In jeder Situation, die als negativ empfunden wird (und damit auch einen Anlass zum Nörgeln liefert), können drei Fragen helfen, die eingefahrene Sichtweise zu ändern.

Verändert Nörgeln das Gehirn?

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Nörgler gibt es überall: Im Supermarkt, wenn die Kassiererin zu langsam ist, in der U-Bahn, wenn es zu voll ist, im Sommer, wenn es zu heiß, und im Winter, wenn es zu kalt ist. Zu doof, zu blöd, zu irgendwas. Selbst hier bei Frag Mutti gibt es unter den Kommentatoren immer wieder Nörgler, denen ein Tipp nicht passt. Was die Nörgler im Allgemeinen bei ihren Mitmenschen auslösen, lässt sich leicht zusammenfassen: genervte Reaktionen. Was sie allerdings bei sich selbst anrichten, ist schon schwieriger zu erklären. Dafür braucht es einen Neurowissenschaftler wie Professor Tobias Esch, der sich intensiv mit den Themen Glück und Stressbewältigung beschäftigt hat. Er kommt zu dem Schluss, dass die Inhalte unserer Gedanken unser Gehirn nachhaltig verändern. Eine seiner Thesen lautet: „Das Gehirn ist erst mal ein Organ, und wie fast jedes Organ verändert es sich durch Aktivität. Und Denken ist sozusagen die primäre Funktion des Gehirns.“

Bei den Denkprozessen eines Menschen und den daraus resultierenden Empfindungen ist es von ausschlaggebender Bedeutung, was mit welcher emotionalen Grundhaltung gedacht wird. Positive Gedanken aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn und verursachen gute Gefühle. Sind die Gedanken jedoch negativ besetzt, wird die für Angst- und Alarmempfinden zuständige Gehirnregion (der sogenannte Mandelkern) aktiviert. Bevor ein Nörgler losnörgelt, denkt er natürlich erst einmal darüber nach, was er in welchen Worten von sich geben will. Wobei ich ehrlich gesagt manchmal daran zweifle, dass allen Nörgeleien tatsächlich ein Denkprozess vorausgeht. Aber gut. Setzen wir also einen Denkprozess voraus. Dass dieser vor einer Nörgelattacke negativ gefärbt sein muss, liegt auf der Hand. Niemand denkt „Die Kassiererin hat heute aber eine hübsche Frisur“, um dann im nächsten Moment loszupoltern: „Verdammt, warum ist in diesem Saftladen nur eine Kasse geöffnet?“ Nein, der Nörgler denkt negativ und äußert sich dann auch dementsprechend. Sein Gehirn merkt sich diesen Zusammenhang.

Kommt es häufig zu solchen Situationen, „trainiert“ der Nörgler sein Gehirn darauf, die Dinge in seiner Umwelt negativ zu sehen und zu bewerten. Hierzu noch ein Zitat von Professor Esch: „Wenn Sie oft negativ denken, dann werden Sie Situationen in Zukunft eher angstbesetzt erleben als vorher. Oder Sie werden mit einem Filter durch die Welt gehen und tendenziell eher negative Inhalte wahrnehmen.“ Ergo: Die sich entwickelnde Negativspirale verändert die neuronalen Strukturen des Gehirns und in der Folge werden Situationen zunehmend als stressig oder belastend wahrgenommen.

Mir leuchtet das ein. Darüber hinaus bestätigt es meine Beobachtung, dass es Menschen gibt, die wirklich jeder Situation nur das Schlechteste abgewinnen können. Das Glas ist nicht nur immer halb leer, es ist obendrein auch noch dreckig. Sie finden nicht nur das Haar in der Suppe zum Kotzen, sondern das ganze Restaurant ist das Allerletzte. Diese Menschen haben den Negativmuskel ihres Gehirns wirklich bis zur Höchstform trainiert.

Das waren viele schlechte Nachrichten. Jetzt kommt die gute: Der hier beschriebene Prozess funktioniert auch im Umkehrschluss. Soll heißen: Ein permanenter Nörgler kann seinem Gehirn aktiv zu einer positiveren Weltsicht verhelfen. Im Folgenden werden drei leicht umzusetzende Maßnahmen kurz erläutert.

