Dein Kloßteig ist zu weich? Nimm Kartoffelbreipulver

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Alle, die schon mal selbst Kartoffelklöße gemacht haben, kennen das Problem ganz sicher: Der Kloßteig ist zu weich und lässt sich nicht formen, und der Zerfall beim Kochen ist vorprogrammiert. Man kann nun Mehl oder Stärke hinzu geben, aber das Ergebnis ist meistens nicht sehr befriedigend. Die Klöße werden fest oder zäh wie Gummi oder pappig wie altes Weißbrot und schmecken nicht richtig.

Mein Tipp, aus reiner Not geboren, weil ich keine Kartoffelstärke hatte und Mehl zu Kartoffelklößen einfach nicht passt:

Einfach vorsichtig Instant-Kartoffelbrei direkt aus der Tüte unterkneten. Zwischendurch ruhig mal quellen lassen, um die Festigkeit des Teiges zu testen. Da man meistens ja ohnehin noch andere Kochaktivitäten zu laufen hat, ist das kein echter Zeitverlust.

Dieser Trick funktioniert bei allen Kloß- und Knödelsorten, ob Thüringer, Halb und Halb, Semmelknödeln oder aus gekochten Kartoffeln und sonstigen.

Der relativ geschmacksneutrale (*g*) Instant-Kartoffelbrei verfälscht nicht den ursprünglichen Geschmack, sorgt aber für ein haltbares Erhebnis. Kleiner Nebeneffekt: Goldgelbe Farbe, einfach lecker anzuschauen.

Also gutes Gelingen!

