Was man über klassische Cocktails, deren Zubereitung und das notwendige Handwerkszeug wissen muss...

Die besten klassischen Cocktails

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„Geschüttelt, nicht gerührt“ – drei Worte und schon sind wir in der Welt von James Bond. Der Begriff „Cosmopolitan“ versetzt uns nach New York zu Carrie Bradshaw, ein Planter’s Punch zu Scarlett O‘Hara und überhaupt ist es doch obercool, was in vielen, vor allem älteren Hollywood-Schinken so alles Hochprozentiges schnabuliert wird. Ein Cocktail, meine Lieben? Was man über klassische Cocktails, deren Zubereitung und das notwendige Handwerkszeug wissen muss: bitte schön!

Das Handwerkszeug

Shaker und Rührglas: Es gibt Shaker mit Deckel und integriertem Sieb, das macht es für Anfänger einfacher. Mit einem klassischen zweiteiligen Shaker geht es aber noch besser: Der besteht aus einem Becher aus Edelstaht und einem etwas kleineren Rührglas. Zum Schütteln steckt man sie ineinander – keine Angst, es bleibt dicht!

Das Barsieb passt sich durch die umlaufende Spiralfeder jeder Glasgröße an und hält das Eis zurück.

Das klassische Cocktailmessglas fasst im oberen Teil 2cl, im unteren 4cl und ist aus Edelstahl.

Mit dem langstieligen Barlöffel kann man Cocktails rühren.

Eiscrusher: Wer keinen Kühlschrank mit eingebautem Eiswürfelspender hat, kann sich einen mechanischen Eiscrusher anschaffen. Alternativ tut es auch ein Plastibeutel, ein Frotteehandtuch, ein Hammer und etwas Armschmalz.

Die Barschaufel gibt einem das rechte Maß für zerstoßenes Eis.

Die Zutaten

Was sind die Grundzutaten einer guten Cocktailbar? Kommt natürlich drauf an, was man gerne trinkt, aber einige Dinge sollte man schon vorrätig haben, ergänzen kann man immer:

  • Gin, Wodka, Tequila, Cachaca, Rum, Whiskey (kein Single Malt bitte, das wäre schade).
  • Cointreau/Triple Sec, trockener Vermouth (Noilly Prat, Martini dry), Creme de Cassis
  • Grenadine-Sirup
  • Zitronensaft, Limonensaft, Mineralwasser mit Kohlensäure (der Barmixer sagt Sodawasser)

Grundlagen, Tipps und Tricks

  1. Drinks aus klaren Zutaten werden normalerweise gerührt, damit der Drink nicht trüb wird.
  2. Diese werden mit ganzen Eiswürfeln solange gerührt, bis das Rührglas beschlagen ist.
  3. Bei Drinks im Shaker gilt: Shake the shaker, not yourself.
  4. Damit man gut shaken kann, gibt man für eine Portion Drink fünf bis sechs Eiswürfel dazu, macht man eine doppelte Portion nur drei bis vier. Den Shaker füllt man nie bis zum Rand. Pro Person rechnet man 6cl Alkohol.
  5. Die Shaker-Reihenfolge: Eis, nichtalkoholische Zutaten, Alkohol.
  6. Warme Drinks sind ekelhaft, deshalb alle Zutaten möglichst solange shaken oder rühren, bis der Drink wirklich durchgekühlt ist – aber nicht solange, bis sich das Eis komplett auflöst, damit der Drink nicht verwässert. Als Richtwert gelten 10 bis 20 Sekunden.
  7. Hilfreich sind vorgekühlte Gläser – wer keinen Platz im Kühlschrank hat, gibt ein oder zwei Eiswürfel ins Glas. Vor dem Eingießen entfernen!
  8. Wird zerkleinertes Eis benötigt, erst in der letzten Minute crushen, es schmilzt sonst zu schnell.
  9. Nie auf einen Schwung sondern in kleinen Portionen eingießen - der Drink kann sich besser verteilen.

Die Rezepte

Martini Dry/Martini Cocktail - Das Original: Gerührt, nicht geschüttelt

6-8 cl Gin werden mit 1cl trockenen Vermouth (Noilly Prat) und Eiswürfeln in einem Rührglas gerührt. Abgießen, Olive dazu. Fertig.

James Bond „rebellierte“ damals gegen das Cocktail-Establishment, indem er zum einen Wodka als Zutat ergänzte, zum anderen den klaren Drink geschüttelt wollte und dann auch noch eine Zitronenzeste anstatt der Olive verlangte. Sein Rezept: „Drei Maß Gordon's (Gin), ein Maß Wodka und ein halbes Maß Kina Lillet.“ Den recht bitteren Likör Kina Lillet gibt es heute nicht mehr, deshalb wird auch Bonds Martini Dry mit trockenem Wermut gemixt.

