Omas Vorratskeller hatte immer etwas Magisches, oder? Gefüllt mit allem, was der Garten hergab. Lust auf ein Kindheits-Erinnerungs-Rezept?
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Süßsaure Mirabellen

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Omas Vorratskeller hatte für mich immer etwas Magisches. Batterien von Weckgläsern mit allem, was der Garten hergab, da gabs noch keine Gefriertruhe! Und ganz ehrlich, mach mal die Gefrierschranktür auf, das hat so gar nichts von dem Charme in Omas Keller. Eines meiner Lieblingskonserven waren die süßsauer eingelegten Früchte, die statt Gemüse zu einem wunderbaren Braten mit Soße und Kartoffeln, z. B. als Kroketten oder Klöße gegessen wurden, einfach herrlich.

In meiner Kindheitserinnerung gab es zu jedem Gedeck einen kleinen Extrateller und man musste den Kern auf die Gabel "spucken" und auf den Teller bugsieren, denn Oma hat bei ihren Mengen nicht entsteint. Das hatte einen "optischen Nebeneffekt". Die Mirabellen sind prall und rund gewesen, die entsteinten Früchte verlieren etwas die Form, aber sie sind viel besser zu essen.

Zutaten

Ergibt 5-6 350-ml-Gläser:

  • 1,5 kg Mirabellen
  • 400 g Zucker
  • 125 ml Apfelessig
  • 3 Nelken
  • 1 Zimtstange
  • 4 Pimentkörner
  • 1 Sternaniszacken
  • 2 Kardamomkapseln
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Senfkörner
  • 500 ml Wasser

Zutaten Essig-Mirabellen: Mirabellen, Apfelessig, Zucker, Sternanis, Zimt, Kardamomkapseln und mehr.

Zubereitung

1. Den Essig mit 200 g Zucker und den Gewürzen – ohne die Senfkörner! – (in einem großen Tee-Ei / Gewürzkugel) aufkochen und abkühlen lassen. Danach die Gewürze entfernen (aufheben) und den Sud in eine große Schüssel geben.

2. Die Mirabellen waschen, einseitig einschneiden, den Stein entfernen und wieder zuklappen oder mit einem kleinen Entsteiner arbeiten, in den Essigsud legen und immer mal umrühren. Der Essig verhindert das Braunwerden der Früchte.

Die Mirabellen waschen, einseitig einschneiden, den Stein entfernen und wieder zuklappen, oder mit einem kleinen Entsteiner arbeiten, in den Essigsud legen und immer mal umrühren. Der Essig verhindert das Braunwerden der Früchte.

3. Die Steine mit der zweiten Portion Zucker und den Gewürzen aus dem Essigsud in dem Wasser auskochen (sie geben ein besonderes Aroma ab. Diesen Schritt brauchte Oma nicht, weil die Steine mit durchzogen).

4. Mirabellen in ein Sieb geben, den Essigsud auffangen.

5. Die ausgekochten Steine ebenfalls durch ein Sieb geben und den Saft auffangen. (Gewürze wieder retten).

6. Twist-off-Gläser und Deckel in kochendem Wasser sterilisieren, die Gläser herausnehmen und zurechtstellen.

7. Senfkörner gleichmäßig auf die Gläser verteilen (knapp 1 EL pro Glas).

8. Mirabellen etwa bis 3 cm unterhalb vom Rand in die Gläser schichten.

9. Den Saft zu dem Essigsud gießen, und die Gewürze nochmal reingeben. Zum Kochen bringen und einen Moment sprudelnd aufkochen lassen, dann die Gewürze endgültig entfernen.

10. Den Sud über die Mirabellen in den Gläsern gießen, sodass die Früchte gut bedeckt sind, aber noch 2 cm bis zum Rand frei bleiben. Deckel aus dem heißen Wasser nehmen, Gläser verschließen.

11. In einen weiten , in den alle Gläser passen, (bei großen Mengen nutze ich gern den Gänsebräter, sonst notfalls in mehreren Chargen) mit einem reinen (kein Mischgewebe!) Baumwolltuch (am besten geht Frottee) glatt auslegen und darauf die Gläser stellen.

Heißes Wasser bis ungefähr 2-3 cm unter den Rand der Gläser einfüllen und mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. 20 Minuten bei niedriger Hitze sterilisieren

Wenn ihr genau in den Topf guckt, könnt ihr das Frotteetuch unter den Gläsern sehen ...

  • Heißes Wasser bis ungefähr 2-3 cm unter den Rand der Gläser einfüllen und mit geschlossenem Deckel zum Kochen bringen. 20 Minuten bei niedriger Hitze sterilisieren … das Wasser soll nur leicht wallend köcheln.
  • Die Gläser mit einem Tuch oder einer Weckglaszange (sehr praktisches Teil!) aus dem Wasser nehmen und abtrocknen.
  • Auf ein Geschirrtuch stellen und abkühlen lassen.

Ungekühlt haltbar mindestens bis zur nächsten Ernte. Na ja, bei mir nicht wirklich!

Vor dem ersten Genuss sollten sie mindestens 14 Tage durchziehen.

Guten Appetit!

P.S.: Als Variante hat meine Oma Zwetschgen eingemacht, dann mit Rotweinessig. Ich habe auch schon Sauerkirschen so eingelegt – traumhaft (In dem Fall das Wasser mit etwas Johannisbeersaft gemischt und Rotweinessig).

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