Wer viel handarbeitet, hat auch viele Reste. Doch warum diese entsorgen, wenn man sie wunderbar als Patchwork-Topflappen verarbeiten kann?
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Patchwork-Topflappen aus Garnresten

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Wer viel handarbeitet, hat auch viele Reste. Bei mir haben sich aus diversen Projekten kleine Reste aus Baumwollgarn gesammelt. Da nicht alle Reste dieselbe Fadenstärke haben, wollte ich sie nicht „am Stück“ verarbeiten und habe mich für ein Patchwork-Gewebe entschieden. Das Ergebnis sind Topflappen. Bei diesem Projekt kann man vier verschiedene Techniken, nämlich Stricken - Weben - Häkeln und Nähen miteinander kombinieren. Es wird also nicht langweilig.

Man braucht 

  • verschiedenfarbige Baumwollreste
  • eine Häkelnadel
  • eine Stopfnadel

So geht es 

Stricken

Erst strickt man 14 einzelne streifenförmige Patches mit den Maßen von ca.  2,5 cm x 18 cm. (Bild 2)

In Farben so, wie eben die Reste reichen, bei mir waren es

  • 3 Patches dunkelblau
  • 3 Patches türkis
  • 2 Patches hellblau
  • 2 Patches weiß
  • 2 Patches grün meliert
  • 2 Patches blau meliert

Ich habe dafür jeweils 32 Maschen angeschlagen und 7-8 Reihen kraus rechts gestrickt, also nur rechte Maschen in den Hin- und Rückreihen und dann abgekettet. Bei dünnerem Garn waren es 2 Maschen und eine Reihe mehr, bei dickerem Garn zwei Maschen weniger. Anfangs- und Endfaden ruhig etwas länger lassen, dann kann man damit am Ende die Patches zusammennähen. Wer gar nicht stricken kann, der kann diese Patches auch häkeln.

Weben

Nun legt man 7 Patches (türkis, weiß, grün meliert) streifenförmig nebeneinander, so dass daraus ein Quadrat entsteht. (Bild 3)

Die anderen 7 Patches (dunkelblau, hellblau, blau meliert) legt man ebenfalls streifenförmig, allerdings quer zu den ersten Patches oben drauf. (Bild 4)

Dann verwebt man die Längs- und Querstreifen miteinander und sichert sie jeweils mit ein paar Stichen Heftgarn oder mit Sicherheitsnadeln vor dem Verrutschen. So entsteht ein recht dichtes quadratisches Gewebe, das an jeder Stelle zweilagig ist. (Bild 4)

Häkeln

Dann häkelt man eine Runde feste Maschen rund um das gewebte Quadrat herum und fasst dabei beide Schichten zusammen, also jeweils einen Querstreifen und die zugehörigen 7 Längsstreifen. Dann häkelt man noch eine Reihe im „Muschelmuster“: Eine feste Masche, zwei Maschen der Vorrunde überspringen, also in die drittnächste feste Masche der Vorrunde 6-7 Stäbchen häkeln, wieder zwei Maschen auslassen und eine feste Masche häkeln, dann wieder in die drittnächste feste Masche der Vorrunde 6-7 Stäbchen häkeln. Das so lange wiederholen, bis man rund herum ist. Am besten verteilt man die „Muscheln“ so, dass die feste Masche immer am Rand der Längsstreifen positioniert wird und die Stäbchen in die Mitte. (Bild 6) Ganz genaue Zahlen kann ich nicht liefern, da die verwendeten Reste unterschiedlich dick waren. Bei dem einen Topflappen (insgesamt aus dünneren Garnresten) habe ich dann noch eine Reihe feste Maschen über die Muscheln gehäkelt.

Zum Schluss die Aufhängerschlaufe häkeln: Wenn man mit dem Umhäkeln fertig ist, 15-20 Luftmaschen häkeln mit einer Kettmasche wieder mit dem Topflappen verbinden, wenden und in jede Luftmasche eine feste Masche häkeln, wieder mit einer Kettmasche mit dem Topflappen verbinden. Faden abschneiden und durch die letzte Masche ziehen. 

Nähen

Dann geht es ans Fadenvernähen. Beim Vernähen unbedingt die entstandenen Weblücken schließen! Achtung bei Topflappen ist es ganz wichtig, dass keinerlei Löcher zurückbleiben. Überall dort, wo vier Patches aneinanderstoßen, könnten sich die Patches verschieben und es besteht die Gefahr, sich die Finger zu verbrennen. Deswegen beim Fadenvernähen, diese Stellen zusammennähen. (Bild 7)

Diese Topflappen lassen sich sehr gut als Gemeinschaftswerk herstellen. Die Patches gehen leicht und können von verschiedenen Personen erstellt und von einer weiteren zusammengenäht werden. So kann man eine ganze Schulklasse beteiligen. Es macht auch gar nichts, wenn die Kinder unterschiedlich stricken. Es ergibt trotzdem ein abwechslungsreiches Gesamtwerk.“

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4 Kommentare


1
#1
13.10.17, 23:22
Das sieht ja richtig schön aus! Ich kann mir auch vorstellen, daß das Anfassen angenehm ist. Die ziemlich harten gestrickten Topflappen von früher mag ich nämlich nicht so gerne anfassen, sie sind meistens zu fest.
Danke für den tollen Tip!
3
#2
15.10.17, 13:18
Ich finde solche selbstgemachten Topflappen für die Küche zwar nicht so praktisch, aber die Technik ist toll und ich kann mir das gut in größer als Kissenhülle oder - zusammengestellt aus ganz vielen solcher "Topflappen" - kuschelige Decke vorstellen.
#3
23.10.17, 12:55
@Baerbel-die-Gute: Es steckt schon viel Arbeit hinter dieser Technik vor allem das Fäden vernähen und Löcher schließen, so dass ich sie bis jetzt nur auf Topflappen-Größe ausgeführt habe. Wenn man die Patches größer macht, dann bekommt man vielleicht auf Kissengröße bei gleichem Nähaufwand. So eine Decke aus "Topflappen" sieht bestimmt toll aus👍 , aber mir würde es vor den vielen Fäden grauen. 😱. Allerdings wären die "Weblöcher", die ich beim Topflappen unbedingt vermeiden muss, bei einer Kuscheldecke egal und müssten gar nicht gestopft werden. Ich denk' noch mal drüber nach. 😉
#4
12.11.17, 10:42
Welches Maß hat der gezeigte Topflappen? 
Zu kleine Lappen verderben den Spaß an der Arbeit. Ich bevorzuge Topflappen mit mindestens 20 cm Kantenlänge. Oder auch rund mit Aufhänger in der Mitte! 👏

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