Pizzaiola
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Pizzaiola - Pizzasoße

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Koch- bzw. Backzeit:
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Ähnliche Pizzaiolas mag es schon geben. Diese ist aber recht einfach zubereitet, lässt sich gut einfrieren, und schmeckt auch hervorragend zu Pasta!

Es gibt viele, die für selbst gemachte Pizza frische Tomaten, Tomatenmark oder gar Ketchup verwenden, aber das sind die schlechtesten Möglichkeiten.

Frische Tomaten weichen wegen des hohen Wasseranteils (ca. 95%) die Pizzen extrem auf und haben oft kaum Geschmack. Das oft mehrfach konzentrierte Tomatenmark ist auch ziemlich geschmacklos - im wahrsten Sinne des Wortes. Und Ketchup ist für Pizza viel zu süß (ca. 80 Stück Würfelzucker pro Liter).

Frische geschnittene Tomaten werden in Pizzerien auch oft nur ergänzend verwendet, nachdem sie wirklich lange abtropfen durften. Außerdem backt man dort in Profibacköfen bei mind. 300° C (normale Backöfen erreichen kaum mehr als  250° C) – das Wasser verdunstet viel schneller und der Teig weicht nicht auf, besonders, wenn direkt auf Steinboden gebacken wird..

Prima sind passierte Tomaten (bspw. 500g-Päckchen), denn das spart nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit. Und Mühe für die (meist) spritzende Verarbeitung von Tomaten und das anschließende Putzen der näheren Umgebung.  Übrigens, wer es noch nicht weiß:

Für passierte Tomaten werden nur voll durchgereifte und geschmackvolle Früchte verwendet. Das gilt zwar auch für geschälte Tomaten aus der Dose, aber wer mag schon wirklich Tomatenkerne, größere Schalenstücke oder Strunkanteile auf seiner Pizza? Man sollte sie also nach gutem Abtropfen noch mit einem Pürierstab bearbeiten – was wieder spritzende Arbeit und zusätzliches Putzen bedeutet.

Zutaten

  •  ca. 2 L Kochtopf
  •  2 x 500 g passierte Tomaten
  •  2 kleine oder 1 große Gemüsezwiebeln
  •  1 Zehe Knoblauch (wer kein Knoblauch mag, kann ihn weg lassen)
  •  5 EL Öl (Es muss nicht unbedingt Olivenöl sein. Bei der fertig belegten und gebackenen Pizza schmeckt man kaum, welches Öl im Teig ist. Nur bei Rapsöl wäre ich vorsichtig.)
  •  2 TL Oregano
  •  2 TL Kräuter (bspw. "Kräuter der Toscana")
  •  2 TL Salz
  •  2 TL Zucker
  •  1 TL Pfeffer
  •  2 mittel große Lorbeerblätter
  •  3 kleine Dosen à 70 g  oder 1 Tube à 200 g Tomatenmark (egal, wie oft konzentriert)

Zubereitung

  1. Zwiebeln und Knoblauch ganz klein hacken.
  2. Öl im Kochtopf erhitzen und die klein gehackten Zwiebeln darin glasieren. 
  3. Die passierten Tomaten, das Tomatenmark und den klein gehackten Knoblauch ebenfalls in den Topf geben und gut verrühren.
  4. Oregano, Kräuter, Salz, Zucker und Pfeffer einrühren, je nach Geschmack von der einen oder anderen Zutat mehr oder weniger. Wer die Zwiebeln nur grob gehackt hat, kann ja mit einem Passierstab die Soße noch etwas nachpürieren, wenn gewünscht.
  5. Erst jetzt die Lorbeerblätter hineinlegen und die Tomatensoße bei schwacher Hitze ungefähr eine Stunde köcheln lassen. Gelegentlich mit dem Kochlöffel durchrühren.
  6. Lorbeerblätter herausnehmen und die fertige Pizzaiola zugedeckt abkühlen lassen – idealerweise über Nacht, damit die Soße lange und gut durchziehen kann. Gemäßigte Raumtemperatur genügt (bspw. in Schlafzimmer oder Speisekammer).

Die Soße kann nach dem Abkühlen bereits sofort verwendet werden. Im warmen Zustand weicht sie den Boden jedoch schnell auf.

2 Tipps zum Einfrieren der Soße

  • Niemals Plastikgeschirr (Tupper o.ä.) nehmen, das verfärbt sich dauerhaft!
  • Zum Tiefkühlen einfach Eiskugel-Beutel verwenden. Diese mit der Pizzaiola füllen und einfrieren. So kann man immer die gerade benötigte Menge auftauen und verwenden.

Damit schmeckt die selbst gemachte Pizza endlich fast wie aus der Pizzeria. Und die Soße schmeckt auch hervorragend zu Pasta (ich mag sie lieber als die von Mi...Ii). Bleibt nur noch, euch allen einen Guten Appetit zu wünschen!

