Rumtopf

Rumtopf

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Der Rumtopf wird in Haushaltswarengeschäften oder Haushaltswarenabteilungen angeboten und ist in verschiedenen Größen erhältlich.

Man muss nicht alle genannten Früchte in den Rumtopf geben. Bereits 2 Sorten, wie z.B. Sauerkirschen und Pfirsiche geben vorzügliche Rumfrüchte ab. Ebenso muss man nicht unbedingt mit Erdbeeren starten, man nimmt einfach, was gerade erhältlich ist.

In den ersten Tagen darauf achten, ob der Alkohol noch über den Früchten steht. Ansonsten etwas nachgießen. Die Früchte nehmen nämlich Flüssigkeit auf.

Für den Rumtopf wird nur Rum mit mindestens 54 Vol. % verwendet.

(Besondere Anmerkung: Sollen Früchte, die in Spirituosen mit niedrigerem Alkoholgehalt - also nur mehr als 40 Vol. %  - eingelegt werden, mehr als 6 Wochen halten, dann sollte man sofort etwas reinen Alkohol zufügen, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Man erhält den reinen Alkohol in der Apotheke und man sollte unbedingt sagen, wofür man ihn benötigt.)

Haltbarkeit von Rumtopf: Innerhalb von 6-8 Monaten aufbrauchen - er hält aber unter Umständen auch länger.

Lagerung: In einem kühlen dunklen Raum, aber nicht im Kühlschrank.

Zuckermenge nicht niedriger als 250 g je 500 g Obst dosieren, weil es sonst zur Gärung kommen kann. Das passiert auch bei warmer Lagerung und erkennt man daran, dass sich kleine Bläschen bilden.

Zur sofortigen Rettungsmaßnahme bietet sich im Anfangsstadium noch 100 g reiner Alkohol auf 3 1/2 L Rumtopf an. Also in der Apotheke besorgen, sagen wofür er gebraucht wird und dann in den Rumtopf gießen. Die Gärung lässt sich dadurch noch stoppen.

Wenn der Rumtopf bereits schaumig ist, dann gibt es keine Rettung mehr und er ist kein Genuss mehr.

Vorbeugung

  1. Früchte möglichst nicht waschen. Wenn es nötig sein sollte, dann sehr gut abtropfen lassen und abtrocknen.
  2. Der Steinguttopf darf nicht beschädigt sein und man muss ihn vorher gründlich reinigen.
  3. Spirituosen mit hohem Alkoholgehalt verwenden, also 54 Vol. %. Die eingelegten Früchte regelmäßig prüfen.
  4. Raiffinierter Zucker wirkt keimhemmend.
  5. Alle Früchte müssen völlig einwandfrei sein. 
  • Jede einzelne Obstsorte benötigt etwa 6 Wochen zum Reifen (dann wieder eine frische Lage bilden).
  • Nach der letzten Obstsorte genügen 4 Wochen zum Reifen.
  • Wenn man für die ersten beiden Lagen 80 %-igen Rum verwendet, dann verdirbt der Rumtopf nicht so leicht - danach ist 54 %-iger Rum ausreichend.
  • Rumtopf nicht umrühren, weil die Früchte sonst unansehlich werden.
  • Zu Speiseeis servieren oder die Früchte mit trockenem Sekt aufgießen.

Für die geeigneten Obstsorten gilt 250 g Feinzucker je 500 g Obstsorte. Ausnahme: Bei Sauerkirschen sind es 500 g Feinzucker je 500 g Frucht.

Geeignete Sorten:

Erdbeeren, Sauerkirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Weintrauben, Ananas, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Kiwis.

Ungeeignete Sorten:

Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Äpfel, Bananen.

Rumtopf ansetzen

Früchte in einer Schüssel mit dem Zucker 3 Stunden Saft ziehen lassen. Dann alles in den Rumtopf geben und mit Rum aufgießen bis die Früchte etwa 2 cm mit braunem Rum bedeckt sind und anschließend den Rumtopf schließen.

Man kann, wenn man möchte auch noch einen Unterteller auf die Früchte legen, damit nichts aufschwimmt, was auf keinen Fall passieren sollte.

