Futtersäulen und -spender, in denen die Körner selbst nachrieseln, wenn die Vögel das Futter entnehmen, sind besonders pflegeleicht.
4

Vögel füttern im Winter - wie geht es richtig?

Jetzt bewerten:
5 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Gerade wenn Schnee liegt und es eisig kalt ist, haben es unsere gefiederten Zeitgenossen schwer: Der Winter ist für viele Vögel eine harte Zeit. Viele Vogelfreunde wollen den Piepmätzen daher jetzt etwas Gutes tun – Körner und Meisenknödel für die Vogelfütterung gibt es jetzt ja fast überall zu kaufen. Aber was muss man beachten, damit die Vögel wirklich etwas davon haben?

Ab wann sollte ich füttern?

Viele Menschen glauben, in milden Wintern oder wenn kein Schnee liegt, sei eine Vogelfütterung nicht nötig. Schließlich finden Meisen, Amseln und Co dann auf dem Boden genügend zu fressen. Aber stimmt das auch? Nur bedingt, wie Experten sagen. Denn auch ohne harten Frost kann für einige Vögel schon die Nahrung knapp werden.

Und Sie können ihre Futterstationen und Körnerdepots ruhig schon zu Winterbeginn füllen. Denn gerade dann suchen viele Vogelarten besonders intensiv nach Nahrung, damit sie sich eine Fettschicht gegen die kommende Kälte anfressen können. "Es ist besonders wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben - richten Sie die Futterstelle deshalb schon vor dem Wintereinbruch ein", rät Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Welches Futter ist geeignet?

Vögel sind keine Müllschlucker! Menschenspeisen und Essensreste sind absolut tabu und gehören nicht in das Futterhäuschen oder in den Napf. Denn vieles, was wir essen, ist stark gewürzt und das vertragen viele Vögel nicht. Im Extremfall können sie sogar daran sterben. Salziges wie Schinken, Käse oder gesalzene Erdnüsse sind ebenfalls ungesund für die gefiederten Futtergäste. Auch Brot ist keine gute Vogelnahrung. Es quillt im Vogelmagen auf und sorgt für schmerzhafte Magenverstimmungen.

Das beste Futter für Meisen, Finken, Spatzen und andere Körnerfresser sind hochwertige Sämereien und Nüsse. Gut geeignet sind Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Hanfsaat oder Getreideflocken. In Meisenknödeln sind diese Leckereien zusätzlich in Fett eingelassen, das gibt zusätzliche Energie.

Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Zaunkönige bevorzugen dagegen eher weiche Nahrung. Sie fressen in der Natur Insekten, Beeren oder Würmer. Für diese Futtergäste sind Rosinen, kleingeschnittene Äpfel oder Birnen gemischt mit Haferflocken und Kleie eine gute Mahlzeit.

Der richtige Standort für das Futterhäuschen

Für die meisten Wintervögel sind aufgehängte Futterhäuschen die beste Wahl. Sie sollten dabei sicher angebracht sein und möglichst in der Nähe von Deckung wie einem Busch oder Baum hängen – aber nicht mitten im Dickicht. Denn es ist wichtig, dass die Vögel die Futterstelle gut anfliegen können und herannahende Feinde rechtzeitig bemerken können. Auch katzensicher sollte das Vogelhaus möglichst angebracht sein.

Amseln und andere Weichfutterfresser sind es gewöhnt, ihre Nahrung am Boden zu suchen. Für sie ist daher ein Futterspender in Bodennähe günstiger. Weil dies für die Piepmätze gefährlicher ist, ist es hier besonders wichtig, dass die Vögel beim Fressen freie Sicht haben und so heranschleichende Katzen schnell bemerken.

Wie sollte ein Futterhaus aussehen?

