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Laub selber kompostieren - in 4 Schritten

Laub ist nicht nur wunderschön und macht Spaß – mit ihm kannst du auch Humuserde selber herstellen.
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Es leuchtet in allen Farben. Dazu raschelt und knistert es herrlich am Boden: Das Herbstlaub ist für viele ein Highlight des Jahres. Doch während Kinder begeistert in den Laubhaufen herumtoben, verdrehen viele Gartenbesitzer entnervt die Augen. Denn Berge von Blättern verwandeln ihre schönen Wiesen in schimmelnde Matschlandschaften. Im Herbst werden deshalb überall die Ärmel hochgekrempelt und die Laubharken ausgepackt. Und dann heißt es: Kehren. Aber wohin mit den Blätterbergen?

Ungeduldige bringen statt der Harke gerne Laubbläser oder Laubsauger zum Einsatz. Anschließend packen sie die Blätterhaufen in Müllsäcke oder die schnell überfüllte Biotonne. Andere werfen die bunte Pracht einfach in städtische Laubsammler. Den Rest erledigt der Wertstoffhof. Dabei gibt es eine wunderbar umweltfreundliche, kostenlose und sehr nützliche Alternative: den Laubkompost! Ihn kannst du mit Herbstlaub einfach und schnell anlegen, wirst die lästigen Blätterberge los – und kannst auch noch wertvolle Humuserde selber herstellen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Der Laubkomposter
  2. Die Zutaten
  3. Schritt für Schritt: das Laubtiramisu
  4. Abwarten
  5. Auftragen
  6. Kompost oder Laubkompost?
  7. Der Kluge, der Weise und der Mulch
  8. Untermieter

1.Der Laubkomposter

Überlege dir, worin, wo und wie du dein Laub kompostieren möchtest. Hast du nur wenig Platz? Dann kannst du Laubkompost auch in einem Plastiksack auf dem Balkon selbst herstellen. Denn auch in einem Plastiksack verrottet das Herbstlaub zu nährstoffreicher Erde. Eine umweltfreundlichere Variante ist der Laubsack, zum Beispiel aus Jute.

Aber vielleicht hast du einen Garten, in dem viel Laub anfällt und wünschst dir eine langfristige, umweltfreundliche Lösung? Dann baust du dir am besten selbst einen Laubkomposter. Das geht ganz schnell und einfach, zum Beispiel mit einem Behälter aus Hasendraht oder mit einem Holzkomposter. Anschließend stellst du deinen Komposter für Laub auf einem nicht versiegelten Untergrund auf.

2. Die „Zutaten“

  • Die wichtigste Zutat für dein Humusrezept sind natürlich Blätter. Optimal ist es, wenn du einmal mit dem Rasenmäher über sie drüber mähst. Ist das Laub bereits zerkleinert, kompostiert es schneller. 
  • Übrigens: Auf der Straße solltest du kein Laub für deinen Kompost sammeln. Die Blätter sind leider oft stark mit Schadstoffen belastet - und die willst du im nächsten Jahr sicher nicht in deiner wertvollen Erde haben. 
  • Als weitere Zutat gut gebrauchen kannst du außerdem einen sogenannten Beschleuniger. Dazu zählen selbst hergestellte oder gekaufte Komposterde und Rasenschnitt. Du kannst aber auch andere stickstoffhaltige Zutaten zum Einsatz bringen: zum Beispiel Hornmehl, Kuh- oder Pferdemist sowie Brennnesseljauche.
  • Stroh belüftet den Kompost zusätzlich und sorgt ebenfalls für ein schnelleres Kompostieren.
  • Der Zuckerguss auf deinem Kompost wären außerdem Kompostwürmer. Entweder kannst du ein Zuchtset kaufen. Oder du kannst Regenwürmer selber züchten.

RRRRRRRR … Mähe einfach einmal mit dem Rasenmäher über das Herbstlaub, bevor du es in den Laubkompost packst. Damit beschleunigst du den Kompostierprozess.

3. Schritt für Schritt: das Laub-Tiramisu

Jetzt geht’s los:

  1. Du füllst eine dicke Schicht Laub in deinen Komposter.
  2. Dann folgt eine dünne Schicht mit einem Beschleuniger deiner Wahl. 
  3. Befeuchte alle Schichten gut. Sind die Blätter vom Regen bereits nass, ist das optimal. Denn mit Feuchtigkeit geht das Laub-Kompostieren doppelt so schnell.
  4. Auf die dünne Schicht folgt eine dickere mit Laub, wiederum gefolgt von einem Beschleuniger und so weiter.

