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„Bernhards Welt“: Das Valentinstags-Massaker

Der einen Freud, der andren Leid: Der Blumenhandel macht am Valentinstag zwar mächtig Umsatz - hat aber auch mächtig Stress.
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Lesezeit ca. 2 Minuten

Jeden zweiten Montag ist bei Frag Mutti ab sofort: „Bernhard-Zeit“. Schließlich ist es unfair, wenn ihr uns immer wieder Einblicke in euer Leben gewährt – die uns sehr ehren – aber ihr nicht wirklich viel über uns wisst. Der Frag Mutti-Chef ändert das und verrät mit „Bernhards Welt“ Tipps und Anekdoten aus seinem Privatleben.

Heute verrät Bernhard, warum der Blumenhandel ein Problem mit den 14. Februar hat.

„Das Valentinstags-Massaker – oder: Sag’s nicht durch die Blume!“

Bernhard, Gründer von Frag-Mutti.de„15 langstielige rote Rosen, bitte“. „Jetzt“?“ Die Floristin starrt mich mit weit aufgerissenen Augen entsetzt an. Ich nicke irritiert. „Ja, genau jetzt.“ Was haben denn rote Rosen mit dem Zeitpunkt zu tun? Die Dame stammelt: „Aber … aber ... 14 Uhr!“ Sie wirft die Arme in die Luft und verfällt in Schnappatmung.

Oh je. Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch. Ist das hier versteckte Kamera? Ich schaue mich um. Keine Kamera, nirgendwo. Vielleicht probt die Lady fürs Theater? Vielleicht ist sie eine KGB-Spionin und will mir eine verschlüsselte Botschaft der Illuminaten mitteilen? Oder – jetzt hab ich’s! - sie versteht nur wenig Deutsch. Das wird es sein.

„Do you have 15 red Roses, right now?“, frage ich deshalb. Keine Reaktion. „Avez vous, öh, 15 roses rouges, jetzt, also tout de suite?“ Sie kneift die Augen zusammen und fragt: „Hä?“ Gerade kratze ich mein Italienisch zusammen und überlege, das Gemüse in einem anderen Laden zu kaufen, da wirft sie schon wieder die Arme in die Luft und ruft: „Sie können doch nicht am Valtentinstag um 14 Uhr 15 langstielige rote Rosen kaufen wollen!“

Wenn am 14. Februar schon vormittags die Rosen ausgehen, kommen Floristinnen und Floristen ganz schön ins Schwitzen.

Ah! Jetzt! Der Valtentinstag! Da liegt der Hase im Pfeffer! Natürlich ticken die Uhren am 14. Februar etwas anders. Nicht, dass der oder die Vielgeliebte jeweils großen Wert auf Gemüse in Form von langstieligen roten Rosen legt. Aber so ganz kann man und frau sich dem allgemeinen Druck eben nicht entziehen. Dieses Geschenke-Ding für die Liebsten hat nun mal Tradition.

Also raffe ich mich auf und frage nochmal: „Also, langstielige rote Rosen haben Sie keine mehr, richtig?“ Sie verdreht die Augen und meint stöhnend: „Der Letzte, der welche haben wollte und keine mehr gekriegt hat, ist vor drei Stunden zum Laden raus.“ Sicher sitzt er weinend um die Ecke an irgendeinem Büdchen und zischt aus Frust einen Korn.

„Was haben sie denn dann?“, versuche ich es noch einmal. „Vielleicht Rosen im ?“ „Alle weg.“ „Rosa Rosen?“ „Weg.“ „Gelbe Rosen?“ Sie starrt mich entsetzt an. „Sie wissen schon, dass gelbe Rosen in einer Beziehung für Probleme stehen?“ Ich starre entsetzt zurück. „Äh, echt?“ Dann wohl besser nicht. Und jetzt?

Rot steht für Liebe, Weiß für Unschuld, Rosa für Romantik und  Gelb für Lebensfreude. Doch es kann auch Ärger bedeuten.

„Ich hasse den Valentinstag“, murmelt die Verkäuferin kaum hörbar vor sich hin. Ja, irgendwie kann ich sie verstehen. Da wird dem Blumenhandel immer die Erfindung des Valentinstags in die Schuhe geschoben – dabei geht der auf den armen Märtyrer-Bischof Valentin aus dem 3. Jahrhundert nach Christus zurück. Und jetzt werden die Floristinnen und Floristen zu unchristlichen Zeiten wegen roten Rosen gelöchert.

„Wissen Sie was? Ich kaufe was anderes – Erdbeeren vielleicht“, schlage ich deshalb vorsichtig vor. „Ja, gute Idee. Tschüss!“, krächzt sie erleichtert. Sie sieht so erschöpft aus, dass mir ein weiteres Highlight des Tages einfällt: das Valentinstags-Massaker. Wahrscheinlich hat das Geballere nur stattgefunden, weil es keine Rosen mehr gab – und es war nicht von der Mafia, sondern vom genervten Blumenhandel inspiriert.

Vergiss den Konsum. Überrasche deine Liebsten am Valentinstag doch einfach mal mit selbst gebackenen Leckereien.Also lächle ich die gebeutelte Floristin an und sage: „Vielen Dank für die Beratung. Gute Nerven wünsche ich noch.“ „Danke. Das ist das erste Nette, das ich heute gehört habe“, gibt sie gequält zurück und winkt mich aus dem Laden. 

Mein Tipp für alle Valentinstags-Frustrierten da draußen lautet deshalb: Wenn ihr am 14. Februar Rosen verschenken wollt, bestellt sie nervenschonend vor. Und vergesst den planlosen Konsum samt Erdbeeren – für die ist es sowieso noch zu früh. Backt doch einfach mal wieder etwas Leckeres. Und seid heute besonders nett. Nicht nur zu euren Lieben, sondern vor allem auch zu den Singles, die sonst am Valentinstag leer ausgehen.

Euer

Bernhard

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