Pilzsuppe raffiniert nach Gutsherrenart

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Es ist mal wieder soweit. Da unser Sommer ja Ferien macht (wahrscheinlich in Afrika), es nass und meist schwül ist, wachsen schon die ersten Pilze. Da war ich heute vormittag einfach mal im Wald. Außer nassen Füßen habe ich gefunden: Maronen (neeeein, nicht Esskastanien, sondern Maronenröhrlinge), ein paar Sandpilze, Rotfüßchen, Birkenpilze und ein paar Waldchampignons.

Ich habe mir gedacht, dass ich mal ein kleines, feines Süppchen daraus mache.

Was braucht man dazu? Für vier Personen etwa

  • 3-4 mittelgroße Kartoffeln (mehligkochend, es geht aber auch jede andere aromatische Sorte)
  • 500-600 g frische Pilze
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 g durchwachsener Speck (kann auch mehr sein)
  • 1/2 l Brühe (bei mir Rinderbrühe, ersatzweise auch Wasser und Brühpulver, aber ihr wisst ja...)
  • 100 ml Weißwein (ich hab Blanchet genommen)
  • 100 ml Sahne
  • Salz/Pfeffer und Majoran
  • Petersilie
  • eventuell etwas Öl; kommt drauf an, wie man den Speck ausbrät

Zuerst Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden, in wenig Salzwasser 10 Minuten kochen.

Die Hälfte der gekochten Kartoffeln aus dem Kochwasser nehmen, beiseite stellen. Den Rest im Kochwasser pürieren.

Den Speck gewürfelt ohne Fett anbraten und leicht auslassen. Wenn genug Fett in der Pfanne ist, die Zwiebel kleingewürfelt dazugeben und leicht braun braten. Den Knoblauch hauchfein schneiden und auch kurz mit anschwenken.

Speck-Zwiebel-Knoblauchmischung mit der Schaumkelle aus der Pfanne heben, über der Pfanne abtropfen und dann in die pürierten Kartoffeln geben.

Nun die geputzten und in Viertel oder feine Scheiben geschnittenen Pilze im Speckfett scharf anbraten. Falls das Fett nicht reicht, noch etwas Öl in die Pfanne geben. Wenn die Pilze angebraten sind, ebenfalls in den Topf mit den Kartoffeln geben. Die Brühe in den Topf (ich habe immer ein paar Becher Fleischbrühe eingefroren) geben.

Nun etwas Wein angießen, die Sahne dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken und einen halben Teelöffel getrockneten Majoran dazu.

Das Ganze aufkochen und ca. 20 Minuten leise köcheln lassen.

Den Topf von der Kochstelle nehmen und nun die fertigen Kartoffelwürfel reingeben und die feingehackte Petersilie. Nicht mehr kochen lassen, sonst verliert die Petersilie ihr feines Aroma.

Anrichten und genießen...

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35 Kommentare


#1
10.7.12, 19:47
Super, wird am WE gleich nachgekocht.
1
#2
10.7.12, 19:50
Guten Appetit!
#3
10.7.12, 20:02
Hmmmmm.....klingt superlecker :-)

Wenn du jetzt noch Pilzwanderungen anbietest werde ich das gerne mal versuchen! :-)
Ich bin leider ein Oberdepp was die Pilzsuche angeht, finde zwar immer viele, aber wenn ich mein Büchlein befrage kann ich (troztzdem)nicht erkennen ob sie essbar sind....
Sonst kann ich nur sagen: "Daumen hoch, für dies sehr lecker klingende Rezept!"
Wünsche allein ein gutes Gelingen und einen schönen Abend :-)
#4
10.7.12, 20:23
Lecker, morgen habe ich frei und dann wird ein Waldspaziergang gemacht !!! Zum Pilze suchen. Und dann Deine leckeres Süppchen... Ich freu mich schon drauf ! Danke für das schöne Rezept.
#5
10.7.12, 20:43
dafür kriegst du von mir ein goldenes Sternchen :o)
2
#6
10.7.12, 21:52
Wird aber auch mal wieder Zeit, dass du ein Rezept einstellst! Ich dachte schon, du wärst ausgewandert, wie der Sommer! :o)

Tolles Rezept! Mjamm!