4. Abwarten

Wie lange du auf die wertvolle Humuserde warten musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Umwelt: Ein feuchter Herbst und Winter beschleunigen das Kompostieren. Ein saurer PH-Wert verlangsamt es. Generell sollte dein Laubkompost immer schön feucht bleiben.
  • Beschleuniger: Ohne Beschleuniger kann es einige Monate länger dauern, bis du den selbst hergestellten Laubkompost nutzen kannst.
  • Laubsorte: Obstbaumlaub lässt sich am schnellsten kompostieren. Garten-Klassiker wie Apfel, Birne oder Pflaume legen beim Laub kompostieren den Turbogang ein. Ihre Blätter ergeben bei guten Bedingungen schon nach sechs Monaten einen hervorragenden Laubkompost. Andere Blätterarten, wie Buchen- oder Eichenlaub, verrotten langsam, da sie mehr Gerbsäure enthalten. Noch länger dauert es bei Eiche, Buche oder Kastanie. Am meisten Zeit lassen sich Nussbäume, wie zum Beispiel die Walnuss. Bis du mit selbst hergestellter Lauberde aus ihren Blättern deine Beete veredeln kannst, brauchst du viel Geduld.

5. Auftragen

Bereits nach einem halben Jahr kannst du deinen Laubkompost auftragen. Zwar hat dieser Kompost mit Erde noch nicht viel gemeinsam. Doch als Mulch kannst du ihn bereits auf deinen Beeten verteilen. Geduld wird beim Herbstlaub-Kompostieren allerdings belohnt. Denn nach einem Jahr freut sich dein Gärtnerherz über feine, krümelige Erde, die als umweltfreundliche Nährstoffbombe allen Pflanzen zu Gute kommt. Du kannst sie sogar als selbst gemachte Anzuchterde zum Einsatz bringen.

6. Kompost oder Laubkompost?

Besitzt du bereits einen Kompost – und würdest das Laub am liebsten einfach dort loswerden? Daraus wird mit dem großen, blättrigen Herbstpaket leider nichts. Denn für deinen Kompost aus Gartenabfällen gelten völlig andere Regeln als bei deinem Laubkompost. Der Kompostierprozess läuft anders ab. Allerdings kannst du kleinere Mengen Laub oder Blattschnitt über das Jahr verteilt gerne als nährstoffreiche Zwischenschicht auf deinen Kompost auftragen.

7. Der Kluge, der Weise und der Mulch

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten – das dachte jedenfalls Joachim Ringelnatz. In Sachen Herbstlaub ist allerdings der Kluge, der abwartet, gleichzeitig auch weise. Denn wenn sich die Laubhaufen im Garten in Grenzen halten, spart sich der Kluge den Komposter. Er schnappt sich einfach die Harke und verteilt das Laub zwischen Büschen und auf seinen Beeten. Dadurch schützt er seine Pflanzen vor Kälte und düngt sie gleichzeitig. Er verbessert die Bodenqualität und bietet darüber hinaus Kleinstlebewesen und sogar größeren Tieren einen Unterschlupf im Winter.

Am Ende steht eins fest: Selbst hergestellter Laubkompost hat viele Vorteile:

  • Du weißt, welche Bestandteile tatsächlich darin enthalten sind.
  • Sämtliche Kosten - außer etwas Zeit – kannst du dir sparen.
  • Du schützt mit dem Laubkompost deine Pflanzen vor Kälte.
  • Und außerdem verbesserst du mit dem Kompost als Nährstoffbombe die Fruchtbarkeit des Bodens - und ermöglichst ihm, mehr Wasser zu speichern. Das ist bei der immer länger und stärker anhaltenden Trockenheit unserer Böden ein dickes Plus.

Igel lieben Laubhaufen. Ob du die Blätter auf Beeten verteilst oder deinen Laubkomposter nach unten offen lässt – die stacheligen Herzensbrecher danken es dir.

8. Untermieter – Igel und Co.

Eins sollten wir beim Laubkompost nicht vergessen: Er ist ein perfekter Zufluchtsort für viele Tiere, die dringend ein Winterquartier suchen. Regenwürmer haben wir ja bereits herzlich eingeladen, sich im Laubkompost anzusiedeln. Allerdings freuen sich auch der Marienkäfer und Verwandte über ein geschütztes Plätzchen, ebenso Weinbergschnecken und Raupen. Auch Igel, Spitzmaus, Schmetterlinge und sogar Erdkröten sind dankbar, wenn sie sicher und vor der Kälte geschützt über den Winter kommen.

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