Chemotherapie-Tipp bei Haarausfall - Henna Tattoo

Chemotherapie-Tipp bei Haarausfall - Henna Tattoo

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Diesen Tipp hab ich im Internet gefunden, aber ich finde ihn so toll, dass ich ihn einfach weitergeben muss. Als Medizinerin halte ich alles, was in dieser Situation das Selbstbewusstsein aufmöbelt, für richtig.

Wie jede/r weiß, verlieren die Patienten die Haare. Männer können mit Glatze ja ganz gut leben, aber Frauen haben da meist Probleme damit und kaschieren mit Tüchern und Mützen oder Perücken.

Nun einen sehr dekorativen Tipp, den so manche Frau evtl. doch zu ihrem Haarausfall (ich denke, man kann das sogar bei Alopecia areata anwenden) stehen lässt:

Hennatattoos. Lass dir im Studio mit Henna ein sogenanntes Mehndi machen.

Das ist im Orient für die Frauen eine sehr dekorative und günstige Art des Hautschmuckes. Es geht nach ca. 4 - 6 Wochen wieder weg ohne Folgen. Es wird ja nur die oberste Hautschicht gefärbt. Henna ist pflanzlich und wird auch zum Haare färben benutzt.

Es wird aus Hennapulver eine Paste angerührt und die in einen kleinen Spritzbeutel gefüllt. Spitze abschneiden und man kann dich wie ein Törtchen verzieren.

Die Paste muss trocknen und einwirken (meist über Nacht). Danach nur abwaschen. Das Muster ist dann braun/rotbraun.

Frag mal eine Orientalin, ob sie es dir macht, oder frag in Tattoostudios, ob sie es dir machen. Da kannst du sogar dein Motiv auswählen.

Orientalinnen tragen klassisch Pailseymuster, Blumen oder Schnörkel. Schau mal im Internet nach "Hennatattoos". Und "Hennatattoos auf dem Kopf". Es sieht genial aus.

Vielleicht kommt sogar ein Mann mal auf die Idee, seine "Blöße" so verzieren zu lassen.

Und alle paar Wochen etwas Neues ...

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29 Kommentare


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#1
11.11.15, 18:07
Das habe ich mal bei einer Patientin gesehen. Es war wirklich bezaubernd schön, weil es so fein und filigran war. Schon schade, dass es nichts von Dauer war.
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#2
11.11.15, 18:40
Vielen Dank für den Tipp! Ich habe auch beruflich mit Betroffenen zu tun und gebe das sehr gerne weiter. Wie wahr: Alles was das Selbstbewusstsein steigert ist in solch einer Situation eine echte Lebenshilfe.
#3
11.11.15, 18:40
Vielen Dank für den Tipp! Ich habe auch beruflich mit Betroffenen zu tun und gebe das sehr gerne weiter. Wie wahr: Alles was das Selbstbewusstsein steigert ist in solch einer Situation eine echte Lebenshilfe.
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#4 pupsihasi
11.11.15, 18:48
Eine sehr schöne Idee!
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#5
11.11.15, 18:58
Sehr schöne Idee, die meiner Meinung allerdings auch viel Mut braucht.
Denn man muss ja dann zu seiner Glatze stehen und wird sicher immer wieder auf das tolle "Tattoo" angesprochen.
Nicht jeder mag sich damit konfrontiert sehen, denn das braucht immer wieder Kraft.

Ganz sicher ist so ein Tattoo aber eine gute Ergänzung zu den anderen Möglichkeiten.
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#6
11.11.15, 19:13
Danke für das Lob. Ich bin zufällig darauf gestoßen und gebe es nun weiter.

Viele Völker machen sich solche Hennazeichnungen auf den Kopf.
Macht euch mal die Mühe und googelt "Henna-Tattos für den Kopf".
Die sind so wunderschön und ästehetisch, da würde man sich selbst mal sowas machen lassen.