Das Pilzesammeln könnte ich mir rein theoretisch sparen; auf meiner Wiese wachsen raue Mengen davon. Leider weiß ich nicht, ab sie genießbar sind, und auf einen Versuch möchte ich es nicht ankommen lassen.

;o))
#7
10.7.12, 23:08
Fehlerteufelalarm !!!! Es heißt natürlich Dein leckeres Süppchen.... Ich stell mich selber in die Ecke und schäm mich.
Trotzdem LECKER, und einen schönen Abend allen!!!!
Hallo Mops, Ich würde das Pilze suchen auf der Wiese auch lassen da weiss ich auch nie ob sie genießbar sind. Im Wald nehmen wir auch nur die Pilze mit ,die wir kennen.Die anderen die sich besser auskennen freuen sich bestimmt was da noch so ,, rumsteht " :
#8
10.7.12, 23:09
Fehlerteufelalarm !!!! Es heißt natürlich Dein leckeres Süppchen.... Ich stell mich selber in die Ecke und schäm mich.
Trotzdem LECKER, und einen schönen Abend allen!!!!
Hallo Mops, Ich würde das -Pilze suchen auf der Wiese auch lassen da weiss ich auch nie ob sie genießbar sind. Im Wald nehmen wir auch nur die Pilze mit ,die wir kennen.Die anderen die sich besser auskennen freuen sich bestimmt was da noch so ,, rumsteht " :
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#9
11.7.12, 01:24
Schön, von dir mal wieder ein tolles Rezept zu lesen!!!
Ist bestimmt auch, wie immer, super lecker. Wird bald ausprobiert, ich liebe Pilze!
Danke
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#10 jojoxy
11.7.12, 08:27
ich schließe mich leonida an, wenn du pilzwanderungen anbietest... ich lauf im wald immer an den pilzen vorbei und ärgere mich, weil ich null ahnung und zu viel angst habe, der erste selbstgesammelte könnte mein letzter sein.
so ein leckeres süppchen muss ich nachkochen, da nehm ich halt die champignons aus dem supermarkt. schön geschrieben!
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#11
11.7.12, 12:25
das ist bestimmt ein leckeres Süppchen! Ich muss aber leider auch die Pilze im Supermarkt nehmen, weil ich mich nicht traue, Pilze im Wald zu sammeln.
#12
11.7.12, 13:47
Hmmmmmmmmmmmmm.........!
#13
11.7.12, 17:44
Ich hab es geahnt, der Sommer der ein Herbst war!
Jetzt schon Pilze! Ich habe früher oft gesucht, bzw.gesammelt,doch leider gibt es hier kaum Wald und erstrecht keine Pilze.
Maronen und Steinpilze habe ich noch nicht auf dem Wochenmarkt gesehen. Es gibt sonst nur die rosa/braunen Champignons und Pfifferlinge habe ich schon gesehen. Was nehme ich nun für Dein lecker Süppchen? Habe jetzt richtig Appetit bekommen wird auf jedenfall gespeichert,vielen Dank.
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#14
11.7.12, 17:46
Klingt total legggger, aber einer in der Familie darf das Süppchen nicht essen, damit er/sie den Arzt rufen kann....wegen einer eventuelllen Pilzvergiftung... :-)
LG, Sachsenrose
#15
11.7.12, 19:08
Pilzvergiftung? Doch wohl eher ne Unverträglichkeit. Eine echte Pilzvergiftung holt man sich doch nur, wenn man die falschen Pilze in den Topf tut. Amaniten z. B. würde ich nie im Leben nehmen. Dazu gehört ein (angeblich) sehr leckerer Speisepilz: der Perlpilz. Aber die Verwechslungsgefahr ist unglaublich groß. Der Pantherpilz sieht fast genauso aus. Und der ist annähernd genauso giftig wie der grüne Knollenblätterpilz (der gehört übrigens auch zu den Amaniten).
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#16
11.7.12, 19:45
kann man auch getrocknete pilze verwenden. natürlich muessen die eingeweicht werden. hier bei uns in nordschweden ist die pilzzeit erst ab ende august.
#17 Beth
11.7.12, 21:52
Das Rezept hört sich super an. Mache ich bald mal. Natürlich mit gekauften Pilzen wenn ich sie suche vergifte ich mich bestimmt.
#18
11.7.12, 21:56
hmmm lecker...muss ich mir machen, erst einmal Zutaten holen dann wird gekocht.
Ich liebe Pilze

