Gulasch

Gulasch

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3,8 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Zeit

Gesamtzubereitungszeit:

Leckeres dumm- und dussel-Gulasch.

Zutaten

  • 500 g Gulaschfleisch (Schwein oder Rind)
  • 500 g Zwiebeln (geschält sollten es 500 g sein!)
  • 500 g Paprika (im 3er Pack sind meist 500 g drin also kann man auch 3 lose kaufen)
  • 1 Flasche Rotwein
  • 1 Zehe Knoblauch (fein gehackt oder gepresst) oder Granulat aus der Mühle
  • 1 halbe Tube Tomatenmark (100 g)
  • 1 TL Honig
  • 3 EL Öl (Raps-Sonnenblume oder was gerade da ist)
  • 2 L Wasser oder mehr... das sieht man beim Kochen

Gewürze

  • Salz 
  • Pfeffer (am besten frisch aus der Mühle)
  • Paprikapulver edelsüß und rosenscharf

ACHTUNG! DIES REZEPT IST NICHT GEEIGNET WENN MAN SCHON HUNGER HAT! BIS ES FERTIG IST IST MAN VERHUNGERT!

Zubereitung

  1. Paprika waschen, entkernen und in ca. 1x1 cm große Stücke schneiden. Gulaschfleisch, falls die Stücke zu groß sind, in mundgerechte Happen schneiden und die Zwiebeln schälen, Enden abschneiden und vierteln (am besten auf der Küchenwaage zur Kontrolle abwiegen). Die restlichen Zutaten bereitstellen und die Weinflasche öffnen.
  2. Los gehts: Das Öl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und das Fleisch rundherum anbraten bis es leicht gebräunt ist. Dann den Honig, den Knobi und das Tomatenmark auf das Fleisch geben und (am besten mit einem flachen Bratenwender) verrühren. 
  3. Das Tomatenmark sollte dabei auf dem Topfboden verteilt werden, sodass es sich bräunlich färbt! Achtung! Nicht schwarz werden lassen, dann wird es bitter und versaut das ganze Gulasch.
  4. Sobald das Mark braun wird, einen Schluck Rotwein in den Topf kippen und das Tomatenmark damit wieder vom Topfboden lösen, bei Bedarf auch ruhig noch nen Schuck Wein hinterher kippen.
  5. Fleißig weiterrühren und das Ganze mit dem Ansetzten und mit Wein Ablösen wiederholen.
  6. Wenn's zum dritten mal angesetzt hat, einen ordentlichen Schuss Rotwein in den Topf geben. Dann bilden Mark und Rotwein eine dicke Soße auf dem Topfboden. Nun die Zwiebeln dazugeben und weiterrühren.
  7. Dann erstmal 1,5 L Wasser dazugeben und die Paprika zufügen.
  8. Als nächstes folgen eine Prise Salz, eine Prise Pfeffer, ein gestrichener EL Paprika Edelsüß und ein gestrichener TL Paprika rosenscharf.
  9. Nun heißt es, das Ganze vor sich hin köcheln lassen und zwischendurch immer ordentlich rühren, rühren... und das wichtigste RÜHREN...
  10. Man rührt sich dumm und dusselig :-) 
  11. Wenn das Ganze etwas zu fest wird, muss man nochmal Wasser nachkippen, denn, das Ganze muss so lange kochen, bis die Zwiebeln komplett zerfallen sind, was je nach Herdleistung bis zu 3 Stunden dauern kann...
  12. Dafür hat man eine herrlich sämige Soße und man kann die letzte halbe Stunde noch fröhlich abschmecken, falls noch etwas fehlen sollte. Dazu schmecken Salzkartoffeln oder Nudeln besonders gut.
  13. Und nicht erschrecken, wenn ihr Schweinefleisch nehmt, es ist ganz normal, dass das während des Kochens auseinanderfällt, aber dafür ist es superzart wenn das Gulasch endlich fertig ist! 