Von
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22 Kommentare


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#1 Dora
24.8.13, 08:40
Handysurfer: herzlichen Dank für diese ausführliche Anleitung.
Da hast du dir sehr viel Mühe gemacht und auch super verständlich für Kochanfänger geschrieben.

Ich muss mir das aber später alles noch mal durchlesen und sacken lassen. Aber eins steht schon fest: ich werde es auf alle Fälle nachmachen und mich damit bevorraten und nicht nur für Pizza.
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#2
24.8.13, 10:31
ich hab immer stundenlang dosentomaten einkochen lasse,ansonsten mache ich sie sehr ähnlich. und benutze sie auch für pizza und pasta(aber statt kräuter der toscana dann lieber mit frischem basilikum und oregano)von daher schmeckt sie ganz sicher ;)
und das sie erst abkühlen muss für den pizzateig kann ich auch bestätigen.
ich werde auf jeden fall dein rezept nachkochen.
daumen hoch für die ausführliche anleitung
lieben gruß und schönes wochenende
#3
24.8.13, 11:16
Ich mache meine Pizza Soße so :
Ich mische Tomatenmark, ein Spritzer balsamico, gleiche Menge Honig wie den Essig, Salz, Pfeffer und Kräuter der provance.

Natürlich wenn ich frische Kräuter im Garten hab, kommen die mit darein. Je nach Belag Mörser ich noch Fenchelsaat, kreuzkümmel dazu.
#4
24.8.13, 11:17
Muss mich für die Fehler entschuldigen, das Handy macht auch immer was es will ;)
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#5 peggy
24.8.13, 14:23
danke für dein Rezept,
die Fehler sind alle in Ordnung,Schwamm drüber.
Das gibt mir auch einwenig das Gefühl, dass es nicht nur immer mir selbst passiert :-))
#6
24.8.13, 18:31
Tolles Rezept.
Dankeschön.
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#7
24.8.13, 19:41
@ally78: Für die paar frischen Kräuter und Gewürze, die ich hierfür benötige, habe ich weder Zeit noch Geld übrig. Erst recht nicht für schweineteuren Balsamico (wie bei dreamy1984). Ist ja schließlich kein Gericht für eine Fünf-Sterne-Gourmet-Küche, sondern eine popelige Pizzasoße für Pizzen.
Aber "Kräuter der Provence" sind mir zu französisch, darum nehme ich lieber "Kräuter der Toscana", was geschmacklich besser passt.

@dreamy1984: Fenchel in einer Pizzaiola ist nun wirklich sehr, sehr eigen ... du bist nicht zufällig Brite? :)
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#8
24.8.13, 20:04
Ich verwende auch passierten Tomaten (bzw. halb passiert/halb stückig), aber die koche ich nicht auf sonder mische einfach nur meine Gewürze darunter (ital. Kräuter, Salz, Pfeffer, Knobi etc.) und ab auf den Pizzateig. Da wird nix matschig und schmeckt sehr lecker.
#9
24.8.13, 20:13
@Handysurfer: es gibt auch gute, günstige Balsamicos. Muss ja nicht der 12 jährige aus dem Eichenfass sein ! Außerdem brauch ich z. B. häufig Balsamico, also keine mühsige Anschaffung.

Dein Rezept ist prima, wenn ich Zeit habe mache ich sie auch so. Ich nehme eine Pizzagewürzmischung ( Pfeffer, Oregano, Majoran, Knoblauch und Basilikum ). Ist doch eine feine Sosse, nicht poppelig !
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#10
24.8.13, 20:40
echter Balsamico gibt es nicht im Discounter .....
der Balsamico von Plus/Netto war bei einem Test der Preiswerteste und 2.Beste...
kostet keine 1,50 €
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#11
24.8.13, 20:57
@susi73: Habe es ohne Kochen noch nicht probiert. Schätze, dass die Sauce dann aber nicht richtig durchzieht bzw. mindestens einen Tag lang durchziehen müsste. Werde es bei Gelegenheit mal probieren.

