Bio-Wein selber züchten

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Veredelter Wein ist ja nicht so unproblematisch, denn ohne chemische Keule setzt sich nach einigen Jahren der Pilz oder sonst noch etliche Krankheiten an. Kein Problem hat man da mit der sogenannten Trägertraube, die es unter dem Namen "Isabella" gibt. Auch andere Sorten gibt es noch davon.

Diese zieht man sich einfach von den Trieben, die man im Jänner/Februar ohnehin abschneiden muss. Die einfach in einen Kübel geben und darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Nach einiger Zeit setzen sie Wurzeln und können ausgesetzt werden. Wenn man der Weinpflanze die Möglichkeit gibt, dann wir daraus eine große Pflanze die großen Ertrag verspricht. Daraus kann man sich auch eine tolle Weinlaube wachsen lassen, die einen schönen Schatten spendet.

Obwohl wir auf 650 m Seehöhe leben haben wir von zwei Weinstöcken so viel Ertrag, den wir gar nicht wegessen können. Damit daraus nicht eine allzu große Wildnis wird, muss der Weinstock auch bei einer Laube jedes Jahr zurückgeschnitten werden. Auch die Qualität der Trauben profitiert davon und wird von Jahr zu Jahr besser. Die Pflanze braucht außer dem Rückschnitt und etwas organischen Dünger keine weitere Pflege und ist daher absolut biologisch. Aus dem Reisig kann man sich auch schöne Deko machen.

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12 Kommentare


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#1
27.9.12, 21:28
Wenn ich Bio lese, wird mir immer ganz anders. Wie soll bei unserer belasteten Umwelt denn Bio herkommen? Für mich ist das nur Augenwischerei und Geldmacherei.
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#2 donnawetta
28.9.12, 08:34
Na ja, Ollowain, Unterschiede zwischen "mit Herbiziden, Pestiziden und Bestrahlung produziertes Obst und Gemüse, das genetisch verändert wurde" und "unbehandeltes, genetisch unverändertes Obst und Gemüse aus bodenerhaltender Produktion" gibt es nachweislich. Dass Bio nicht vor Umweltverschmutzung schützen kann, ist klar. Wenn du der Meinung bist, dass es dann auch egal ist, ob man nebenbei noch zusätzlich Luft, Wasser und Erde vergiftet und gleichzeitig noch Menschen und Tiere unter entwürdigenden Bedingungen arbeiten müssen, um möglichst schnell möglichst billig möglichst viel zu produzieren, dann würde ich unter deine Aussage noch ein Ausrufezeichen setzen. Was für dich Augenwischerei und Geldmacherei ist, ist für andere Dummheit und Geiz.
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#3 Elles
28.9.12, 15:27
@Ollowain: naja, wenn man es sich von vornherein eh' nicht vorstellen kann, dass sich was verbessert, wird sich auch nichts verbessern...ich schließe mich donnawetta an. Man kann nicht immer und überall Bio essen, trinken etc...aber wenn es möglich ist, sollte man die Chance nutzen. Die Chance auf weniger bis gar keine Antibiotika uvm. ich finde, das ist Argument genug.

und selber züchten, anbauen etc. ist heutzutage das Beste was man nur machen kann..
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#4 Oma_Duck
28.9.12, 16:00
Nicht alles aus chemischer Produktion ist gleich eine "Keule". Dieselbe wird oft als Argumentationsverstärker hergenommen, zu oft, wie ich meine.

