Wenn die Erkältungssaison wieder im vollen Gange ist, besteht eine sehr große Ansteckungsgefahr durch Keime in der Luft.

Erkältungssaison - Infektionsrisiken senken

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Zurzeit ist die Erkältungssaison wieder im vollen Gange, und wer in diesen Tagen einen Arzt aufsuchen muss, wird dort meist von niesenden, hustenden, schniefenden und räuspernden Mitpatienten empfangen. Es besteht eine sehr große Ansteckungsgefahr durch Keime in der Luft, die sogenannte Tröpfcheninfektion, und man möchte am liebsten die Luft anhalten, um dem Risiko einer Ansteckung durch Erkältungs- oder Grippeviren zu entgehen.

Wer allerdings selbst schon verschnupft ist oder eine Viruserkrankung hat, bei dem ist die Gefahr gering, einen zusätzlichen Infekt zu bekommen, denn seine körpereigenen Abwehrkräfte sind dann schon aktiviert.

Ein weiteres Risiko in einer Arztpraxis ist die Ansteckungsgefahr mit multiresistenten Erregern. Dieses ist aber nur sehr gering und betrifft eigentlich nur schwer kranke Patienten z. B. mit Leukämie.

Trotzdem ist es ratsam, die jährlich notwendigen Vorsorgeuntersuchungen nach Möglichkeit nicht in die Erkältungssaison zu legen.

Wenn sich jedoch ein Arztbesuch nicht vermeiden lässt, dann sollte man sich im Wartezimmer möglichst so setzen, dass man nicht angehustet werden kann, oder wenn es möglich ist, sich im Gang platzieren oder eventuell noch eine Runde spazieren gehen. Hat man selbst eine ansteckende Krankheit, so sollte man bereits bei der Anmeldung am Telefon darüber Bescheid geben, um eventuell sofort behandelt zu werden. Getrennte Wartezimmer für akut erkrankte Patienten gibt es leider in den wenigsten Fällen und sind höchstens in größeren Praxen möglich.

Besonders gefährlich sind Arztbesuche mit Kindern, vor allem im Säuglingsalter. Dabei besteht eine große Gefahr der Ansteckung mit Masern. Kinder, die in den ersten 2 Lebensjahren an Masern erkranken, können Jahre später an der extrem seltenen aber tödlichen Späterkrankung SSPE (subakuter sklerosierender Panenzephalitis) sterben. Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass Kinder unbedingt gegen Masern geimpft werden. Auch bei nach 1970 geborenen Erwachsenen sollte diese Impfung nachgeholt werden.

Doch nicht nur im Wartezimmer kann man sich anstecken - auch in Zügen, Bussen und Straßenbahnen, in öffentlichen Gebäuden (Türklinken, Treppengeländer, Toiletten usw.) und ganz besonders auch an den Griffen von Einkaufswagen vom Supermarkt (hier sollen sogar mehr Keime, Bakterien und Viren zu finden sein als auf einer Toilette!) lauern große Gefahren durch eine Schmierinfektion! Dagegen kann man sich nur schützen, indem man immer darauf achtet, dass man nach der Berührung nie mit ungewaschenen Händen Nase, Mund oder Augen berührt, denn sonst könnten die infektiösen Keime leicht über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Selbstverständlich sollte es auch sein, dass man sich nach jedem Naseputzen und jedem Toilettengang die Hände gründlich wäscht oder desinfiziert und wenn man eine Infektion hat, den direkten Kontakt zu anderen Personen möglichst vermeidet!

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Themen: Erkältung

8 Kommentare


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#1
26.11.16, 16:18
Eine Möglichkeit, Ansteckungen zu vermeiden, ist auch, das Händeschütteln zur Begrüßung wegzulassen.
Unser Hausarzt hat in seiner Praxis ein Schild, auf dem steht, daß durch Händeschütteln sehr leicht Infektionen übertragen werden und es in seiner Praxis deshalb nicht üblich ist. Man solle sich dort als Patient trotzdem willkommen fühlen.
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#2
27.11.16, 10:47
Da ich mir durch eine Vorerkrankung sehr schnell etwas einfangen kann, habe ich im Auto ein Fläschchen Desinfektionsgel liegen, daß ich sofort benutze, nachdem ich z.B. den Einkaufswagen zurückgestellt habe. Auch nehme ich keine Zeitschriften oder Magazine, die in Arztpraxen ausliegen. Ganz verhindern kann man damit natürlich nicht jeden Viren-oder Bakterienfang, aber um Einiges minimieren.
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#3
27.11.16, 10:57
Ganz schlimm finde ich, wenn sich erkältete Personen in Bus oder Bahn zwar vorsorglich in die Hand husten oder niesen, aber dann sofort wieder mit dieser Hand an die Haltestange fassen. Uhh, und davon gibt es nicht wenige.
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#4
27.11.16, 12:12
danke für den guten Rat und er stimmt.
weiter so
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#5
27.11.16, 13:52
Guter Tipp. Ratsam wäre es auch, ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel immer dabei zu haben und z.B. die Griffe der Einkaufswagen vor dem Gebrauch einzusprühen, auch wenn man dabei von anderen belächelt wird..... Ich muss gestehen, bisher habe ich das auch nicht getan, kenne aber genug andere, die das so handhaben. 
Was aber wichtig ist, sich niemals ins Gesicht zu fassen oder mit den Händen an den Mund zu kommen, wenn man draußen unterwegs ist.
Wenn ich von draußen nach Hause komme, ist mein erster Gang zum Waschbecken, um mir die Hände gründlich zu waschen, und zwar bevor ich irgendwas anfasse oder irgendwas anderes tue! Ständiges Händewaschen ist das A und O und sollte einem zur Gewohnheit werden, dann kann man einige Krankheiten vermeiden. Das wird auch immer wieder von den Ärzten geraten.
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#6
27.11.16, 19:49
schlimm ist das. Jede Woche kommt ein anderer Tipp gegen Erkältung rein, Hände waschen u.s.w es wird gäääähhhn langweilig. 
#7
30.11.16, 11:34
Für Kinder gibts doch jetzt immer den schönen Spruch: Wenn du niesen / husten musst, mach den Vampir - also in die Ellenbeuge niesen, und sich dabei vorstellen, man hätte einen Vampirumhang um! 
In die Hände niesen ist eigentlich ein Ii-Bäh, genauso wie kiloweise benutzte Taschentücher in den Taschen mit sich herumzutragen.
Händewaschen muss man mit den Kindern auch üben, zum einen sollte es schon eine gewisse Zeit nicht unterschreiten, zum anderen auch gründlich gemacht werden, sonst ist es für die Katz.
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#8
1.12.16, 10:43
Wenn man nicht ständig Händewaschen und -desinfizieren möchte (was ganz übel für die Haut ist), dann empfiehlt es sich, einfach Handschuhe zu tragen; man muss dann natürlich daran denken, sie auszuziehen, bevor man sich z.B. an der Nase kratzt.
Ansonsten - FÜR DEN GESUNDEN - gilt, was mein Hausarzt zu sagen pflegt: gelegentliche Infektionen sind ein prima Training für's Immunsystem.

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