Es bezeichnet genau das, was das Wort auch sagt: den Zeitpunkt, bis wann das Lebensmittel mindestens haltbar sein muss.

Lebensmittel: Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

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„Mindestens haltbar bis“ – Ab wann ist Genuss schädlich?

Womit man Tag für Tag umgeht, darüber macht man sich meist keine Gedanken mehr. Aber es lohnt sich, das Thema „Mindesthaltbarkeit“ genauer zu betrachten. Denn durch Missverständnisse und Fehlinterpretation führt das verflixte Datum zu einer ungeheuren Lebensmittelverschwendung. Wir schmeißen zu viel und viel zu früh weg. Wer mit etwas mehr Verständnis, gesundem Menschenverstand und Vertrauen in seine sensorische Fähigkeit bares Geld sparen will, der sollte hier weiterlesen.

Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Es bezeichnet genau das, was das Wort auch sagt: den Zeitpunkt, bis wann das Lebensmittel mindestens haltbar sein muss. Man beachte die Wörtchen „mindestens“ und „muss“. Laut EU-Recht müssen die meisten verpackten Lebensmittel mit einem Termin gekennzeichnet werden, bis zu welchem Zeitpunkt ohne Einbußen an Geschmack und Qualität und vor allem ohne gesundheitliche Gefahren gegessen oder getrunken werden kann – ungeöffnet und bei sachgerechter Lagerung. Diesen Zeitpunkt legt der Hersteller fest: Bis dahin garantiert er Geschmack, Geruch, Nährstoffe und weitere Eigenschaften. Verständlich, dass die meisten Hersteller das Datum sehr großzügig nach vorne verlegen. Sie bauen einen Puffer ein, damit es für sie eine mehr als hundertprozentige Sicherheit gibt, dass das Lebensmittel bis zum Ablauf einwandfrei ist. Es gibt übrigens keinen Rechtsanspruch auf Ersatz, wenn etwas vor dem Ablaufen schon schlecht war. Wenn der Hersteller nachweisen kann, dass die Produktion einwandfrei war – und das können sie eigentlich immer – gibt es keinen Schadensersatz.

Wofür gibt es ein Mindeshaltbarkeitsdatum?

Laut EU brauchen alle Lebensmittel ein Datum. Außer frischem Obst, Gemüse und Kartoffeln, wenn sie nicht verarbeitet wurden. Salz – allerdings nur das ohne Jod. Getränke mit einem Alkoholgehalt über 10 Volumenprozent. Frische Backwaren. Zucker und Zuckerwaren, die fast nur aus Zucker bestehen. Kaugummi. Das sind nicht alle, aber die wichtigsten.

Der gesunde Menschenverstand ist besser als ein willkürliches Datum

Ob ein Lebensmittel noch verzehrfähig ist, hat man früher gesehen, gerochen, geschmeckt. Warum sollte das heute nicht mehr gehen? Das Ablaufdatum bezieht sich nur darauf, was der Hersteller garantiert – aber nicht auf die Qualität des Essens. Manche vermuten auch, dass das MHD extra kurz gemacht wird, damit mehr weggeworfen wird und die Produzenten so mehr verkaufen.

Deshalb:

  • Abgelaufene Lebensmittel überprüfen – Riech- und Schmecktest machen. Wenn sie noch ungeöffnet sind und richtig gelagert wurden, sind sie meistens noch gut.
  • Gerade trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Mehl, Müsli verderben eigentlich nicht und sind viel länger haltbar als angegeben.
  • Konserven in Dosen sind bei richtiger Produktion luftdicht abgeschlossen und damit theoretisch nahezu endlos haltbar.

Vorsicht:

  • Schimmel ist immer ein Grund, etwas wegzuwerfen. Und bitte nicht einfach den Schimmel wegschneiden - die Schimmelpilze bilden feine „Wurzelfäden“, sind meistens schon weiter vorgedrungen, als man sieht (gilt nicht für den Edelschimmel im und am Käse).
  • Gasbildung ist immer ein schlechtes Zeichen. Vor allem aufgeblähte Konservendosen – weg damit!
  • Nicht jeder Wein ist unbegrenzt haltbar. Das ist abhängig von Traubensorte, Mostgewicht, Ausbauweise. Generell gilt: Weißwein hält kürzer als Rotwein, Rotwein, der im Eichenfass ausgebaut wurde, länger als der im Stahltank.
  • Bier geht nicht gleich kaputt, wenn es abgelaufen ist, es schmeckt aber nicht mehr so gut.
  • Sekt, der älter als zwei Jahre ist, vermeiden (ausgenommen Jahrgangschampagner).

