Der Backofen ist eine extrem gechillte Zubereitungsart! Hier braucht es nur ein wenig Vorbereitungszeit, sobald das Gericht im Ofen ist, kann man es meist vergessen, bis der Küchenwecker klingelt.

7 einfache Backofenrezepte

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Viele Gerichte sind unglaublich lecker – und verwandeln mit ihren Anbratdünsten die Wohnung mal kurz in eine Pommesbude oder ein Fischrestaurant. Herd und Koch/Köchin sind gründlich fettverspritzt und letztere müssen erst mal Haare waschen. Aber es gibt eine Alternative, mit denen Brathuhn, Lachsfilet, Pommes & Co. wieder öfter auf dem Speisezettel stehen: Der Backofen ist eine extrem gechillte Zubereitungsart! Hier braucht es nur ein wenig Vorbereitungszeit, sobald das Gericht im Ofen ist, kann man es meist vergessen, bis der Küchenwecker klingelt. Perfekt auch, wenn man Gäste erwartet und nicht bis zum „Guten Appetit“ ununterbrochen am Herd stehen will.

1. Brathuhn mit Gemüse und Kartoffeln

Ein Brathuhn von 1,2 bis 1,5 kg vorbereiten: waschen, trockentupfen, außen und innen mit Salz und Gewürzen (Knoblauch, Pfeffer, Paprika) nach Gusto einreiben. Auf die Saftpfanne des Backofens setzen. Geachtelte Zwiebel, geschälte und ungeschälte Knoblauchzehen und Karottenstückchen darum verteilen. In einem Topf Olivenöl heiß werden lassen. Das Huhn mit dem heißen Öl übergießen und in den auf 220° vorgeheizten Backofen schieben. 15 Minuten anbraten, dann die Hitze auf 175° reduzieren und einen Viertelliter Flüssigkeit angießen, am besten Brühe mit Weißwein. Geviertelte Kartoffeln dazugeben. Eine weitere Stunde braten - dabei eventuell noch Flüssigkeit nachgießen (bei Umluft braucht man mehr!). Fertig.

Genießertipp: Lecker wird es als Salbeihuhn. Dazu vor dem Braten Salbeiblätter unter die Haut an der Brustseite schieben und ins Innere des Huhnes geben. Salbei auch großzügig auf dem Blech verteilen. Die Wahl der Gemüse ist Geschmackssache. Aber man bekommt auf jeden Fall auf einem Blech ein komplettes Essen!

2. Lachsfilet

Fisch anbraten ist immer mit Geruch verbunden. Man kann Lachsfilet aber auch hervorragend im Backofen zubereiten. Dazu die portionierten Filets (je 150 bis 200g) einfach in eine gebutterte oder geölte Auflaufform geben, salzen, pfeffern und mit einigen Butterflöckchen belegen. Bei 175° bis zum gewünschten Gargrad im Backofen braten – nach 15 Minuten ist der Lachs schön glasig, nach mehr als 20 Minuten wird er schon trocken.

Genießertipp: Das Lachsfilet zwischen Orangenscheiben betten.

3. Hähnchenbrust in der Alufolie

Das Prinzip ist einfach: Jede Portion gart in einem fest verschlossenen Alufolienpäckchen. Die Zutaten sind variabel. Hühnchenbrust mit den Zutaten – z.B. Frühlingszwiebel, frische Champignons, Karottenstückchen, Knoblauchscheibchen, Thymian, einem Schuss Weißwein und Butterflöckchen vermischen. Portionsweise in Alufolie packen und im vorgeheizten Backofen bei 200° rund 25 Minuten garen.

In Alufolie kann man auch hervorragend ganze Fische zubereiten – Wolfsbarsch oder Dorade werden wunderbar saftig. Gart man Kräuter mit oder mariniert den Fisch mit Pesto, dann gibt das ein aromatisches Ergebnis. Die Garzeiten sind relativ kurz. Ein Wolfsbarsch braucht nicht länger als 20 bis 25 Minuten bei 175°.

