Allerlei aus Hühnerklein

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Das klassische Hühnerklein Paket ist tiefgekühlt, kostet um die 70 Cent und besteht aus Rücken. Hähnchenrücken.

Natürlich kann man draus eine Suppe kochen, aber man kann die Rücken auch schmoren:

Dazu werden die aufgetauten Rückenteile gesalzen, gepfeffert, mit Mehl bestäubt und zusammen mit Zwiebeln und etwas Knoblauch, in heissem Öl angebraten. Mit Gemüsebrühe abgelöscht, Deckel drauf und schmoren! Hitze reduzieren. Immer wieder Brühe nachgießen, einschmurgeln lassen, nachgießen.

Nach einer guten halben Stunde ist das bissl Fleisch, das an den Rücken haftet, gar und kann abgelöst werden. Nun kann man das Fleisch sehr klein schneiden und mit der Zwiebelsoße genießen. Mit dem Inhalt einer kleinen Dose Erbsen, kann man die Menge erweitern. Dieses kleine Ragout reicht für 2, passt zu Kartoffeln, Nudeln, Spätzle, Reis, Knödel .... zu allem.

Mixt man dieses abgelöste Fleisch samt Geflügelhaut, ohne Soße, dann bekommt man etwas, was eine entfernte Ähnlichkeit mit Leberwurst hat und als Brotaufstrich verwendet werden kann.

Aber nun zu den Knochen, der Karkasse, die keinesfalls weggeworfen werden soll, denn aus der kann man eine wunderbare, sehr schmackhafte Brühe kochen. Mit kaltem Wasser bedecken, eine Zwiebel dazu, wenn man hat auch Lauch, Karotte, Sellerie - das klassische Suppengrün. Man wird noch ein bissl nachsalzen müssen. Diese Brühe darf ruhig ein paar Stunden vor sich hinköcheln. Abseihen, eine Einlage dazu - mehr kann man von solch einem Hühnerklein echt nicht erwarten!

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13 Kommentare


#1 donnawetta
23.3.12, 11:25
Prima Tipp - ich find's eh toll, wenn man von einem Tier alles verwertet und nicht nur die üblichen Teile (im Hühnerfall Brust / Filet und Schenkel). Wenn man dabei noch spart...um so besser. Außerdem verleitet dieser Tipp vielleicht auch den ein oder anderen zum (besseren) kochen. Daumen hoch!
#2
23.3.12, 11:57
Freut mich, dass Du das so siehst. Danke!
#3
23.3.12, 12:05
sehr guter Tip !!

ich habe Hühnerklein manchmal für meinen Kater gekocht und dabei auch selbst davon genascht (weil ich alles mit Knochen aussortieren musste für den Stubentiger) ... wir fanden's beide lecker
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#4
23.3.12, 14:00
wenn es diese kleine, weiße, rechteckige Packung ist die du meinst ...

... finde ich schrecklich!!

Man hat auch schnell raus warum es um die 70 Cent kostet. Fleisch? Fehlanzeige, ich nenne es eher gern Gerippeklein.

Gab es manchmal für unsere Hunde als "Notration".

Nervt mich aber da diese winzigen Knochen sofort abbrechen, splittern und eben kaum Fleisch dran ist + Massenhaltung.

Und diesen Eisklumpen musst du erstmal heile auseinander bekommen... Daumen in die Mitte, der Tipp ist gut aber ohne diese Packung ;)

Liebe Grüße Serafinaa
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#5 Oma_Duck
23.3.12, 14:33
Ganze Hähnchen sind nicht mehr so beliebt wie früher. Es ist zudem einträglicher für die Mastanstalten, die Hähnchenteile einzeln zu verkaufen (Brust, Schenkel "mit Rückenteil", Flügel). Was dann noch übrig ist, wird zu sog. Suppenpaketen gepackt, aus Sicht der Produzenten eine elegante Art der Enstorgung.
Aber wahr ist auch, dass eine Brühe von diesen Rückenteilen immer noch um Längen besser ist als Grundlage für ein leckeres Süppchen als die etwa gleich teuren Tüten von Moggi oder Knarr. Und man kann noch die Knochen abzuppeln. Mit einer echten Hühnersuppe von richtigen Suppenhühnern kann man das Ergebnis allerdings nicht vergleichen. Muss man ja auch nicht.
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#6
23.3.12, 14:53
@Serafinaa: mit den splitternden Knochen musst Du da beim Hund besonders aufpassen. Aber die Suppe ohne Knochen ist sicher für Mensch & Tier lecker :-)
#7
23.3.12, 16:44
...und ich lass die Rücken auch immer auftauen, bevor ich sie verwende...

wenn sie gar sind, dann löst sich das bissl Fleisch von ganz alleine ab.

Ich hab diese Päckchen eigentlich auch blos für die Katzen gekauft.
Eine konzentrierte Brühe wollte ich davon kochen, weil die Biester immer nur die Sosse von den Bröckerl lecken.....