Caipirinha

Eine halbe Limette nochmals vierteln, mit 2-3 Teelöffeln braunem Zucker in einem geeigneten Glas kräftig zerstoßen bis der Saft austritt. Mit zerstoßenem Eis auffüllen und 5cl Cachaca dazugießen. In vielen Rezepten wird eine ganze Limette verlangt, das macht den Drink aber für meinen Geschmack zu sauer.

Mojito

1 Barlöffel feiner Zucker wird mit dem Saft einer halben Limette gut verrührt. Anschließend Minzblätter darin zerdrücken und die ausgedrückte Limette dazugeben. Mit gestoßenem Eis, 6cl weißem Rum und Mineralwasser auffüllen und umrühren.

Margarita - Der Salzrand macht‘s

4cl Tequila mit 2cl Cointreau und 2cl frischem Zitronen- oder Limettensaft im Shaker (mit Eiswürfeln) gut schütteln. Den Rand des Cocktailglases in Zitronensaft baden und in Salz tunken.

Eine wunderbare Variante (ohne Salzrand) ist eine Erdbeer-Margarita, dazu nimmt man 4cl Tequila, 2cl Zitronen- oder Limettensaft, nur 1cl Cointreau, eine Barschaufel gestoßenes Eis und frische oder aufgetaute Erdbeeren und mixt alles im Mixer.

Side Car

Nimmt man statt des Tequila Cognac bekommt man einen Side Car.

Tequila Sunrise - Die Farbenpracht

Man füllt ein Longdrinkglas zur Hälfte mit zerstoßenem Eis, 6cl Tequila, 1-2 cl Grenadine und einem Spritzer Zitronensaft. Nun gießt man langsam mit Orangensaft auf. Die durch den Grenadine rote Alkoholmischung steigt dann langsam nach oben und ergibt die Sonnenaufgangsstimmung.

Pina Colada - So was von karibisch

6cl brauner oder weißer Rum wird mit 6cl Ananassaft, 2cl Coconut Cream und 2cl süßer Sahne im Shaker mit gestoßenem Eis gründlich durchgeschüttelt. In ein Longdrinkglas abgießen, Schirmchen drauf und Urlaubsgefühle wecken!

Planter‘s Punch - Die Herrlichkeit der Südstaaten

Schon Scarlett O’Hara und Rhett Butler schlürften Planter’s Punch – ob sie erst danach vom Winde verweht waren, wer weiß.

6cl brauner Rum, 2cl Zitronensaft, 2 cl Grenadine und 8cl Orangensaft werden im Shaker mit Eis gut gemischt und in ein Longdrinkglas abgeseiht. Dekoriert wird mit Orangenscheibe und Cocktailkirsche. Es können außer Grenadine auch andere Sirups verwendet werden.

Manhattan - Manche mögen’s heiß

Unvergessen, wie „Daphne“ Jack Lemmon im Schlafwagenabteil Manhattan in der Wärmflasche mixt. Wir nehmen lieber Eis und ein Rührglas und mischen darin 4cl Whiskey (keinen Malt!), 3cl trockenen Wermut und 1 Spritzer Angostura.

Daiquiri - Der Lieblingsdrink von Ernest Hemingway

5cl weißer Rum mit 3cl Zitronen- oder Limonensaft, 2cl Zuckersirup und gestoßenem Eis im Shaker kräftig schütteln. Gib man 1cl Grenadine dazu, hat man einen Pink Daiquiri und was fürs Auge!

Cosmopolitan - Sex and the City

2 cl Wodka, 2 cl Cranberrysaft (oder etwas Grenadine), 1 cl Cointreau oder Triple Sec und 1 cl Limettensaft schütteln wir im Shaker mit gestoßenem Eis solange, bis sich dieses aufgelöst hat.

White Russian - Der Dude

Das Hauptnahrungsmittel von The Big Lebowski: 4cl Wodka werden mit 2cl Kahlua in einem Rührglas auf Eis gerührt, dann gibt man leicht angeschlagene Sahne darauf.

Bloody Mary

Hier muss man den Shaker wirklich gut schütteln, damit sich die Gewürze schön auflösen:

5cl Wodka, 1cl Zitronensaft, Selleriesalz, Worcestersauce, Pfeffer, Tabasco und 10cl Tomatensaft. Klassisch serviert man die Bloody Mary mit einer Selleriestange.

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