4. Schweinenacken aus dem Bratschlauch

Der Bratschlauch – zu Unrecht vergessen! Ein tolles Gäste- und Partyessen, das immer gelingt und weder viel Aufmerksamkeit noch Kochkunst benötigt. Für das Grundrezept nehme man für vier Personen 800g Schweinenacken am Stück, ohne Knochen. Salzen, Pfeffern und mit etwas Zwiebel, Karotten und einem Gläschen Flüssigkeit (Brühe, Wein, Bier nach Belieben) in den Bratschlauch geben. Bitte die Anweisungen auf der Verpackung beachten. Wichtig ist, dass man den Schlauch lang genug abschneidet, damit man ihn an den Enden gut zu machen kann. Bei manchen Fabrikaten muss man den Schlauch vor den Braten einschneiden, bei anderen nicht. Dann das Ganze bei 180° in den vorgeheizten Backofen. Die Garzeit wird meist mit 15 Minuten pro Zentimeter Dicke abgegeben, für einen Vierpersonen-Braten genügen meist 90 Minuten. Wer Kruste will, öffnet den Schlauch die letzte Viertelstunde. Wenn sich die Gäste verspäten, kann man den geschlossenen Beutel im ausgeschalteten Backofen ruhen lassen. Auf jeden Fall bekommt man super saftiges Fleisch. Im Bratschlauch kann man auch Gemüse und Fisch garen. Informieren und ausprobieren lohnt sich!

Genießertipp: Rosmarinbraten. Dazu längs eine Tasche in den Braten schneiden, mit einer Paste aus frisch gehacktem Rosmarin und Senf füllen, auf Wunsch kann man noch gewürfelten Speck dazu. Den Braten fest verschnüren und auch außen mit der Rosmarinpaste einreiben. Als Flüssigkeit passt Rotwein perfekt!

5. Rosa gebratene Schweinelende

Hier müssen wir doch ein wenig anbraten bevor wir zum einfachen Backofenteil kommen. Die Schweinelende vorbereiten – heißt Sehne wegschneiden, salzen, pfeffern. In einer Pfanne rundum 6-8 Minuten anbraten.

Genießertipp: Lende vor dem Anbraten mit Bacon-Streifen umwickeln. Dann gut in Alufolie einpacken und rund 45 Minuten in den auf 100° geheizten Backofen legen. Wer mehr Zeit zwischen Anbraten und Essen braucht, gart die Lende offen in einer vorgeheizten Keramikform bei 80° - dann braucht sie 1 Stunde und 45 Minuten. Damit man ganz sicher sein kann, ob das Fleisch fertig ist, benutzt man ein Fleischthermometer: Bei einer Kerntemperatur von 65° ist es perfekt.

6. Ofenkartoffeln

Schnell gemacht und weniger fetttriefend als Pommes: Biokartoffeln ungeschält aber gewaschen längs in Viertel oder Achtel schneiden. In einer Schüssel Olivenöl, grobes Meersalz und etwas Paprikapulver mischen. Die Kartoffelstücke darin wenden und bei 175° auf dem Backblech eine knappe Stunde garen.

Schmecken auch mit frisch gehackten Rosmarin in der Marinade toll!

7. Süßkartoffelpommes

Geht schnell und schmeckt lecker: Süßkartoffeln schälen und in Stäbchenform schneiden. Mit Olivenöl und etwas Salz marinieren. Bei 175° im Backofen maximal 10 Minuten garen.  

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20 Kommentare


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#1
18.5.16, 17:15
Ich mache fast alles im Bratschlauch, kein rumgespritze, man braucht kein Öl o. Fett. Fleisch und Kartoffeln werden zur gleichen Zeit fertig. Der Bratschlauch ist einfach genial !👍
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#2
18.5.16, 17:37
Schöne Rezepte, aber zu "3. Hähnchenbrust in der Alufolie" hier ein Link:

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Alufolie-Lebensmittel-gefaehrlich,aluminium106.html
#3 comandchero
18.5.16, 17:38
Jammi, das klingt wirklich lecker! Wird nachgemacht.
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#4
18.5.16, 18:11
@GEMINI-22: Kein Öl oder Fett? Schmeckt das dann? Wie kann man z.B. Ofenkartoffeln ohne Öl machen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger. 