Aufgepasst beim Verbrauchsdatum!

Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, Geflügel, Räucherlachs oder verarbeiteter Frischware wie Obstsalat gibt es ein Verbrauchsdatum, an das man sich unbedingt halten sollte. Denn diese Lebensmittel verkeimen bei zu langer Lagerung und können schwere Gesundheitsgefahren bergen. Wenn man vor Ablauf des Verbrauchsdatums sieht, dass man nicht zum Verbrauchen kommt, lieber einfrieren, wenn möglich. Ansonsten unbedingt in die Tonne. Altes Hack oder Geflügel, auch wenn es durchgebraten wird, kann schnell in die Klinik führen.

Geld sparen mit der Krabbelkiste

Produkte mit abgelaufenem Verbrauchsdatum dürfen nicht mehr verkauft werden, mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum schon – wenn sich der Händler davon überzeugt hat, dass das Lebensmittel noch gut ist. Viele verkaufen abgelaufene oder kurz vor dem Termin stehende Dinge mit erheblichem Rabatt. Hier kann man ordentlich Geld sparen.  

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17 Kommentare


#1
25.4.16, 17:22
Immer wieder gut zu wissen!
14
#2
25.4.16, 17:33
Am überflüssigsten finde ich das MHD für Salz.
Das hat Jahrmillionen im Meer oder unter dem Berg verbracht und soll nun auf einmal verderblich sein? :-)))
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#3
25.4.16, 17:36
Ich haben vor kurzem Mirabellensaft zu Grütze verarbeitet, den ich 1993 (!) eingekocht hatte. Er war zwar schon etwas geliert, aber noch völlig in Ordnung.
Vor einigen Jahren wurden in SternTV mal "abgelaufene" Lebensmittel getestet. Und dabei kam heraus, daß das MHD wirklich nur ein ungefährer Anhaltspunkt ist und man die meisten Lebensmittel noch lange nach diesem Datum ohne Bedenken essen darf.
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#4
25.4.16, 19:58
Für Nudeln, Reis, Nudeln etc. braucht es doch gar kein Datum. Das einzige Lebensmittel, wo ich auf das Datum achte sind Fischsalate. Eine Fischvergiftung reicht.
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#5
25.4.16, 21:43
@Jeannie: 
Da kann ich leicht gegenhalten mit Toilettenpapier - sogar mit Uhrzeit !!!!!!!!!!!!!
Abgelaufenes Toilettenpapier also lieber im Klo runterspülen!!!
😂
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#6
25.4.16, 21:47
Immer wieder der gleiche Tipp - und in diesem Fall muss ich sagen: Immer wieder wichtig, da es leider anscheinend immer noch genügend Menschen gibt, die sich strikt an das MHD halten. Die jüngere Generation gehört trotz ausreichender Aufklärung leider dazu, ich bekomme es direkt mit. Aufklärung tut anscheinend noch immer Not.

Die Industrie würde sich selbst einen Gefallen tun, wenn das Datum wieder abgeschafft oder anders vermittelt wird.
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#7
25.4.16, 22:53
MHD; die größte Idiotie der EU !! Sowas schaffen nur sesselfurzer die sonst nichts schaffen.
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#8
25.4.16, 23:27
wir sind da auch nicht so pingelig mit. Vorsicht ist bei Eier, Fleisch und Fisch geboten mehr nicht.
2
#9
25.4.16, 23:28
@xldeluxe_reloaded: Die Industrie profitiert doch vom MHD. Ohne dieses Datum würde viel weniger weggeworfen und die wollen doch in erster Linie verkaufen. Ich habe sogar schon auf Haarshampoo ein MHD entdeckt.  Das dient doch wirklich nur dazu, den Umsatz anzukurbeln.
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#10
25.4.16, 23:32
@Baerbel-die-Gute: 
Ja ich weiß und das ist ja gerade das Verwerfliche! Shampoo mit MGD und Uhrzeit: Da spielen sich in Haushalten unter der Dusche erschütternde Szenen ab, wenn die Uhrzeit überschritten wird.....😂
So viele Foodsharing-Organisationen  versuchen den Wahnsinn zu verdeutlichen, aber ohne Mithilfe der Industrie ist jede Bemühung leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
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#11
25.4.16, 23:48
Ihr verlangt doch nicht allem ernstes, das man abgelaufenes Shampoo noch benutzt. Das ist doch unverantwortlich!
Nein, Spaß beiseite...es werden viel zu viele Lebensmittel weggeschmissen, nur weil da ein Datum drauf steht.
Ich verlasse mich da stets auf Nase, Augen und Geschmack. Wenns noch gut riecht, gut aussieht und normal schmeckt, ist es noch essbar. Punkt.
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#12
26.4.16, 19:45
Ich finde die Sache mit dem MHD immer so lustig. Wenn eine Packung Nudeln "abgelaufen" ist, wird sie entsorgt, wenn eine Flasche Milch sauer ist, aber trotzdem noch ein paar Tage MHD hat, dann würde trotzdem niemand sie trinken. Was  soll das also?