Hier meine Anekdoten zu diesem Rezept: (etwas Zeitvertreib für die lange Kochzeit)

Vor 9 Jahren (Ich war gerade frisch mit meinem Schatz zusammen gezogen, wollte ich ihn mit Gulasch überraschen. Jung und unerfahren wie ich war, ging ich um 16 Uhr zum einkaufen, hatte um 18 Uhr alles geschnibbelt und zusammengewürfelt, doch als er um 20 Uhr nach Hause kam war das Essen immer noch nicht fertig... ich blieb wach während er schon ne Runde vorgeschlafen hat und um Mitternacht gab es dann endlich Abendessen... damals hatte ich "Trottelchen" den Herd (E-Herd) allerdings auch auf halb runtergedreht, weil mir zu der Zeit noch das meiste Essen angebrannt ist und ich das bei dem Aufwand nicht wollte.

Seitdem koche ich das Gulasch nur noch zu besonderen Anlässen oder wenn ich frei habe, nebenbei kann man nämlich super die ganze Bude putzen.

Als ich meiner Oma 2 Jahre später (da hatte das Rezept den heutigen Status erreicht), von meinen Kochkünsten erzählte, (man ist ja auch stolz auf sich wenn man das alles ohne M***i F*x und Co hinbekommt) meinte sie "Kindchen, ich habe da noch nen Schnellkochtopf für dich, damit stehst du nicht mehr so lange in der Küche!"

Beim nächsten Besuch bei ihr, brachte ich die Zutaten mit und versuchte es im Schnellkochtopf... Den Tag hatte ich nur Schwein bekommen, was mir ja schon immer im normalen Topf zu butterzarten Fitzeln zerfallen ist... sie gab mir Tipps und dirigierte mich, weil ich junges Ding ja nicht kochen kann!

Naja sie hat's gut gemeint, aber weder Hund noch Katze, wollte die zähen Klumpen, zu denen das Fleisch mutiert war fressen. Der Schnellkochtopf blieb bei ihr stehen und ich koche das Gulasch lieber nur zu besonderen Anlässen.

Ein Mal kam auch Schwiegermama ganz unerwartet vorbei und das Gulasch war schon fertig. Nett wie man ist, lud man sie zum Essen ein. Sie bat um Nachschlag und nachdem wir satt und zufrieden waren, auch um das Rezept...

Hm... sie lädt uns mal zum Gulaschessen ein, wenn sie in Rente ist, vorher schafft sie das zeitlich nicht. Ich gebe zu, es ist ne Menge Aufwand...und man muss meistens noch abschmecken... aber wenn man die Zeit und Lust hat, lohnt es sich echt! Ist halt mit viel Amore gekocht... und vielleicht traut sich ja auch wer dran es nachzukochen.

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25 Kommentare


#1
7.6.12, 23:38
Hört sich ja richtig gut an - Ich werd´s definitiv versuchen. Am besten gleich nächste Woche, denn da hab ich Zeit ;)
1
#2
7.6.12, 23:52
Hab' schon lange kein Gulasch mehr gemacht. Jetzt habe ich direkt Appetit gekriegt. Außerdem, eine nette Geschichte. :-)
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#3
8.6.12, 01:47
Mein ergänzender Tipp dazu: 2kg Fleisch nehmen, alles andere mengenmäßig anpassen. Das Anbraten kostet dann mehr Zeit, weil portionsweise, aber das Zeug köchelt genau so lange für sich hin wie für die kleine Menge. Dafür kann man dann aber leckeres Gulasch einfrieren und kommt öfter in den Genuss. Und so dramatisch isses ja nun auch nicht, wenn das Essen friedlich vor sich hinkocht und Zeit braucht.
Wer Angst hat es brennt an, stellt den Topf einfach in den Ofen ;)
#4
8.6.12, 07:34
goldige geschichte :-)
3
#5 Pitz
8.6.12, 09:27
Toll Leonida, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, das Rezept haarklein und mit entsprechendem Warnhinweis (dass man das nicht bei Hunger kochen sollte) aufzuschreiben.

Gulasch ist für mich die Nr. 1 meiner Lieblingsgerichte. Und so wie Du mache ich es ähnlich. Meine Ex-Schwiegermutter gab mir auch mal einen Tipp dazu. Man/frau solle das Fleisch mit drei Sorten Fett anbraten: Öl, Butter und kleingeschnittenem fetten Speck ("So wird es richtig gut"). Habe ich dann auch befolgt.