Klar, ein Bratschlauch ist eine prima Sache, keine Frage, aber würde nicht bei allen oben genannten Rezepten funktionieren. Bei einem Brathuhn wie oben würde die Haut sicher nicht knusprig werden, oder? Das soll keine Kritik sein, nicht falsch verstehen!

Zum Tipp: Vor allem bei dem Salbeihuhn läuft mir jetzt schon das Wasser im Munde zusammen. Das wird dieses Wochenende probiert. Ich liebe Gerichte mit Salbei. Nur als Tee mag ich ihn gar nicht.
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#5
18.5.16, 18:22
@Skudder:

Einfach mal ausprobieren, aus Hähnchenschenkel z. Bps. kommt so viel Fett raus...
Die Haut wird knusprig, nicht so wie ein gegrilltes Hähnchen, aber es schmeckt mit schönen Gewürzen vermischt einfach Klasse.

Wie gesagt einfach mal ausprobieren und nein, ich fasse es nicht als Kritik auf..
#6
18.5.16, 18:37
Im Ofen kann man wirklich sehr leckere Essen zaubern. Meiner Meinung nach wird Fleisch, welches im Ofen zubereitet wird, immer sehr zart. 

Auch, dass man nicht in der Küche stehen muss, wenn der Besuch da ist, finde ich sehr gut. So kann alles im Voraus in Ruhe vorbereitet werden. 
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#7
18.5.16, 20:57
Mit deinen Rezepten aus dem Backofen hast du mir Lust auf mehr gemacht.Ich benutze den Bratschlauch auch gerne ,besonders bei Fleisch jeglicher Art ,aber am liebsten weil es eine sauber Sache damit ist und das Fleisch wird so schön zart darin ,die Vitamine bleiben meist drin und das Fleisch brät im eigenen Saft.Aber das mit den Süsskartoffelpommes im Backofen ,kenne ich noch nicht und muß sie mal ausprobieren.Ich danke dir für die tollen Rezepte aus dem Backofen -5 Sterne !👍
#8
18.5.16, 23:15
Das meiste kenne ich bereits und ich koche auch gerne  Gerichte im Ofen. Das mit den Suesskartoffeln wird am Wochenende ausprobiert. 
#9
19.5.16, 13:10
@Dr. Who: In diesem Bericht geht es aber darum, dass Lebensmitel 3 Tage (!) in Alufolie aufbewahrt wurden.
Nach 3 Tagen Lagerung kann man die meisten Lebensmittel eh vergessen...ob mit oder ohne Alufolie
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#10
19.5.16, 13:20
@Tamora: Nein, in diesem Artikel geht es auch um das Zubereiten von Gerichten in Alufolie. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass weder Salz noch Säure mit Alufolie in Berührung kommen sollten, was bei der Zubereitung von Speisen in der Regel der Fall ist. Ich zitiere mal aus dem Artikel:

"Aluminium reagiert mit Salz und Säure

Alufolie sollte nicht mit Salz und Säure in Berührung kommen. Durch
sie lösen sich sogenannte Aluminiumionen aus der Folie und können auf
Lebensmittel übergehen. In einigen Fällen kann sich die Folie sogar
auflösen. Verstärkt wird der Effekt, wenn Lebensmittel auf
Edelstahlplatten aufbewahrt werden. Dann kann die Folie schon über Nacht
Löcher bekommen, die mit der Zeit immer größer werden.

Hersteller nehmen Rezepte von der Internetseite

Ungeachtet der Warnhinweise auf den Produkt-Verpackungen fanden sich
auf den Internetseiten aller drei Unternehmen Kochrezepte, die eine
Zubereitung salz- oder säurehaltiger Lebensmittel in Alufolie vorsehen.
Die Hersteller der untersuchen Alufolien haben nach der Anfrage von
Markt inzwischen einen Teil der Rezepte mit Alufolie von den
Internetseiten entfernt beziehungsweise überarbeitet."
#11
19.5.16, 14:40
Die Rezepte klingen sehr lecker - danke dafür!
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#12
19.5.16, 22:58
Ich habe für mich nach 30 Jahren den guten alten Römertopf wiederentdeckt!
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#13
19.5.16, 23:20
Ich benutze auch sehr gerne den Bratschlauch.
So im Ofen mache ich sehr gerne Ofengemüse. Als Beilage evtl. mit einem Joghurt-Dip und Ciabatta oder als Hauptgericht ist das immer eine sehr leckere Sache und man kann es sehr gut vorbereiten. Da könnten wir uns reinlegen.
#14
20.5.16, 06:00
@xldeluxe_reloaded: 

