Königsberger Klopse (Ostpreußen)

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Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen...

Kennt ihr das? Nein? Die Hymne Ostpreussens. Und die Klopse sind nach dem Rezept meiner Uromma. Die kam aus Allenstein.

Soll ich es so schreiben: Man nehme... nö. Mach ich net. Ich machs einfach, Schritt für Schritt. Was ihr braucht, lest ihr im Text, aber nicht mit ganz genauen Mengenangaben. So ungefähr. So, wie Omma selich das auch gemacht hat.

Also, zuerst mischt ihr mal Hackfleisch. Eigentlich kommen Sardellen rein, aber zur Not tut es Sardellenpaste. So auf ein Pfund Hackfleisch etwa 60-70 g. Hackfleisch natürlich ungewürzt. Kein Mett. Rind oder Schwein, das soll es sein. Oder beides. Dann kommt ein fein gehacktes Zwiebelchen rein. Ein Ei! Owei! Natürlich ohne Schale. Etwas Pfeffer. Etwas Majoran. Etwas Salz, aber bitte Vorsicht! Die Sardellenpaste ist schon sehr salzig. Ein wenig Paniermehl (oder ein eingeweichtes und gut ausgedrücktes Brötchen).

Das Ganze durchmanschen. Ihhhhhh... mit den Händen? Mit den Händen. Was dann? Bällchen formen. Auch mit den Händen. Gleichmäßig groß.

Und nun geht es weiter. Eine kleine Zwiebel kleingehackt in etwas Butter anschwitzen. Dann kommt Brühe drauf. Ich bin für ne gute, selbst gekochte Hühnerbrühe. So hab ich es grad gemacht. Es geht aber auch, ne gute gekörnte zu nehmen, jaaaa, die, die ohne Hefeextrakt und Glutamat auskommt. Die iss teuer. Aber ihr wollt ja schließlich genauso gut essen wie ich. Ein, zwei Lorbeerblätter dazu. Zwei, drei Wacholderbeeren. Pfeffer oder Pfefferkörner. Gut aufkochen. Dann einen Schluck Weißwein dran. So macht es der Ostpreusse. Nich nur Uromma, auch Vatter kam aus Ostpreussen. Königsberg. Da, wo die Klopse herkommen.

Weiter. Die frischen Klopse vorsichtig in die kochende Brühe geben und 15, 20 Minuten leise köcheln lassen. Fertig sind sie, wenn sie oben schwimmen. Das kennt ihr von Kartoffelklößen.

So, nun die Klopse raus, beiseite stellen. In einem passenden Pott ein Stück Butter zerlassen, ein, zwei Esslöffelchen Mehl darin HELL anschwitzen. Immer schön umrühren, dann gibt es kein Klümpchen. Dann siebt ihr die Brühe drauf. Soviel, dass eine sämige Soße entsteht. Kurz aufkochen. Das macht man, damit die Soße nicht nach Mehl schmeckt. Etwas süße Sahne dran. Wir wollen ja ne helle Soße. Einen halben Löffel Senf dran. Und Kapern. Kennt ihr? Das sind die Popel, die so grünlich im Glas schwimmen. Keine Widerrede, die gehören einfach dran. Mit der Flüssigkeit, die im Glas ist. Löffel reintauchen in die Soße. Schmeckt es? Oder muss noch Salz dran? Oder Pfeffer? Nein? Dann iss gut.

Klopse wierder rein da und nur noch ziehen lassen, bis die Salzkartoffeln fertig sind. Die kann man noch in bissi Butter schwenken und mit bissi frisch gehackter Petersilie würzen. Fertig? Fertig.

So, und nun lasst euch schmecken.

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4 Kommentare


#1
23.1.15, 16:51
Die Klopse mach ich im Grunde genauso. Meine Grossmutter war auch aus Allenstein, kam aber schon nach dem 1.Weltkrieg nach Franken. Auf Sardellen verzichte ich, Salz tuts auch. Aber profane Salzkartoffeln dazu ? Ich zelebriere das Essen nur mit Reis ! Allerdings kenne ich einige Fans die sich darüber ständig in den Haaren liegen. Nudeln gehen ja garnicht, sagt einer. Nochmal Danke fürs Rezept !
#2
25.12.15, 18:25
kommt dem originalrezept sehr nahe, süss geschrieben, danke fürs rezept
#3
24.11.16, 22:42
Hallo Horst, ich bin auch in Allenstein geboren.. (1962) lebte dann in Nordreinwestfahlen .. dann 14 Jahre in New York, und nun schon 11 Jahre in Hawaii. Heute werde ich zu Ehren meiner Mutter (sie verstarb im September) auch Königsberger Klopse machen .. hier auf Hawaii. Aloha.
#4
24.11.16, 23:11
In den Masuren, auch in Allenstein war ich diesen Sommer. Ein traumhaft schönes Stück Erde. Die Klopse mag ich auch sehr mit dem grünem Popel , die Kapern

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