Ob beim Duschen, beim Wäschetrocknen, beim Kochen oder einfach durchs Schwitzen und Atmen: Im Haushalt entsteht jeden Tag Feuchtigkeit, die den Wachstum von Schimmel begünstigt.

Die 7 besten Tipps gegen Schimmel im Haushalt

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Kleine Sporen, großes Problem: In vielen Haushalten kämpfen die Bewohner mit unliebsamen Untermietern. Die Rede ist von Schimmelpilzen. Die sind nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsgefährdend. Doch wie vermeidet man sie? Im Folgenden gebe ich Tipps, wie Sie Ihre Wohnung für die fiesen Pilze so unattraktiv wie möglich machen.

Tipp 1: Richtig lüften

Ob beim Duschen, beim Wäschetrocknen, beim Kochen oder einfach durchs Schwitzen und Atmen: Im Haushalt entsteht jeden Tag Feuchtigkeit. Die muss durch regelmäßiges Lüften wieder raus, um gesundheitsgefährdendem Schimmel keinen Nährboden zu bieten. Denn Schimmel wächst immer da, wo genügend Feuchtigkeit ist.

Für den nötigen Luftaustausch sorge ich mit Stoßlüften. Experten empfehlen, zwei bis vier Mal täglich für etwa fünf bis zehn Minuten die Fenster im Haus zu öffnen, damit die feuchte Innenraum- durch trockene Außenluft ersetzt werden kann. Am besten werden die Fenster gegenüberliegender Räume gleichzeitig aufgemacht und die Raumtüren offengelassen – das erzeugt effektiven Durchzug. Dauerlüften bei gekippten Fenstern ist dagegen kontraproduktiv. Der Luftaustausch erfolgt dabei nur minimal und stattdessen kühlt die Wohnung insbesondere im Winter unnötig aus.

An warmen Sommertagen am besten nachts lüften, wenn die Luft draußen abgekühlt ist.

Tipp 2: Ausreichend Heizen

Die Heizung morgens ganz auszuschalten und erst abends wieder hochzudrehen, ist vor allem bei Berufstätigen eine beliebte Strategie um Energiekosten zu sparen – sind sie doch tagsüber ohnehin außer Haus. Doch genau diese starken Temperaturunterschiede begünstigen Schimmel. Denn beim Aufheizen der ausgekühlten Wohnung bildet sich auf den kalten Wänden unweigerlich Kondenswasser – und genau das gefällt dem Schimmel.

Wer Schimmel vermeiden will, sollte seine Wohnung deshalb nie ganz auskühlen lassen. Stattdessen gilt vor allem im Winter und in der Übergangszeit: Jeden Wohnraum kontinuierlich beheizen – ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Im Schlafzimmer dürfen es auch ein, zwei Grad weniger sein.

Tipp 3: Gefahr im Bad eindämmen

Gerade im Badezimmer haben Schimmelpilze gute Chancen. Hier entsteht beim täglichen Duschen und Baden besonders viel Feuchtigkeit und insbesondere die Masse in den Fugen bietet dem Schimmel viele Angriffspunkte. Zusätzlich zum richtigen Lüften und Heizen helfen diese zwei Tipps, es den Pilzen schwer zu machen: Zum einen empfiehlt es sich, Wassertropfen an den Wänden mit einem Gummiabzieher zu entfernen und in den Abfluss zu wischen. So bleibt weniger Wasser im Raum, das die Luft feucht machen kann.

Zum anderen können die Fugen mit einer speziellen Silikonmasse gefüllt werden, die fungizide Wirkstoffe enthält. Der vorbeugende Effekt hält allerdings nicht für die Ewigkeit: Laut Öko-Test waschen sich die Anti-Schimmelstoffe mit der Zeit aus.

Tipp 4: Möbel weg von der Wand

Das Sofa akkurat in die Ecke gerückt und den Schrank so dicht wie möglich an die Wand? Solch ein Perfektionismus in Sachen Inneneinrichtung kann die Vermehrung von Schimmelpilzen unter Umständen fördern. Stehen Möbel so nah an der Wand, dass eine Luftzirkulation hinter ihnen praktisch unmöglich wird, entsteht dort nämlich leicht ein feucht-warmes Schimmelparadies. Auch hinter Wandbildern kann sich Schimmel aus diesem Grund schneller bilden.