Ich finde es sogar gut, wenn es nach einiger Zeit wieder weg ist , dann ist ja die Möglichkeit für ein neues Tattoo. Es kann sogar durch die nachwachsenden Haare noch gesehen werden.
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#7
11.11.15, 20:35
Die Idee ist zauberhaft und mal was anderes zur langweiligen Mütze oder Piratenkopftuch.

Nur mal ne Frage? Bezahlt das auch die Krankenkasse?
Sowas ist sicherlich recht teuer - so hübsch es auch ausschauen mag-

Ich kann nur für mich sprechen: Wenn ich diese gemalte Kunst selbst bezahlen müsste, würde ich mir das zehn mal überlegen. Mich ohne meine Lockenpracht vorzustellen fällt mir auch im gesunden Zustand doch recht schwer. Mit Krebs vermutlich noch schwerer. Und eine langwierige Krankheit geht schnell mal ins Geld. Ob da noch für gemalte Kunst Geld über ist bezweifel ich vorerst mal.

Wie schon gesagt, es ist ne süße Idee, die aber m. E. gut überlegt sein will.
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#8
11.11.15, 22:45
Ich kann mich mir nicht ohne Haare vorstellen und würde zu Perücken tendieren, die mir mehr Selbstbewusstsein geben würden.

Die Idee ist für diejenigen, denen es steht, aber bestimmt hilfreich. Mir würde es nicht stehen.

Ich wäre mehr so der Typ der Sophie (gespielt von Lisa Tomaschewsky) aus dem Film:
"Heute bin ich blond - Das Mädchen mit den neun Perücken" nach einer wahren Geschichte von Sophie van der Stap.

Absolut sehenswert, kraftgebend und aufbauend!
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#9
11.11.15, 23:29
Eine Idee für Frauen die sich das trauen. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass ich mit Glatze die mit Henna Tattoo verziert ist nach draußen gehen würde. Ich würde mich wie ein Mara Salvatrucha Mitglied der lateinamerikanischen Straßengang fühlen.
Auf jeden Fall würde ich eine Perücke vorziehen. WIe gesagt eine gute Lösung für Frauen die sich was trauen.
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#10
11.11.15, 23:36
@glucke1980:

Trauen würde ich mich schon und mein Tattoo mit Stolz tragen, aber ich würde total bescheuert damit aussehen:

Ich habe eine extrem seltsame Kopfform mit zwei völlig höhenunterschiedlichen Ohren ;o)))

(Hoffentlich ruft das nicht wieder das zumselchen auf den Plan: Nein ich bin nicht Yoda!!!)
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#11
11.11.15, 23:40
@xldeluxe_reloaded: zumselchen alias jedi wird gleich kommen, wart nur ab mitsamt Lichtschwert :D
Dass du dich das trauen würdest war mir schon klar haha ich würde mir höchstens Rastalocken (Dreadlocks) anmalen lassen, dann fällts nicht ganz so auf ;)
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#12
11.11.15, 23:44
@glucke1980:

Wären dann aber echt kurze Dreadlocks ;o)
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#13
11.11.15, 23:49
@xldeluxe_reloaded: besser als nix :D
#14
12.11.15, 09:56
zumselchen scheint Urlaub zu haben .... ;)

12.11.15 - 09.56 Uhr
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#15
12.11.15, 10:27
Moin wattebällchen,

das ist ein schöner und guter Tipp.

**********************

'Hab' mal Mr. Google gefragt und schöne Mehndi gefunden. Z. B.:

1. www*henna-und-mehr*de/de/sitemap*html

2. blogs*stern*de/obenohne/tattoos-fuer-jede-phase-der-inneren-und-aeusseren-genesung/

Die . (Punkte) habe ich durch * ersetzt ;)

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@Eifelgold (# 7)

Dr. Olga Engelhard (1.) aus Berlin nimmt 25 €/Std..

