Natürliches Antibiotikum – 10 wirkungsvolle Heilpflanzen

Kräuter können eine Erkältung vorbeugen oder deinem Körper bei der Heilung unterstützen.
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Dagegen ist kein Kraut gewachsen – oder doch? Immer mehr Leute setzten auf die Heilkraft von Kräutern, Gewürzen, Gemüse und Co. Denn Antibiotika wird oft zu leichtfertig verschrieben und kann die guten Bakterien in unserem Darm ganz schön durcheinanderbringen. Das köpereigene Immunsystem wird geschwächt und es entstehen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Resistenzen gegen Antibiotika.

Inhaltsverzeichnis

  1. Antibiotika – Segen und Fluch zugleich
  2. Dein Körper weiß sich selbst zu helfen
  3. Warum pflanzliche Antibiotika?
  4. Meerrettich – Das Penicillin der Bauern
  5. Kapuzinerkresse – Hübsche Helferin
  6. Knoblauch – Tolle Knolle
  7. Zwiebel – Unterschätze Helferin
  8. Grüner Tee – Abwarten und Tee trinken
  9. Kamille – die Alleskönnerin
  10. Salbei – Heilendes Kraut
  11. Ringelblume – Sonnige Ausstrahlung
  12. Brennnessel – Nährstoffbombe
  13. Thymian – Mut- und Kraftmacher

Antibiotika – Segen und Fluch zugleich

„Hust, hust, schnief, krächtz“. Wir alle hatten schon einmal eine böse Erkältung oder einen hartnäckigen grippalen Infekt. Wenn uns die Erkältung fest im Griff hat, hilft oft nur ein Gang zum Arzt. Immer häufiger bekommen Patient:innen in diesem Fall Antibiotika verschrieben. Doch die Wunderpillen helfen nur bei bakteriellen Infektionen und auch da immer seltener. Denn: Bakterien sind nicht auf den Kopf gefallen, sie lernen dazu und entwickeln eine Resistenz gegen Antibiotika.

Husten, Schnupfen, Heißerkeit - da hilft oft nur noch ein Gang zum Arzt.

Gegen virale Infekte wie Grippe oder Erkältung machen Antibiotika meist nur Sinn, wenn eine Superinfektion vorliegt – also, wenn der Körper bereits so geschwächt ist, dass zu der viralen Infektion noch eine bakterielle Infektion obendrauf kommt. Ein weiterer Faktor ist, dass oft Breitbandantibiotika verschrieben werden. Diese wirken zwar gegen eine Vielzahl von Bakterien, leider aber auch gegen die guten Bakterien in unserem Darm. Daher sollte immer so schnell wie möglich ein Erregernachweis erstellt werden, um gezielt gegen die Übeltäter vorzugehen.

Antibiotika wird gerne schon als vorbeugende Maßnahme verschrieben.

Dein Körper weiß sich selbst zu helfen

In den meisten Fällen kann sich unser Körper ganz gut gegen Eindringlinge wehren. Unser Immunsystem ist dafür Tag und Nacht im Dauereinsatz. Vor allem unser Darm spielt hier eine Hauptrolle. 70 % der Immunzellen befinden sich in Dünn- und Dickdarm. Hin und wieder kann es passieren, dass unser körpereigenes Abwehrsystem schweres Geschütz auffahren muss. Wir bekommen Husten, Schnupfen oder sogar Fieber. Ganz schön lästig. Aber auch das gehört zum Waffenarsenal unseres Immunsystems.

Gerade wenn wir uns schlapp und schläfrig fühlen, sollten wir auf unseren Körper hören und ihm die wohlverdiente Ruhe gönnen. Denn unser Immunsystem läuft jetzt auf Hochtouren. Bettruhe und viel Flüssigkeit stehen dann ganz oben auf der Agenda.

Warum pflanzliche Antibiotika?

Du kannst deinem Körper auch mit natürlichen Mitteln unter die Arme greifen. Das solltest du am besten schon bei den ersten Krankheitsanzeichen tun. Sollten die Symptome andauern oder schlimmer werden, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen!

Pflanzliche Antibiotika greifen die Darmflora nicht an, sondern unterstützen sie im Idealfall. Außerdem haben sie weniger Nebenwirkungen. Sie wirken auch gegen Keime, die bereits eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben. Wir haben ein paar von diesen pflanzlichen Helfern für dich rausgesucht.

Meerrettich – Das Penicillin der Bauern

Schon das Orakel von Delphi wusste: Meerrettich ist Gold wert. Die Wurzel bringt deinen Kreislauf in Schwung, stärkt dein Immunsystem und kurbelt deinen Stoffwechsel an. Außerdem enthält sie entzündungshemmende Eigenschaften, antivirale Effekte und eine starke antibakterielle Wirkung. Daher wird er auch als pflanzliches Antibiotikum gehandelt.