Das Wichtigste ist, dass das Futter im Vogelhaus trocken und sauber bleibt. Deshalb sollte die Futterstelle immer ein Dach besitzen und Körner und Co vor Regen und Schnee abschirmen. Ebenfalls wichtig ist aber, dass das Futter nicht mit Kot und anderem Dreck verunreinigt wird. Denn sonst fördert das Vogelhaus die Übertragung von Krankheitserregern. Daher sollten Sie darauf achten, dass die Vögel nicht im Futter herumlaufen können – der Spender darf daher nicht zu groß sein.

Um die entsprechende Hygiene zu gewährleisten, sollten Sie regelmäßig nach dem Rechten schauen. Füllen Sie dabei nicht einfach nur neues Futter nach, sondern tauschen es besser komplett aus und reinigen Sie den Boden des Futterhäuschens. Pflegeleichter sind Futtersäulen und Spender, in denen die Körner selbst nachrieseln, wenn die Vögel Futter entnehmen – solche Futterspender sind sozusagen wartungsfrei. Sie eignen sich auch gut für die Bodenfütterung, weil das Futter hier gut gegen Verunreinigungen geschützt ist.

Und wie ist es mit der Vogeltränke?

Vögel benötigen auch im Winter Wasser – nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Gefiederpflege. Deshalb tun Sie ihnen mit einer Vogeltränke durchaus etwas Gutes. Am besten geeignet ist eine zwei bis zehn Zentimeter tiefe Schale, die am Rand flach zuläuft. Ist sie etwas rau, hilft dies den Piepmätzen, den Halt nicht zu verlieren. Ein größerer Stein in der Mitte bietet ihnen einen zusätzlichen Sitzplatz am Wasser. Ähnlich wie beim Futter ist Sauberkeit wichtig: Wechseln Sie am besten täglich das Wasser, das verhindert eine Übertragung von Krankheiten.

Wer diese einfachen Grundregeln beherzigt, der kann schon bald treue Wintergäste in seinem Garten oder auf dem Balkon beobachten. Denn ein Futterplatz für Vögel hilft nicht nur ihnen, er macht auch uns Menschen Spaß. Er gibt uns die Gelegenheit, die vielen gefiederten Bewohner von Stadt und Garten näher anzuschauen.

Von
Eingestellt am

13 Kommentare


2
#1
22.1.16, 19:25
Wir haben seit einem Jahr einen Futterspender, bei dem die Körner seitlich herausrieseln. Da können wir jetzt sehr oft die Vögel beim Futtern beobachten - und wie sie sich gegenseitig verscheuchen. Dann sitzt einer einen Meter entfernt auf einem Strauch, und sobald der andere weg ist, fliegt dieser wieder zum Futterhäuschen. Da ist oft viel los.
1
#2
23.1.16, 09:47
Deswegen werden ja auch die Vögel von Menschen gefüttert: es ist nett mitanzusehen, wie sie angeflogen kommen, sich ihr Futter holen, welche Arten die Futterstelle anfliegen, etc.
Wir füttern auch und sitzen oft im Wintergarten um unsere Beobachtungen zu machen.
1
#3
23.1.16, 11:38
Vielen Dank für diesen Tipp!
Leider werden meist in den Läden überaus hübsche jedoch denkbar ungeeignete Futterhäuschen angeboten. Auch der Selbstbau solcher Futterhäuser ist beliebt, endet jedoch ebenso oft in ungeeigneten Varianten.
Bedauerlicher Weise sterben jährlich sehr viele Vögel wegen schlechter Futterplätze, weil sie zwar dekorativ aussehen, jedoch nicht so sauber gehalten werden, wie es erforderlich ist. Da sind Futtersäulen wie das abgebildete oder Meisenknödel/-ringe für den Otto-Normal-Fütterer deutlich besser!
#4
23.1.16, 21:41
Ich muß unbedingt auch mein Futterhäuschen für die Vögel aufhängen .
An dem Futterhäuschen sind rundherum haken angebraht für die Meisenknödel oder Ringe aufzuhängen ,deshalb finde ich diesen Tipp sehr gut .
Schönes Wochenende,wünsch ich .
2
#5
24.1.16, 01:43
Zu beachten ist:

Wo Katzen - egal ob die eigene(n) oder Besucherkatzen auf der Lauer liegen, sollte man auf das Füttern lieber verzichten, so schön es auch anzusehen ist, welche Vogelschar sich zum Essen einfindet........