12.11.15 - 10.26 Uhr
#16
12.11.15, 10:28
Na, die Umschreibung hätte ich mir sparen können: Der Beitrag wird doch gefiltert :(

- 10.28 Uhr
1
#17
12.11.15, 13:37
@Eifelgold:

Ob das die Kasse bezahlt, weiß ich nicht.
Möglicherweise sind sie kooperativ und finden das auch schön. Einfach Bilder ausdrucken und zum Gespräch mitnehmen. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Preise vorher recherchieren und wer es machen soll. Einfach, wie gesagt, Orientalinnen fragen.

Mehndi (das Hennamalen) wird am Abend vor der Hochzeit gemacht.
Während der Bemalung wird die junge Braut aufgeklärt. Das geht manchmal sehr drastisch. Ich habe orientalische Freunde und durfte mal bei einer 3-fach-Hochzeit 1 Braut (meine Freundin) bemalen. Ich empfand dies als große Ehre.
Und in dem verwirrenden Muster wird der Name des Bräutigams versteckt gemalt. Der hat ja seine Braut vorher nur ganz kurz kennen gelernt und beide sind sehr gehemmt .....

Durch die Suche nach seinem Namen, wo der am Körper der Frau versteckt ist, kommen sie sich dann in der Brautnacht näher.... Das finde ich einen sehr schönen Brauch.
Und Eltern, Schwiegereltern und Verwandtschaft feiert derweil im Nebenzimmer ...
Jaja und der Vollzug der Ehe wird allen kundgetan.
Die Kinder bekommen viele Süßigkeiten, damit sie sich auch ja lange dran erinnern, dass sie die auf der Hochzeit der beiden bekommen haben.

Mal ein kleiner Exkurs in orientalische Bräuche.
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#18
12.11.15, 14:44
Die Idee mag schön sein, aber ich selbst würde meinen kahlen Kopf niemals auch noch mit einem Tattoo verzieren. Damit käme es mir so vor, als würde ich extra auf meine Krankheit hinweisen.
Das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung, und ich weiß, daß es Krebspatienten gibt, denen so ein Zuschaustellen nichts ausmacht.
Ich habe einmal eine Frau gesehen mit einem hautengen Strickkleid, die nur eine Brust hatte. Sie verzichtete bewußt auf eine Prothese. So etwas käme für mich nicht in Frage, ich würde meine Erkrankung lieber verdecken.
Das ist ein sehr sensibles Thema, und jeder hat da seine ganz eigenen Empfindlichkeiten und Bedürfnisse.
4
#19
12.11.15, 19:47
Hallo ... Ich würde wahrscheinlich beides machen, Perrücke und Tattoo ! Für draußen die Perrücke und für drinnen, für Freunde / Familie und für mich; das Tattoo. Meine Familie und Freunde fänden das bestimmt total cool ;-)
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#20 mayan
13.11.15, 09:58
Du lieber Himmel, Katjes79, ich wollte dir eben einen Daumen hoch geben, weil du genau ausgesprochen hast, was ich auch denke, und es ist ein Daumen runter zu sehen (ich dachte, die gibt es gar nicht mehr? Was ist das ??)
Auf jeden Fall eine schöne Idee, der Krankheit trotzig die Stirn zu bieten und zu zeigen: Mich muss man nicht bemitleiden und ich mag mich nicht verstecken. Das gibt auch anderen Betroffenen Mut und zeigt denen, du bist nicht alleine.
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#21
13.11.15, 12:28
@mayan: das ist mir letzte Nacht auch schon aufgefallen. Und ich war ähnlich erschrocken wie Du. Aber welches Computerteufelchen uns auch immer einen Daumen zeigt, beim nächsten Angucken ist der Daumen hochgereckt. Also, alles über einen Umweg gut. :-)
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#22
14.11.15, 22:19
Ich bin - auf Umwegen über meine Schwester - in einer Situation beurteilen zu können, was es für eine Frau bedeutet, ihr Haare zu verlieren. Zurschaustellen der Krankheit ist ihre geringste Sorge. Ein Henna-Tattoo ist eine chice Art, gerade in einem Sommer wie dem vergangenen mit dauerhaft über 30 Grad Tüchern oder Mützen zu entkommen, wenn das zu ihnen passt. Auch bei kälteren Temperaturen - was tust du, wenn du gerade deine Krankheit eben nicht zur "Schau stellen" willst. Und jeder geht anders mit dieser einzigartigen Situation um: Perücke, Glatze, Tattoo - was auch immer.Keiner weiß, was mit ihm geschieht, wenn er in diese Situation kommt. Also akzeptiert, wie jeder damit umgeht und helft ihm, wo es nur geht. Angst um das eigene Leben ist SOOOO Sch...!
#23
14.11.15, 22:36
@meinemich:

Aber das tut doch hier jeder, nur eben auf seine eigene Art.
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#24 Utamartina
14.12.15, 20:10
Ich kenne das Thema selber. Nachdem mir die ersten Haare ausgefallen waren, ging ich zum Friseur und ließ mir freiwillig eine Glatze schneiden.
Danach kam die Perücke. Ich konnte das Ding aufsetzen und stylen wie ich wollte, es sah immer blöd aus. Das war nicht ich.
Erst als ich mit Glatze auf die Straße ging, hab ich mich wohl gefühlt. Es sah, ehrlich gesagt, auch richtig gut aus.
Ich stand zu meiner Krankheit und wem der Anblick nicht gefällt, der musste ja nicht hingucken.
Dann würde ich eher noch dieses Tattoo bevorzugen, bevor ich mir eine Perücke aufgesetzt hätte.
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#25 und sonst?
14.12.15, 22:20
Tattoos auf Glatze sind echt cool.
Ich habe damals - Anfang 80er Jahre- (nach Chemo und den Bestrahlungen) lieber noch Glatze getragen zu passendem Grunch/ Punk- Style als unstylische Krankenkassenperücken.
Ich habe mir damals auch stylische Mützen aus Baumwollgarnen und auch aus Baumwollwollresten Mützen gestrickt und getragen.
Mein Schädel war zur Mützenzeit noch sehr empfindlich bzgl. Sonne und der Bestrahlungen.

Später hätte ich diese Tattoos echt cool gfunden!
Wären damals solche Tattoos angeboten worden und auch noch "geländefähig" gewesen, hätte ich es mir machen lassen. :)