Mit Vitaminen hält sich der Meerrettich auch nicht zurück. Er enthält die Vitamine C, B1, B2 und B6. Die im Meerrettich enthaltene Senföle treiben dir nicht nur die Tränen in die Augen, sie haben auch gesundheitliche Vorteile.

Fleißige Wissenschaftler:innen haben herausgefunden, dass Senföle die Bildung von sogenannten bakteriellen Biofilmen hemmen. Mit diesem „Schutzschild“ wehren sich Bakterien gegen äußere Einflüsse, wie z. B. Antibiotika oder das Immunsystem. Die Senföle sollen durch ihren scharfen Geschmack eigentlich Fressfeinde fernhalten, sie halten aber auch Krankheitserreger in Schach.

Damit hat sich der Meerrettich die Auszeichnung zur „Heilpflanze des Jahres 2021“ mehr als verdient. Schon früher wusste man über die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Meerrettich Bescheid. Da er beinahe in jedem Garten wuchs, wurde er auf „Penicillin der Bauern“ getauft.

Kapuzinerkresse – Hübsche Helferin

Kapuzinerkresse macht sich nicht nur gut im Salat, sondern unterstützt auch dein Immunsystem.

Genau wie der Meerrettich enthält auch die Kapuzinerkresse Senföle. Die sind in den Blüten und Blättern der Kapuzinerkresse zu finden. Sie hemmen das Wachstum von Viren, Bakterien und Pilzen. Außerdem enthalten sie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin A, B und C, Schwefel und Kalium.

Kapuzinerkresse und Meerrettich sind das Traumpaar schlechthin, denn sie verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Sie helfen bei Sinusitis und Bronchitis sowie bei leichter Blasenentzündung.

Aus der Kapuzinerkresse kannst du dir Tee kochen oder die Blätter mit heißem Wasser übergießen und die wohltuenden Dämpfe inhalieren. Für den täglichen Vitamin C Kick kannst du dir die Kapzinerkresse ins Essen mischen.

Kapuzinerkresse findest du am ehesten in Blumenläden oder Gartencentern. Oder du schenkst ihr einen Platz in deinem Garten.

Knoblauch – Tolle Knolle

Knoblauch hilft nicht nur gegen Vampire, sondern auch gegen Viren, Bakterien und Pilze. Der strenge Geruch von geschnittenem Knoblauch mag auf die meisten zuerst abschreckend wirken, doch auch er macht ihn so gesund.

Durch das Schneiden von Knoblauch entsteht u.a. die schwefelhaltige Verbindung Allicin. Diese Verbindung sorgt nicht nur für den penetranten Knoblauchgeruch, sondern schützt den Körper vor freien Radikalen, die die Zellmembranen zerstören. Die Knolle fördert zudem noch eine gesunde Darmflora und sorgt dafür, dass andere Nährstoffe besser vom Darm aufgenommen werden können.

Zwiebel – Unterschätze Helferin

Die Zwiebel ist ganz schön vielschichtig und das nicht nur in der Küche. Vor allem rote Zwiebeln haben einen hohen Gehalt an Antioxidantien. Sie schützen den Körper vor schädlichen äußeren Einflüssen, wie z. B. UV-Strahlung oder Abgasen. Zwiebeln regen das Immunsystem an und helfen dem Körper damit, sich selbst zu heilen. Sie enthalten Vitamin A, B und C sowie Ballaststoffe

Zu ihren Anwendungsbereichen zählen u.a. Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Blasen- und Harnwegsinfektionen. Die Zwiebel wirkt zudem stark schleimlösend und wird daher gerne bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Wie beim Knoblauch entsteht auch bei der Zwiebel die schwefelhaltige Verbindung Allicin, wenn sie geschnitten wird. Die schwefelhaltigen Verbindungen in der Zwiebel treiben dir zwar die Tränen in die Augen, doch es lohnt sich! Sie bekämpfen Viren und Bakterien. Zudem unterstützt die Zwiebel deine Darmflora. Das in der Zwiebel enthaltene Quercetin bekämpft potenziell gefährliche Bakterien. Quercetin gehört zur Gruppe der Flavonoide, welche Zellen schützen, Entzündungen lindern, Blutdruck senken und das Immunsystem stärken sollen.

Grüner Tee – Abwarten und Tee trinken

Grüntee wirkt antibakteriell und hat eine starke antioxidative Wirkung.

Vor allem, wenn dein Körper geschwächt ist, solltest du viel Flüssigkeit zu dir nehmen. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten es schon sein. So werden Krankheitserreger über die Harnwege aus dem Körper befördert. Passionierte Teetrinker:innen wissen über die gesundheitlichen Vorteile von Grüntee längst Bescheid.