Deshalb gilt: Immer etwas Abstand halten. Für Bilder gibt es zu diesem Zweck Abstandhalter im Handel. Man kann sich aber auch gut selbst welche basteln – zum Beispiel aus Korkscheiben. Übrigens betrifft die Abstandsregel nicht nur die Wand, sondern auch den Boden. Betten oder Sofas mit Füßen sind aus lüftungstechnischer Sicht besser als solche ohne.

Tipp 5: Lebensmittel richtig lagern

Schimmel auf Lebensmitteln ist besonders fies. Der grünlich-weiße Flaum macht Nahrungsmittel ungenießbar und breitet sich auf Obst, Brot & Co rasch aus. Schon beim Einkauf kann ich das Risiko für einen Schimmelpilzbefall jedoch minimieren: Ich kaufe frische, empfindliche Lebensmittel nur in kleinen Mengen, die ich schnell verbrauchen kann. Insbesondere bei Obst und Gemüse achte ich zudem darauf, dass es frei von Druckstellen und Verletzungen ist.

Zuhause gilt: Alle Lebensmittel sollten sauber und trocken gelagert werden. Leicht Verderbliches gehört in den Kühlschrank und Brot sollte luftig verpackt sein – am besten in einem Brotkasten. Darüber hinaus sollten der Kühlschrank und sämtliche Vorratsbehälter regelmäßig mit Essigwasser gereinigt werden. Kommt es trotzdem einmal zu einem Befall, müssen die betroffenen Lebensmittel sofort entsorgt werden. Sonst geht der Schimmel womöglich noch auf andere Nahrungsmittel über.

Tipp 6: Im Blumentopf für gutes Klima sorgen

Nicht nur im Obstkorb, auch auf der Erde im Blumentopf bildet sich oft unliebsamer Schimmelflaum. Vermeiden kann ich das mit der richtigen Pflege. Experten raten dazu, Zimmerpflanzen in hochwertige Erde ohne Torf zu setzen. Denn Torf hat die Eigenschaft, viel Wasser zu speichern und begünstigt deshalb die Schimmelbildung.

Damit sich kein Wasser im Topf staut, ist zudem ein angemessenes Gießverhalten wichtig. Das heißt: Lieber öfter kleine Mengen Wasser gießen, als alle paar Wochen eine Überschwemmung zu veranstalten. Wasser, das sich im Übertopf ansammelt, sollte abgegossen werden. Eine Schicht aus Kies, Tonscherben oder Blähton am Boden des Blumentopfs fördert einen guten Wasserabfluss.

Außerdem spielt auch im Blumentopf die Belüftung eine Rolle: Ich kann die Erde an der Oberfläche zum Beispiel mit einer Gabel oder einer kleinen Harke auflockern, um für eine bessere Luftdurchlässigkeit zu sorgen. Ebenfalls auflockernd wirken Zusätze wie Sand oder Kokosfasern, die unter die Erde gemischt werden. Zu guter Letzt sollten Zimmerpflanzen stets an einem ausreichend hellen Platz stehen.

Tipp 7: Schimmel den Garaus machen

Sie haben alle Tipps beherzigt, nun aber doch ein Schimmelproblem? Dann hilft nur noch, den giftigen Pilzen mit geeigneten Mitteln an den Kragen zu gehen. Die Stiftung Warentest empfiehlt Verbrauchern, es zunächst mit wirkungsvollen Hausmitteln zu versuchen. Besonders effektiv sind demnach Isopropylalkohol oder Brennspiritus. Diese sollten – unter Umständen verdünnt – auf befallene Stellen gesprüht werden und etwa 30 Minuten lang einwirken. Nach der Einwirkzeit werden die Stoffe mit Papiertüchern abgewischt und die Tücher sofort in eine Plastiktüte gesteckt und im Müll entsorgt.

