Hand aufs Herz: Kommst du dir manchmal auch so vor, als würde sich dein ganzer Tag nur ums Essen drehen? Frühstück planen, den Snack für zwischendurch einpacken, das Mittagessen vorbereiten und abends schon wieder in der Küche stehen. Wir sind es so gewohnt, ständig etwas zu kauen, dass wir völlig vergessen haben, wie befreiend es ist, mal nicht ans Essen zu denken. Ich praktiziere seit einiger Zeit „One Meal A Day“ (OMAD) und genieße dabei vor allem die gewonnene Zeit und das Gefühl, meinen Körper endlich mal wieder „zurückzusetzen“.
Essen wie die Urmenschen: Zurück zum Ursprung
Eigentlich ist unser Körper gar nicht für das moderne Dauer-Snacking gemacht. Unsere Vorfahren, die Urmenschen, hatten keinen gefüllten Kühlschrank in Reichweite. Sie haben gegessen, wenn die Jagd erfolgreich war – oft nur einmal am Tag – und dazwischen hatte der Körper Zeit, sich zu regenerieren. Heute füttern wir uns im 2-Stunden-Takt, was unseren Insulinspiegel ständig oben hält und den Stoffwechsel stresst. OMAD ist im Grunde nichts anderes, als zu diesem natürlichen Rhythmus zurückzukehren.
Die Vorteile von „One Meal A Day“ (OMAD)
- Enormer Zeitgewinn: Stell dir vor, wie viel Zeit du sparst, wenn Kochen, Abwaschen und die ständige Planung für drei oder mehr Mahlzeiten wegfallen. Ich nutze diese gewonnene Zeit jetzt für Hobbys oder einfach zum Entspannen.
- Der körperliche Reset: In den langen Fastenphasen beginnt die sogenannte Autophagie – eine Art zelluläre Müllabfuhr, bei der der Körper beschädigte Zellen repariert. Man fühlt sich nach der Eingewöhnung viel wacher und weniger „vernebelt“.
- Keine Snack-Falle: Man entkommt dem ständigen Blutzucker-Auf-und-Ab. Der Heißhunger auf Süßes zwischendurch verschwindet fast von selbst.
So funktioniert's
Bei OMAD fastest du 23 Stunden und hast ein Zeitfenster von etwa einer Stunde, in dem du deine eine, vollwertige Mahlzeit genießt. Es geht dabei weniger um Verzicht oder Kaloriensparen, sondern darum, dem Verdauungstrakt die nötige Pause zu gönnen, die er in unserer modernen Welt nie bekommt.
Viele OMAD-Anhänger berichten auch von einem Gewichtsverlust und einer besseren Fettverbrennung. Auch Sportler berichten, dass sie leistungsfähiger sind und besser Muskeln aufbauen können – vorausgesetzt, man achtet auf eine angemessene Proteinaufnahme während der Mahlzeit.
Auch ich versuche, dass ich genug gesunde Fette (Avocado, Lachs, Nüsse, etc.), genug Eiweiß (Geflügel, Fisch, Rind) und komplexe Kohlenhydrate (Quinoa, Bulgur, Amarant), sowie nährstoffreiche Beilagen wie Erbsen und Karotten in meine Mahlzeit einbaue. Wer sich mit Makronährstoffen nicht auskennt, kann dazu gerne eine App benutzen. MyfitnessPal ist gratis und bestens dafür geeignet.
Wann du deine eine Mahlzeit einnimmst, kannst du völlig frei entscheiden und an deinen Tagesablauf anpassen. Ich selbst nehme täglich ein sehr frühes Abendessen zwischen 16:00 und 17:00 Uhr ein. Das passt für mich und meinen Alltag am besten. Beachte, dass du deine Mahlzeit nicht zu nah an deiner Schlafenszeit planst – du solltest deine Mahlzeit also spätestens 3 Stunden bevor du ins Bett gehst einnehmen, damit du deinen Körper nachts nicht mit dem Verdauen stresst und gut schlafen kannst.
Wichtig für den Start
Trinke während der Fastenzeit viel! Wasser, ungesüßter Tee oder schwarzer Kaffee helfen dem Körper, den Reset-Prozess zu unterstützen. Du wirst merken, dass das Hungergefühl nach ein paar Tagen gar nicht mehr so dominant ist, weil der Körper lernt, wieder auf seine eigenen Reserven zuzugreifen.
Wenn du merkst, dass die Zeit bis zur Mahlzeit lang wird, geh eine Runde spazieren oder erledige etwas, das dich voll einnimmt. Die Ablenkung hilft – und oft stellt man fest, dass der „Hunger“ eigentlich nur Gewohnheit war.
OMAD hat mir gezeigt, dass wir nicht ständig Treibstoff brauchen, um zu funktionieren. Im Gegenteil: Die Klarheit und Energie im Alltag, die man durch die Esspause gewinnt, ist für mich wirklich spürbar. Ich wollte das Ganze eigentlich nur einmal für einen Monat ausprobieren, aber da es mir so guttut, werde ich noch länger damit weitermachen.
Alles Gute!