Eine ganze Flasche Rotwein hört sich zwar gewaltig an, ist bei einem guten Gulasch nicht herausschmeckbar. Als ich bei einem kochfreudigen Schwager zum Geburtstag Gulasch aß, was sehr gut schmeckte, fragte ich ich ihn, wie er das gemacht habe. Er sagte, dass er kein Wasser nähme, sondern ausschließlich Rotwein. In das Gulasch hatte er fünf Flaschen Rotwein getan. Würde ich allerdings persönlich nicht umsetzen. :D

Vielen Dank für das schöne Rezept. Das Verfeinern mit Honig kannte ich nicht.

Demnächst gibt es seit langem wieder mal Gulasch bei mir.

LG Pitz
2
#6 erselbst
8.6.12, 15:35
altes ungarisches sprichwort " goulasch muß brennen zwei mal--einmal wenn rein geht, einmal wenn raus geht"
#7 Pitz
8.6.12, 21:54
@erselbst:
Ja, erselbst, Bepanthen-Salbe sollte in keinem Haushalt fehlen.
1
#8 fReady
9.6.12, 00:52
@erselbst:

Und ein drittes Mal dem Kanalarbeiter in den Augen... ;O)
3
#9 fReady
9.6.12, 01:01
@ Leonida83:

Gerne 4 von 5 Sternen für das Rezept...

Aber der Text bis zu den Anekdoten ist schon mehr als üppig...

Was dann noch folgt...

Ich denke, soviel Text schreckt einen Kochanfänger beim reinen Drüberscrollen vielleicht doch eher ab...

Ganz bestimmt nichts gegen Dein Rezept!

Aber versuche vielleicht doch, zukünftig eine gesunde Mitte zu finden?
#10
9.6.12, 13:56
Ich nehme gern statt dem "Gulaschfleisch" dicke Beinscheiben vom Rind, von denen ich dann das Fleisch löse und würfle. Ansonsten sehr ähnliches Rezept, nur ohne die Paprikafrüchte (geht aber auch mit). Die Knochen kommen natürlich zum köchelnden Gulasch dazu, nur hinterher raus. Nach dem gleichen Prinzip habe ich auch schon Gulasch aus Tomaten, Hähnchenherzen oder -mägen gemacht. Geht auch alles, guckst Du hier: http://herdnerd.de/tag/gulasch/
2
#11
10.6.12, 09:49
Danke erstmal fürs Rezept - im Großen und Ganzen ein "ganz normaler Gulasch" - der Aufwand lohnt sich sicher erst ab 1 kg Fleischmenge und die Garzeit ist übertrieben lange.

