Günstiger Urlaub - woran man denken sollte

Sonnenuntergang auf der Insel Siquijor auf den Philippinen in einer kleinen privaten Unterkunft eines Amerikaners.
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Im Folgenden möchte ich gerne über die verschiedenen Möglichkeiten berichten, eine Reise zu buchen und meine eigenen Erfahrungen mit euch teilen. Ich werde davon berichten, wie ich gebucht habe, welche Missgeschicke passieren können und ein paar andere wissenswerte Dinge erzählen.

Der Tipp wird in die folgenden Punkte gegliedert:

  1. Zielauswahl und Buchung
  2. Vorbereitung
  3. Touristenfallen
  4. Wissenswertes

Kommen wir auch schon zum Punkt

1. Zielauswahl und Buchung

Es kommt natürlich darauf an, was man für ein Reisetyp ist. Bevorzugt man eher kurze Städtereisen, lieber Sonne, wenn es hier bei uns schon herbstlich frisch ist, mag man Berge oder Meer, mit dem , dem Flugzeug oder dem Camper weg oder gar eine Radtour?

In der Regel ist es bei mir so, dass ich eher kein Wintertyp bin und lieber im Winter in die Sonne fliege. Manchmal reiße ich aber auch gerne für ein paar Tage aus dem Alltag aus und verbringe einen Kurztrip irgendwo. Meer ist mir definitiv lieber als Berge, zumal ich Berge eigentlich in Österreich direkt vor der Haustüre habe. Hinzu kommt für mich in Klagenfurt, dass wir leider nicht mehr so gut mit Flügen angebunden sind, wie damals, als ich noch in Köln wohnte, allerdings mit dem Auto relativ flott in Slowenien, Kroatien und Italien sind. So ergibt sich meist für mich ein Ziel. Für mich ist es schön, wenn ich immer wieder wohin komme, wo ich vorher noch nicht gewesen bin. Im Sommer geht das sicherlich mit dem Auto, im Winter dann per Flugzeug ab Wien oder München.

Bei der Buchung habe ich alles schon ausprobiert. Die verschiedenen Möglichkeiten sind:

- Pauschalreise, sprich alles in einem Paket online oder über das Reisebüro. Dies ist eher für diejenigen, die sich selbst um nichts kümmern wollen und "Sicherheit" mit buchen wollen,  aber nicht meine Präferenz. 

- Individualreise, sprich, ich buche Flug, Hotel und Transfer selbst und unabhängig voneinander. Das mag ich deutlich lieber, denn es ist meist günstiger, oft mit mehr Abenteuer und vor allem mit Spontanität und eigenen Entscheidungen verbunden.

Wie gehe ich vor?

Eine Pauschalreise ist leicht und normalerweise für reiseunerfahrene Leute oder in bestimmten Ländern und Regionen der beste Weg, wenn auch meist nicht der günstigste. Im Reisebüro habe ich anfangs gebucht, darauf kann man aber gut und gerne verzichten und über die diversen Plattformen online buchen. Empfehlenswert ist es, bei der Buchung nicht auf Gutscheine, die man dann für eine Folgereise bekommen soll und meist hinterherlaufen muss oder diverse Versicherungen, die bei der Buchung mit angeboten werden, hereinzufallen, sondern zu überlegen, was man vielleicht hat und was man wirklich braucht und will. 

Bei einer Individualreise ist es ähnlich. Hier empfiehlt sich, die Flüge immer direkt über die jeweilige Seite der Airline zu buchen, denn auch die Plattform wie fluege.de oder so etwas, will einen kleinen Teil Provision verdienen. Direkt bei der Airline ist es oftmals etwas günstiger. Wer jedoch zu oft nach den gleichen Flügen schaut, der treibt die Preise in die Höhe! Daher lieber einen Preis festlegen, den man bereit ist zu zahlen für den Flug und dann ggfs. buchen, wenn der Flug in dem Budget ist. Auch hier kann man mit Handgepäck und normalem Sitzplatz ein wenig einsparen. 

