Grünkohl mit Pinkel und Hamburger süßen Kartoffeln – Es gibt viele Rezepte aus jeder Ecke im Norden. Dieses ist besonders deftig und stammt aus Oldenburg, die Kartoffeln dazu aus Hamburg - so habe ich es schon als Kind bekommen und damit habe ich auch schon gestandene Bayern überzeugt :-)
Zutaten
- 3 kg frischer Grünkohl vom Markt
- 6 große Zwiebeln
- 1 EL scharfer Senf
- 1 EL Zucker
- 1 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- etwas Wasser
- 1 Handvoll Hafergrütze
- 100 g Schweineschmalz
- 1 kg Kasselernacken am Stück mit Knochen
- 3 EL Honig
- 500 g geräucherter gestreifter Speck am Stück
- 8 Pinkelwürste (Oldenburger oder Bremer Pinkel)
- 1 kg kleine Kartoffeln
- 3 EL Mehl
- 3 EL Zucker
Zubereitung
- Den Grünkohl von den Strunken abziehen und waschen. Anschließend in reichlich kochendem Wasser kurz blanchieren und in Eiswasser abschrecken, dann behält er seine Farbe beim weiteren Kochen.
- Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. In einem großen Topf (der muss später das ganze Eintopfgericht aufnehmen) das Schmalz erhitzen und die Zwiebelscheiben darin kurz anrösten, dann den Grünkohl dazugeben, gut durchrühren, den Senf, Zucker und Pfeffer dazugeben und mit reichlich Wasser aufgießen, bis der Grünkohl gut bedeckt ist. Den Grünkohl zum Kochen bringen und auf mittlerer Flamme ca. 2 Stunden köcheln lassen. Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit eine Handvoll Hafergrütze in den Kohl einrühren und weiterkochen.
- Den Kasselernacken am Stück mit Honig einreiben und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen (Umluft 160 Grad) ca. 90 Minuten backen. Regelmäßig kontrollieren, ggf. mit Wasser beschöpfen und noch einmal mit Honig einstreichen.
- Den gestreiften Speck und die Würste nacheinander in den Kohl hineingeben und darin je ca. eine halbe Stunde gar kochen, dann herausnehmen und beiseite stellen.
- Fleisch- und Wurstalternativen: Etwas Geräuchertes muss auf jeden Fall in den Grünkohl, für den Geschmack. Manche geben den Kasseler, statt ihn zu schmoren, in den Grünkohl zum Garen. Als Fleisch passt im Grunde jedes Schweinefleisch, gerne auch roher Schweinebauch, ich habe auch schon einmal Schweinepfoten im Grünkohl bekommen und fand das auch nicht unlecker. Würste gibt es regional in leckerer Fülle. Am besten passt natürlich die Pinkel, wer sie nicht mag oder nicht bekommt, sollte auf jeden Fall eine angeräucherte Wurst nehmen, klassisch sind noch: Bregenwurst, Mettwürste, Kohlwürste.
- Während der Kohl köchelt und der Kasseler brutzelt, die Kartoffeln schälen. Wer keine kleinen Kartoffeln bekommt, kann auch zur Not schon geschälte aus dem Glas nehmen oder eben größere Kartoffeln klein schneiden. Die Kartoffeln in Salzwasser fast gar kochen und abgießen. Anschließend Mehl und Zucker mischen, die Kartoffeln darin wenden und von allen Seiten gut mit der Mischung bedecken.
- Den Kasseler noch mal kontrollieren. Wenn er gar ist, die Fleischstücke und Würste wieder in den Grünkohl geben. Etwas Schmalz in einer nichthaftenden Pfanne schmelzen und die Kartoffeln darin von allen Seiten goldbraun anrösten.
- Den Kasseler aus dem Ofen nehmen, vom Knochen lösen und auf einer heißen Platte anrichten. Den Grünkohl in einer breiten flachen Schüssel anrichten, darauf die Würste und den in Scheiben geschnittenen Bauchspeck legen. Die Kartoffeln anrichten.
- Guten Appetit.
- Dazu schmeckt ein guter scharfer Senf, ein kühles Pils und zum Schluss ein eisgekühlter Linie Aquavit (unbedingt das Aquavitglas vorher in den Eisschrank legen, damit es eiskalt ist).