Marzipandecke in einem Müllbeutel ausrollen

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Ich liebe Marzipan und lege gerne eine "Zwischendecke" zwischen (Hefe-)Teig und Obst. Damit nichts klebt, stecke ich die Marzipan-Rohmasse als Stück in einen frischen, ungefärbten Müllbeutel und rolle meine gewünschte Form aus. Lässt sich dann direkt aus dem Beutel auf den Teig bzw. das entsprechende Objekt auflegen. Den Beutel kann man anschließend immer noch mit Müll füllen und alles bleibt sauber. Kein Extra-Müll, kein Extra-Wasser zum Saubermachen.

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19 Kommentare


#1
26.7.11, 09:41
Davon möchte ich entschieden abraten.
Für die Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmitteln gibt es spezielle Folien, Tüten oder Gefäße. Müllbeutel o.ä. sind dafür absolut ungeeignet bis gefährlich. Aus dem Kunststoff können sich sehr giftige Substanzen lösen, die in die Lebensmittel übergehen. Wenn - wie hier empfohlen - der Müllbeutel auch noch mechanisch bearbeitet wird, wie das beim Ausrollen passiert, ist dieser Tipp eher riskant als brauchbar.
#2 Cally
26.7.11, 09:56
Tatsächlich? Gibt es dazu irgendwelche wissenschaftlich belegten Berichte (also nicht Mutmaßungen aus irgendwelchen Foren)?
Dann würde es mir natürlich leid tun, es zu empfehlen.
#3 wermaus
26.7.11, 10:05
Lebensmittelaufbewahrung: Müllbeutel und Kunststoff-Tragetaschen ungeeignet
Mülltüten und Kunststoff-Tragetaschen sind zu riskant bei Lebensmitteln, da sich gesundheitliche Lösungsmittel aus dem Kunststoff lösen können.

Kreative Ideen sind häufig gefragt, wenn es im Haushalt zu Engpässen kommt. Was beispielsweise tun, wenn sämtliche Gefrierbehältnisse aufgebraucht sind, die frischen Brötchen oder das leckere Gulasch von Mittag aber in die Tiefkühltruhe wandern sollen? „Doch Vorsicht, jetzt nicht zu Mülltüten oder Kunststoff-Einkaufstaschen greifen“, warnt das Institut Fresenius, Taunusstein. Falsche Sparsamkeit im Haushalt kann gesundheitsgefährdend sein.


Die Verwendung von Mülltüten dürfte dann unproblematisch sein, wenn nicht gerade für längere Zeit Flüssigkeiten oder fetthaltige Lebensmittel eingefüllt werden. Dennoch raten die Experten des Instituts Fresenius von der Verwendung von Mülltüten zum Bevorraten von Lebensmitteln generell ab. Mülltüten werden in der Regel aus Regenerat hergestellt, das heißt aus gebrauchtem Kunststoff. Und da sie bestimmungsgemäß nicht zum Verpacken von Lebensmitteln vorgesehen sind, gelten für sie auch nicht die strengen Regelungen des deutschen Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuches (LFGB). Es könnten sich zum Beispiel gesundheitsschädliche Lösungsmittel aus dem Plastik lösen.


Auch Einkaufstaschen aus Kunststoff sind keine Alternative für haushaltsübliche Folien und Beutel. Sie bieten keine Lebensmittelechtheit. „Die Verwendung von Kunststoff-Tragetaschen verbietet sich da zur Vorratshaltung für Lebensmittel von selbst“, stellen die Analyse-Fachleute von Fresenius zusammenfassend fest und empfehlen: „Nehmen Sie Lebensmittel nach dem Einkauf am besten sofort aus der Tüte und verwenden Sie zum Verpacken von Wurst, Fleisch, Käse & Co ausschließlich dafür vorgesehene Materialien wie Frischhaltefolien und Tiefkühlbeutel, dann sind Sie auf der sicheren Seite.“


Für den optimalen Produktschutz gilt: Folien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen hohe Anforderungen bezüglich Auswahl und Reinheit der Ausgangsstoffe erfüllen. Die rechtlichen Vorraussetzung dafür sind neben dem deutschen Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) in europäischen Richtlinien niedergelegt. In den Empfehlungen der Kunststoff-Kommission des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist darüber hinaus genauestens aufgelistet, welche Substanzen zur Herstellung von Verpackungen für Lebensmittel verwendet werden dürfen. Wer hätte das hinter einem Alltagsgut wie einem Gefrierbeutel vermutet?