Dann geht es weiter zur Buchung der Unterkunft und hier ist eine Vergleichsplattform wirklich enorm empfehlenswert. Bei dem Hotel, das wir im Oktober in Griechenland gebucht haben, gab es für eine Woche Unterschiede von 500 Euro pro Person! Meist suche ich mir über ein Vergleichsportal das günstigste Hotel raus, das mir gefällt, und schaue dann auch direkt auf der Webseite des Hotels, wie die Preise sind. Mache ich eine Städtereise oder fahre nach Kroatien, Italien ans Meer, dann mag ich auch gerne Campingplätze mit Mobilheimen, vor allem, wenn Hunde erlaubt sind. In Städten suche ich auch nach AirBnB-Unterkünften. Hier jedoch immer die ganze Unterkunft und nicht nur ein Zimmer. Für die Hardcore-Sparer gibt es auch manchmal noch Payback-Punkte, Cashback oder ähnliches bei der Buchung. 

Wichtig ist es, sich idealerweise vor der Buchung alles einmal anzuschauen und sich ein wenig schlau zu machen, denn es bringt nichts, wenn man günstig an den Flug und das Hotel kommt, aber der Transfer vom Flughafen schier unmöglich scheint. Beispielsweise auf den Malediven. Auch hier gibt es immer hilfreiche Informationen auf der Webseite des Zielflughafens und meist ist dort aufgelistet, welche "Hin und Zurück" Möglichkeiten zum Flughafen es gibt. Alternativ kann man auch das Hotel anschreiben und fragen, ob es einen Abhol- und Bringservice für einen kleinen Aufpreis gibt.

2. Vorbereitung

Hier kommen wir zu den wichtigsten Themen:

  1. Brauche ich bestimmte Dinge für die Einreise? Visa, ESTA-Formular für die USA, ggfs. eine Erstadresse zum Angeben, bevor ich am Flughafen mein Ticket bekomme, aber auch Reisepass, Reisekrankenversicherung in der Landessprache oder bestimmte Impfungen, internationaler Führerschein?
  2. Reicht mein Versicherungsschutz aus? Auslandsreisekrankenversicherung, Privathaftpflicht eventuell mit besonderem Auslandsschutz für Leihwagen und die Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens bei der Buchung.
  3. Wie will ich im Ausland zahlen? Es empfiehlt sich, das Kreditkarteninstitut anzurufen und den Reisezeitraum bekannt zu geben, damit man auch reibungslos Geld abheben kann und es nicht nach Betrug aussieht. Vielleicht sollte man auch das Limit erhöhen, damit man nicht ohne Geld vor Ort ist. Zudem muss man drauf achten, dass im Zielland die Kreditkarte akzeptiert wird. Auf den Philippinen zum Beispiel ist Visa- oder Mastercard nicht nutzbar, sondern nur Karten der lokalen Banken (Ist mir beides mal passiert).
  4. Welche Dinge brauche ich unbedingt? Lieblingsbuch, Sonnencreme, Reiseapotheke, Kopien von meinen Dokumenten, Musik? Und kann ich das alles in meinem Gepäck (Handgepäck) mitnehmen? Muss ich meine ADAC-Clubkarte, die Eingangskarte vom Büro oder auch meinen eigenen Autoschlüssel mit in Urlaub nehmen oder kann ich diese Dinge zu Hause lassen?

3. Touristenfallen

Da gibt es immer wieder Klassiker. Beispielsweise in der Wechselstube, im Restaurant, beim Taxifahren, auf Märkten und so weiter. Das Härteste, das ich erlebt habe, war am Schalter am Flughafen, als mir die Frau sagte, mein Sitzplatz am Gang koste 20 Euro extra. Da musste ich echt laut lachen, denn das ist natürlich totaler Quatsch. Zu viele Zigaretten/Zigarren, Klamotten wieder mit zurückbringen ist auch nicht so cool, denn die müssen ggfs. verzollt werden oder kosten Strafe. Ebenso ist das Buchen von Ausflügen bei Strand- bzw. Straßenverkäufern nicht immer empfehlenswert und vor allem sollte immer auf den Umrechnungskurs geachtet werden. Auch beim Kauf von Waren sollte man zumindest auf Qualität und Echtheit schauen und dies überprüfen.

Kutsche auf Kuba, allerdings nur für Güter und Waren, damit die Landsleute nicht schwer schleppen müssen.