Viel Bewegung

Das klingt banal, aber ausreichend Bewegung bringt nachweislich nicht nur ein gutes Körpergefühl, sondern auch eine positive Geisteshaltung mit sich. Für alle Couchpotatoes, die gerne und ausdauernd über das miserable Fernsehprogramm nörgeln, bedeutet das: Laufschuhe anziehen und los. Wobei „Laufschuhe anziehen“ natürlich je nach Vorliebe durch Radfahren, Schwimmen, Gymnastik, Nordic-Walking oder jede andere Form von Bewegung ersetzt werden kann. Selbst der Spaziergang zur nächsten Pommesbude ist besser als nichts.

Achtsamkeit

Jede auch noch so alltägliche Situation sollte möglichst mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Je mehr Facetten man an dem Erlebten entdeckt, desto geringer ist die Gefahr in eingefahrene Negativ-Strukturen zu verfallen. Wer diese Form der, ich nenne es mal „sensitiven Empfindsamkeit“ weiter verfeinern möchte, sollte es mit Yoga oder Meditation versuchen.

Kognitive Umstrukturierung

Das hört sich psychologisch hochtrabend an, lässt sich aber mittels einer einfachen Technik bewerkstelligen. In jeder Situation, die als negativ empfunden wird (und damit auch einen Anlass zum Nörgeln liefert), können diese drei Fragen helfen, die eingefahrene Sichtweise zu ändern:

1. Ist das tatsächlich so?

In vielen Fällen sind es bloße Annahmen und Vermutungen, die zu einer negativen Haltung führen. Wir glauben, dass wir zu spät kommen, nur weil alle Ampeln rot sind, und sind gestresst. Oder wir vermuten, dass uns Kollege XY nicht leiden kann, und fühlen uns in seiner Gegenwart unwohl. Um sich in solchen Momenten nicht in sinnlosen Gedankenschleifen zu verlieren, hilft es, die Frage zu klären, ob der Grund für schlechte Stimmung oder Nörgelei wirklich vorhanden ist.

2. Könnte ich das auch anders sehen?

Vielleicht kann eine Situation, die einem negativ (nörgelwürdig) erscheint, auch etwas Positives mit sich bringen. Kann man etwas daraus lernen? Bietet die (nervige) Wartezeit nicht eine tolle Gelegenheit, Geduld zu üben und sich auf etwas Schönes zu freuen? Ein Perspektivenwechsel kann die negativen Gefühle oft ins rechte Licht rücken und erspart ein Nörgeln darüber.

3. Hilft mir das (genervt sein, nörgeln, jammern) weiter?

Wenn Frage eins mit „Ja, das ist leider tatsächlich so“ und Frage zwei mit „Nein, keine Chance das anders zu sehen“ beantwortet werden müssen, hilft Frage Nummer drei eventuell weiter. Was bringt eine negative Sicht bzw. nörgelige Reaktion? Hilft sie irgendwie weiter? Oder steht sie einer konstruktiven Lösung nur im Weg? Alleine das Hinterfragen der eigenen Gemütslage kann schon helfen eine schlechte Stimmung aufzulösen.

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45 Kommentare


4
#1
16.5.17, 13:01
Man kann im positiven als auch im negativen nörgeln.
Wenn ich nörgele, weil jemand über einen Tipp nörgelt, dann nörgele ich doch positiv für den Tipp. Wenn jemand mein positives nörgeln benörgelt, dann nörgelt er negativ auf mein positives nörgeln. Also ist nörgeln so oder so ein produktives nörgeln oder ? 😄😄😄
3
#2
16.5.17, 13:34
Jaaa, dann gibt es noch die Dauernörgler...von früh Morgens bis spät Abends nur im Nörgel-Modus. Solchen Menschen kann man nichts Recht machen 😋
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#3
16.5.17, 13:38
@GEMINI-22: hihi, gerade nörgelst du aber auch über diese Dauernörgler 😂
2
#4
16.5.17, 14:11
@Upsi:

ich kann auch anders😜
3
#5
16.5.17, 14:47
es geht auch ohne nörgeln. zuerst Frage ich mich: kann ich es ändern? wenn ja, dann tu ich es. wenn nein, dann lohnt weder nörgeln noch ärgern.
5
#6
16.5.17, 15:03
@GEMINI-22: ich nicht, bevor ich an etwas ersticke, muss es raus, aber....der Ton macht die Musik . 😘
5
#7
16.5.17, 15:44
Dann gibt es ja auch noch die Nörgler, die nörgeln, dass sie im Laden als "junger Mann" respektive ihre Verlobte als "nicht junge Frau" angesprochen werden...
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#8
16.5.17, 16:14
Fragt der Optimist den Pessimist,“Na, wie geht es?“, „Ich kann nicht klagen!“ betrübt sich der Pessimist.

