Besonders wichtig für ein energiesparendes Wohnen ist die richtige Raumtemperatur. In der Regel reichen 20 Grad im Wohnzimmer aus, damit ich mich komfortabel fühle...

Energiesparend durch den Winter – die 8 besten Heiztipps

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Draußen ist es ungemütlich kalt – nichts wie rein in die schön warme Wohnung. Dank Heizung kann ich es mir auch bei frostiger Kälte gemütlich machen. Aber: Das Heizen frisst Energie – und kostet damit bares Geld. Wenn ich jedoch ein paar Dinge beachte, kann ich den Winter über einiges an Kosten sparen.

Der durchschnittliche deutsche Haushalt verbraucht die meiste Energie für das Heizen: Mehr als 50 Prozent der Nebenkosten entfallen häufig darauf. Im Winter richtig heizen kann daher viel Geld sparen. Immerhin bis zu 15 Prozent kann ich die Kosten dadurch senken. Wenn ich beispielsweise in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung lebe, kann ich so rund 150 bis 200 Euro pro Jahr einsparen.

1. Die richtige Temperatur

Besonders wichtig für ein energiesparendes Wohnen ist die richtige Raumtemperatur. In der Regel reichen 20 Grad im Wohnzimmer aus, damit ich mich komfortabel fühle. Zu diesem Zweck stelle ich das Thermostatventil an meiner Heizung auf Stufe 3. Höhere Stufen sind meist nicht nötig. Der Spareffekt kann sich sehen lassen: Schon eine Absenkung um ein Grad spart sechs Prozent Heizkosten ein, wie Experten ausgerechnet haben.

Im Schlafzimmer, Flur und Küche kann ich die Temperatur sogar noch weiter absenken, denn ich halte mich dort ja meist nur kurz auf oder liege unter einer Bettdecke. Hier reichen 16 bis 18 Grad – das entspricht Stufe 2 des Thermostats. Darunter sollte die Temperatur allerdings nicht fallen, sonst riskiere ich eine Schimmelbildung. Auch wenn ich tagsüber nicht zuhause bin, sollte ich daher die Heizung nicht komplett abstellen.

2. Türen zu und Jalousien runter!

Damit die Wärme nicht entweicht, sollte ich die Türen zu kühleren Räumen wie Schlafzimmer und Flur möglichst geschlossen halten. So werden diese Räume nicht unnötig mitgeheizt – auch das spart Heizkosten. Außerdem bringt die aus dem Wohnzimmer ins Kühle entweichende Luft viel Feuchtigkeit mit – und das kann die Schimmelbildung fördern.

Abends sollte ich Vorhänge, Jalousien oder Rollläden vor den Fenstern immer schließen. Denn durch die Fenster kann viel Wärme verloren gehen. Die zusätzliche Schutzschicht verhindert dies. Auf das Jahr gerechnet kann ich damit immerhin Heizenergie im Wert von bis zu 45 Euro sparen.

3. Nachts darf es kühler sein

Wenn ich ins Bett gehe, bleibt die Wärme im Wohnzimmer ungenutzt – ich halte mich nachts dort ja nicht auf. Deshalb kann die Wohnung nachts ruhig ein weniger kühler sein als tagsüber. Am besten drehe ich die Thermostate schon eine Stunde vor dem Schlafengehen etwas niedriger. Senke ich die Wohnungstemperatur nachts auf 15 Grad, kann ich in dieser Zeit immerhin rund 25 Prozent Kosten einsparen.

Bei modernen Heizungsanlagen lässt sich die Temperaturregelung durch elektrische Thermostate automatisieren: Ich kann vorab einstellen, wie hoch die Temperatur in welchem Raum zu welcher Uhrzeit sein soll. Das ist besonders angenehm für das morgendliche Aufstehen: Ich stelle die Heizung dann so ein, dass sie schon eine Stunde vorher Bad und Wohnzimmer wieder auf 20 Grad bringt – dann muss ich nicht frösteln.

4. Richtig lüften

Regelmäßiges Lüften ist auch im Winter enorm wichtig, damit frische, trockene Luft in die Wohnung gelangt. Aber auch hierbei kommt es auf das "Wie" an. Abzuraten ist von einer Dauerlüftung durch gekippte Fenster. Denn dabei findet nur wenig Luftaustausch statt, dafür aber kühlen die Räume aus. Besser ist es, wenn ich drei- bis viermal am Tag kurz, aber dafür gründlich lüfte.