Nachtrag: Nach den 1. fallenden Strähnen kaufte ich mir einen Langhaarschneider und habe mich selber blank gemacht.-
Und mein Mann mit mir zusammen.
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#26
15.2.16, 05:05
Hey,...
Henna-Tattoos oder Mhendi sind eine sehr faszinierende Art, den Körper zu schmücken. Gerade die traditionellen Muster haben eine optisch total attraktive Wirkung (die tiefere symbolische Bedeutung kann der kulturfremde Laie nicht erahnen-z.B. wie Wattebällchen schon oben erwähnte, als Anlass zur erotischen und Hemmschwellen abbauenden Suche nach dem Namen des Partners,..). Leider gibt es in unseren Breitengraden eher selten Menschen, die diese Technik wirklich gut ausüben können, denn dazu gehört nicht nur das Wissen über Material, Werkzeug und wie die bestmögliche Farbwirkung/Haltbarkeit ermöglicht wird, sondern neben dem Repertoire an Ornamenten auch das geübte und schnelle, sichere Auftragen der Paste. Meiner Meinung nach kann nur ein Künstler/Handwerker, der mit der Materie vertraut ist und viel Praxis hat, ein wirklich ästhetisches Ergebnis erzielen. Das sind dann meist Menschen, die aus den Ländern stammen, in denen Mehendi Tradition hat (Indien, Persien, arabische Kernländer, usw). Hat man allerdings das Glück, von so einem Künstler verziert zu werden, dann sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Es gibt junge Frauen die sich ihr Studium in Europa mit Henna finanzieren, einige sind sogar so gut, dass sie wirklich auf der ganzen Welt herumreisen und ihre Henna-sessions auf alternativen Märkten und Messen, auf Festivals anbieten, und meist schon lange vorher ausgebucht sind. Wichtig ist vor allem, dass man darauf achtet, dass keine giftige Farbe verwendet wird! Henna färbt ausschliesslich orange-rot-braun Töne und braucht mindestens 8 Stunden Zeit und Wärme, um eine Spur zu hinterlassen. Wie dunkel die Spur ist, hängt von der Potenz des verwendeten Hennas ab, wie fein es gemahlen wurde, wie die Paste zubereitet wurde, wie sie aufgetragen wird, wie warm sie wie lange ruhen kann - aber auch, und das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt, wie dick die Hornhaut-schicht an der behandelten Stelle ist. Je dicker die Haut, desto dunkler, desto länger haltbar. Auf dem Kopf ist die Haut meist weniger verhornt, demnach wird das Ergebnis eher recht blass ausfallen und schnell wieder verschwinden. Ich halte alle Stellen des Körpers außer den Händen und Füßen eigentlich für nicht ideal, die Enttäuschung ist da schon vorprogrammiert, anstatt des abgefahrenen Blickfanges auf dem Schädel hat man dann nur schwer zu erkennende Spuren auf dem Haupt, die eher nach irritierter Hautraktion aussehen als nach Ornament, von dem unnötig hohen Preis, den man für sowas bezahlen muß, mal abgesehen. Ein seriöser Künstler würde dem Kunden eine solche Stelle ausreden.
Und da sind wir wieder bei giftigen Zusätzen: die sind auch in Europa erlaubt und ergeben eine satte Schwarzfärbung innerhalb kürzester Zeit dank dem Haarfärbemittel PPD, welches schwerste Hautreizungen, Allergien und irreperable Haut und Leberschädigungen hervorrufen kann.
Also bitte nehmt Abstand, wenn Euch schwarze Henna-tattoos angeboten werden, wenn das Ergebnis schnell versprochen wird. Mit natürlichen und unschädlichen Hennapasten ist das gar nicht möglich!
Das fertige Henna-tattoo sollte mit einer Zucker-Mischung glasiert werden, um einen gewissen Grad an Feuchtigkeit zu halten, der für das Übergehen des Farbstoffes von dem, übrigens nur ganz dünn aufliegenden, Strang Paste in die Epidermis notwendig ist. Bedeckt mit Watte, umwickelt mit Frischhaltefolie sollte das Ganze so lange wie möglich ruhen. Warm halten!
Am besten über Nacht, am nächsten Tag sollte der Verband vorsichtig abgenommen werden und die Stelle noch NICHT gewaschen werden, trockene Hennareste werden mit einem stumpfen Messer abgekratzt und das ganze Motiv wird mit einem für die Haut geeigneten Senföl (z.B. von KTC)abgerieben (Wattebällchen, äh bausch oder pad zum Auftragen nehmen). Dadurch verstärkt sich nochmal die Farbe. Gewaschen werden sollte die Stelle erst ein paar Stunden später, die Tiefe und Klarheit der Farbe wird sich noch verstärken.
Man sieht, es ist ne rechte Prozedur. Aber irgendwie ist es genau dieser Aufwand, der das Ganze zu etwas Besonderem macht, und die verschiedenen Faktoren verbinden sich zu einem über Jahrtausende optimierten Ritual, welches eine fast schon magische Farbwirkung und entwicklung hervorruft.
Wenn man sich ein wenig mit der Herstellung der Paste beschäftigt, einen guten Asia-shop kennt der gute Henna-Connections hat (das möglichst pudrig-feine Pulver muss GIFTGRÜN sein, rötlich-braune Farbe zeugt von schlechter Qualität und langer Lagerung), Muße hat oder Lust auf eine andere Art der Auszeit, der sollte sich die Zeit nehmen und das Prozedere der Zubereitung, des Abfüllens in kleine Spritzbeutelchen, das Warmhalten bis zum Gebrauch,... auf sich nehmen und in einem warmen Raum die eigenen, gewaschenen und gebimsten, gut mit Feuchtigkeit vollgesogenen Füße mit Mustern verzieren. Es kommt sicher kein komplexes und filigranes traditionelles Muster in Perfektion dabei heraus bei den ersten Malen, aber man kann ja experimentieren und mit dieser sicher sehr ungewöhnlichen Art der Wellness sich selbst in Geist und Körper näher kommen. Spaß macht es auf jeden Fall!
Also, kurz nochmal:
Wenn ein anspruchsvolles Ergebnis gewünscht wird, dann sollte es einem nicht zuviel sein nach wirklichen Profis Ausschau zu halten, den Tattooladen im nächsten Dorf mit dem 08/15 Flash-katalog würde ich nicht empfehlen.
Um häßliche und schmerzhafte Erlebnisse zu vermeiden sind unbedingt Informationen über die Inhaltsstoffe der verfügbaren Paste einzuholen ( wenn der selbst ernannte Profi erst nachschlagen muss oder schlichtweg "keine Ahnung" hat, schnell das Weite suchen, evtl nach einem vorwurfsvollen, Augen-rollenden Blick). Paste, die schwarze Henna-tattoos gibt, ist immer giftig!
Wer es selbst machen will, zusammen mit anderen oder allein, der soll es bitte machen- allerdings sollte es einem bewußt sein, dass ein schlampig zusammengebrautes, hektisch aufgetragenes Henna nicht zufrieden machen wird, denn das Ergebnis wird schon allein durch die fehlende Kunstfertigkeit nicht der absolut beeindruckende Oberknaller werden. Es sollte hier um eine entspannende Beschäftigung mit den Kräften der Natur, das Erfahren uralter magischer Methoden, um die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und der Erfahrung der eigenen künstlerischen Kreativität gehen- dann wird das Motiv sicherlich wertvoll und schön und erhält eine ganz eigene, tiefe Bedeutung.
Uff- wer es geschafft hat bis hier zu lesen, der kann ahnen wie abgekämpft ich erst bin...
jetzt muss ich erst mal schlafen!
#27
15.2.16, 07:43
Danke, Tinti für diese ausfühliche Info.

