Laktosefreien Kefir herstellen: Mit Sojamilch

Laktosefreien Kefir herstellen mit Sojamilch
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Da ich aufgrund extremer chronischer Bronchialprobleme auf Sojaprodukte, die hilfreich entgegenwirken sollen, umgestiegen bin (natürlich nach Überprüfung auf Soja-Allergien, die Atemnot hervorrufen können), probierte ich aus, auch meinen Kefirpilz damit zu füttern. Ich hatte Bedenken, ob die Milch “gehaltvoll” genug ist, um ihn wachsen zu lassen: Es klappt!

Wer den Kefirpilz nicht kennt:

Kefir stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und ist keine feste Knolle, sondern besteht aus einer Art Schlingen, die sich zu einer losen Knolle verklumpen. Beim Abspülen reißen kleine Stücke ab und bilden dann später neue, junge Kefirknollen. So vermehrt sich der Kefir immer wieder aufs Neue. Die kleine Kefirknolle erinnert an Hüttenkäse.

Kefir ansetzen ist ganz einfach:

  1. Ein Stück Kefirknolle in der Größe einer Haselnuss reicht für 300 ml Sojamilch aus.
  2. Die Knolle legt man in ein größeres Schraubglas (auf keinen Fall darf die Knolle mit Metall in Berührung kommen) oder einen Kunststoffbehälter mit Deckel, übergießt sie mit 300 ml Sojamilch und stellt sie für 2 Tage an einen lichtgeschützten Ort.
  3. Wichtig ist, das Glas fest zu verschließen, um den Gärprozess nicht durch Sauerstoff zu beeinträchtigen.
  4. Nun die Milch durch ein Kunststoffsieb abseihen und in ein Trinkglas geben. Im hält sich die Milch mehre Tage.
  5. Der Pilz wird wieder in den Behälter gegeben und wieder mit Milch aufgeschüttet. Es ist nicht unbedingt nötig, ihn jeden Tag zu waschen, alle vier bis fünf Tage reicht völlig aus.
  6. Dabei sollte man vorsichtig sein und ihn im Sieb liegend mit Wasser abspülen.
  7. Lässt man den Pilz länger in der Milch, wird die Masse dicklich wie Buttermilch oder Joghurt und kann gelöffelt werden oder dient in der Küche als Salatsoße oder zum Verfeinern von Soßen. Sehr gut schmeckt Kefir auch leicht gesalzen und mit Mineralwasser aufgefüllt oder mit Kräutern, Zitronensaft, Ingwer und Pfeffer verfeinert. Ob man in pur genießt, die süße oder die herzhafte Variante bevorzugt, ist reine Geschmacksache. Am besten trinkt man den Kefir abends. Da er sehr sättigend ist, ersetzt er durchaus auch eine Mahlzeit.
  8. Möchte man einen besonders cremigen Kefir, rührt man ihn nach einem Tag mit einem Kunststofflöffel (ich benutze einen dicken Strohhalm) kräftig durch.

Kefir nicht nur erfrischend und schmackhaft, sondern auch gesund:

  • Er hilft bei Darminfektionen, da er einige Krankheitserreger abtöten und wieder eine gesunde Darmflora herstellen kann.
  • Der tägliche Genuss von Kefir wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Auch können Probleme wegen chronischer Müdigkeit, Schlafstörungen und Unruhe gelindert werden. Ebenso wirkt Kefir sich positiv auf Allergien, Erkrankungen der Leber, Gallensteine, Darmkrämpfe, hohen Blutdruck sowie Paradontitis aus. Der Organismus wird gereinigt, Schlacken werden herausbefördert und das Gedächtnis wird verbessert.
  • Ob nun alles wissenschaftlich nachgewiesen ist oder nicht: Auf jeden Fall schmeckt er sehr gut und schadet nicht.
  • Kefir enthält Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Folsäure, Niacin sowie die Mineralstoffe Calzium, Eisen und Jod (Iod).
  • Will oder muss man aufgrund Abwesenheit eine kleine Kefirpause einlegen, wird der Pilz mit Milch und Milchpulver bedeckt und nicht zu fest verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt. So hält er sich ca. 3 Wochen. Danach muss er gründlich gereinigt werden, die Milch wird entsorgt und der Pilz wird neu angesetzt. Möglicherweise dauert es ein paar Tage, bis der Ansatz wie gewohnt arbeitet.
  • Der Pilz verdoppelt sich alle 3-4 Wochen und muss dann geteilt werden. Es finden sich bestimmt viele Abnehmer um Umfeld  für den gesunden Pilz.
  • Meinen Pilz habe ich aus dem Internet. Dort bekommt man eine Portion für ca. 1 Euro, meist kennt man aber jemanden, der stolzer Besitzer des Pilzes ist und gerne teilt.
  • Natürlich kann der Kefir auch mit jeder anderen Milch angesetzt werden.
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