Ja manche Leute sind nicht glücklich, wenn es nichts zu nörgeln gibt. Aba wennse was zu nörgeln haben, dann auch nicht.

Aber hier bei den Muttis wirste ganz schnell in die Nörgelecke geschoben, auch wenn du nur sagst, wie es (noch) besser geht.
5
#9
16.5.17, 16:38
Die drei Fragen sind Gold wert. Es ist manchmal halt so, dass man zu spät mit dem linken Fuß aufgestanden ist, eine ungeliebte Arbeit vor sich hat und mit einer nervigen Kollegin den ganzen Tag zu tun haben muss, und abends kommt die Schwiegermutter.... in solchen Situationen verfällt man leicht in Nörgelstimmung! Mir hilft es dann, mir vorzustellen, wie ich meiner Freundin, die eine ausgesprochene Frohnatur ist, meinen Tag so erzähle, dass sie sich darüber kaputtlacht. Und schon sehe ich das Skurrile, Lustige an meiner Situation und das entspannt mich. Ein gesunder Sarkasmus ist manchmal auch was wert.
3
#10
16.5.17, 19:07
Netter Denkanstoß ...
Ich würde alles positiver formulieren. "nörgeln" ist schon von sich aus etwas Negatives, man kann weder nett, noch konstruktiv nörgeln, aber man kann nett korrigieren und konstruktiv kritisieren. Nicht jedes Mal, wenn man auf einen Fehler oder Missstand aufmerksam macht, tut man das nörgelnder Weise.

Da finde ich das überkonfessionelle Gelassenheitsgebet wichtig, das jeder für sich umformulieren kann: Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, die Kraft und die richtige Wortwahl, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
2
#11
16.5.17, 20:10
 Stimmt, jinx, mit Humor sieht man vieles leichter. Sei dankbar für Deine tolle Freundin und lerne von Ihr den Humor und die Leichtigkeit. 
Ein lustiger Spruch noch: Kinder kommt nörgeln, das Essen ist fertig. 
Kriss, Deine Beiträge find ich immer klasse und aufschlussreich.
   
4
#12
16.5.17, 20:26
@Kriss:
Zum Thema und zu Prof. Esch`s Zitat fällt mir spontan eines meiner Lieblingsbücher ein:
"Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Watzlawick.
Wie wahr, wie wahr!
2
#13
16.5.17, 22:33
Kriss, ich mag deinen Kommentar! Insbesondere der letzte Satz ist mir sehr ans Herz gegangen. Was bringt es mir? Ich nörgel zwar nicht oft, aber ich fresse alles an Frust in mich hinein. Immer denke ich : Mist, war doch klar, dass mir das passiert! Nichts läuft rund... Ich bin wohl im Moment der traurigste,  genervteste Mensch dieser Welt, wohl auch, weil ich mich durch einen Umzug mega verschlechtert habe.
Ich sage oft: Ich komme aus einer besseren Welt. Und der Vergleich meines neuen Lebens mit meinem alten Leben stimmt mich wahnsinnig traurig. Ich bin chronisch krank und heute kamen mir wieder die Tränen. Deine Worte bauen mich ein bisschen auf. 👍
2
#14
16.5.17, 22:40
@xldeluxe_reloaded: Das Buch finde ich auch sehr gut!
3
#15
16.5.17, 23:05
@ebenich: 
Es tut mir sehr leid, das zu lesen.
5
#16
16.5.17, 23:21
@ebenich: komm, lass dich mal knuddeln. Das Leben kann manchmal echt besch...... sein. Ich wünsch dir für morgen viel Sonne, die trocknet Tränen. 😘
2
#17
16.5.17, 23:26
@Upsi: Danke liebe Upsi, ich wünsche dir auch viel Sonne. 💜
3
#18
17.5.17, 06:47
Danke für deinen tollen Beitrag Kriss.

