Graue Zellen trainieren - mit Erinnerungen

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Eine Möglichkeit die grauen Zellen zu trainieren, das Gerhirn fit zu halten und in Erinnerungen zu schwelgen.

Angeregt von LilaSkorpion und ihrer tollen Idee "Glücksmomente im Glas" kam ich auf die Idee, etwas für meine Eltern zu basteln.
Die beiden frühstücken gerne ausgiebig und lange. Für die gemütliche letzte Tasse Kaffee bin ich dabei, für Gesprächsstoff zu sorgen.

Ich habe mir in Excel mit Kästchen in Visitenkartengröße ein kleines Raster gebastelt. Da tippe ich alles mögliche rein, was mir einfällt, wie z.B. Erinnerungen an meine zum Glück sehr schöne Kindheit.

Diese Kärtchen will ich dann als Lose aufrollen und in einem Behälter sammeln. Meine Eltern können dann einen oder mehrere Zettel am Frühstückstisch ziehen und sich an die gemeinsamen Erlebnisse erinnern. Dabei sollen sie ihre eigenen Erinnerungen durchforsten und sich darüber erzählen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass sich die Eltern an ganz andere Dinge erinnern als das Kind. Fürs Training der grauen Zellen wird es auch Zettel geben, die Ereignisse nachfragen, an die sie sich erinnern sollen ("Wie hieß meine beste Freundin?") oder auch Fragen zu aktuellen Vorkommnissen ("Wie heißt der neue Papst?) Einbauen kann man auch so was wie "Altes Brot übrig? - Geht Enten füttern!" Natürlich kann ich nicht mit Sicherheit wissen, ob meine Eltern daran Spaß haben werden - aber einen Versuch ist es wert, oder?

Um hier Spötteleien vorzubeugen: Ja, meine Eltern sind auf dem Weg, älter zu werden. Aber dieses "Spiel" ist eigentlich für jede Familie interessant. Und von einer 90järhigen Nachbarin weiß ich, was der Mensch im Alter alles vergessen kann. Inzwischen kenne ich ihre Kindheitserinnerungen besser als sie ...

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15 Kommentare


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#1
23.4.13, 21:09
sehr kreativ...ich finde den Tipp klasse
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#2 kirschtomate
23.4.13, 21:13
Ich finde, das ist eine sehr schöne Idee und ich wette, deine Eltern werden viel Spaß haben, sich gemeinsam an vergangene schöne Zeiten zu erinnern. Meine Oma hat immer sehr gern "von Früher erzählt" und ich konnte ihr stundenlang zuhören, als Kind und auch noch vor kurzer Zeit. Sie ist leider kürzlich gestorben, aber ich weiß sehr viel über Ihre Kindheit und ihre Jugendzeit (sie ist übrigens 1919 geboren) und dieses Wissen ist Gold wert :) Lange Rede, kurzer Sinn: Erinnerungen sind sehr wertvoll und mit deiner Idee, "zwingst" du deine Eltern in Erinnerungen zu schwelgen und du wirst sehen, sie werden dir danken :)
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#3 peggy
23.4.13, 21:27
ich finde auch, die Idee ist wunderbar und kaum noch zu toppen.
Deine Eltern können stolz auf sich sein, einen so wunderbaren Menschen, der sich wirklich was einfallen läßt um Gutes zu tun, großgezogen zu haben. Liebe zahlt sich eben immer aus.
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#4
23.4.13, 21:46
Ich arbeite auf einer "Geriatrie" und diese Form von Gedächtnistraining ist mein "täglich Brot". Ich finde es wirklich sehr bemerkenswert zu hören, dass sich Angehörige derartige Gedanken machen: meine Hochachtung! Zusätzlich kann man noch ein paar alte Fotos einfügen, die die Erinnerung anregen, bei der Zeitung nachfragen, ob die noch alte Ausgaben aus verschiedenen Jahrgängen haben,... Sollte eine beginnende Demenz im Spiel sein gibt es Gedächtnistrainingsprogramme im Internet, Memoriespiele für Senioren und wunderschöne Bildbände über "die gute alte Zeit" im Buchhandel,... Hut ab, Deine Eltern könne stolz auf ihren Ableger sein.
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#5
23.4.13, 21:46
das ist wirklich wunderbar, wie Du Dich um Deine Eltern kümmerst, sie sind sicher auch liebevolle Eltern.
Ja, Erinnerungen sind wertvoll und wenn Du Deine Eltern (nach)fragst nach ihrem gelebten Leben, Kindheit, Kennenlernen, besondere Erlebnisse, woran sie sich noch erinnern können, dann wirst Du eine Fülle von wertvollen Schätzen erfahren und erleben, Deine Eltern freuen sich über Dein Interesse und Du weckst ihre Erinnerungen.... "wer sich erinnert lebt zwei mal" eine Volksweisheit

Ich erinnere mich noch heute gerne an die Erzählungen und Erlebnisse meiner Eltern, habe mir viel Zeit genommen, solange sie lebten, und selbst viel davon mitgenommen. :))
wünsche Dir eine lange und schöne Zeit mit Deinen Eltern. :)
und 1000 ************************* für Dich.
#6
23.4.13, 21:48
Das ist eine wundervolle Idee, welche mit Sicherheit auch gut ankommt.
Sowas kann man sicher auch ausbauen - für Freunde ;o)
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#7 xldeluxe
23.4.13, 22:27
Eine wunderschöne und lobenswerte Idee, die zu Herzen geht!
2
#8 Mecki
23.4.13, 22:33
Ich schließe mich hier Lichtfeders Kommentar voll an.

