Karthäuserknödel - ein Fastenessen

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Da immer noch Fastenzeit ist, kommt heute noch einmal ein typisch bayerisches Fastengericht auf den Tisch, die Karthäuserknödel.

für zwei Personen brauchen wir:

Zutaten

  • 5 altbackene Semmeln, ca. 1/4 L lauwarme Milch
  • 3 frische Eier
  • 4 gekochte und grob geraspelte Erdäpfel (am besten vom Tag vorher) Petersilie, Schnittlauch und Majoran (besonders wichtig!)
  • 1/2 Pfund geraspelter Käse (Bergkäse ist besonders würzig!)
  • Pfeffer und Salt und eine Prise Muskat.

Zubereitung

Die Semmeln grob zerbröseln und die Milch darüber gießen. Einziehen lassen. Dann die Eier, die Erdäpfel und den Käse untermischen. Die Gewürze und Kräuter mit untermischen und die Masse abschmecken.

Der Brotteig sollte so sein, dass man mit dem Finger eine Delle eindrücken kann.

Dann mittelgroße Knödel formen und selbige ein bissel flach drücken. Oben eine kleine Delle eindrücken!

Die Knödel in heißem Butterschmalz ausbacken. Beim Servieren in die Delle entweder ein wenig Butterschmalz geben (das ist das Original) oder einen Löffel saure Sahne.

Dazu paßt immer ein knackiger Salat und eine halbe Starkbier!


PS: Nach der Regel, dass Flüssiges das Fasten nicht bricht wurde einst das Salvator Starkbier gebraut. Um vom Papst die Genehmigung dafür zu erhalten es als Fastenbier bezeichnen zu dürfen schickte man zur damaligen Zeit ein Faß desselben nach Rom. Der Weg war weit und mühsam. Als das Bier dort ankam, war es sauer. Der Papst probierte es und meinte dann, "wer so etwas trinkt, der tut gar wahrlich Buße. Das war der Beginn der sog. ...ator Biere las Fastenspeise!

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Themen: Knödel

7 Kommentare


#1
8.3.12, 08:56
Wieder ein guter Tipp mit witziger Geschichte. Ich kenne die Karthäuserklöß aber nur süß. Gibts da regionale Unterschiede?
#2
8.3.12, 09:07
Ich kenne den Ausdruck Karthäuser-Knödel gar nicht.
Das Rezept liest sich gut und lecker und wird mal ausprobiert.
Auch die Geschichte darum ist schön.
Danke dir Erselbst.
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#3
8.3.12, 11:14
Diese Knödel in "Süß", dann aber noch eine schöne leckere Weinschaumtunke/Creme dazu. Oma hatte das gut drauf und bin jetzt
wieder fündig geworden.
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#4 erselbst
8.3.12, 12:18
natürlich kann man das auch auf "süß" machen--dann aber käse und majoran weglassen!!!. es heißt dann " benediktennockerl"--kommt wohl von den benediktinerinnen (ihren nockerln!!!).
#5 Murmeltier
8.3.12, 12:33
@erselbst: Die Karthäuser-Knödel "in süß'" kenne ich als "Arme Ritter". Kartoffeln wurden in meiner Heimatgegend dann allerdings nicht mitverarbeitet und es gab dann - wie Riesling schon bemerkte - Weinschaumsoße dazu. Aber warum nicht auch geriebene Kartoffeln daruntermischen? Schmeckt sicher auch gut!
#6 erselbst
8.3.12, 12:34
@Murmeltier: "Arme Ritter" sind etwas ganz anderes!!!
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#7 Murmeltier
9.3.12, 14:43
@erselbst: Das kommt ganz darauf an, in welcher Gegend man lebt bzw. aus welcher Gegend das Rezept kommt! Z. B. können Arme Ritter auch jeweils halbe, altbackene Brötchen, in Milch eingeweicht, in Butter gebacken und mit Zimt und Zucker bestreut, sein. Die von Dir benannten Benediktennockerl heißen gebietsweise auch einfach nur süße Semmelknödel. So gibt es viele unterschiedliche Bezeichnungen für möglicherweise fast gleiche Rezepte!

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