Danke für dieses tolle Rezept ....hole dir noch Sterne vom Himmel dazu:-)
#19 compensare
11.7.12, 22:07
mmhhh, da tropft mir schon beim Lesen der Zahn - das MUSS ja oberlecker schmecken, auch mit gekauften Pilzen ;-)) Danke und Daumen hoch :-)
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#20 Schnuff
11.7.12, 23:22
Ich kann Euch einen Tipp geben,wie Ihr die Wiesenchampignons von den giftigen Knollenblätterpilzen unterscheiden könnt : Erst mal,beide sind weiß.´,VERWECHSLUNGSGEFAHR!
Champignos haben unter dem Hut rosa oder braune Lamellen.Rosa sind sie,wenn der Pilz noch jung ist,braune hat er,wenn er schon etwas älter ist.Nehmt nicht die,wo kleine Löcher im Hut zu sehen sind,dann haben sie höchstwarscheinlich Würmer.
Die Pilze bitte immer mit einem kleinen Schälemesser kurz über dem Gras abschneiden,dann bleibt das Wurzelgeflecht in der Erde erhalten. Die Pilze bitte vorsichtig anfassen,nicht zu stark drücken,sonst bekommen sie gleich braune Stellen.Er besteht zu fast 90% aus Wasser.
DER KNOLLENBLÄTTERPILZ hat,wenn er noch sehr jung ist die weiße Haut komplett um den ganzen Pilz.Hat sich der Hut gebildet,hat er darunter weiße bis gelbliche Lamellen.
An diesem Unterschied könnt Ihr sie erkennen.
Wir hatten bei diesem Regenwetter sehr viele Champignons auf der Kuhweide.
#21
12.7.12, 08:57
Hört sich saugut an, als Pilzliebhaber werde ich das sofort ausprobieren. 5 Daumen aufwärts
#22
12.7.12, 17:00
@ stavre: Ich kenne die Spätsommer und wunderschönen Herbsttage in schwedischen Wäldern. Auch bei uns wachsen die Pilze normalerweise später. Aber bei so einem verregneten "Sommar" sind sie zum Teil jetzt schon da.

Hälsningar från Kassel till Jämtland
#23
12.7.12, 17:32
@Schnuff: und was wächst jetzt auf meiner Wiese? Die sehen aus wie kleine Steinpilze, aber das kann ja wohl nicht sein, oder?
#24 Schnuff
12.7.12, 18:45
@mops: Da bin ich auch überfragt,ich kenne leider nur den Unterschied von den Champignons,da wir nur die hatten.Vielleicht fragst Du mal in der Apotheke,ob sie das wissen.
#25
12.7.12, 18:52
Mir lief schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen - ich liebe Pilze, Speck, Kartoffeln, Zwiebeln - in dieser Rangfolge. Und das alles ist in dieser einen Suppe! Wahnsinn! Wird am Wochenende gekocht, oder früher, wenn ich es bis dahin nicht aushalte.

Nur eine Frage: An dem Punkt, wo Du schreibst, daß die Suppe jetzt noch 20 Minuten köcheln soll, sind doch eigentlich alle Zutaten schon gar und eßfertig, vom Majoran einmal abgesehen. Aber so lange braucht der eigentlich nicht. Warum ist diese relativ lange Kochzeit nötig? Ist es nicht viel leckerer, wenn Speck und Pilze noch relativ kross sind?
#26
13.7.12, 00:16
Wie immer schreibt der Horst-Johann fast literaisch, blankes Vergnügen, das nur schon zu lesen....macht einen riesen Appetit: Das Rezpet wird auf jeden Fall getestet, da meine Kleine Pilze als auch Speck liebt. Werde dann mal die alkoholfreie Variante mit Sekt oder Apfelwein versuchen und an dieser Stelle Rückmeldung geben.....vielen herzlichen Dank, freue mich auf neue Rezepte aus dieser Feder! Aber mich würde die Antwort auf die Frage von Erdhexe schon wunder nehmen.
1
#27
13.7.12, 17:32
@ Erdhexe: Pilze müssen lange genug erhitzt werden, da die meisten Speisepilze trotz allem Giftstoffe enthalten, die nur durch Erhitzen zwerstört werden. Ausnahme bilden hier nur Steinpilze und Champignons. Das Anbraten allein reicht also nicht aus. Außerdem möchte ich durch das etwas längere Kochen den vollen Geschmack in der Suppe entwickeln. Durch Erhitzen verschmelzen die Aromen einer Speise besser als durch bloßes "Nachwürzen". Der Speck gibt seine Aromen an die Brühe ab, die Zeibeln, der Knoblauch, und erst Recht die Pilze. Vergleich es: eine kurz aufgekochte oder eine sämig eingekochte Suppe......
#28
13.7.12, 18:43
@Horst-Johann Lecker:

Danke für die schnelle Antwort!

Das mit den Giftstoffen leuchtet natürlich ein - meine Lieblingspilze (Maronen, Goldröhrlinge, Pfifferlinge und Stockschwämmchen) habe ich allerdings nie so lange erhitzt, und ich lebe glücklicherweise noch, hatte nie auch nur Verdauungsprobleme nach den Pilzmahlzeiten. Was nicht heißt, daß die längere Kochzeit überflüssig ist, sondern nur, daß ich wohl bisher viel Glück hatte. Da habe ich wohl die falschen Kochbücher, denn das ist in keinem davon erwähnt. Man lernt nie aus.

Daß eine Weile gemeinsamen Köchelns die Aromen sozusagen zusammenschweißt, verbindet, ist klar. Nur daß es sooo lange sein muß, kam mir seltsam vor. Fünf bis zehn Minuten reichen dafür meist. Aber die schwach giftigen Wildpilze erklären es. Und Vorsicht ist in dieser Beziehung sicherlich besser, also künftig volle zwanzig Minuten.
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#29 MissChaos
13.7.12, 21:08
LECKER!!!!
Ich habe diese Suppe heute zum Abendessen gemacht. Mit Hainbuchenraufüße die ich heute morgen gesammelt habe.
Leider hatte ich keine Kartoffeln mehr im Haus. Ich habe statt dessen meinen letzten Butternusskürbis vom vorherigen Herbst gewürfelt. Ansonsten habe ich das Rezept genauso übernommen. Ich kann nur sagen: SUPER LECKER! Diese Suppe wird es mit Sichherheit noch öfters geben. Das nächste Mal dann mit Kartoffeln. Danke.
#30 Ribbit
13.7.12, 21:26
Klingt ja eigentlich ganz einfach... da hätt man doch selber druffkommen können auf das Rezept :-D

Das sind die besten Rezepte - wo alles so zusammenpasst, dass man denkt "ist ja ganz klaaar, dass es DIE Zutaten sein müssen!"

Langer Rede kurzer Sinn: klingt supi, wird bald gekocht.
Mann, jetzt hab ich Hunger :-(
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#31 erselbst
14.7.12, 11:20
@Leonida83: alle pilze sind essbar--manche halt nur einmal!!
#32
14.7.12, 20:37
@ erselbst. Ich erkenne Fliegenpilze und erfreue mich da nur am Aussehen im Wald :-)
Bowist erkenne ich auch und den kann man essen, habe bis jetzt nur die verzehrt die man auch öfters genießen kann ;-) LG und einen schönen Abend wünsche ich :-)
#33
16.7.12, 17:39
@ Leonida: Bovisten kann man auch nur JUNG essen, also Finger von 2-Kilo-Pilzen!
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#34
17.7.12, 18:07
@Horst-Johann Lecker: Und gilt das nicht auch nur für Eierboviste, und keinesfalls für Kartoffelboviste? Keine Ahnung, ob es auch noch andere Bovistsorten hier (oder überhaupt) gibt.
#35
18.7.12, 18:45
@ Erdhexe: Es gibt viele Bovistarten, die teilweise ungenießbar oder sogar giftig sind. Faustregel für die essbaren Arten ist auf jeden Fall, dass sie innen weiß und fest sein müssen. Wenn sie anfangen zu stauben (also ihre Sporen abgeben), dann sind alle Boviste nicht mehr genießbar.

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