Ich denke auch man soll sich überlegen ob man eine Sache ändern kann oder ob sie einen überhaupt persönlich betrifft bevor man los nörgelt.Kann es sein dass man mit zunehmenden Alter mehr nörgelt oder liegt es daran dass man ab einem Gewissen Alter den Satz:"Das hätts früher nicht gegeben!" endlich nutzen darf und es als nörgeln verstanden wird????
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#19
17.5.17, 07:48
@ebenich: Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für Deine jetzige Situation. Vielleicht triffst Du dort auch liebe Menschen, die Dir zur Seite stehen und Dich mögen. Halte Dich aber von Nörglern fern, die kannst Du im Moment wahrscheinlich am wenigsten gebrauchen.  
#20
17.5.17, 08:25
@Julice: Danke, sehr lieb von dir. Meine Nachbarin ist zur Zeit sehr nörglerisch und angriffslustig und Freunde habe ich wegen einem Umzug auch noch keine finden können.
😘
1
#21
17.5.17, 08:35
@jinx: Das ist eine super Idee und Verfahrensweise mit unerfreulichen Dingen umzugehen!
Ich kann auch häufig nicht anders als mich uffzureeesche (bin bekennende Hessin) und meist muss ich es jemand erzählen. Davon wird es nicht besser, aber es ist so was wie beruhigend, dass der anderen sich auch geärgert hätte.
Ich denke mir immer mal "Ommmmmmhhhhhhhh" und versuche, ruhig zu bleiben oder noch besser darüber zu lachen!
Es gibt da diesen Spruch: "Lieber Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann ..." usw. Da ist viel wahres dran!
1
#22
17.5.17, 08:39
@Mafalda: Ach, du hattest dieselbe Idee mit diesem Spruch. Hätte erst die anderen Kommentare lesen sollen, bevor ich selber schreibe ...  Soll ich jetzt mit mir nörgeln??? 😉
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#23
17.5.17, 16:33
@ebenich#13: Wenn ich Deinen Kommentar lese, wird mir ein kleines bißchen klarer, warum Du mich vor einigen Wochen in einem anderen Thread völlig grundlos angegriffen hast .Du hast geschrieben, ich hätte Dich "höchst  ordinär" genannt und Dich damit verletzt. (Dieser Kommentar ist inzwischen gelöscht worden.)
Das habe ich aber gar nicht geschrieben, sondern nur, daß das Wort "Sch..." höchst ordinär ist. Und das ist es ja auch!
Etwas später schriebst Du, Du seist jetzt von Deiner Krebsbehandlung zurück.
Deine Situation tut mir sehr leid, und ich wünsche Dir, daß es Dir bald besser geht und Du gute Kontakte knüpfen kannst. Aber das geht nur, wenn Du auch Deinen Teil dazu beiträgst!
1
#24
17.5.17, 18:38
mein problem ist, dass ich zwar selbst kein nörgler bin, aber ich bin temperamentvoll und launisch... nicht, dass ich boshaft wäre, aber ich ärger mich einfach schnell. und das am häufigsten über nörgler und ignoranten.

bestes beispiel im supermarkt... keiner wartet gerne in der schlange, aber man nimmt es halt so hin und wenn der kassierer besonders langsam ist, denkt man vielleicht mal "es nervt", aber man weiß ja nie, ob er neu ist etc.
fängt dann ein nörgler hinter mir an zu stöhnen oder sagt wohl möglich noch "oh gott, ist der langsam... sieh zu da vorne" dann werd ich sauer!! und dann schaff ich es nur sehr schwer nix zum nörgler zu sagen... da kommt schon mal ein "dreh mal nicht durch dahinten, dann gehts nicht schneller" von mir.
aber es nervt mich! weil ich bin dann schlecht drauf, nur weil "der" so blöde ist.

kannst du dafür nicht mal einen tipp raussuchen? tief durchatmen hilft bei mir leider nicht.. ;)
2
#25
17.5.17, 19:29
@nnelmn: So geht es mir auch.
Wenn einer in der Schlange meckert, dann bekommt er von mir Bescheid. Ich mach mir da nichts mehr daraus. Soll er doch mal selbst an so einer Kasse sitzen und das Gerät nimmt den Scanner Code nicht an...
Vielleicht finanziert die Kassiererin mit ihren Steuern sogar sein H4?