Fruchtvorbereitung:

  1. Erdbeeren - Grün abzupfen
  2. Sauerkirschen - Entstielen, entsteinen
  3. Pfirsiche, Aprikosen - Überbrühen, abschrecken, häuten und mundgerecht zerkleinern bzw. halbieren.
  4. Weintrauben - Mit einer Nadel einige Male einstechen, damit der Rum gut einzieht.
  5. Ananas - Achteln, Strunk entfernen, Fruchtfleisch lösen, in Scheiben oder auch in Stücke schneiden.
  6. Birnen - Schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und achteln (oder vierteln und dann 2-3 x quer schneiden)
  7. Zwetschgen, Pflaumen - Entsteinen, nicht häuten, aber halbieren
  8. Kiwis - Schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. (evtl. diese noch halbieren).

4 Wochen nach der letzten Frucht kann noch eine letzte Portion Rum in den Topf.

Zum Advent oder schon vorher genießen.

Das "Rumtopf ansetzen" geschieht mit nur einer Obstsorte.

Das Saftziehenlassen findet nur beim Ansetzen (der ersten Befüllung) Anwendung und entfällt bei den nachfolgenden Obstsorten-Zugaben.

Man schichtet also erst wieder nach 6 Wochen eine weitere Obstsorte diesmal sofort direkt in den Rumtopf und streut den Zucker einfach dazwischen.

Nun wird wieder Rum aufgegossen bis er sich 2 cm über den Früchten befindet und schließt den Rumtopf. Nach weiteren 6 Wochen verfährt man genauso und so geht es auch weiter.

Anmerkung:
Es gibt Leute, die den ganzen Rumtopf am gleichen Tag komplett befüllen und auf die Saftziehenlassen-Prozedur verzichten. Das gelingt offenbar auch und schmeckt auch sehr gut, wenngleich der Flüssigkeitspegel beim Rumtopf meiner Mutter nach geraumer Zeit bedenklich bis zum Überlaufen anstieg und sie etwas vom Inhalt abschöpfen musste. Einen Kaffee-Unterteller nahm sie allerdings zum Beschweren zur Hilfe. Es genügte in ihrem Fall auch die Rumzugabe von 54 Vol. %.

Der Keramik-Rumtopf stand außerdem im tageshellen Nord-Ost-Zimmer und der Rumtopf dunkelte ausreichend ab. Wahrscheinlich schmeckt ein Rumtopf sogar noch besser, wenn man den Zwischenreifeprozeß vollständig zulässt und mehrere Wochen bis zur nächsten Fruchtbefüllung abwartet.


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11 Kommentare


#1 Bine
6.7.08, 21:41
Warum sind Johannhisbeeren und Brombeeren nicht geeignet? Könnte man den Rumtopf auch mit 37,5 %igen Rum ansetzen und in den nächsten Tagen höher prozentigen Rum bzw. Primasprit nachgießen? Und dann noch eine Frage. Muss es brauner oder weißer Rum sein?
#2 AnNi
1.8.09, 12:49
Rumtopf !!! Na Da ^^
#3 Lysann
26.8.09, 17:21
Hallo, alle Früchte aus dem Garten sind geeignet. Meines Erachtens natürlich auch Johannisbeeren und Brombeeren. Zweifel nur bei Banane. Auch warte ich nie 6 Wochen mit der Zugabe einer weiteren Frucht. Wie soll das auch funktionieren wenn im Garten alles in kurzen Abständen reift? Auch sollte man um den Geschmack zu unterstützen keinen reinen Alkohol rein kippen sondern Rum. Wobei 80%iger auch nur Alkohol mit Geschmack ist. Zum Ansatz den 54 %igen Rum und den Rest dann immer mit 40%igen. Ich verwende immer braunen Rohrzucker zum süßen das ist gut für den Geschmack...Und ich rühre natürlich um. Und kosten tun wir alle auch zwischendurch...meiner gelingt immer...
#4 Andy
20.9.09, 11:52
Heidelbeeren müssen rein! und die gehen auch...
#5 f.j.willhuber
17.10.09, 20:53
von wegen keine brombeeren, versuch es mal und geh in den wald, brombeeren zupfen, wie schmeckken,- natürlich sind garten - brombeeren u.g.himbeeren sch...., d.h.ohne
aroma, ganz super wird das aroma mit walderdbeeren, die schmecken trotz dem rum
sehr aromatisch heraus, ruf mich an, gerne gebe ich mein rezept,- mein rumtopf ist ge-
fürchtet,- er macht soooo müde beine,-aber keinen kater
#6 charly bravo
12.9.10, 00:20
Ich glaube, jeder liebt SEINEN Rumtopf. Sein Rezept (sofern gelungen) ist immer das Beste. Aber es ist gut, wenn jeder auch seine Rezepturen den Anfängern bereit stellt. Ich hab`in diesem Jahr Notgezwungen mal probiert, einen Rumtopf nur aus (Discounter/Kaufhaus) konservierten Früchten mit 54 %-igem Rum anzusetzen. Alle Früchte, die auch Alkohol aufnehmen können (allerdings nur die. die beim erforderlichen Umrühren nicht allzusehr matschen); aber auch keine Beeren mit festem "Haut-Mantel" halte ich für geeignet. Und wenn das Klappt, mein "Schnell-und-einfach-Ansatz", sich wohlmöglich nicht nur als genießbar, sondern sogar als lecker darstellen sollte... (Bitte für mich und meine drei Liter Hoffnung die Daumen drücken.) Möchtest Du probieren?
#7
21.1.11, 09:40
Ich verstehe auch nicht, warum Johannisbeeren und Himbeeren nicht rein sollen. Ich habe sie immer reingetan und die Früchte waren köstlich. Äpfel, klein geschnippelt habe ich auch schon rein. War auch wunderbar. Bananen habe ich noch nicht probiert
#8
21.1.11, 10:38
@ubuser: ich glaube, ich kann es erklären. Die Früchte behalten ja nicht ihre Grösse, sondern werden etwas kleiner. So daß Johannisbeeren nur noch kleine "Böbbele" sind genauso bei Heidelbeeren und das mag nicht Jeder. Himberen zerfallen leicht und sind nicht mehr als ganze Früchte erkennbar. Aber auch ich bin der Meinung -Jeder so wie er es mag-!!
#9
29.7.11, 16:36
Rumtopffrüchte:
Johannisbeeren rot und schwarz,
Kirschen,
Himbeeren,
HimBrombeeren (dieser Mix von beiden),
Brombeeren,
Heidelbeeren,
Weintrauben,
Erdbeeren,
Pflaumen,
Äpfel,
Birnen,
Pfirsiche.
LECKER kann ich nur sagen.