Bei mir wird ordentlich angebraten und dann ab in die Röhre - nach 1,5 Stunden ist das Fleisch noch stückig, aber "durch" und zart (ich finde "Fleisch-Fitzelchen" nicht so ansprechend) - wenn man will, kann man die Soße mit Paprika und Zwiebeln usw. (ohne Fleisch) einmal durchpürieren.
Also dann wünsche ich allen Guten Appetit beim nächsten Gulasch-Schmaus!
1
#12
10.6.12, 10:34
Ich finde das Rezept auch ziemlich gut. Ich brate zuerst die Zwiebel in sehr reichlich Fett an und gebe dann die anderen Zutaten dazu. ( Die Zwiebel brennen nicht an !) Das hatte ich mal in einem Film über Gulasch gesehen und sofort ausprobiert . Das Gulasch war himmlisch weil die Soße so herrlich sämig war.
#13
10.6.12, 10:55
Ein Tipp:Die Zwiebeln gleich kurz nach dem anbraten dazu geben,dann braucht man keine 3 Stunden.Guten Apetit !
#14
10.6.12, 11:20
also ich nehme immer den Schnellkochtopf und bekomme das Rindfleisch in kurzer Zeit (1/2-1 Stunde)schön weich
#15 luckybeer
10.6.12, 11:34
aber vielleich im schnellkochtopf zu wenig flussigheit den ich brauche seit1962 mein schnellkocher! schusohlen bekommt man auch weich !!!! gr
1
#16
10.6.12, 14:10
ich weiß nicht, ob das so stimmig ist, wenn man gleich auf einmal die 1,5 l Wasser da reinkippt - ich glaub, dann kocht es mehr, als dass es gart.. ich mache immer nach und nach das Wasser rein. Ansonsten ein normales Gulasch, Zwiebeln braucht man definitv nicht abwiegen, je mehr umso besser, man sollte sie aber gleich am Anfang nach dem Fleisch mit anbraten.
Ich brate immer das Fleisch kräftig an, in einem hohen schweren Topf, dann hole ich es raus, danach alles andere anbraten und dann wieder das Fleisch mit rein... ist zwar aufwändig, aber superlecker!
#17
10.6.12, 15:36
Leonida83 Dein Rezept ist amüsant zu lesen,danke dafür.
Auch ich koche so das Gulasch,nur mit Honig habe ich bis jetzt nicht gekannt.
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#18
10.6.12, 16:06
Ich finde die Flüssigkeitsmenge 2 Liter, Wasser 1 Flasche Rotwein auf 500 gr. Fleisch doch recht viel. Das ist eher eine Suppe. Da fehlt mir der käftige Fleischgeschmack. Bei mir schmort das Goulasch auch nur 1 1/2 -2 Stunden und ist butterzart aber nicht zerfallen und die Zwiebeln dürfen noch zu erahnen sein.
Aber nichts desto trotz werde ich es genau nach Rezept mal ausprobieren.
2
#19
10.6.12, 16:58
Wir braten die Fleischstücke (meist halb Shwein- halb Rind) in der Pfanne an, damit es schön Farbe bekommt. Dann ebenso die Zwiebeln und dann beides mit Gewürzen in den Schellkochtopf und ca. 30 - 40 Min - je nach Größe der Stücke - köcheln lassen = bisher waren alle begeistert!
2
#20
10.6.12, 21:19
Zur Zutat Rotwein.
Man sollte immer den Wein verwenden den man zum Essen auch trinkt. Also keinen "billigen Fusel. Ich persöhnlich koche viel mit Wein....und manchmal kommt auch etwas in das Essen. Ha Ha .
#21
11.6.12, 08:26
Davon habe ich nichts geschrieben Wasser gleich ein zu schütten,sondern die Zwiebeln gleich mit zu braten.
#22
11.6.12, 18:53
Werde ich auch mal ausprobieren. Aber: Ein halbes Kilo Paprika? Wird aber echt scharf. Stimmt diese Angabe?
2
#23
11.6.12, 19:14
@Spamsel: Wenn du PaprikaPULVER nimmst bestimmt! :-))
Es sind aber frische Paprikaschoten gemeint, die sind doch nicht wirklich scharf.
#24 Gaikana
12.6.12, 10:06
Gulasch gehört bei mir zu den Gerichten, die ich immer einen Tag zuvor mache, weil es besser schmeckt, wenn es einen Tag durchgezogen hat, genau wie Eintopf oder Linsengemüse
2
#25
13.6.12, 21:16
Schönen guten Abend und dankeschön für die Zahlreichen Kommentare! :-)
@ Maja und Spirelli: Ich kippe gleich die eineinhalb Liter Wasser dran und "koche" das ganze halt weil ich nebenbei auch gerne den Wohnungsputz mache und mir so nix anbrennt auch wenn ich das Gulasch mal vergesse ;-)ebenso köchelt das ganze bei mir Ohne Deckel vor sich hin....deswegen passt das mit der Flüssigkeit(wird sämig aber nicht Suppig) und wem es zu viel Wein ist....der kann auch gerne 2-3 Gläser davon während des kochens trinken :-)
@Cat Rina, ich mag die Filzelchen ganz gerne, finde es so "stimmig" weil ich dann alles auf der Gabel habe :-) (Auch wenn man die zu großen Stücke vorher geschnitten hat passt es doch nicht immer mit dem Fleisch Beilagenverhältnis....wenns Kartoffeln dazu gibt ist es eine echt ausgewogene Kombination von Fleisch und Beilage)
Auch meine Oma kann dadurch mal wieder Gulasch essen...sie ist halt schon ne "ältere" Dame und beschwert sich meist das ihr das Fleisch zu zäh ist und/oder ihr auf den Magen schlägt....mein Gulasch kann sie "weglutschen" ;-) und kriegt davon auch kein Magendrücken....
liebe Grüße und einen schönen Abend wünsche ich :-)

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