In diesem Freitag erlebt ihr euer blaues Wunder und erfahrt, woher Redewendungen rund um die Farbe Blau herkommen.

Unblaublich! Blaue Redewendungen im #FunFriday

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Schlauer statt blauer in 5 Minuten: Im heutigen FunFriday dreht sich alles um die Farbe Blau! Viel Spaß beim Lesen.

„Blau sein”

Bedeutung:

Wer umgangssprachlich blau ist, sieht nicht etwa aus wie ein Schlumpf, nein, er ist höchstwahrscheinlich betrunken. Aber warum werden betrunkene Menschen als blau bezeichnet? Sieht man die Farbe Blau etwa besser in diesem Zustand oder reagiert man besonders intensiv darauf?

Herkunft:

Tatsächlich hat die Redewendung ihren Ursprung im Mittelalter. Bis zum zwölften Jahrhundert war blau noch gar nicht fest im Repertoire der beruflichen Färber vorhanden. Erst als kirchliche Vertreter anfingen, die Farbe zu verwenden und Könige begannen, sich ebenfalls in Blau zu kleiden, wurde die Farbe immer beliebter.

Aufgrund der steigenden Nachfrage mussten immer mehr Stoffe gefärbt werden. Dieser Prozess war damals noch ziemlich umständlich. Als Färbemittel diente indisches Indigo. Das war jedoch schwer zu beschaffen – und viel zu teuer! Daher wurde auf die Pflanze „Färberwaid" zurückgegriffen. Die Pflanze allein färbte die Kleidung aber nicht blau. Um tatsächlich die Farbe zu gewinnen, wurden die Blätter in der Sonne in einen großen Zuber gelegt. Anschließend wurden sie mit heißem Wasser, Urin und Alkohol bedeckt.

Letzteres war damals ebenfalls zu teuer, um es pur auf die zu färbende Kleidung zu geben. Was also tun, wenn man Alkohol und Urin braucht? Ihr könnt euch sicherlich denken was jetzt kommt. Um den verwendeten Alkohol nicht zu verschwenden, wurde er einfach kurzerhand von den Färbern getrunken. Erst dann wurde der Urin verwendet. Ganz schön schlau! 

Aber wie kam es nun zu der Redewendung „blau sein“? Neben der Gärung von Färberwaid, konnte der Prozess durch Sonneneinstrahlung intensiviert werden. Der Alltag der Färber bestand beim Blaufärben also darin, Bier zu trinken, in einen Behälter auf Blätter zu urinieren und in der Sonne zu liegen. Sah man daher in einer Stadt die betrunkenen Färber auf einer Wiese liegen, sprach man davon, dass die Beteiligten wohl wieder „blau sind“. Aus dieser Zeit soll auch der Begriff „blau machen“ kommen. 

Übrigens: Beim Herausziehen waren die Stoffe noch gelb gefärbt. Erst während des Trocknens entstand die typische blaue Farbe.

„Sein blaues Wunder erleben”

Bedeutung:

Mit blauem Wunder ist nicht etwa gemeint, dass Schalke es wider Erwarten geschafft hat, trotz löchriger Defensive und kaum Kraft nach vorne ein Spiel zu gewinnen. Jeder von uns hatte schon einmal ein Erlebnis, mit dem wir absolut nicht gerechnet haben.

Ob es die Fünf in Mathe war, obwohl man so gut gelernt hat, oder dass Mama herausgefunden hat, dass man die zehn Euro aus ihrem Geldbeutel genommen hat – sein blaues Wunder erlebt jeder Mensch im Laufe seines Lebens, meist mehrmals. Es ist sprichwörtlich für das Erleben von unangenehmen oder unerwarteten Ereignissen, die für den Betroffenen in den meisten Fällen überraschend kommen, daher ja auch das “Wunder”, nur eben nicht im guten Sinn. 

Herkunft: 

Die Herkunft dieser Redewendung schließt sich ans „blau machen” an, denn hier geht es wieder einmal um das Färben. Im Mittelalter wurden Stoffe zum Färben in eine gelb-orangefarbene Färbeflüssigkeit eingelegt. Durch Oxidierung mit Sauerstoff aber wurden die gelben Tücher blau, was natürlich eine böse und so nicht erwartete Überraschung war. Außerdem wussten die Menschen damals noch nicht, was der Grund für die plötzliche Farbveränderung war, und sprachen deshalb von einem „blauen Wunder”. Die Farbe Blau galt im Mittelalter übrigens auch als Symbol für Lüge oder Täuschung. 

“Blaues Blut in den Adern haben”

Bedeutung:

Wer blaues Blut in den Adern hat, der stammt von einer adeligen Familie ab. Die Redensart „Du hast wohl blaues Blut in den Adern” wird auch dafür verwendet, um zu symbolisieren, dass jemand eingebildet wirkt.

Herkunft:

Die Redewendung „blaues Blut haben” stammt aus Spanien. In frühen Zeiten der Monarchie war der Adel die einzige Bevölkerungsgruppe, die keine Feldarbeit leisten musste. Sie waren demnach viel blasser als diejenigen, die den ganzen Tag in der Sonne arbeiten mussten. Dadurch schimmerten die blauen Adern deutlicher unter der blassen Haut hervor. 

Blasse Haut galt damals in ganz Europa als Schönheitsideal. Die Adeligen versuchten alles, um so wenig Sonne wie möglich abzubekommen. Aus diesem Zusammenhang stammt der Begriff „vornehme Blässe”. Für die Spanier war dies unter der intensiven südlichen Sonne besonders schwer. Sie gingen daher vermehrt Heiratsverbindungen mit nordeuropäischen Adeligen ein, um ihre Blässe über die Generationen hinweg zu intensivieren.

Welche anderen Redewendungen die Farben beinhalten kennt ihr noch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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