Nachtrag:

Meine orientalischen Freundinnen rühren das Hennapulver traditionell mit Zitronensaft an. Wahrscheinlich, weil die Zitronensäure die Haut etwas aufweicht.
#28
16.2.16, 21:17
Hey, ich hab das auch mit Zitronensaft gelernt, zusätzlich auch die Zuckermischung mit Zitronensaft anrühren, weil die Säure die Farbmoleküle "lockert". Jetzt hab ich aber in einem Orient-forum gelesen dass man keinen Zitronensaft nehmen soll, da der ja bekanntlich bleicht. Das hat mir schon eingeleuchtet. Ich muss das einfach mal ausprobieren und gegenüberstellen, einmal mit, einmal ohne an gleich verhornter Stelle....
Lieber Gruß!#
#29
4.12.16, 16:08
Hallo,

also...ich habe mir mal den Rat zu Herzen genommen und habe mich von einer professionellen Hennakünstlerin verschönern lassen. 
Es war schon eine Herausforderung die Mütze auszuziehen und dann auch nicht mehr aufzusetzen, aber die durchweg positive Resonanz von Freunden, Bekannten, Familie aber auch von wildfremden Menschen, gab mir Mut. Mittlerweile haben auch weitere Freunde, die ich während meiner Chemo kennengelernt habe, getraut, sich von Humira (so heißt die junge Dame, die das Henna macht) verzieren zu lassen. 

Sie mischt das Naturhenna immer einen Tag vor dem Termin, ist super lieb, nett und ehrlich.

Für mein Henna habe ich € 60,- bezahlt und es hielt ca. 14 Tage. Eigentlich schade, dass es nicht länger gehalten hat, aber auf der anderen Seite kann ich mir bald wieder ein neues Design aufmalen lassen :-) 

Ich kann sie euch wirklich nur empfehlen. (www.hennaparty.de)

Ganz Liebe Grüße
Eure Maria

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