Von mir bekommst du einen DICKEN GRÜNEN DAUMEN für diese tolle Idee und eine virtuelle Umarmung dazu :-)
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#9
24.4.13, 07:33
Oh je - jetzt krieg ich hier Lob, das ich gar nicht verdiene... Ohne es zu wollen, habe ich hier einen falschen Eindruck erweckt. Meine Eltern (76 und 75) sind noch sehr fit und unternehmungslustig und ich wünsche mir kaum etwas mehr, als dass das immer so bleibt.
Bei meinem Vater lässt es allerdings "etwas nach" und ich bin sehr erschrocken darüber. Da ich mir ziemlich sicher bin, dass er die üblichen Spiele und Gedächtnistraining ablehnen wird, kam ich auf die Idee, diese Idee etwas zu "verpacken" und wollte, dass beide daran Spaß haben. Jeder kann sich vorstellen, dass Anregungen zum Erinnerungen austauschen und zum Gespräch nicht verkehrt sein können. Am liebsten wäre ich dabei, aber das geht leider nicht.
Wenn meine Idee andere hier im Forum anregt, würde es mich sehr freuen.
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#10
24.4.13, 15:20
Ich finde das eine wirklich tolle Idee!
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#11
24.4.13, 16:14
Super, @Hush! Meine Eltern sind zwar seit langer Zeit wieder anderweitig gebunden, verheiratet, aber dann schreibe ich halt alles zweimal. Beide feierten ihren 75sten und da kann ich das ja noch nachträglich als Gutsle reichen. Sie wohnen beide weit weg und wir sehen uns sehr selten Bin wirklich begeistert von Deiner Idee und werde sie umsetzen. DANKE!
#12
26.4.13, 10:45
Ich finde diese Idee auch ganz toll. Ausserdem regt es auch die eigenen Gehirnzellen an ;)
2
#13 mayan
29.4.13, 09:48
Die Idee ist sehr schön. Allerdings hapert es bei meinen Eltern nicht bei lange zurückliegenden Erinnerungen, die wissen sie noch ganz genau, aber wo sie den Schlüssel vor ein paar Minuten hingelegt haben oder was sie einkaufen wollten, wenn der Zettel daheim liegengeblieben ist, das ist weg.
Ich will den Tipp nicht schelchtreden, weil er einen wirklich wunderbare Geschenkidee ist! Nur zum Training der grauen Zellen bei älteren Leuten sollte man was anders machen.
#14
29.4.13, 10:00
@mayan Ich habe ja geschrieben habe, dass auch mit "Quizfragen" zum Nachdenken angeregt werden soll. Die Seniorin, um die wir uns kümmern, hat übrigens mit fast 91 schon ziemlich viel ihrer eigenen Jugend vergessen. Ob man sich dann noch an den Namen der Freundin seiner Tochter erinnert? Zum Glück sind meine Eltern noch nicht so weit und werden es hoffentlich nie sein. Mit meinem Tipp kann ich keine Lösung anbieten, die verlegten Schlüssel zu vermeiden. Aber ich schärfe meinen Eltern schon länger ein, dass sie die wichtigen Dinge immer an den GLEICHEN Platz legen, dass sie ihr Handy mitnehmen sollen, wichtiges aufschreiben etc. und sie haben einen Zettel mit Telefon-Nr. in der Geldbörse. Ich denke, Gewohnheiten werden im Alter wichtiger und könnten eine Hilfe sein. Wenn du andere Ideen und Vorschläge hast, dann mach das doch und berichte hier darüber!
#15
29.4.13, 10:20
Vielleicht wäre so etwas wie ein "erweiterter Stammbaum" schön? Fällt mir gerade so ein, deswegen schreibe ich einfach mal drauflos: für jedes Familienmitglied ein Foto (was man vielleicht auch austauschen kann, wenn die Enkel größer werden) und dann so Sachen wie aktuelle Adresse und Telefonnummer, kleine Begebenheiten und Erinnerungen, die mit diesem Menschen zusammenhängen, bei Kindern vielleicht auch noch Schule und Klassenstufen (da komme selbst ich bei den Kindern meiner Freundinnen manchmal durcheinander bzw. muss nachfragen). Entweder tatsächlich als Stammbaum angeordnet oder in einem Hefter, den man um aktuelle Begebenheiten ergänzen kann (Urlaub, neues Auto, neuer Job, Haustier etc.).

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