Früher war ich anders. Da war ich ruhig und habe nichts gesagt.
2
#26
17.5.17, 20:16
ich habe 8 Jahre lang im EDV-Support gearbeitet, ein Jahr bei der Hausnotrufzentrale und jetzt das dritte Jahr im Hotel ... ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich mir schon an Beschimpfungen anhören musste ... "blöde Kuh" war noch eine der netteren *hmpf*
2
#27
17.5.17, 21:16
Ich weiß, dass der Mensch dem "Bestätigungsfehler" unterliegt. Soll heißen: man "scannt" quasi sein Erleben auf Übereinstimmung mit seiner Annahme an. Das, was dazu passt, wird als Bestätigung wahrgenommen, andere Erlebnisse werden in der Wahrnehmung vernachlässigt. Anders gesagt: jemand mit einer negativen Einstellung, der denkt, ach heute geht alles schief oder niemand kann mich leiden oder ich habe immer nur Pech wird sein Erleben ständig überprüfen. Sobald etwas Negatives passiert, ist das seine Bestätigung dafür, dass seine Annahme richtig ist. Positive Erlebnisse werden nicht so wahrgenommen oder nur als unbedeutend und damit ist das ein Teufelskreis. Also bemühe ich mich, alles positiv zu sehen und wahrzunehmen, damit ist das Leben einfach schöner - ganz unabhängig davon, was passiert. 
1
#28
17.5.17, 21:25
@HörAufDeinHerz: 
Genau das beschreibt Watzlawick ja in seinem Buch # 12.
Ich nehme jede Situation positiv wahr und kann nur dazu raten, das zu "erlernen", denn es verändert jede Situation zum Guten hin. Negatives Denken zieht runter und zieht vor allem Negatives an.
3
#29
17.5.17, 21:47
@all

Schön, dass mein Beitrag zu so vielen interessanten Kommentaren angeregt hat...

@xldeluxe_reloaded

Ich habe gerade einige Rezensionen zu dem von dir in #12 empfohlenen Buch gelesen...klingt sehr interessant und ich werde es mir kaufen. Danke für den Tipp :-)

@ebenich

Es freut mich sehr, dass mein Text dich ein wenig aufbauen konnte. Mir hilft in den schlimmen Momenten des Lebens ein Zitat von Oscar Wilde immer ein Stück weiter. Es geht so:

"Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende."
#30
17.5.17, 21:54
@Kriss: 
Gerne.
"Der Mann mit dem Hammer" spiegelt Teile Deines Tipps wider.
4
#31
17.5.17, 23:23
@nnelmn: Stoßgebet: "Herr, schenk mir Geduld, aber bitte zackig!"
1
#32
18.5.17, 07:22
@Maeusel: Mich hat dein Kommentar damals wirklich sehr sehr verletzt. Ich finde das Wort SCHEIßE übrigens gar nicht schlimm. (jetzt wird es wieder Shitstorm geben). Selbst Dieter Bohlen nutzt es häufiger! "Das war echt scheiße". Aber du bist wohl noch von der älteren, konservativen Generation, könntest meine Mutter sein. Hätte dich jemand so angegriffen, hättest du es auch nicht toll gefunden. Ich will nur, dass du mich verstehst. Wir alle machen Fehler. Du hattest ja selbst geschrieben: Warum haben sich alle auf mich eingeschossen? Daraufhin habe ich dir geschrieben, dass du mir damals das oben erwähnte geschrieben hast. Was ich  aber noch viel viel schlimmer fand: Irgendwelche Tussies hier, die dich  gut kennen, haben dir beigestanden und es gab so eine Art Gruppenmobbing  gegen mich. Man sollte sich nie einmischen bei zweien die Auseinandersetzungen haben. Wie gesagt, wir alle machen Fehler, ich  habe dir diesen verziehen und habe mir damals auch  gedacht: Was hat sie nur, ich habe ihr doch gar nichts getan? Aber wahrscheinlich geht es dir auch SCHEIßE so wie mir. 😉  Ich finde es nicht toll, wenn jemand die Wortwahl eines anderen runtermacht. Das ist eine böse Beleidigung. Das scheint aber vielen nicht bewusst. Ich habe ja nur die Worte kritisiert, nicht den Menschen, heißt es dann. Aber unterschwellig kommt es anders rüber. Schwamm drüber. Wir sind keine Maschinen , keiner.
8
#33
18.5.17, 08:39
@ebenich @Mauesel

Ich habe keine Problem damit, wenn es in den Kommentaren auch mal persönlich wird, solange sich alle im Rahmen der Nettiquette bewegen. Trotzdem fände ich es angebracht, wenn ihr eure Differenzen nicht in den Kommentaren zu meinem Beitrag austragen würdet. Vielleicht wäre es an der Zeit, das Ganze ruhen zu lassen oder auf private Nachrichten umzusteigen. Wobei ich ruhen lassen für die bessere Möglichkeit halte...