Am effektivsten ist es, morgens, mittags und abends möglichst viele Fenster ganz zu öffnen und für 5 bis 10 Minuten einen Durchzug herzustellen. So wird die verbrauchte, feuchte Raumluft durch frische, trockene Außenluft ersetzt, ohne dass die Wände auskühlen. Während dieser Zeit sollte ich die Thermostatventile schließen. Auch im Bad sollte ich regelmäßig stoßlüften, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

5. Heizungskörper freihalten

Wo in meiner Wohnung die Heizkörper hängen, kann ich meist nicht beeinflussen. Aber ich kann darauf achten, dass sie nicht zugestellt oder gar zugedeckt sind. Denn die Wärme kann sich nur dann gleichmäßig und effizient verteilen, wenn die Heizkörper nicht durch Gardinen, ein Sofa oder anderes Möbelstück versperrt sind. Auch meine Wäsche sollte ich nicht auf der Heizung trocknen.

6. Isolieren gegen den Wärmeverlust

Sparen kann ich auch, wenn ich die Wand hinter den Heizkörpern zusätzlich dämme. Im Baumarkt gibt es dafür dünne Dämmfolien mit Aluminiumbeschichtung, die ich einfach hinter den Heizkörper schieben kann – das geht auch in einer Mietwohnung. Die Metallseite sollte dabei zur Heizung zeigen. Eigenheimbesitzer sollten zudem darauf achten, dass die Heizungsrohre im Keller ebenfalls gut isoliert sind. Entsprechende Rohrhüllen gibt es im Baumarkt.

7. Heizung entlüften

In der Heizung sorgt heißes Wasser für die nötige Wärme. Gerade zu Beginn der Heizperiode und in oberen Stockwerken kann sich aber Luft in den Heizungsleitungen angesammelt haben. Das merke ich daran, dass meine Heizkörper gluckern oder andere Geräusche von sich geben. Für die Heizleistung ist dies ungünstig, denn die Luft verhindert, dass die Heizung richtig warm wird.

Die Luft abzulassen, ist aber nicht schwer: Ich halte ein kleines Gefäß bereit, um möglicherweise austropfendes Wasser aufzufangen. Dann drehe ich mit dem kleinen Heizungsschlüssel vorsichtig das Entlüftungsventil auf – meist höre ich dann das Zischen der entweichenden Luft.  Hört das Zischen auf oder die ersten Wassertropfen kommen heraus, drehe ich das Ventil wieder zu.

8. Im Zweifelsfall checken lassen

Hört auch nach dem Entlüften das Gluckern und Fiepen nicht auf oder bleibt die Heizung lauwarm, sollte die Heizungsanlage überprüft werden. Möglicherweise muss im System Wasser nachgefüllt werden oder der Druck stimmt nicht. Als Mieter sollte mich an die Hausverwaltung oder den Vermieter wenden. Als Eigenheimbesitzer kann ich Wasser selbst nachfüllen, Druck und Co sollte aber ein Fachmann kontrollieren.

Tipp der Redaktion: Dämmfolien für den Heizkörper sind relativ günstig, wenn man bedenkt, dass man auf lange Sicht eine Menge Energiekosten sparen kann (z.B. hier online erhältlich)

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4 Kommentare


#1
27.11.16, 03:44
super Tips vielen Dank!

meine Heizung ist sicher seit vielen Jahren nicht entlüftet worden... ist das gefährlich es jetzt selbst zu versuchen?
#2
28.11.16, 01:31
Nein. Hast du einen Schlüssel fürs Ventil? Wenn ja, drehen und einen Becher oder ähnliches darunter halten. Es könnte wenig Wasser kommen. Wenn es nicht mehr zischt, zu drehen. Dann ist die Luft raus. Aber wenn du nicht sicher bist, frage jemanden, welcher das schon gemacht hat.
#3
28.11.16, 01:34
Sorry, Explicator hat das ja schon geschrieben. aua!
#4
1.12.16, 19:40
Gute Spartipps,vielen Dank dafür.

Jedoch enthalten sie einen kleinen Irrtum. Wohn-,Kinder- und Esszimmer zu heizen und die Türen stets geschlossen zu halten damit keine Wärme in die ungeheizten Flure und Treppen des Hauses gelangt, ist nicht sparsam und nicht zuträglich für die Bausubstanz des Hauses. Besser ist eine leichte gleichmäßige Wärme. So kann sich auch keine Feuchtigkeit an den Flurwänden abschlagen. Zudem registriert der Temperaturfühler der Heizung jedes Türenöffnen und läßt die Heizung wiederholt anspringen, völlig unnötig bei in etwa gleicher Wärme. Auch schon sehr alte Heizungsanlagen haben in den (meißtens) Wohnstuben einen Innenraumtemperaturfühler, an dem man auch die Zeiten des Heizens, die Minimalabsenktemperatur und die Maximaltemperatur einstellen kann.

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