4. Wissenswertes

Fährt man in ein Land, das eine andere Währung als den Euro hat, so ist die beste Alternative, um an Geld zu kommen, vor Ort mit der eigenen Kreditkarte an der ATM Maschine Bargeld abzuheben. So hat man die niedrigsten Gebühren und den aktuellsten Wechselkurs. Vor Ort zahlt man am besten in der Landeswährung, dann ist es am günstigsten und die Einheimischen können mit der Währung etwas anfangen. Im Ausland können keine Euro Münzen umgetauscht werden, sondern nur Scheine, daher stehen oftmals die Einheimischen, wenn Sie Trinkgelder in Euro bekommen haben am Ende bei der Abreise am Bus und bitten, die Münzen in Scheine zu tauschen, damit sie es wiederum wechseln können. Die Münzen zu wechseln ist eine nette Geste und keineswegs ein Betrugsversuch der Landsleute. 

Sehr gute Ausflugsangebote bekommt man oftmals in den Hotels selbst, wenn man auf die Standardausflüge steht und das mag. Ich mag das auch an der ein oder anderen Stelle, aber was für mich viel cooler ist, ist etwas mit den Einheimischen zu unternehmen. Oft ist es schön, wenn man normale Trinkgelder gibt und sich höflich und respektvoll verhält, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und dann mit ihnen etwas zu unternehmen, vielleicht ein wenig mehr über Land und Leute zu erfahren und vor allem abseits von dem, was man als Tourist so zu sehen bekommt. Ich hatte dieses Glück mehrmals und durfte in Gambia mit zu der Familie nach Hause ins Dorf, wo vermutlich vorher noch nie ein weißer Mensch gewesen ist. Ich habe dort Essen bekommen, konnte mit den Freunden im Gemeinschaftsraum sein, alle zusammen auf dem Boden und bekam das Baby in den Arm und alle Kinder waren in Scharen um mich versammelt. Oftmals haben mir Einheimische berichtet, dass sie einfach nicht beachtet werden oder Reisende denken, sie wären dumm und ungebildet, dabei können wir so viel von ihnen lernen. 

Einheimische in Entwicklungsländern freuen sich oft auch über Süßigkeiten, über Bleistifte, alte Lesebrillen, T-Shirts, Hygieneartikel inklusive Tampons, Zahnbürsten, Kartenspiele, Mikado, Malbücher oder was auch immer ins Gepäck passt. Dies sind oft Luxusartikel, die man dort nicht oder nur sehr teuer kaufen kann, aber meist ist das Geld eh schon knapp für Essen und Miete, daher sind solche Dinge fast nicht möglich und auch eine kleine Geste von Verbundenheit, Respekt und Nächstenliebe. 

Ach ja, bevor ich es vergesse: Es ist überhaupt nicht angebracht, mit Spaghettishirt oder Hotpants zum Abendessen zu gehen, zumindest in den wenigstens Hotels, vor allem für Männer. Ebenso ist es ratsam, wenn man die Hotelanlage verlässt – besonders in armen Ländern – keine Markenklamotten, keine teuren Gegenstände oder gar eine Rolex anzuziehen. Bitte auch keine Unmengen an Bargeld mitnehmen. Ist die Not groß, dann ist eventuell die Hemmschwelle zu stehlen geringer. Außerdem muss man ja nicht heraushängen lassen, dass man "etwas Besseres" ist. Erinnern wir uns daran, dass wir einfach bei der Geburt mehr Glück hatten, mit dem richtigen Pass geboren zu werden. 

Straßenhund Archy, der bei Archery Asia in Moalboal auf den Philippinen bei einem ehemaligen Arbeitskollegen untergekommen ist.

Auch von Esel reiten, Kutsche fahren, Elefanten oder Kamele reiten oder Löwen streicheln und Ähnlichem rate ich dringend ab. Meist sind die Temperaturen so unerträglich, dass es einfach nur eine Qual ist. Besser ist es, ein paar Taler springen zu lassen, ohne den Dienst in Anspruch zu nehmen und auf die Tierquälerei zu verzichten. Es gibt meist viele Straßenhunde und Katzen. Wenn man schon nicht füttert, dann sollte man zumindest so fair sein und sie einfach nicht beachten. Ansonsten freuen sie sich natürlich über eine kleine Streicheleinheit, eine Schüssel Wasser aus dem Hotelzimmer oder ein wenig Futter. Auch das kann man von zu Hause mitbringen, wenn es in den Koffer passt oder man packt vom Essen beispielsweise den Rinderknochen ein für die Hunde.

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