Noch zu der Wortwahl: Ich persönlich benutze das Wort Scheiße im Alltag auch gelegentlich, bin aber trotzdem der Meinung, dass es das Niveau hier in den Kommentaren automatisch nach unten zieht. Daran ändert auch die Tatsache, dass Herr Bohlen Fäkalsprache mittlerweile salonfähig gemacht hat, nicht das Mindeste. Das gleiche gilt für "Tussies" und sonstige Schimpfwörter. Privat jeder so wie er will, oder wie sein Umfeld es erträgt, aber hier ist schon ein Stück weit "Öffentlicher Raum". Zumindest werden die Tipps und Kommentare in der Regel von mehreren tausend Menschen gelesen...
2
#34
18.5.17, 08:43
@ebenich: Meine Güte, was für ein Mischmasch aus Tatsachen und Gefühlen!
Ich will jetzt nicht auf alles eingehen, was Du schreibst, aber ein paar Dinge will ich doch sagen.
Also, vorweg: Ich bin eine sehr glückliche Familienfrau mir geht es sehr gut!
Das "Einschie0en" in dem Thread damals bezog sich darauf, daß ich auf einen Rechtschreibfehler hingewiesen hatte und einige darauf sehr empfindlich reagierten.
Vielleicht könnte ich vom Alter her Deine Mutter sein, aber ich glaube, gutes Benehmen hat nichts mit dem Alter zu tun!
Und wenn einige andere mir "beigestanden" haben, ist das kein Mobbing, sondern die anderen haben genauso klar wie ich die Kritik an der Sprache von der an der Person getrennt.
Und als letztes: Ausgerechnet Dieter Bohlen als Vorbild für gute Ausdrucksweise anzuführen, ist doch wohl nicht ernst gemeint, oder?
#35
18.5.17, 08:46
@Kriss: Entschuldige bitte, daß ich Deinen Tip noch einmal für eine Antwort an Ebenich benutzt habe! Ich hatte ursprünglich auch gar nicht mehr auf ihre Kommentare eingehen wollen, aber dieser von heute morgen hat mich doch noch einmal dazu aufgefordert.
Du hast das ganze Thema noch einmal gut zusammengefaßt!
1
#36
18.5.17, 13:08
Ja das Nörgeln. Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis dazu! Einerseits empfinde ich es als sehr erleichternd, meinen Frust nicht runterzuschlucken. Zum Beispiel, wenn Leute an der Ubahntreppe stehen bleiben... Am besten noch als Gruppe... Muss ich mir da jeden Kommentar verkneifen um nicht als Nörgler dazustehen?
Andererseits empfinde ich nörgeln an der Kasse, also bei Berufsgruppen, die einfach von Amtswegen an einer ungünstigen Stelle sitzen (Kasse, Empfang...) als absolutes No Go. Vor allem habe ich das Gefühl, dass das mehr geworden ist! Sobald drei Leute vor einem an der Kasse stehen, geht  der Ruf nach einer weiteren Kasse los (was noch die höflichste Variante ist). Was geht da in den Köpfen vor? 
Dann kommt auch oft netterweise eine Kollegin nach vorne gejachtert und sitzt dann ne Minute oder zwei an der Kasse, um die Ungeduldigen abzufertigen. Das war früher nicht so, finde ich.
#37
18.5.17, 22:55
Auch beim "Nörgeln" kommt es auf den Ton an! Ich meine damit, daß man natürlich seine Meinung sagen darf und oft sogar soll, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Das ist nicht gleich Nörgeln!
Wenn ich eine Frau im Wald bitte, ihren Hund anzuleinen, ist das völlig in Ordnung. Wenn ich ihr aber sage, sie sei eine Verbrecherin, weil sie ihren Hund frei laufen läßt, ist das Nörgeln (oder schon mehr).
Dieses Beispiel ist stark übertrieben, macht aber hoffentlich deutlich, welche Unterschiede es gibt.
Übrigens finden wir hier bei FM ja viele Beispiele dafür. Einige User kritisieren sehr sachlich, andere mit einer nicht so guten Wortwahl.
3
#38
19.5.17, 10:08
@Mauesel: ja genau auf den Ton kommt es an und "nörgeln" ist immer ein falscher Ton.