@Zartbitter: Wollte damit auch nur zum Ausdruck bringen, dass einfache und preiswerte Zutaten völlig ausreichend sind für diese Soße. Wenn ich im TV sehe, was für sauteure und aufwändige Zutaten schon für einfachste Soßen o. ä. verwendet werden, kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist Kochen für Leute, die im Überfluss leben. Die meisten anderen wollen fürs Sattwerden einfach nur neue Rezeptideen, die man sich als 'normaler' Mensch noch leisten kann. Von daher sehe ich viele TV-Kochshows inzwischen eher als Satire bzw. Kabarett über Feinschmecker und solche, die sich dafür halten. :)

Egal, welche Zutaten man letztlich nimmt: Eine Pizzaiola ist kein Feinschmeckergericht, sondern eine Soße für Pizza - nicht mehr, nicht weniger. Deswegen 'popelig' im Sinne von 'smpel'. Nur wesentlich besser schmeckend als Tomatenmark, frische Tomaten oder gar Ketchup.
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#12 kreativesMaidle
24.8.13, 21:35
@Handysurfer:
Dein Rezept ist klasse, allein für die ausführliche Beschreibung hast Du schon ein dickes Lob verdient.
Ich mache die Soße nur ein klein wenig anders.
Das Tomatenmark röste ich noch mit an, bevor die passierten Tomaten dazu kommen. Das gibt einen intensiveren Geschmack und den Zucker kann man dann weglassen.
Schönen Sonntag allseits :))))))))))))))))
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#13
24.8.13, 22:29
Interessanter Tip, das mit dem Anrösten des Tomatenmarks! Danke, kreativesMaidle! :)
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#14
24.8.13, 22:32
mir ist die kocherei für eine "popelige" pizzasosse auch zu viel Aufwand. ich nehm die passierten oder stückigen Tomaten ais der Dose, evtl eine frische dazu, auch Tomatenmark, damit es dicker wird und würze das dann mit Kräutern und Gewürzen. schnell gemacht, wenig Geschirr genutzt, genau der richtige Aufwand... eventuellen Rest in den Kühlschrank und für die nächste Suppe, pastasoße o.ä. verwenden.
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#15
25.8.13, 00:01
@ von Ralfs
So mach ich es auch. Ist doch superschnell gemacht. Ich gebe bloß noch etwas Olivenöl dazu.
#16
25.8.13, 13:06
@Lichtfeder: Nur zum Verständnis...sind Netto und Plus denn keine Discounter..? Liebe Grüße, Rovo
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#17
25.8.13, 13:27
@Rovo1 ... sind sie .. bei uns ein und derselbe Discounter .. ;-)))

dort gibt es auch keinen ECHTEN Balsamico ...
aber einen guten "unechten" für fast kein Geld ..;-)) das war mein Spar-Tipp!

Grüße Dich und wünsche einen schönen Sonntag.
#18
25.8.13, 17:14
Probiere ich aus. DANKE fürs Rezept. Klingt echt lecker.
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#19
26.8.13, 05:28
@Handysurfer: Der BRITE würde Pfefferminze drantun ...
Gekochtes Wildschwein in Pfefferminzsoße - "Oh Asterix, das arme Schwein ..." (Zitat aus: Asterix und Obelix bei den Briten)
#20 Andrometus
17.10.13, 00:33
@Handysurfer: Dein Rezept probiere ich gerne aus, klingt sehr lecker.
Mir ist schon klar, dass die Soße nach dem Abkühlen sofort verendet werden kann - über Nacht durchgezogen würde sie intensiver schmecken. Aber, dass die Soße den Boden aufweicht, kann eher nicht sein, denn der Boden ist ja noch nicht gebacken und währen des Backvorgangs verdunstet die Flüssigkeit.
Nach dem die Soße eine Stunde vor sich hin köchelt dürfte gut zweidrittel der Flüssigkeit verdunstet sein und man hat eher eine Art Paste...
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#21
17.10.13, 05:39
@Andrometus: Da meist mehr Soße bei mir übrig bleibt als für die Pizzen verwendet wird (oft auch geplant), wird der Rest entweder in kleineren Beuteln eingefroren oder in einem Marmeladenglas quasi eingekocht (in Wasserbad schön erhitzen, dann Deckel drauf und abkühlen lassen). Hält etliche Wochen Hört man dann auch an dem Knack beim Öffnen. ;)

Die Soße kann den Boden durchaus aufweichen, wenn sie zu flüssig ist oder keine hohe Temperatur benutzt wird (manche scheinen Niedertemperaturen nicht nur beim Grillen zu verwenden). Kann man hier sehen: "www.facebook.com/photo.php?fbid=513381015410515&set=a.104800649601889.10692.100002158632033&type=1&theater"
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#22
28.5.14, 09:13
@Handysurfer: hab gerade das Rezept entdeckt und gleich umgesetzt. LECKER! Die doofen Kochshows ärgern mich schon lange. Da werden idiotische Dinge zelebriert, die sich wahrlich nicht jeder leisten kann und (achte mal drauf) "Reste " weggeworfen, aus denen was zu machen wäre. Kochanleitungen auf gutbürgerlichem Niveau wären sinnvoller. Daneben dann und wann mal eine Sendung mit Exklusivem wäre so angemessen. Aber irgendwie geht das Fernsehen oft an unserem Leben vorbei. Gut, dass es den Knopf zum Abschalten gibt!

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