Und wie sieht es mit Eispackungen, gebrauchten Gefrierbeuteln und Joghurtbechern aus – eignen sich diese zum hauseigenen Recycling? Hier sagen die Fresenius Experten: „Da es sich hierbei um lebensmittelgeeignete Verpackungen handelt, kann man ohne Bedenken etwas Anderes reinfüllen, sobald man sie ausgelöffelt bzw. ausgeleert hat.“ Kunststoffbehälter von Eis, Joghurt oder Feinkostsalaten lassen sich nach Erstgebrauch im Haushalt als Vorratsbehälter weiter benutzen, allerdings sollten sie vorher sehr, sehr gut gespült und getrocknet werden. Zum Einfrieren sind nur Eispackungen geeignet. Bei Joghurtbechern & Co führt die fehlende Kälteelastizität zu Zerbrechen und Zersplittern der Verpackung, die unzureichende Verschließbarkeit zu Aroma- und Geschmacksverlusten beim Lebensmittel. Auch auf die Weiterverwendung von gebrauchten Gefrierbeuteln sollte man der Hygiene zuliebe verzichten, denn sie können mikrobiell verunreinigt sein. Außerdem lassen sich Spülmittelreste nur sehr schwer aus den Beuteln entfernen. Letztendlich führt das zu Qualitätseinbußen und Verderb des Lebensmittels – ein Fall von falsch verstandener Sparsamkeit, der sich vermeiden lässt.
#4 Cally
26.7.11, 10:17
Eieieieiei... Dann, liebe User, sorry für den völlig daneben liegenden Tipp - NICHT MACHEN! Auch, wenn es "unproblematisch ist, Lebensmittel nicht für längere Zeit" damit zusammenzubringen. Möchte ich dann lieber nicht empfohlen haben.

Asche auf mein Haupt.
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#5
26.7.11, 10:18
Ansich finde ich diesen Tipp gut.
Naja, es muß nicht unbedingt ein Müllbeutel sein,
ein großer Gefrierbeutel oder zwischen Frischhaltefolie
ausrollen wäre wohl besser. Obwohl, wenn ich überlege
was ich schon alles in sauberen Müllbeuteln eingefroren
und transportiert habe ???? Ich glaube nicht, dass es soooo..
Lebensbedrohlich ist.
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#6 Cally
26.7.11, 10:22
@mamamutti: Ich auch...*nachdenk*

Und werde es, offen gestanden, vermutlich auch wieder tun. Aber empfehlen kann ich es natürlich anderen nicht, wenn eindeutig (Institut Fresenius ist ernstzunehmen) Zweifel an der Unschädlichkeit bestehen.

Und @wermaus, woher hast du das kopiert? Gibst du bitte noch die Quelle an?
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#7 Cally
26.7.11, 10:32
Hat sich erledigt, hab es gefunden.
Also: großer Gefrierbeutel = gut, Müllbeutel = nix gut.

Cally's Tipp: nix gut.