#12 Ohja. Auch mein Römertopf erlebt ein revival.
In letzter Zeit backe ich auch noch Brot damit. In meinem ganzen Leben hatte ich nie so schöne und knusprige Brote, wie mit dem Römertopf. 
Der ist wirklich genial.
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#15
20.5.16, 13:30
Mein Römertopf war noch nie eingemottet, zumindest unser WeihnachtsReh- oder Hirschbraten wird darin zu bereitet. Bratschlauch benutze ich auch sehr oft und für Rindersteak und Schweinefilet wird die Niedergarmethode genutzt. Man muß halt genug Zeit einplanen.

Für Fleisch wird nur noch selten Topf und Pfanne gebraucht, ausgenommen natürlich paniertes.

Da stört mich auch der höhere Stromverbrauch beim Backofen nicht, zumal mein Ofen geteilt werden kann und man nur den oberen bzw. unteren Teil beheizen muß.
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#16
20.5.16, 14:41
@xldeluxe_reloaded: oh ja, der gute alte Römertopf! Ich frage mich, warum ein derart perfektes Küchenutensil aus der Mode geraten konnte. Seit ich bei Mami und Papi ausgezogen bin, immerhin vor ca. 40 Jahren, begleitet mich der Römertopf bis heute bei meiner Kochtätigkeit. Bis heute bin ich stolzer Besitzer von 2 Töpfen: einem kleinen, für Gemüse und Beilagen, und einem großen, zum Schmoren von Gulasch, Braten oder Geflügel.
Dabei ist der Römertopf gar nicht altmodisch: fettarmes Garen war schon immer ein Charakteristikum des Römertopfes.  Die Ergebnisse sprechen für sich: Gemüse, auf den "Punkt" gegart, oft mit einer leichten brat- oder karamelnote, Beilagenkartoffeln mit intensivem Kartoffelgeschmack und ohne Nährstoffverlust durch Kochen in Wasser! Ganz zu Schweigen von Fleischgerichten: die Spritzerei auf dem Herd wegen des Anbratens fällt weg, Gulasch, welcher Art auch immer, wird selbst ohne Fettzugabe perfekt, und auch ein misslungener, zäher Braten, könnte, durch Nachgaren im Römertopf gerettet werden - vielleicht.
Um Missverständissen vorzubeugen: meine Begeisterung für den Römertopf rührt nicht daher, dass ich von der Firma gesponsert werde, sondern von echter Begeisterung für einen Artikel, der mich bisher nicht enttäuscht hat! Wer mag, kann Römertopf durch Tontopf ersetzen.
#17
20.5.16, 15:07
HIER MAL WAS ZUR PRAXIS!

OFENPOMMES XXL

Für 2 Portionen:
1: 500g fest kochende Kartoffeln waschen, schälen und in Stifte von ca. 1,5 cm Dicke schneiden. In einer Schüssel mit 3-4 El. Öl mischen.
Auf einem Backblech ausbreiten. Im vorgeheizten Ofen  bei 220 Grad (Umluft 200 Grad)auf der 2. Schiene von unten ca. 35 Min. backen. Kartoffeln nach der Hälfte der Backzeit wenden. Aus dem Ofen nehmen und mit grobem Salz bestreuen.
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#18
20.5.16, 19:30
Ich wollte mir eigentlich das essen abgewöhnen, der Figur zur Liebe. Aber bei so tollen Tipps ist es einfach unmöglich. Das muss man einfach nachkochen😋
#19
22.5.16, 05:44
So viele tolle Vorschläge in einem Tipp! Das hätten 7 Tipps werden können! Dankeschön!
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#20
22.5.16, 22:26
viele Dinge (z.B. Gemüse oder ganze Fische) lassen sich im Ofen super in einer Salzkruste garen ... besonders lecker: rote Bete

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