Wenn man mal den Duden bemüht, dann steht da unter dem Stichwort "nörgeln"
- mit nichts zufrieden sein und daher (ständig) mürrisch und kleinlich Kritik üben
- an jemandem oder etwas griesgrämig und kleinlich Kritik üben

Wer nörgelt, gibt seinen negativen Gedanken auf unfreundliche Art Ausdruck und das auch auch ständig und in aller Ausführlichkeit.
NÖRGELN KANN NIEMALS POSITIVE EFFEKTE ZEIGEN.

Es kann aber durchaus wichtig sein, seine "negative" Gedanken oder seinen Widerspruch zum Ausdruck zu bringen. Wir müssen uns also nicht entscheiden zwischen "Nörgeln" und "Schweigen" sondern eine Form finden, wie man seinen negativen Gedanken Ausdruck verleiht oder anderweitig loswird. Negative Gedanken runterzuschlucken oder in sich hineinzufressen, wäre für mich keine Option.
Da kann man sich folgende Fragen stellen:
Ist es überhaupt der Rede wert? (man muss nicht jede Kleinigkeit bemängeln)Gibt es in der jetzigen Situation nicht auch positive Momente, über die ich besser nachdenken kann? (Es hilft immer, den Blick auf das Schöne zu lenken, was man hat (oder erlebt hat), als auf das unerreichbare Schöne, das man aber nicht hat und nicht bekommen wird)Wem nützt es, wenn ich meinen Ärger oder Kummer ausspreche? Bei wem kann ich am ehesten meinen Missmut loswerden?Ändert es etwas an der Situation? Wer kann die Situation überhaupt ändern?Kann ICH die Situation vielleicht auch selbst ändern?Und dann sollte man bedenken: Wenn ich jemand anderes dazu bewegen will, die Situation zu ändern, dann hilft ein freundlichen Ton in jedem Fall eher als nörgeln. (die Frau mit dem Hund ohne Leine).Und selbst wenn ich die Situation durch eigenes Tun nicht ändern kann, dann verbessert ein freundlicher Ton die Situation für alle. Also der Kassiererin an der Kasse mit langer Warteschlange etwas Freundliches sagen "Ich bewundere Ihre Geduld" oder "Heute haben Sie sich den Feierabend aber redlich verdient" "Ich wünsche Ihnen noch viele angenehme Kunden"... Wenn alle auf ihr rumhacken, dann kassiert sie bestimmt nicht schneller.
Ich finde auch hier bei den Bewertungen und Kommentaren zu den Tipps kann man sich schon darin üben. Eine positive Grundeinstellung bekommt man nicht von jetzt auf eben, dazu gehören viele Versuche, viel Übung und auch viele Fehlversuche. Aber wir sind eben alle nur Menschen.
2
#39
21.5.17, 10:41
In solchen Situationen denke ich mir immer: herr, schmeiß, was du willst. Aber triff! 
Und dann geht kopfkino an, was er denn alles werfen könnte 😄
#40
21.5.17, 13:45
@lexus: genau so ist es. Ärgern und nörgeln nutzt meist nie. Der gegenüber ignoriert es und man ärgert sich von neuem
1
#41
21.5.17, 14:43
Au weiah. Das ist ein Thema für mich. Ich bin eine Gegnerin des nörgelns.
Was nicht passt, wird passend gemacht. Was ich nicht änder kann, bleibt dann halt eben so.
Wenn ich in einer Schlange an der Kasse stehe, schaue ich mich um. Es gibt viel zu sehen, u.a. Menschen in allen Facetten.
Da geht die Menschheit stundenlang shoppen und dann nervt sie es, wenn sie an der Kasse anstehen müssen. ???
Mit nörgeln gehts auch nicht schneller, im Gegenteil, der andere Mensch wird nervös und macht vielleicht dadurch noch Fehler, wobei es dann noch länger dauert.
Wenn z.B. ein Elternteil seinem Kind was neues beibringen will und laufend sagt: "das wird so nie was!" wird das Kind gehemmt und es wird sich immer unter Druck fühlen, weil es dem Elternteil nie recht machen kann. Sagt aber das Elternteil im Umkehrschluss: "Prima, das klappt schon ganz gut!" dann fühlt sich das Kind bestärkt in seinem Tun und wird weiter daran arbeiten. (Elternteil / Kind ist nur ein Beispiel)
Also an alle Nörgler da draußen. Wenn ihr mal wieder an der Kasse steht, nehmt doch die Wartezeit als Auszeit um neue Kraft zu schöpfen für den restlichen "schönen" Tag.
An all die Kranken unter Euch. Von mir für Euch gibts heute Streicheleinheiten die von Herzen kommen und gute Besserung.
Für all die, die traurig sind. Geht raus und schaut euch die Natur an, oder was ihr so seht. Probiert mal das positive im negativen zu sehen. Sucht Blümchen an Stellen, wo sie keiner hin gesäät hat. Sie wachsen einfach, ohne sich an der Umgebung zu stören.
Noch was. Auf meinen Visitenkarten habe ich auf der Rückseite stehen:
"Weil es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein."
Dieser gute Ratgeber stammt von VOLTAIRE
Wünsche Euch allen noch eine gute Zeit.
2
#42
21.5.17, 16:41
@Timmi-55: du  sprichst mir aus der seele. besser hätt ich es nicht sagen können.
 ich hab mich von meinem nörgler trennen müssen und hab es nie bereut. wenn wir zu seinen eltern mußten, meckerte er ununterbrochen, wie voll die straßen sind. meine ohren waren auf durchzug, ich hörte ihm nicht zu. irgendwann hatte ich einen schlechten tag und meinte, er solle den anfang machen und das nächste mal zu hause bleiben. mein gott  war der mann beleidigt.
es gibt ein neues buch: "am arsch geht auch ein weg vorbei". vielleicht sollten das einige von euch lesen. ich warte bis es das als hörbuch gibt.
2
#43
22.5.17, 12:36
Ach und WIR sollen es also lesen? Während DU wartest bis es das als Hörbuch gibt?? 
Sorry das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen, ihr seht schon, wenn man sich Mühe gibt, gibt es immer was zu nörgeln 😄

