Man sagt: Die Nahtzugabe wird "stufig" zurückgeschnitten, d. h. die Breiten der Nahtzugaben bilden sozusagen eine "Stufe". Dabei verdeckt die breite Nahtzugabe die schmalere, die sich dann nicht mehr auf die rechte Stoffseite durchdrücken kann.

Nahtzugaben stufig zurück schneiden

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Besonders dann, wenn die verwendeten Stoffe dick sind, macht sich dies auch schlecht in der Nahtzugabe, denn diese wird nach dem Zur-Seite-Bügeln gern mal sehr dick und trägt auf, was man von der rechten Stoffseite aus sehen kann.

In einem solchen Fall steppe ich erst die Naht, bügele beide Nahtzugaben zu der von mir gewünschten Seite und schneide dann von der Nahtzugabe, die von der rechten Seite aus betrachtet weiter innen (!) liegt, um x Millimeter etwas ab. Man sagt: Die Nahtzugabe wird "stufig" zurückgeschnitten, d. h. die Breiten der Nahtzugaben bilden sozusagen eine "Stufe". Dabei verdeckt die breite Nahtzugabe die schmalere, die sich dann nicht mehr auf die rechte Stoffseite durchdrücken kann. Dieses Stufig-Zurückschneiden mache ich über den Fingern, weil man dann mit der Schere besser unter die Nahtzugaben kommt.

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9 Kommentare


#1
3.10.16, 09:16
Danke für den guten Tipp, anschaulich beschrieben, werde ich demnächst probieren!
#2
3.10.16, 09:18
Der Tipp ist ja klasse. Das werde ich demnächst auch mal ausprobieren.😄
#3
3.10.16, 14:42
Man läßt eine Nahtzugabe doch stehen, damit der Stoff an der Naht nicht ausreißt. Deshalb darf man davon nicht viel wegnehmen!
#4
3.10.16, 17:54
@Maeusel: Genau so ist es: Ich schneide die später unten liegende Nahtzugabe nur um Millimeter zurück - so bleibt die Festigkeit der Naht erhalten, sie wird aber ungleich weicher und trägt weniger auf.
Als Alternative kann man auch die "untere" Nahtzugabe -je nach Material - mit der Zackenschere schneiden...
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#5
3.10.16, 18:09
Muss unbedingt ergänzen, was ich heute (!) beim Googeln entdeckt habe: Es gibt eine sog. "Tellerschere" = "Löffelschere" zu kaufen, meist  als "Applikationsschere" im Netz zu finden. Ihr  Vorteil darin besteht, dass die unten befindliche Klinge wie ein halber Teller geformt ist. So wird verhindert, dass man beim Zurück-Schneiden von Nahtzugaben oder auch Resten von Applikationen nicht in den unten befindlichen Stoff schneiden kann  - großartiges Werkezug für den, der regelmäßig stickt und appliziert: Man muss das Motiv jetzt nicht mehr vor dem Applizieren korrekt in Form schneiden und sich damit abnerven, den Konturstich immer exakt auszurichten. Das Zurückschneiden kann man - je nach Motiv - mit dieser Schere auch stressfrei nachträglich erledigen!
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#6
3.10.16, 20:04
Hallo, trom4schu, danke für diesen Tipp und auch die vielen vorherigen,  sie sind allesamt gut gemacht und hilfreich. Das wollte ich Dir schon lange gesagt haben.
#7
4.10.16, 12:09
@alle:
Wenn man jetzt stark fransende Stoffe hat traue ich mir das beschriebene Vorgehen nicht so recht. Wäre es dafür eine Alternative die Nahtzugaben vom Zuschneiden an schon etwas breiter wählt damit die Nahtfestigkeit immer noch gegeben ist?
LG
#8
4.10.16, 16:23
@carancha: Danke dir - ich freue mich immer, wenn ich mein Wissen weiter geben kann!
#9
4.10.16, 16:29
@susant: Die Zackenschere!  Probiere sie man an fransenden Stoffen aus - wenn das nichts nützt, ggf. eine sog. KAPPNAHT arbeiten, wie man sie an fertig gekauften Loops in der hinteren Mitte findet. Sie trägt zwar auf, aber sie sieht von beiden Seiten schön aus und hält bombenfest. Eine Anleitung findest du z.B. hier: http://www.schneidern-naehen.de/kappnaht oder 
http://blog.bernina.com/de/2016/04/tutorial-wie-naehe-ich-eine-kappnaht/ . Eine super Übersicht über "Nähte - Tipps und Tricks" findest du als pdf-Datei (unbeidngt speichern!!!() unter http://www.makeitcoats.com/de-de/images/Care%20and%20repair_Seams_tcm86-55920.pdf. Viel Erfolg - Üben macht den Meister!

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