Übrigens ist, bedingt durch die große Lebensmittelverschwendung, im Gespräch, die MHD Daten bei Nudeln, Reis, etc. abzuschaffen. Und Honig hält so oder so ewig, der kann auch in 100 Jahren noch gegessen werden.
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#13
27.4.16, 02:18
MHD auf Toilettenpapier und Shampoo? Klingt für mich eher nach dem Produktionsdatum... zumal ihr beide geschrieben habt, es sei eine Uhrzeit dabei. Achtet mal beim Kauf darauf. Die Daten solcher Artikel liegen da bereits in der Vergangenheit. Auf Shampoo müsste eher eine Haltbarkeitszeit in Form einer kleinen geöffneten Dose aufgedruckt sein. Die Zahl dabei bedeutet dann "xx Monate" verwendbar nach Anbruch. So ist es i.d.R. üblich bei Pflegeprodukten und Kosmetika.
#14
27.4.16, 21:30
Ausgerauchten Wein, Sekt braucht man nicht entsorgen. In Deutschland ist es mit einer 0,5l Destille erlaubt Alkohol zu destillieren. :-)
Bei Knoblauch, Zwiebel, Kartoffel usw. welches in Packungen abgepackt sind gibt es auch so etwas ähnliches wie ein MHD. Dort steht zBsp.: für den Verkauf bis 00.00.00 zulässig, danach 7 Tage haltbar. Solch eine Ware schmeißen die Supermärkte dann weg auch wenn sie noch in Ordnung sind. Bei Kosmetik gibt es auch ein MHD, dieses landet ebenfalls schön verpackt, also ganz neu im Müll.
...also Fruchtsalat habe ich noch nie eingefroren...Aber eine Marmelade daraus kochen wäre eine Alternative.
#15
27.4.16, 21:33
Zur Kosmetik:
Traut Euch und fragt man bei DM danach. Dort wird es verschenkt!
#16
28.4.16, 13:17
würden wir hier im Hotel einen Joghurtbecher aufs Frühstücksbuffet stellen, dessen MHD auch nur einen Tag abgelaufen ist würden sich die Gäste sofort beschweren ... gsd können wir das durch clevere Kalkulation weitestgehend vermeiden ... und wenn doch mal ein Joghurt "abgelaufen" ist esse ich den  :o)
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#17
29.4.16, 08:25
@Agnetha: "abgelaufene" Ware verkaufen ist auch etwas anderes. Hier ist das Gesetz wahnsinnig streng. So dürfen auch abgelaufene Waren, selbst wenn es Nudeln, Reis oder Kaugummis sind, nicht an die Tafeln weitergegeben werden.

Hier ist sowohl ein Umdenken vom Verbraucher dringend erforderlich, der sich endlich nichts mehr vormachen läßt, als auch die Abschaffung bzw starke Heraufstufung der MHD Daten auf den Packungen. Letzteres werden die Hersteller aber tunlichst vermeiden, immerhin ist diese kurze Zeitangabe in deren Sinn. Was die Verbraucher angeht mache ich mir da aber auch keine großen Hoffnung, denn obwohl die Sache schon längst bekannt ist, werden jährlich Tonnen von Lebensmitteln von Privathaushalten entsorgt, nur wegen dem MHD, ohne jegliche sensorische Prüfung.

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