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13 Kommentare


#1
22.12.06, 06:21
Den Tipp finde ich sehr gut !!!
-1
#2 pfannilein
22.12.06, 19:50
Kartoffelpürreepulver ist ohnehin ein super-universal-Mittel- man kann daraus 1a Kartoffelsuppe kochen oder es als Saucenbinder verwenden!
#3 Peter
24.12.06, 01:05
Ich denke das ist ein prima Tipp.
#4
25.2.07, 12:31
Durch Zufall bin ich über die Google-Suche auf den Tipp gestossen - es war nämlich Sonntag, Kloßteig zu locker - und Geschäfte zu: DANKE, das Essen wurde gerettet...
#5 05282
24.12.07, 13:52
Sehr guter Tip, Danke! :)
Falls der Teig nicht gerade am laufen ist, sondern nur zu weich zum kneten hilft es auch statt Wasser Mehl an die Hände zu tun. Also flacher Teller und dann die hände ein wenig in dem Mehl wälzen.
#6 Gabi I
9.1.10, 10:32
Danke für diesen super Tipp! Jetzt trau ich mich auch mal an Kartoffelköße.
#7 12 okay
9.1.10, 10:56
Hallo liebe Evie
Deine Idee ist hervorragend. Ich esse sehr gerne Knödel, aber die sind bei uns in der Schweiz nicht so bekannt, darum weiss ich auch nicht wie man eigentlich einen fachmännischen Teig nach Grossmuttersart macht. Würde ich gerne erfahren, denn die aus dem Beutel schmecken einfach nicht gleich wie die meiner ehemaligen deutschen Schwiegermutter. Kannst Du mir das verraten?
Gruss Erika
#8 Marilse
9.1.10, 12:03
Guter Tipp. Hätte von mir sein können, denn ich mache das auch so.
#9
9.1.10, 17:47
Super Tip!!!!!
Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen und ist sabei so logisch.
Gruß, Sara59
#10 rosinga
11.1.10, 08:59
Also,bei uns sind Kart.Klösse eigentlich die,die mit Mehl gemacht werden. Aber diesen Teig muss man sofort weiterverarbeiten ( das heißt ins Wasser einlegen),weil er sonst weich wird. Diese Klösse schmecken ein bisschen anders als mit Stärke --passen aber zu Sauerbraten oder zu Rinderbraten sehr gut.Meine Schwiegermutter hat nur diese Art gemacht. Als Bindemittel könnte man auch eine rohe Kartoffel hineinreiben, oder 1Ei zugeben.
1
#11
23.1.10, 23:44
Hab ich noch nie gehört, dass man in Kartoffelklöße Mehl gibt. Und dass die Kartoffelklöße gelb sind, das gefällt mir auch nicht. Thüringer- bzw. Fränkische Klöße werden mit Kartoffeln und etwas Stärke hergestellt und nicht geknetet sondern mit einem großen Quirl "geschlagen" - für nicht so oft Kochende: gestampft. Und diese Klöße zeichnen sich mit einem schönen weißen Aussehen aus. Je weißer, desto besser. Nix mit gelb. Da sinds keine richtigen Kartoffelklöße sondern nur ersatzweiße so was. Tut mir leid, aber Tratition ist nun mal Tratition. Kann jeder machen wie er will, aber die Idee mit dem künstlichen Kartoffelbrei find ich gar nicht gut. So was habe ich überhaupt nicht im Haus, bei uns macht man auch den Kartoffelbrei bzw. -stampf selbst, also mit weich gekochten, durchgedrückten Kartoffeln, etwas heißer Milch und ganz, ganz wenig ausgelassene Butter. Da wird er ganz cremig. Ohne Butter ist er nicht so cremig, aber auch lecker. So künstlich hergestellte Sachen lehne ich total ab. Gott sei Dank konnte ich in meiner Jugend so viel von meiner Mutti lernen.
#12
23.1.10, 23:57
@12 okay: Hallo Erika, da Du die Kartoffelköße nicht kennst, möchte ich Dir schreiben, wie die echten Fränkischen bzw. Thüringer Kartoffelklöße hergestellt werden. Also nach Großmutters Art, so wie Du es gerne möchtest:
- zuerst schält der Opa (Opa will ja der Oma helfen) ca. 5 große Kartoffeln und legt sie gleich in eine mit Wasser gefüllte Schüssel (die Kartoffeln dürfen nicht anlaufen, denn sonst werden auch die Klöße nicht schön hell.
- damit die Oma keine lange Weile bekommt, schält sie derweile 10 kleine Kartoffeln, schneidet sie ein- bzw. zweimal durch und kocht sie in Salzwasser ganz weich. Nur so viel Wasser in den Topf füllen, dass die Kartoffeln gerade bedeckt sind.
- in der Zwischenzeit holt sich der Opa (Opa hat viel mehr Kraft und Zeit als Oma)eine Kartoffelreibe und reibt per Hand die 5 großen Kartoffeln. Drum auch die großen Kartoffeln, weil man sich mit kleinen Kartoffeln so oft am Reibeisen die Finger verletzen würde.Damit sich Opa nicht so oft die Finger am Reibeisen verletzt
#13
24.1.10, 01:23
@12 okay: Erika, Entschuldigung, statt den halben letzten Satz herauszulöschen, hab ich versehentlich auf "abschicken" gedrückt. - Also, jetzt gehts weiter:
- der Opa stellt die Reibe in die Schüssel mit Wasser und den Kartoffeln und so fällt das Geriebene ins Wasser. (Falls das Geriebene doch etwas dunkel wird, kann man ganz, ganz wenig Kloßweiß in das Wasser geben - Oma hat immer einen Spritzer Essig in das Kloßwasser gespritzt).
- nun kippt man vorsichtig das Wasser mit den geriebenen Kartoffeln in ein Press-Säckchen. Die Stärke, die sich während des Reibens unten auf den Schüsselboden gebildet hat, lässt man in der Schüssel (drum auch vorsichtig auskippen). Im Press-Säckchen wird nun die rohe Kartoffelmasse richtig ausgedrückt. Je trockener, desto besser. Auch das kann der Opa besser, Männer haben mehr Kraft als wir Frauen. Die fast trockene Masse wird nun vom Press-Säckchen in die Schüssel mit der Reststärke getan. Hinzu gibt man etwas Salz und zusätzlich noch etwas Kartoffelstärke aus der Packung, die es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Es muss unbedingt Kartoffelstärke sein, das gibt den Klößen diesen guten Geschmack. Man vermischt das Ganze mit den Händen und zerbröckelt die Masse in lauter kleine Flöckchen.
- derweile sind die anderen Kartoffelstücken weich gekocht und werden von der Oma mit der Kartoffelpresse durchgedrückt und wieder zurück in den Topf gekippt. Es muss ein dicker Brei entstehen. Bei Bedarf noch etwas Wasser dazukippen und unterrühren. Dieser Kartoffelbrei wird nochmals gekocht, er muss im Topf richtig pluppern.
- zwischendurch füllt einen großen Topf halb voll mit Wasser auf, wenn das Wasser kocht, Platte abschalten.
- es wird nun von dem kochenden Brei ein Teil über die bröckelige Kartoffel-Stärke-Masse gekippt und sofort und wirklich schnell mit dem Quirl verrührt. Dann schlägt man den Teig in der Schüssel und kippt wieder einen Teil des kochenden Breis über die geschlagene Masse. Man merkt dann beim Schlagen, dass der Teig bindet, d. h., dass es kein Brei mehr ist sondern ein zäher Teig entstanden ist; dass sich die Stärke mit der Kartoffelmasse verbunden hat. Löst sich die Masse vom Schüsselrand, ist der Teig fertig. Wir mögen die Klöße, wenn sich noch etwas weich sind. Meine Oma hat sie immer ziemlich fest gemacht.
- in eine Schüssel gibt man kaltes Wasser und taucht beide Hände (vorher richtig ordentlich waschen!!!) hinein, damit der Kloßteig nicht an den Händen klebt. Mit einer Hand Kloßteig nehmen und ihn abwechselnd mit beiden Händen zu einem runden Kloß formen. (In die echten Thüringer Klöße gibt man noch vorher in der Pfanne geröstete Semmelwürfelchen, in die Fränkischen Klöße kommen keine gerösteten Semmelwürfel). Sind die Klöße schön rund, werden sie in den Topf mit heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser vorsichtig reingetan und lässt sie ziehen. Steigen die Klöße auf und schwimmen oben, dann sind sie fertig. Man holt sie mit Hilfe eines Schaumlöffels heraus damit sie schön rund bleiben.
Wir mögen sie am liebsten, wenn sie so ganz leicht auf dem Teller etwas breiter und flacher laufen.
Ich muss aber dazu sagen, dass diese echten Kartoffelklöße sehr viel Arbeit machen und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb hat meine Schwiegermutter auch immer diesen fertigen rohen Kloßteig (in einer Folietüte eingeschweißt), den es auch im Supermarkt zu kaufen gibt, verwendet. Damit spart man sich das lästige Kartoffelreiben und das Ausdrücken im Säckchen. Man hat da schon die fertige Masse, die dann nur noch mit dem Brei überbrüht und mit dem Quirl verrührt und geschlagen wird. Und damit bekommt man auch die Klöße richtig schön hell. - Ich habs auch ausprobiert, mir schmecken sie frisch gerieben besser. - Aber ich mache sie wegen dem großen Aufwand nicht so oft.
Erika, ich wünsche Dir gutes Gelingen. Solltest Du mal nach Deutschland und zufällig auch nach Oberfranken (Bayern) oder Thüringen kommen, dann gebe ich Dir den Tipp -nimm Dir einfach die Zeit, gehe schön essen und bestelle Dir Kartoffelklöße mit Rouladen und Rotkraut. Du wirst begeistert sein!
Viele Grüße und gutes Gelingen!

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