Die enthaltenen Gerbstoffe beruhigen Magen und Darm. Außerdem enthält er Vitamin A, B und B12. Dank seines antibakteriellen Effekts verhindert Grüner Tee Karies, außerdem reguliert er den Blutdruck. Zudem enthält Grüntee Flavonoide, darunter Catechin, welches gegen Bakterien und Viren wirkt. Catechine haben zudem eine starke antioxidative Wirkung.

Kamille – Die Alleskönnerin

Die Kamille kommt bei den meisten von uns zum Einsatz, wenn wir uns eine Erkältung eingefangen haben. Kein Wunder, denn die Heilpflanze besitzt antientzündliche, antibakterielle und krampflösende Eigenschaften. Dabei hat sie zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Du kannst sie als Gurgellösung verwenden, sie inhalieren oder sie in einem wohltuenden Sitzbad verwenden.

Auch bei der Behandlung von Akne und Ekzemen wird sie gerne eingesetzt. Bei Magen-Darm Infektionen durch Bakterien hilft Kamillentee dank seiner antibakterielle Wirkung und lindert die Magenkrämpfe. Eine Tasse Kamillentee vor dem Frühstück hilft bei Magenschleimhautentzündung und lindert auch Magengeschwüre. Es gibt mehrere Arten der Kamille, am wirksamsten ist jedoch die echte Kamille oder auch Matricaria chamomilla genannt.

Salbei – Heilendes Kraut

Den Namen hat der Salbei aus dem Lateinisch salvare – was so viel heißt wie heilen. Der Salbei entfaltet seine heilende Wirkung durch Gerb- und Bitterstoffe und seine ätherischen Öle. Er wirkt gegen eine Vielzahl von Bakterien, Pilzen und Viren.

Wie die Kamille wird auch der Salbei hauptsächlich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und Magen-Darmbeschwerden eingesetzt. Die beste Wirkung entfaltet er als alkoholisches Extrakt oder als Öl, sollten jedoch genau dosiert und nicht über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Den Tee kannst du hingegen ohne Bedenken trinken.

Ringelblume – Sonnige Ausstrahlung

Die Ringelblume ist vor allem für ihre pflegenden Eigenschaften in Salben bekannt.

Früher musste die Ringelblume oft als Liebesorakel herhalten, wenn es wieder hieß „Er liebt mich – Er liebt mich nicht.“ Heutzutage kennen die meisten die Ringelblume wohl in Form von Salben oder Cremen.

Die in ihren Blüten enthaltenen Flavonoide wirken entzündungshemmend. Daher wird sie gerne bei äußerlichen oder innerlich Entzündungen angewandt. In Form von Salben wirkt sie gegen Bakterien, Pilze und hat eine abschwellende Wirkung. Zudem fördert sie die Neubildung von Gewebe. Als Tee wirkt die Ringelblume ebenfalls gegen Bakterien, Pilze, Viren und Schmerzen.

Brennnessel – Nährstoffbombe

Die meisten würden sie als Unkraut beschimpfen, dabei hat es die Brennnessel ganz schön in sich. Neben dem hohen Gehalt an Flavonoiden kann die Heilpflanze mit reichlich KaliumCalcium und Magnesium sowie reichlich Vitamin C überzeugen

Der hohe Kaliumgehalt der Brennnessel bekämpft Bakterien und Keime und wirkt harntreibend. Besonders bei Blasenentzündung ist Brennnesseltee deshalb beliebt. Er spült ordentlich die Nieren und die Blase durch und befördert unerwünschte Krankheitserreger nach draußen. Aufgrund seiner harntreibenden Wirkung solltest du Brennnesseltee immer mit viel Flüssigkeit trinken.

Thymian – Mut- und Kraftmacher

Der Thymian soll Kraft und Mut verleihen. Deshalb sollen römische Legionäre sich nicht etwa Mut angetrunken, sondern in Bädern aus Thymianaufgüssen geplanscht haben. Heutzutage wird das Kraut jedoch hauptsächlich beim Kochen verwendet.

Durch seine ätherischen Öle und Bitterstoffe wirkt Thymian vor allem intensiv antibakteriell und hilft gegen Blähungen. Hauptsächlich bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit kommt er zum Einsatz. Er zieht nicht nur gegen Krankheitserreger in den Kampf, sondern animiert auch die Flimmerhärchen in den Atemwegen, ihren Pflichten nachzukommen. So wird der Abtransport von Schleim angeregt. Auch bei Heuschnupfen Geplagten kann Thymian so Abhilfe schaffen.

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