Buchsbaumzünsler bekämpfen mit Neemöl

Eine Drucksprühflasche, eine Packung mit Neemöl und Wasser - damit geht es dem Zünsler an den Kragen.
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Grau-braune, abgefressene Hecken voller Gespinste. Getüpfelte Raupen, wohin das Auge blickt – sitzt erst einmal der Buchsbaumzünsler in der Hecke, ist guter Rat oft im wahrsten Sinne des Wortes teuer.

Alter Falter! Dieser lästige Schmetterling frisst sich seit rund 15 Jahren hierzulande an Buchsbaumhecken satt – und hinterlässt Scharen von ratlosen Gärtner:innen. Zum Glück können wir ihm mit einem ökologischen Pflanzenschutzmittel effektiv zu Leibe rücken: dem Neemöl oder Niemöl.

Inhaltsverzeichnis

  1. Herkunft der Buchsbaumzünsler
  2. Alternative zur Giftspritze
  3. Herrlicher Gestank
  4. Neemöl Anwendung
  5. Der beste Zeitpunkt
  6. Wirkung als Appetitzügler
  7. Von der Katze bis zur Topfpflanze
  8. Neemöl gegen Blattläuse

Herkunft der Buchsbaumzünsler

Woher genau der Zünsler kam, ist nicht ganz klar. Vermutet wird, dass er 2007 seine Reise auf einem Schiff aus dem ostasiatischen Raum angetreten hat. Für ihn wurde diese Reise zum Fressfest und Siegeszug. Schließlich hat der Zünsler bei uns leider keine natürlichen Feinde. Für Buchs-Fans begann deshalb das Haareraufen und Lösung-Suchen. Nicht selten wurden kahl gefressene Hecken einfach gefällt und neue Buchsbäume gepflanzt – die bald dasselbe Schicksal ereilte.

Hübsch sind sie schon, die Zünsler-Raupen. Doch ein gesunder Buchsbaum ist noch viel schöner.

Alternative zur Giftspritze

Selbst Gärtner:innen, denen Umwelt- und Naturschutz normalerweise am Herzen liegt, greifen beim Zünsler nach wie vor frustriert zur Giftspritze. Allerdings ist das für unser Ökosystem keine gute Idee. Zum Glück gibt es sowohl eine Alternative zur chemischen Keule als auch zur Säge: Neemöl, häufig auch Niemöl genannt. Dieses Öl kommt komplett ohne chemische Zusätze aus und hat außerdem einen weiteren großen Vorteil: Es hat keine negativen Auswirkungen auf Bienen und andere Nützlinge.

Herrlicher Gestank

Das Neemöl wird meistens aus den Blüten, teilweise auch aus den Fruchtsamen des Neembaumes gewonnen, der bis zu 200 Jahre alt werden kann und vor allem in Indien und Afrika wächst. Bei der Öl-Herstellung kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Achte deshalb darauf, dass du qualitativ hochwertiges Neemöl aus Bio-Anbau und -Verwertung erwischst. Das Öl hat einen intensiv-bitteren, leicht ranzigen Geruch. Für uns Menschen ist er etwas unangenehm – für den Zünsler schlichtweg unerträglich. Um eine mit Neemöl gespritzte Hecke macht der Schmetterling samt Raupen im besten Fall von Anfang an einen großen Bogen.

Per Hand baust du beim Pumpen ausreichend Druck auf, um das Neemöl auch ins Innere der Hecke zu sprühen.

Neemöl Anwendung

Mit einem klassischen Drucksprüher mit einem Liter Fassungsvermögen machst du alles richtig. Mit ihm baust du beim Pumpen per Hand den notwendigen Druck auf, um die Flüssigkeit durch ein Ventil auch ins Innere der Pflanzen zu sprühen. Achte auf das richtige, auf der Packung angegebene Mischverhältnis, meistens 1:10. Neemöl ist erfreulich ergiebig. Auf einen Teil davon gießt du also 10 Teile Wasser. Am besten sprühst du die Mischung morgens bei mindestens 15 Grad und trockenem Wetter auf deinen befallenen Buchsbaum. Regen spült das Öl fort, bevor es seine Wirkung entfalten kann.

Der beste Zeitpunkt

Optimal wirkt Neemöl auf den Zünsler, wenn seine Raupen frisch geschlüpft und ungefähr 1 cm groß sind. Achte darauf, dass du die komplette Pflanze besprühst – gerade auch im Inneren. Denn dort legt der Zünsler seine Eier ab. Übrigens schlüpft die Vorjahresgeneration bereits im März oder April. Doch das heißt nicht, dass du ihr im Laufe des Jahres deine Pflanzen kampflos überlassen musst. Der Kahlfraß findet schließlich das ganze Jahr über statt. Im Juni bis Juli schlüpfen die neuen Larven und auch im August bis September legen die Zünsler noch einmal nach. Also ist auch im Frühsommer noch nichts verloren. Übrigens solltest du deinen Buchs nach rund 14 Tagen noch einmal behandeln. Damit erwischst du auch Raupen, die später geschlüpft sind.

Diese Hecke kann noch gerettet werden! Am besten sprühst du Neemöl morgens, bei mindestens 15 Grad und trockenem Wetter.

Wirkung als Appetitzügler

Nicht nur dem Zünsler, auch anderen Raupen, Käfern und Läusen vergeht mit Niemöl der Appetit. Verschiedene im Öl enthaltene Extrakte haben vor allem auf ihre Larven eine direkte Wirkung: ihre Entwicklung verzögert sich und wird schließlich gestoppt. Zudem wird das Fortpflanzungs- und Fressverhalten des unerwünschten Gastes gestört.

Geschafft! Die kahl gefressene Hecke konnte sich mit Neemöl erholen. Um alle Larven zu erwischen, sprühe nach 2 Wochen erneut.

Von der Katze bis zur Topfpflanze

Da Neemöl auch Zecken den Appetit verdirbt, hat es unter den Katzen- und Hundehalter:innen viele Fans. Sie mischen das Öl ins Shampoo oder sprühen es stark mit Wasser verdünnt auf das Fell und halten damit die Blutsauger fern. Allerdings sollten Katzenfans bei der Anwndung sehr vorsichtig sein: Auf ihre Samtpfoten wirkt Neemöl innerlich angewendet toxisch und kann unter Umständen lebensbedrohlich werden. Ein Tropfen im Shampoo stellt dagegen kein Problem dar. Auch bei uns Menschen ist Neemöl mächtig im Kommen - vor allem in unserer Kosmetik. Shampoos und Cremes, die Anteile des Öls enthalten, wirken positiv bei Hautkrankheiten. Die Pharmazie forscht zudem intensiv in Sachen antibakterieller, antiviraler und entzündungshemmender Wirkung.

Neemöl gegen Blattläuse

Wen der Geruch nicht stört, der kann auch seine Zimmerpflanzen mit dem Allround-Öl gießen – und schon nach ein paar Tagen erstaunliche Effekte bewundern: Neemöl gegen Trauermücken oder Blattläuse hilft wunderbar. Außerdem stärkt es die Pflanzenwurzeln und wirkt so als effektiver Dünger. Damit bekommst du mit einem Mittel deine Pflanzenwelt drinnen und draußen in den Griff.

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