Grüne oder vogtländische Klöße

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Man nimmt hierzu möglichst große Kartoffeln, wäscht, schält und reibt diese auf dem Reibeisen in eine zur Hälfte mit kalten Wasser gefüllte Schüssel. Ist man mit dem Reiben fertig, so gießt man das erste Wasser durch den Durchschlag ab. Zu dem Geriebenen, welches sich im Durchschlag anhäufte, gießt man frisches Wasser zu und spült auf diese Weise alles Kartoffelmehl durch den Durchschlag in einen großen Topf.

Die Kartoffelmasse wird nochmals durch ein leinenes Tuch ausgedrückt, so dass die Masse von Wasser befreit ist. Nun quirlt man in kochender Milch 250 Gramm Grieß bis er ein steifer Brei wird. Mit diesem kochend heißen Brei brüht man die Kartoffeln, gibt Salz und in Würfel geschnittene, in Butter geröstete Semmel und 1 bis 2 Löffel Weizenmehl dazu. Wer es besonders gut machen will, kann ein Paar Eier dazu nehmen. Man knetet das Ganze zu einem lockeren Teig, aus dem dann die Klöße geformt werden.

Das weitere Verfahren ist folgendes:
Auf dem Herd, wo sich ein oder zwei Töpfe kochenden Wassers befinden, stellt man sich den Klößeteig nebst einer Schüssel mit kaltem Wasser zurecht. Man taucht beide Hände in das kalte Wasser und nimmt von dem Teig soviel heraus, als zu einem Kloß nötig ist und ballt Klöße. Die gut in Butter gerösteten Semmelwürfel bringt man in die Mitte der Kugel. Durch die Semmelwürfel wird - neben größerem Wohlgeschmack des Kloßes - sein Halt gestärkt und das Auseinanderfallen im kochenden Wasser, in das man sofort jeden bringt, vermieden. Man kocht zehn bis fünfzehn Minuten und sieht dann durch Auseinanderreißen eines Kloßes, ob er und somit auch die anderen gar sind.

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14 Kommentare


#1 Peter Trautvetter
8.1.05, 18:16
Hallo,

ich muß doch protestieren (Spaß), das sind allemal"Thüringer Klöße" !!!

Viele Grüße
Peter Trautvetter
#2 Romy
20.12.05, 15:31
Mann muss den Kloß nicht aufreisen! Die Klöße ziehen lassen und die die oben schwimmen sind gut!
#3 Evie
8.4.06, 13:22
Hallo,
also man kann sich das Auswaschen der Kartoffelstärke sparen, und ebenso den Grieß. Die Kartoffelstärke sorgt nämlich für guten Zusammenhalt. Die geriebenen Kartoffeln auspressen, noch ein Ei dazu, und fertig ist ein schön fester, gut formbarer Kloßteig, der beim Kochen nicht auseinanderfällt. Man kann die Klöße vor dem Kochen auch kurz in Kartoffelstärke wälzen. Mein Tipp: Das ausgepresste Wasser mit zum Kochen verwenden.
#4 Litschi
15.8.06, 00:41
Also, das sind keine grünen Klöße, so wie ich sie seit kleinauf kenne :D Geröstete Semmelstücke gehören schonmal nicht in grüne Klöße, die gehören nur in Mehlklöße (werden aus gekochten Kartoffeln gemacht - LECKER).
Grieß habe ich auch noch nie in grünen Klößen gesehen.

"Richtige" grüne Klöße bestehen eigentlich nur aus geriebenen rohen Kartoffeln, Salz und Kartoffelstärke. Also so "grob" war die Beschreibung schon richtig, vielleicht macht das ja auch wieder jeder anders, nur ich kenne es halt nur so von klein auf: Kartoffeln mit einem Reibeisen in eine Schüssel reiben. Anschließend den Brei in einen Kartoffelsack geben und solange das Wasser auspressen (in einer Schüssel abfangen), bis wirklich kein Tröpfchen Wasser mehr rauszupressen geht. In der Schüssel mit dem Kartoffelwasser wird sich nun Kartoffelstärke absetzen. Kartoffelwasser wegschütten und die Stärke unter die gepressten Kartoffeln geben. Noch ein wenig Salz dazu geben und das ganze durchmischen. Wasser erhitzen, die Masse zu Klößen formen (ja, das mit dem Hände-in-kaltes-Wasser-eintauchen machen wir auch) und ab ins Wasserbad.