Und ich habe meinen Rumtopf so gemacht:
Also 1/2 Falsche Rum einfüllen. Beeren (Johannisbeeren waren meine ersten Früchte) rein. Brauner Zucker dazu und die restliche Flasche Rum rein.
Als dann die nächsten Früchte reif waren (bei mir waren es die Kirschen, Him- und die HimBrombeeren) habe ich sie rein getan. Später dann die Erdbeeren, Heidelbeeren, Pflaumen und Brombeeren. Dann kommen noch die Weintrauben, Äpfel, Birnen und Pfirsiche.
So ist meine Reihenfolge der Fruchtzugabe (wie sie halt wachsen und reifen).
Und wie halt schon oben gesagt: Immer wieder BRAUNEN ZUCKER dazu tun.

Gruß und BON APPETIT
1
#10
7.1.13, 20:23
Stimme zu, Rumtopf nur mit 54% Rum anzusetzen.
Die 6 Wochen Ruhezeiten machen für mich keinen Sinn.
Sehr weiche Früchte verwende ich nicht, die werden zu leicht matschig und schmecken nicht mehr.
Anfänger sollten einmal alle Fruchtarten einzeln ausprobieren, um Enttäuschung zu vermeiden. Das geht sehr gut in Einweckgläsern mit Gummi und Spannverschluß.


Ich lege fast nur noch Zwetschgen ein. Dafür verwende ich nicht zu große, ganze Früchte, die ich mehrfach mit einer Gabel ansteche. In der Frostperiode gibt es dann abends Tee mit Plaume mit "Saft" aus dem Topf. Geht der Vorrat zu Ende, bevor der Frost vorbei ist, setze ich mit dem "Saft" und besonders schönen Rosinen (gibts beim Türken) eine Nachschub-Mischung an. Die Nachschubm-Mischung kann man schon nach 2-3 Wochen anbrechen, also rechtzeitig ansetzen.
#11
17.5.15, 12:47
Ich habe einmal ( aus Faulheit ) Ananasstücke aus der Dose verwendet - aber das hat sich gerächt: der Rumtopf hatte eine Bitternote - wie das zu erklären ist, weiß ich nicht, aber ich habe das auf die Dosenananas geschoben. Weil jede Medaille zwei Seiten hat, machte ich aus der Not eine Tugend und habe den Rumtopf trotzdem genossen, weil Bitterstoffe die Galle zum Jubeln bringen und somit der Verdauung gut tun.

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