Weil sich die Stoffe relativ schnell verflüchtigen, sollten sie mehrmals angewendet werden, um den Schimmel nachhaltig bekämpfen zu können. Der Vorteil der Hausmittel: Sie verflüchtigen sich ohne bedenkliche Rückstände zu hinterlassen. Und: Sie sind günstig.

Auch mit teureren Schimmelentfernern aus dem Handel lässt sich der Schimmel gut bekämpfen. Die Hersteller bieten unter anderem Sprays mit Ethanol und Wasserstoffperoxid an. Langfristig können den Testern zufolge an den Wänden auch Anti-Schimmel-Farben und Farbzusätze helfen.

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9 Kommentare


#1
20.6.16, 07:52
Sehr gut und überzeugend zusammengestellt. Vielen Dank!
#2
20.6.16, 09:29
Guter und informativer Tipp.
Dass Brennsprit gegen Schimmel hilft wusste ich nicht, finde ich aber interessant.

Ich frage mich gerade, ob Essigessenz auch helfen würde. Pilze mögen doch keine Säure. Weiss da jemand Bescheid?
2
#3
20.6.16, 11:42
@bollina: Essigessenz kann basische Untergründe, z. B. Putz, Fugen, ...
angreifen. Pilze / Schimmel haben meist sehr eng gefasste
Standortansprüche, die können auch im "sauren" Milieu liegen. Ich würde
es erst mal mit Alkohol (Ethanol, Isopropanol) oder Wasserstoffperoxid
versuchen. Vielleicht hilft auch Natron oder Kochsalz, wäre möglich,
weiß ich aber nicht. Ein größeres "Kaliber" sind Chlorverbindungen. Bei
deren Anwendung aber die notwendigen Schutzmaßnahmen einhalten!!!
Manchmal hilft auch nur noch Sanieren: Tapeten runter, Putz behandeln,
schimmelhemmende Mittel, z. B, Anstriche, verwenden - die sind aber
giftig und gehen mehr oder weniger in die Raumluft über. Jedenfalls ist
Vorbeugen (Heizen und Stoßlüften) besser als "Heilen".
#4
20.6.16, 12:15
@paraiba: 

Das ist ein guter Gedanke, dass Essig Fugen angreifen kann. 

Danke für deine Antwort.
#5
20.6.16, 14:03
@paraiba: Da gebe ich Dir in allen Punkten recht.
#6
20.6.16, 14:31
Vielen Dank für die gute Übersicht! Bei uns verschimmeln nicht so oft Speisereste, aber es kommt vor
Wir lüften sehr gründlich, deshalb haben wir an den Wänden keinen Schimmel. Aber in den Blumentöpfen habe ich manchmal Schimmel auf der Erde. Den werde ich jetzt mit Hilfe dieses Tips beseitigen.
#7
14.8.16, 09:59
Ich habe Schimmelflecken auf einigen keramiktellern
Hat jemand Erfahrung damit ?
#8
15.8.16, 16:00
@Kottulinsky #7: Bisher nur, wenn Geschirr (und Besteck) mal lange in der geschlossenen Spülmaschine stand. Wir hatten erst nach dem Spülen bemerkt, dass da Schimmel war. Durch einfaches Handspülen ließen sich die Flecke leicht entfernen. Inzwischen lasse ich die Spülmaschine einen Spalt breit offen und räume das Besteck erst kurz vor dem Spülen in die Schublade. Seitdem haben wir das "Problem" nicht mehr.
#9
16.8.16, 20:25
Eine gute Art, Schimmelgeruch aus Schränken oder Räumen zu vertreiben ist, NACH einer gründlichen Reinigung (nicht mit Essig) Weihrauch zu verbrennen. Weihrauch ist ja stark desinfizierend, sonst wär' er kaum so wichtig geworden. Also viel Weihrauch auf Kohletabs, rein in den Kasten oder das Zimmer, anzünden, Türe zu machen und ausrauchen lassen. Nötigenfalls mehrmals. Angenehmer Nebeneffekt: die Räume duften noch eine ganze Weile lang nach den köstlichen Aromen des Weihrauchs.

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