(...alt wie 'ne Kuh, lernt immer noch dazu...;o))
#8 wermaus
26.7.11, 10:46
Sorry, das mit der Quelle wollte ich schon noch dazuschreiben, bin aber abgelenkt worden.... aber du hast es ja gefunden.
Ich rolle Marzipan immer zwischen Backpapier aus, da bleibt auch alles sauber und das Backpapier kann man dann auch noch zum Backen nehmen. Große Gefrierbeutel sind nicht so billig und Frischhaltefolie kann ich nicht ausstehen... die bleibt mir immer an den tollpatschigen Fingern hängen und verwurschtelt sich dann ;o)
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#9 Oma_Duck
26.7.11, 12:58
Die Gutachten der Professoren M.E. Litta und T. Oppits in allen Ehren, aber ein kurzzeitiger Kontakt mit dem sauberen Müllbeutel wie in diesem Fall dürfte kein Anlass zur Panik sein. Es wird ja sogar vor dem Einfrieren in Butterbrot-Beuteln statt in "Original"-Gefrierbeuteln gewarnt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
#10
26.7.11, 13:06
Danke, Wermaus ... für den Tip mit dem Backpapier ... ich rolle Mürbeteig immer zwischen Folie aus und bin dann total genervt, weil die Folie überall klebt ... demnächst werde ich Backpapier benutzen und ganz entspannt ausrollen
#11
26.7.11, 17:34
Ich finde den Tipp trotzdem gut, allein nur die Idee mit dem Marzipan auf Obstkuchen. Und ausserdem bin ich da der Meinung von Oma Duck. Wenn wir jetzt anfangen, alles nach irgendwelchen Studien zu machen, dann dürfen wir bald nicht mehr auf die Strasse gehen und gleichzeitig ist der Haushalt auch noch sehr gefährlich, passieren dort doch die meisten Unfälle... da sind wir aber wirklich bald aufgeschmissen... ich werde auch weiterhin Mülltüten benutzen, wenn mir danach ist :)
#12
29.7.11, 14:52
@Puuh

Genau das hab ich auch gedacht. Die Marzipandecke zwischen dem Obstkuchen .... das ist für mich der eigentliche Tip =D

Boa, das hört sich lecker an .... wird ausprobiert ....
#13 Cally
29.7.11, 15:07
Ok, dann mache ich mal ein Bild - heute wird nämlich wieder gebacken... ;o)
#14
29.7.11, 21:11
rollst du das marzipan aus, weil es billiger ist? es gibt ja auch fertige marzipandecken zu kaufen, welche ich hin und wieder verwende.
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#15 Cally
30.7.11, 06:08
@seidenloeckchen: Ja, zum Einen ist es tatsächlich wesentlich billiger (-,89 € für 200 g Zentis Marzipan-Rohmasse gegen eine fertige 300 g-Decke für ca. 3,50 € - 4,50 €), aber das ist für mich zweitrangig. Diese fertigen Decken, zumindest die geläufigste von Schwartau, haben einen Mandelgehalt von 25% (was ich persönlich kaum noch Marzipan nennen möchte), meine Rohmasse einen Anteil von 54%.

Mir geht es also mehr um die Qualität, ich würde auch bei gleichem Preis lieber die Rohmasse selbst ausrollen.
#16 Cally
2.8.11, 04:59
So, der "Kuchen mit Marzipan-Zwischendecke" ist gepostet - sind ein paar Bilder dabei. Viel Spaß beim backen :o)
-3
#17 Die_Nachtelfe
24.8.11, 17:45
Guter Tipp, auf diese ganzen Hinweise, wie gefaehrlich das jetzt seie, pfeiff ich einfach mal. Glaube naemlich nicht, dass das soooo extrem hochgefaehrlich ist, und nebenbei bin ich durch andere "hochgefaehrlich" Dinge schon so sehr geschaedigt, da macht das nix ;)
#18
24.8.11, 18:19
Cally hat gefragt ob es wissenschaftliche belegte Berichte für die Bedenklichkeit bei der Verwendung von Müllbeuteln im Zusammenhang mit Lebensmitteln gibt. Da hat sie eine fundierte und ausführliche Information bekommen, die ich sehr gut finde. Diese nun niderzumachen in dem man sagt, dann könnte man ja gar nichts mehr zur Aufbewahrung von Essen etc. verwenden, finde ich etwas unpassend. Das Institut Frisenius ist für mich seriös und deren Ausführungen sollten meiner Meinung nach ernst genohmen werden. Dies muss aber keiner tun. Nur finde ich nicht gut, wenn hier sich alle noch genseitig im Ignorieren der Frisenius-Tipps bestärken. Ich würde nie jemandem anderen empfehlen seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, nur weil ich etwas weniger Bedenken habe bzw. lascher damit umgehe.
#19
28.6.14, 15:59
mit einem müllbeutel marzipan ausrollen? ist doch ein scherz .... - oder etwa nicht?


wer das macht ekelt sich bestimmt vor gar nix mehr....

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