Mit Leuchtmitteln im warmweißen Bereich (2.700 – 3.300 Kelvin), die im besten Fall dimmbar sind, lässt sich eine echte Wohlfühl-Beleuchtung erzielen.

Licht für mehr Wohnlichkeit

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Neulich waren meine Verlobte und ich bei einem befreundeten Paar in Prenzlauer Berg zum Essen eingeladen. Wir kennen die beiden schon länger, hatten uns bis zu diesem Abend aber noch nie privat mit ihnen getroffen. Das Essen war super, der Weißwein schön kühl und unsere Gastgeber äußerst zuvorkommend. Aber die Beleuchtung war eine Katastrophe. Jedes Zimmer der großzügig geschnittenen Altbauwohnung wurde ausschließlich von einer einzelnen Deckenlampe beleuchtet. Da nützte es auch nichts, dass die „Leuchtmöbel“ aus der Manufaktur namhafter Designer stammten, es war einfach total ungemütlich.

Licht für jede Stimmung

Als wir wieder daheim waren, ging ich durch alle Räume unserer Wohnung (2 Zimmer, Küche und Bad) und zählte die elektrischen Lichtquellen. Es sind genau 20, die Stand-by-Leuchtdioden der Elektrogeräte mal außen vorgelassen. Das klingt viel, gibt uns aber die Möglichkeit, die Lichtverhältnisse genau an unsere aktuellen Stimmungen und Bedürfnisse anzupassen – von Flutlicht bis Schummerlicht ist alles drin. Es gibt keine Neonröhren und alle anderen Leuchtmittel erzeugen Licht im warmweißen Bereich, also zwischen 2.700 und 3.300 Kelvin. In dieser Einheit wird die sogenannte „Farbtemperatur“ von Licht angegeben.

Der Tod der Glühbirne

Seit dem gesetzlichen Aus für die klassische Glühlampe am 1. September 2009 ist die Wahl der richtigen Leuchtmittel komplizierter geworden. Bis zu diesem Datum konnte Otto Normalverbraucher sich an der Watt-Angabe einer Glühbirne orientieren: Je höher die Wattzahl, desto heller die Glühbirne. Mit dem Aufkommen von LED-Leuchtmitteln, Halogen- und Energiesparlampen begann jedoch ein babylonisches Durcheinander der Begriffe: Wie viel Watt entsprechen wie viel Lumen und was hat denn der Herr Kelvin überhaupt damit zu schaffen? Doch um die technischen Details soll es heute nicht gehen, da wird den meisten von euch mittlerweile schon selbst ein Licht aufgegangen sein. Mir geht es hier um den Zusammenhang zwischen der richtigen Beleuchtung und dem emotionalen Wohlbefinden.

Und Gott sprach: Es werde Licht

Und es ward Licht. Ob die Sonne göttlichen Ursprungs, oder doch ein Nebenprodukt des Urknalls ist, sei als Glaubensfrage dahingestellt. Fakt ist: Der zentral gelegene Stern unseres Sonnensystems ist die ursprünglichste Lichtquelle des Menschen. Mit der Zähmung des Feuers vor rund einer halben Million Jahren kam dann die erste kontrollierbare Lichtquelle ins Spiel. Schon die Hausfrauen der Steinzeit merkten schnell, dass ihre steinzeitliche Höhle im flackernden Licht eines Feuers gleich viel wohnlicher wirkte. An dem archaischen Reiz eines Lagerfeuers hat sich bis heute nichts geändert. Allerdings machen Umweltschutzverordnungen es einem heutzutage schwer, mit gutem Gewissen ein Feuerchen anzuzünden. Schade, aber natürlich ökologisch korrekt.

Die Menschheit tappte fortan nicht mehr im Dunkeln umher, sondern machte dank des Feuers einen bemerkenswerten Evolutionssprung. Clevere Köpfe erfanden vor etwa 4.000 Jahren zunächst die Öllampe, rund 2.000 Jahre später tauchten dann die ersten Kerzen auf. Bis ins Mittelalter war der sogenannte „Kienspan“, ein harziges Stück Kiefernholz, eine der am häufigsten genutzten Lichtquellen hierzulande. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nach einem kurzen Intermezzo von Gaslicht und Bogenlampe meldete Thomas Alva Edison am 27. Januar 1880 die erste wirklich gebrauchsfähige elektrische Glühbirne zum Patent an. Bis dann am 01. September 2009 endgültig…. aber das hatten wir ja schon.

Das richtige Licht für mehr Wohnlichkeit

Für eine behagliche Wohnatmosphäre ist die richtige Beleuchtung von Innenräumen extrem wichtig. Ausschlaggebend ist dabei ein ausgewogener Mix aus kontrastreicher und kontrastarmer Beleuchtung. Diesen Mix erzielt man durch eine Kombination der drei wesentlichen Lichtquellen: Arbeitsbeleuchtung, Akzentlicht und Hintergrundlicht. Eine indirekte Beleuchtung erzielt ein sehr weiches und unaufdringliches Licht, das allerdings die Augen schnell ermüden lässt. Daher sollte eine indirekte Raumbeleuchtung durch Lichtzonen mit Arbeits- oder Akzentlicht ergänzt werden.

Für das Hintergrundlicht eignen sich Deckenleuchten oder Deckenfluter hervorragend, da sie den gesamten Raum mit Licht versorgen. Allerdings wirkt diese Art der Beleuchtung allein schnell langweilig oder ungemütlich (wie bei unseren Bekannten in Prenzlauer Berg) und sollte durch die Verwendung von zusätzlichen Strahlern oder Leuchten durchbrochen werden. Mit dem Einrichten sogenannter „Lichtinseln“ kann man einzelne Bereiche oder Einrichtungsgegenstände betonen und so stimmungsvolle Akzente setzen. Voraussetzung dafür sind natürlich ausreichend Steckdosen, bzw. Wand- und Deckenauslässe im gesamten Wohnbereich, die bereits beim Neubau eines Hauses sorgfältig geplant werden sollten.

Letztendlich ist es immer das Wechselspiel von Licht und Schatten, das die Wirkung der Beleuchtung bestimmt. Je mehr Lichtquellen in einem Raum vorhanden sind, desto individueller lässt sich dieses Wechselspiel gestalten. Ebenso entscheidend ist für mich die Wahl der richtigen Farbtemperatur bei den Leuchtmitteln. Wer sein Wohnzimmer mit LED-Leuchten der Kategorie „Tageslichtweiß“ (> 5.300 Kelvin) ausstattet, darf sich nicht wundern, wenn sich die gewünschte Behaglichkeit nicht einstellen will. Mit Leuchtmitteln im warmweißen Bereich (2.700 – 3.300 Kelvin), die im besten Fall dimmbar sind, lässt sich hingegen eine echte Wohlfühl-Beleuchtung erzielen.

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