltung, statt in Masse und jeden Tag).

Das wären mal einige Dinge, mit denen man durchaus gut beginnen kann und sich dann nach und nach herantasten kann, wenn diese Lebensweise einem zusagt. 

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