Die Begriffe Bio oder Öko werden gern eingesetzt, auch da, wo es wenig angebracht ist.
Auch eine gewisse Arroganz steckt darin. Wenn sich der Ertrag wegen der Beachtung aller Bio/Ökokriterien so weit mindern würde, dass sich nur noch Wohlhabende eine Flasche Wein gönnen könnten, zum Beispiel.
Mein lecker Weinsche für 1,95 Euro ist ganz bestimmt nicht Bio, und ein Gemisch aus verschiedenen "Lagen und Terroirs" auch (Bei der Champagner- und Sektproduktion vornehm "Cuvee" genannt).
Aber er schmeckt mir ausgezeichnet. Der verschämt kleingedruckte Hinweis "Enthält Sulfide" ist auch auf den teuersten Produkten zu finden - eine leichte Schwefelung muss sein, wenn der Wein nicht zu schnell umkippen soll. Jahrelange Lagerung ist sowieso nicht vorgesehen, als "Konsumwein" soll er getrunken werden. Was das Gegenteil von Konsumwein ist habe ich immer noch nicht verstanden.
Chemiekeule? Ach wat!
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#5 donnawetta
28.9.12, 17:01
Die Begriffe "natürlich", "gesund", "leicht", "lecker", "original" und so weiter werden in der konventionellen Produktion schon seit Jahrzehnten schamlos und ohne jeden Skrupel verwendet und damit um ein Vielfaches häufiger gern eingesetzt, wo es wenig angebracht ist. Das stört die Leute immer nur dann, wenn es einen Lebensmittelskandal gibt, der ihre eigene Gesundheit betrifft. Die Bio-Fraktion hingegen besteht a priori aus betrügerischen Produzenten und naiven Volltrotteln, die den Quatsch kaufen. Schon komisch, oder?

Im übrigen hat die Tippschreiberin hat aber nichts weiter getan, als zu erklären, wie sie ohne künstliche Dünge- oder Hilfsmittel eine gute Weinernte einfährt. Ollowains Kommentar war so überflüssig wie ein Kropf.
#6 Oma_Duck
28.9.12, 17:09
@donnawetta: Ja nee is klar. Aber wenn "Bio" schon in der Überschrift auftaucht . . . - Dass mit "Bio" nicht von allen Produzenten betrogen wird, ist wohl richtig. Aber von einigen eben doch. Vor Skandalen ist keine "Branche" sicher - so isser, der Mensch.

Eine gute Weinernte dürfte wohl die geringste Sorte der Klientel von FM sein. Sicher gibt es für Hobbywinzer gewiss bessere Foren, um sich auszutauschen.

P.S.: Erkenne erst jetzt, dass Tippgeber die Trauben nur essen will. Mein Kommentar ist insoweit nicht ganz passend. Was aber den Wein betrifft, schon.
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#7
28.9.12, 17:24
das ist ein ganz toller Tipp,

habe zur Zeit nicht die Möglichkeit ihn umzusetzen, behalte ihn aber im Sinn, für demnächst .... Danke für denTipp
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#8
28.9.12, 17:26
ich esse nicht nur Bio, aber bei einigen Lebensmitteln schon, dazu gehören ganz besonders Trauben.
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#9
28.9.12, 19:04
Ich habe gerade gegoogelt. Die isabella ist eine Traube, die per se wenig Dünger braucht und stark Reblaus- und Pilzresistent ist. Um sie im Garten zu ziehen finde ich den Tipp klasse.
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#10
28.9.12, 20:20
Kamilla, danke für den Tipp. Eine gute Idee. 5*
#11
2.10.12, 14:37
Ich hatte die Isabella-Traube (bei uns in Österreich wird daraus der UHUDLER-
Wein gekeltert) jahrelang völlig problemlos mit Riesenerträgen. Es ist ein Selbsträger (nicht veredelt) und resistent gegen Pilze und Krankheiten. Allerdings, beim Geschmack gehen die Meinungen stark auseinander. Manche lieben den Geschmack nach Waldbeeren, anderen ist er zu intensiv.
#12
10.8.14, 19:51
Mittlerweile sind seit ich den Tipp eingetragen habe, 3 Jahre vergangen und auch heuer verspricht der Weinstock vollen Ertrag zu geben. Mittlerweile hat die Pflanze zwei große Triebe ausgebildet. Einen mit 12 und der andere mit ca 7. Meter. Durch einen kräftigen Rückschnitt jedes Jahr werden auch die Trauben sehr groß. Haben in meinem Freundeskreis einige Liebhaber der Traube gefunden, die mir dann so einiges abnehmen. Da auch die Vermehrung relativ unproblematisch ist, konnte ich davon schon etliche Reben abgeben.
Leider schmeckt mit nichts von dem was man aus der Traube machen könnte, wie Marmelade, Saft oder Rosinen. Aber dafür genieße ich von Anfang September bis zum ersten Frost täglich die frischen Trauben

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