Früher hatte ich grüne Klöße nicht so gern gegessen, weil es sie jedes Wochenende gab und ich irgendwann genug davon hatte (hatte dann öfter mal Mehlklöße stattdessen bekommen :D). Aber heutzutage esse ich sie eigentlich wieder recht gerne (wenn ich mal wieder zu Hause vorbeikomme und es sie dort gibt).
#5 Litschi
15.8.06, 00:49
Hab noch etwas vergessen: Der "Kartoffelteig" wäre natürlich mit nur gepressten Kartoffeln und Stärke zu dick - also da gehört dann noch kochendes Wasser dazu, sodass das ganze ein nicht gar zu weicher "Brei" wird, den man dann gut formen kann. (Das kochende Wasser kann man aus dem sowieso schon kochendem Wasser nehmen, wo auch später die Klöße rein sollen).
#6 Birgit K.
3.11.06, 19:41
Bin Thüringer muß auf schärfste protestieren.Grüne Klöße macht man aus dreiviertel Teilen geriebenen Kartoffeln (am besten reiben in einer Obstpresse(Malina,od. Gerät von Braun) und aus einem viertel Teil gekochten Kartoffeln,die man mit dem gekochten Wasser mixt und anschließend zu der getrockneten,geriebenen Masse gibt.Dann gut miteiander vermischen und zu Klößen formen und in sprudelnd kochendes Wasser geben,Herd runter dehen,nicht mehr kochen lassen,sondern bei geschlossenen Topf ziehen lassen.Sind fertig,wenn alle oben schwimmen!!!!
#7 H.P
6.1.08, 17:32
liebe Birgit,
nichts für ungut aber das was du machst sind thüringische Klöße!! Ich bin echter Vogtländer aus Plauen im Vogtland und bei uns werden sie seit Generationen nur aus rohen Kartoffeln gemacht,also siehe Litschi.
Weiß nicht wer euch dauernd erzählt das da gekochte mit rein kommen.
mfG
Helle
#8 H.P
6.1.08, 17:35
"Des Vogtländers Sonntag ist keiner - ohne Grüne Klöße";
Typisches Rezept auch aus der Zeit der DDR;

Die echten vogtländischen grünen Klößen wurden nur aus roher Kartoffelmasse hergestellt, die überbrüht wurde (lt. stattlichen Amt für Landwirtschaft und Landwirtschaftsschule Plauen). Die Zubereitungsvariante mit gekochten Kartoffeln (Kartoffelbrei) ist besonders im sächsischen Vogtland (heutiger Vogtlandkreis) vertreten. Gibt man in die Mitte geröstete Semmelwürfel, garen die Klöße schneller durch.

Wie man sieht sind die Vogtländer sehr eigen, was ihre Klöße angeht. Ihnen wurde sogar ein Gedicht gewidmet.
#9 H.P
6.1.08, 17:36
also ihr lieben,
jeder hat seinen eigenen Geschmack der Zubereitung:-)
helle
#10 Kyys
19.11.08, 13:45
wieviel kartoffeln (in Kg) nimmt man dazu ????
#11
28.12.11, 18:51
Danke für das Rezept. Ich versuche die Klöße meiner Oma zu machen, leider kann ich sie nicht mehr fragen und Rezeptbuch hatte sie auch keines. Das einzige, was wir noch wissen, ist, dass sie die Klöße mit Grieß gemacht hat.
Genannt wurden sie "Grüne Klöße", sie stammte aus der Chemnitzer Gegend.

Grüße
Quitte
#12
28.12.11, 20:17
hallo @Quitte, in "grüne Klöße" kommt kein Grieß, bin auch aus Chemnitz und Oma, sie bestehen aus rohen und gekochten Kartoffeln, wie oben beschrieben von Birgit.
#13
29.12.11, 14:34
Danke für deine Antwort. Die normalen grünen Klöße kann ich auch, gab's gerade Weihnachten. Mein Vater erzählt aber immer, dass seine Mutter eine Variante mit Grieß gemacht hat, daher werde ich das mal probieren, egal wie man es nennt und mal sehn, was mein Vater sagt, leider der einzige Zeitzeuge. ;-)

Grüße
Quitte
#14
24.8.14, 14:29
Hallo, ich habe fr?her in Reichenbachbei meiner Tante immer einen Kuchen gegessen, den sie Kratzkuchen nannte. Leider hat sie das Rezept mit in Grab genommen und ich m?chte den Kuchen zu gerne einmal backen. Er mit Mandeln gebacken, die nach dem Backen wieder abgekratzt wurden, dann kam ein Belag drauf und zum Schlu? wieder die Mandeln. K?nnen Sie mir helfen? Liebe Gr??e Uta0806

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