Also daran sieht man: Es ist tatsächlich eine Geisteseinstellung. 
1
#44
28.5.17, 15:18
@Sandkind: # 36 : ich bin / war jahrelang Kassiererin im Supermarkt . Wegen 3 Kunden an der Kasse : es war mal von einem ? "Idioten" aus der oberen Geschäftsstelle als Aufforderung an die Mitarbeiter gedacht , nach 3 Kunden eine zweite Kasse aufzumachen . In der Theorie sah das super aus , der Kassiervorgang sollte schneller von statten gehen . Nur - niemand hatte sich damals Gedanken gemacht , wo das Personal denn so schnell herkommen sollte . Heutzutage ist es doch so : immer weniger Personal , immer mehr Aufgaben , die in kürzester Zeit erledigt werden müssen . Wo ich zuletzt gearbeitet hatte war eine 1:1 Besetzung an der Tagesordnung . Heißt : einer an der Kasse , einer im Markt . Irgendwann ist es zu den Kunden durchgedrungen , dass sie ein "Anrecht" darauf hätten , nach 3 Leutchen an der Kasse nach einer 2. Kasse schreien zu dürfen.
@Mafalda # 38 : Dich hätte ich gerne als Kundin an der Kasse gehabt . Es sind / waren nicht alle Kunden so nett und verständnissvoll ! Danke .
1
#45
28.5.17, 15:38
@Timmi-55: #41 : das ist die richtige Einstellung zum Leben . Wer emphatisch ist geht leichter durch das Leben .
Sicher , jede/r hat sein Päckchen zu tragen , aber man sollte irgendwie das beste aus der Situation machen . Seht Euch nur mal als Beispiel den ungeduldigen Kunden an der Kasse an . Geht es dadurch schneller ? Nein . Wie Mafalda bei #38 auch schon schrieb , der an der Kasse ist genervt , macht ein mürrisches Gesicht und alle sind gestresst . Sagt man was freundliches , erfährt man vielleicht den Grund für den Stau und alle sind entspannt .
Ganz klar , man kann nicht von jetzt auf gleich ein anderer Mensch werden , aber wenn man versucht das positive aus dem Leben zu ziehen , geht es einem nach und nach auch mit Sicherheit besser und das Leben wird wieder schön .

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