Ihr Lieben, heute hatte ich Rauchmelderalarm verursacht, nein, nein, es ist nichts passiert – die Melder heulen immer sofort los, wenn ich etwas mit heißem Fett zubereite. Dies ließ sich bei meinem heutigen Tipp leider nicht vermeiden, denn für das traditionelle schwäbische Griebenschmalzbrot, nach dem es mir heute so sehr war, benötigt man Griebenschmalz (genannt Griabaschmalz) und das ist nun mal Fett.
Für mich hat das wundervolle Kindheitserinnerungen. Die Eltern der besten Freundin hatten eine Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und etlichen Äckern mit Obst und Kartoffeln. Ich war da oft mit dabei, wenn die Kartoffelernte war und wenn Schweine geschlachtet wurden, das war mein Highlight. Da durften wir zwei Mädels die fertigen Würste auf Holzstangen hängen und sie dann auf den Dachboden tragen und über zwei Holzböcke hängen. In der Küche waren dann immer viele Landfrauen mit der Verarbeitung der Schweine am werkeln und eine der Damen schnitt Speckwürfel. Von diesen Speckwürfeln bekam ich dann immer eine sehr große Tüte als Dankeschön für meine Hilfe. Zu Hause hatte meine Mama dann immer schon die Pfanne bereitstehen, um den Speck auszulassen.
Es gibt viele verschiedene Rezepte, meist sind sie mit Zwiebeln und Äpfeln, ich mag es aber ganz einfach am liebsten. Um ehrlich zu sein würze ich noch nicht mal, kann man, muss man aber nicht. Ich empfand die Grieben nach dem Auslassen schon salzig genug und denke, wenn man das Griebenschmalz auf eine Brotscheibe streicht, kann man ja nach eigenem Geschmack etwas Salz und Pfeffer aufstreuen.
Nun, die eine oder andere Dame hier kennt mich schon ein wenig und weiß, dass ich Gewichtsprobleme habe. Hey Mädels, denkt nun aber bitte nicht, dass ich jeden Tag Griebenschmalz aufs Brot esse ... Ich bin 61 Jahre alt und koche seit 40 Jahren in meiner eigenen Küche ... Griebenschmalz habe ich heute erst das zweite Mal gemacht, ihr wisst ja, wie bei allem ... die Dosis macht das Gift.
Zutaten
- 400 g Schweinerückenspeck
- 1 Prise(n) Salz
- 1 Prise(n) Pfeffer
Zubereitung
- Den Schweinerückenspeck von der ledrigen, harten Haut trennen und den Speck in Würfel schneiden.

- Nun gibt man die Speckwürfel in eine heiße Pfanne, da tritt dann nach und nach das Fett aus, wird also flüssig, und übrig bleiben dann die sogenannten Grieben. Viele würzen jetzt noch mit Salz und Pfeffer, ich lasse diesen Schritt gerne aus und würze nach eigenem Geschmack dann später direkt auf dem Griebenschmalz-Brotaufstrich.
- Damit mein Schmalz nicht so unschön dunkel wird, schöpfe ich das Fett bereits in die zuvor steril ausgekochten Bügelgläser ab. Zu diesem Zeitpunkt sind die Grieben noch sehr hell.
- Die Grieben lasse ich dann noch ein wenig in der Pfanne, bis sie schön braun (nicht schwarz) und knusprig sind.
- Dann gebe ich die Grieben zum Schmalz in die Gläser.

Sollten es etwas zu viele Grieben sein, freue ich mich auch sehr darauf, die ersten einfach so aus der Hand zu essen. Nach dem Erkalten ist das Griebenschmalz streichfest. Ich bewahre es im Kühlschrank auf.
Guten Appetit.
Also, wir, (die Vogtländer) sind dabei!