Mein Kater und seine Freunde saßen stundenlang bei eisiger Kälte aufgeplustert und bewegungslos vor, neben und über dem Futterhaus auf Zäunen, Gebäuden, Bäumen und Balkonen und warteten auf eine günstige Gelegenheit.

Leider musste ich das Vogelfüttern einstellen.
#6
24.1.16, 11:45
Wir haben zwar schon etliche Jahre keine Katzen mehr, aber dafür stromern sicher an die 10 fremde Katzen immer wieder durch unseren Garten. Gut - wenn ich eine erwische, dann wird sie mit Getöse und im Sommer auch gerne dem Wasserschlauch verjagt. Das wissen die inzwischen recht gut.
Unser Futterplatz ist daher recht nahe an der Terrasse und sehr frei gelegen, 1 Seite direkt neben unserem Teich. Da kann sich eine Katze nur schwer auf die Lauer legen. Auch Meisenknödel nicht auf EG-Ebene sind recht unproblematisch.
Früher mit eigener Katze hingen die Meisenknödel immer trocken an der Terrassenwand und der Kater schlief auf selbiger Terrasse während die Meisen sich das Futter holten. Die waren sogar so dreist, dass sie herunter gefallene Krümel bis zu 1 m Entfernung vom Kater fraßen. Der guckte dann nur gelangweilt hoch und schlief dann weiter, weil er wusste, dass er sie sowieso nicht bekommt.
Man muss nur gucken, dass die Stelle sehr übersichtlich ist für die Vögelchen, so wie es oben auch beschrieben steht. Keinesfalls in der Nähe von versteckfreundlichen Hecken oder Bauten. Die Vögel fliegen problemlos einige Meter bis zum nächsten Strauch oder Baum, wenn es gefährlich wird. Viel gefährlicher ist die unmittelbare Nähe dazu, weil sich dort eben auch Katzen und andere Fressfeinde verstecken können.
1
#7
24.1.16, 12:58
Das Zumselchen füttert sowohl Vögel als auch Miezchen, Katerchen und - unfreiwillig - den Nachbarkatzenclan auf der Terrasse, und es geht gut. Lange schon musste kein Beutetier mehr entsorgt werden.
Und außerdem: Unsere gefiederten Freunde sind weder dumm noch Katzen zwangsläufig unterlegen. :-)
#8
24.1.16, 13:47
Bei uns laufen im Augenblick nicht so viele Nachbarskatzen durch den Garten.
Unser Futterhäuschen steht direkt an der Terrasse, da können wir die Vögel gut beobachten, wenn wir am Eßtisch sitzen.
1
#9
24.1.16, 22:13
@zumselchen:

Ich muss auch keine Beutetiere entfernen - höchstens mal Blut und Innereien abwaschen und Federn wegfegen ;o))
#10
25.1.16, 14:39
Wenn kein entsprechend sicherer Platz gefunden werden kann, dann würde ich das Füttern auch einstellen. Fallen schon genügend Vögel den Freigängern unter den Katzen zum Opfer. Ein Grund für uns, uns nach dem Ableben unserer Tiger keinen neuen mehr zuzulegen.
#11
31.1.16, 09:11
ich hab eine loggia und aufgehangene meisenknödel würden eher verschimmeln oder austreiben als weggepickt.liegen diese dann auf dem boden gehts dann aber los.
#12
31.1.16, 12:50
Vielleicht sind bei euch keine Meisen zu Gast sondern Amseln, Gimpel, Rotkehlchen oder andere Bodenfresser. ;)
#13
3.3.16, 09:12
Ich glaube, der stottert oder liest sich gern reden. ;D

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen