Wozu sind Krawatten gut?

Gepunktet, gestreift, gemustert - Krawatten gibt es in vielen Formen und Farben. Aber wozu sind sie eigentlich gut?
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Bei uns seid mittwochs endlich einmal Ihr Kids an der Reihe! Unsere Lotte weiß nämlich ganz genau, dass es auf der Welt ziemlich viele unlogische und rätselhafte Dinge gibt. Deshalb hilft sie euch gerne bei der Suche nach Antworten.

Heute fragt Mattis, 6 Jahre, aus Korntal:

„Wozu sind Krawatten gut? “

Lotte weiß, dass die Welt der Erwachsenen manchmal seltsam ist.Lieber Mattis,

Krawatten kann man toll in die Suppe hängen. Und in Büros können sie sogar gefährlich werden. Da gibt es nämlich Geräte, die Papier zerkleinern. Schredder heißen die. Und wenn man da aus Versehen mit einer Krawatte rein gerät, dann kann es ganz schön eng am Hals werden. Also, wozu sind diese komischen Stoffstreifen mit den oft hässlichen Mustern gut?

Gürtel helfen uns dabei, unsere Hosen an ihrem Platz zu halten. Kappen schützen uns vor der Sonne. Krawatten dagegen sollen nur gut aussehen – was ihnen in den Augen von vielen Menschen nicht mal gelingt. Eine echte Aufgabe haben sie nicht. Doch warum tragen viele Leute sie dann?

Die Erfindung der Krawatte hat – wie viele modische Ideen – mit Frankreich zu tun. Vor ungefähr 400 Jahren gab es einen großen Krieg. Reiter aus Kroatien haben damals für den französischen König gekämpft. Das war Ludwig XIV, also der 14. Ludwig. Man hat ihn auch den Sonnenkönig genannt. Und dieser König war ein großer Fan von Kunst und Mode.

Sonnenkönig Ludwig in Frankreich fand den Vorläufer der Krawatte todschick. Bei ihm war er allerdings breiter und kürzer.

Als jetzt die kroatischen Reiter auftauchten – und für den Sonnenkönig gleich mehrere Schlachten gewannen – fand er ihre geknoteten Halstüchlein sehr schick. Die Kroaten trugen sie eigentlich gegen Kälte und Staub. Doch für den Sonnenkönig standen die Dinger für Ruhm und Eleganz. Er trug sie deshalb ab sofort selber. Und auch andere am Hof sollten sie tragen.

Tja – dann kam es wie so oft: Was die Könige vormachten, wollten bald auch die einfacheren Leute. Und was aus Frankreich kam, galt im restlichen Europa sowieso als todschick. Also trugen bald alle, die elegant sein wollten, eine Krawatte. Die waren übrigens früher deutlich breiter und kürzer. Das mit den langen, schmalen Bändern hat sich erst mit der Zeit entwickelt.

Heute rennen vor allem Manager mit Krawatten durch die Gegend. Oder Leute, die besonders wichtig oder anständig aussehen sollen oder wollen. In der Oper sieht man jede Menge Krawatten. Auch in eleganten Spielhöllen, die man Casinos nennt. Übrigens werden an Fasching deshalb auch viele Krawatten abgeschnitten. Übersetzt heißt das: „Ätsch, jetzt bist du nicht mehr wichtig!“

Schick ohne Krawatte? Viele greifen an Geburtstagen oder bei wichtigen Anlässen zur Fliege. Am Hals drückt die genauso.

Es gibt allerdings noch eine andere Möglichkeit, sich etwas um den Hals zu binden und damit wichtig oder schick auszusehen. Das ist die Fliege. Und die hat einen klaren Vorteil: Du kannst sie nicht in die Suppe hängen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein kleines bisschen weiterhelfen. Hast du noch andere Fragen? Dann kannst du sie mir gerne schicken.

Bis nächsten Mittwoch

Deine Lotte

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