Die Katzen haben mich schäl angeschaut und sind beleidigt von dannen gezogen.
Jetzt hatte ich aber noch drei Päckchen und ich musste mir was einfallen lassen.
So kommts, dass man gelegentlich kreativ wird!
#8
23.3.12, 19:06
@ Chris35: ja richtig gefährlich diese spitzen kleinen Biester :)

@ Maxl: gute Idee! Erleichtert dir 'ne Menge Kraft kann ich dir sagen ;)

Aber wie schon erwähnt, war das Tiefkühlpäckchen bei uns eher die Notration für die Wauwau's ... wenns ma schnell gehen muss und kein frisches Fleisch da war.

auf jeden fall finde ich den Tipp, auch was aus Hühnerklein zu machen, gut.

Viele Grüße
#9
23.3.12, 21:26
...ach ja, heut Abend hab ich Maultaschen gemacht.

Das gemixte Ragout wäre dafür auch sehr gut als Füllung geeignet.

Ich werde das nächstens einmal ausprobieren!
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#10 Oma_Duck
28.3.12, 13:40
Ich habe die Anregung aufgenommen und eine Brühe von drei Suppenpaketen (je 69 Cent) gekocht. Das Ergebnis ist eher enttäuschend. Fleischausbeute äußerst gering. Wenn man die Preise für Hähnchenschenkel oder ganze Hähnchen damit vergleicht, fällt die Entscheidung leicht: Liegen lassen!
Habe bei der Gelegenheit entdeckt, dass mein Netto-Laden jetzt endlich auch TK-Hähnchenschenkel ohne diese furchtbare Paprikaschmiere anbietet, also ungewürzt. Für Single-Haushalte wie meinen günstig, weil sich zwei Stück gut in einem Mini-Backofen brutzeln lassen. Ein ganzes Hähnchen ist je sowieso zu viel für eine Person.
#11
28.3.12, 18:04
Ja, Oma Duck, bei drei Päckchen lohnt das nun wirklich nicht!

Ich mach für 2 Personen ein Päckchen, nicht kochen, sondern schmoren!
Da erhält man eine wunderbare Sosse und, wenn man das wenige Fleisch ablöst, auch ein Ragout, das für zwei Personen ausreichend ist, vorausgesetzt man reicht es zu einer Beilage.

Das Wesentliche ist, dass die Brühe aus den bereits geschmorten Karkassen einen sehr viel gehaltvolleren Geschmack.

Natürlich kommt man mit den Hendlhaxln sehr viel weiter, wenns ums Fleisch geht, aber wenn man aus den verbliebenen Knochen eine Suppe kochen will, dann wird die, durch die dickeren Knochen, nicht so gehaltvoll.
Aber das geht natürlich auch.
Ich koche z.B. auch die Karkasse der Weihnachtspute zur Brühe aus.
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#12 Oma_Duck
29.3.12, 13:10
@Maxl: Das Schmoren ist, wenn man mehr Wert auf den Geschmack legt als auf das bisschen Fleisch, sicherlich sinnvoll. Ich befürchte jedoch, dass aus den verbleibenden Knochen keine sehr gehaltvolle Brühe mehr zu erzielen ist.
Mein Experiment mit "Brühe aus 1500 g Hühnerklein" hatte übrigens noch ein Happy End: Ich habe die Suppe in den Kühlschrank gestellt und konnte danach erstaunlich viel Fett ab"schieben". Die verbleibende fettarme Brühe ist stark geliert und sehr kräftig. Werde sie nun portionsweise einfrieren als Grundlage für vielerlei Gerichte.
Merke: Bei Fleischbrühen an Wasser sparen wird belohnt - der Ausdruck "Kraftbrühe" kommt nicht von ungefähr!
#13
29.3.12, 15:12
...also, wenn ich das recht verstehe, dann hast Du blos eine ganz normale Hühnersuppe gekocht?

Das war ja nun ganz was anderes, als ich in meinem Rezept vorgeschlagen hab.

Wenns Dich wirklich interessiert, dann halt Dich einfach an meine Idee und schau, was dabei rauskommt.
Glaub mir, die entstehende Brühe gewinnt sehr, durch den vorhergehenden Schmorprozess mit all seinen Geschmacksaromen.

Zur Kraftbrühe - aus einer Fleischbrühe wird eine Kraftbrühe, wenn man mit der kalten Brühe nochmal rohes, kleingehacktes Fleisch im Verhältnis 1:5, und nochmal Suppengrün kocht. Ein paar Stunden kocht, mit Eiweiss klärt und mehrmals den Schaum abschöpft. Durch ein Tuch gesiebt erhält man eine sehr gehaltvolle Kraftbrühe oder Consommé.
Zur Consommé double wird es, wenn man die doppelte Menge rohes Fleisch, also 2:5, mit einfacher Fleischbrühe kocht.

Aber damit bewegen wir uns gaaaanz weit weg, von dem 69Cent Gericht.

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