Die KonMari-Methode: Aufräumen nach Marie Kondo

Die KonMari-Methode: Aufräumen nach Marie Kondo
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Schnell noch aufräumen, bevor die Gäste kommen! Ohje, hier sieht‘s wieder aus wie bei Hempels unterm Sofa. Höchste Zeit, das mal wieder in Ordnung zu bringen. Sicher kennst du Momente wie diesen. Mit der KonMari-Methode ist das Aufräumen allerdings nicht ganz so schnell erledigt. Dafür soll laut der Erfinderin Marie Kondo deine Wohnung so nachhaltig ordentlich bleiben.

  1. Wer ist Marie Kondo?
  2. Was ist die KonMari-Methode?
  3. Marie Kondos Buch: Magic Cleaning
  4. Ausmisten nach Marie Kondo
  5. Die richtige Reihenfolge beim Aufräumen
    1. Kleidung aussortieren
    2. Marie Kondos Falttechnik
    3. Bücher aufräumen
    4. Dokumente sortieren
    5. Kleinkram ausmisten
    6. Emotionale Gegenstände aussortieren
  6. Berufs- und Privatleben aufräumen

Wer ist Marie Kondo?

Vielleicht hast du schon einmal von der Aufräum-Expertin Marie Kondo gehört. Man kennt sie auch aus der Netflix-Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“. Dort begleitet die Japanerin Familien auf ihrem – meist sehr dramatischen – Weg in ein ordentlicheres Leben. Auch Bücher hat sie schon über diese Methode herausgebracht. Sie ist überzeugt vom japanischen Sprichwort: „Die Unordnung eines Zimmers entspricht der Unordnung im Herzen.“

Das Thema Ordnung war für sie schon immer sehr wichtig. Mit der Zeit hat sie die KonMari-Methode entwickelt, von der heute viele Menschen überzeugt sind. Sie mag auf den ersten Blick zwar etwas radikal erscheinen, kann jedoch inspirierend für deine nächste große Aufräumaktion sein. Bist du bereit, mehr zu erfahren?

Was ist die KonMari-Methode?

Das Prinzip ist eigentlich einfach: Bereitet dir ein Gegenstand keine Freude mehr – weg damit. Laut Marie Kondo sollen wir uns nur mit Dingen umgeben, die wir lieben, damit wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen.

Die KonMari-Methode hängt mit der japanischen Philosophie zusammen, bei der man seinen Gegenständen den nötigen Respekt verleiht. Marie Kondo geht es darum, Aufräumen nicht als eine langweilige Tätigkeit zu betrachten, sondern ihr einen tieferen Sinn zu geben. Das klingt vielleicht ungewöhnlich, aber sie genießt das Aufräumen und sieht es als eine Art Meditation. Die Aufräum-Expertin ist überzeugt: Wenn man Ordnung schaffen als sinnlos empfindet, schiebt man seine Aufgaben immer weiter auf.

Mit der KonMari-Methode kannst du nachhaltig Ordnung schaffen, auch wenn es erstmal viel zu tun gibt.

Marie Kondos Buch: Magic Cleaning

In Marie Kondos Buch Magic Cleaning erfährst du alles über die KonMari-Methode. Wenn du auf der Suche nach einer radikalen Aufräum-Taktik bist, ist sie genau das Richtige für dich. Hierbei geht es nicht darum, Stück für Stück aufzuräumen, sondern in kurzer Zeit die ganze Wohnung auf den Kopf zu stellen. Das klingt erstmal nach viel Arbeit, ist aber für eine nachhaltige Umstellung sehr wichtig. Du solltest idealerweise eine schnelle Änderung vom Chaos zur Ordnung wahrnehmen können. Ansonsten läufst du Gefahr, wieder ins Chaos zurückzufallen.

Ausmisten nach Marie Kondo

Damit Aufgaben nicht unter den Tisch fallen, ist es wichtig, Routinen im Alltag zu entwickeln. Sie helfen dir, Ordnung in deinem Zuhause zu halten. Doch wo anfangen? Wenn man einen stressigen Alltag hat, kann es schon mal vorkommen, dass man mit dem Haushalt und allem Drum und Dran nicht mehr hinterher kommt. Marie Kondo rät, zuerst den Boden und die Oberflächen anzugehen, damit sie frei und sauber sind. Das soll dich dazu motivieren, dranzubleiben.

Bei der KonMari-Methode solltest du nicht lange nachdenken, sondern schnell entscheiden: Macht dich der Gegenstand glücklich und hat er noch einen sinnvollen Zweck? Oder wie Marie Kondo zu sagen pflegt: „Does it spark joy?“ Das zu beantworten, ist nicht immer einfach. An manchen Dingen hängt man sehr und kann sich nur schwer davon trennen. Hier hat Marie Kondo einen Tipp: Bedanke dich beim Gegenstand, dass er Teil deines Lebens war und verabschiede dich. Vielleicht hört es sich etwas seltsam an, doch auf diese Weise soll man seine Besitztümer besser wertschätzen können. Aufräumen kann mit der KonMari-Methode zur emotionalen Achterbahnfahrt werden.

Die richtige Reihenfolge beim Aufräumen

Und welches Zimmer nimmst du dir dann als Erstes vor? Gar keins. Denn in der KonMari-Methode wird nach Kategorien, nicht nach Räumen ausgemistet. Zuerst ist die Kleidung an der Reihe, dann deine Bücher, Dokumente, dein Krimskrams und zuletzt die emotionalen Gegenstände. Der Sinn dahinter: Die letzte Kategorie fällt am schwersten und so kannst du dich Stück für Stück herantasten.

Die Grundsätze der KonMari-Methode sind also:

  1. Schnell aufräumen.
  2. Perfekt aufräumen.
  3. Nach Kategorie, nicht nach Zimmern aufräumen.
  4. Jeden Gegenstand einzeln in die Hand nehmen, genau anschauen und entscheiden.
  5. Alles braucht einen festen Platz.

Eine Sache muss gesagt sein: Für das Ausmisten nach Marie Kondo brauchst du viel Zeit. Doch auch wenn es eine Menge zu tun gibt, solltest du am Tag nicht zu lange mit dem Aussortieren verbringen, sonst bist du unmotiviert. Am besten stellst du dir einen Timer auf zwei Stunden und ziehst eine Kategorie durch.

Kleidung aussortieren

Der erste Schritt ist es, deine Kleidung auszusortieren. Mit Marie Kondos Falttechnik kannst du viel Platz im Schrank sparen.

So, erstmal ran an die Klamotten. Das bedeutet aber nicht nur den Inhalt deines Kleiderschranks, sondern alles an Kleidung, das du besitzt. Und ja, auch deine längst vergessenen Kleidungsstücke aus dem Keller. Die werden allesamt auf einen Haufen geworfen. Verrückte Vorstellung, oder? Doch so siehst du auch mal, wie viele Klamotten du eigentlich hast.

Jetzt wird es Zeit, bewusste Entscheidungen zu treffen. Dafür nimmst du jedes Kleidungsstück einzeln in die Hände und überlegst, ob es dir noch Freude bereitet. Klar, eine Regenjacke macht dich vielleicht nicht unbedingt glücklich, aber sie schützt dich vor Nässe. In solchen Fällen solltest du dich fragen, ob du das Kleidungsstück jemals wieder anziehen wirst. Hegst du Zweifel, sortiere es lieber aus.

Übrigens haben wir hier noch 4 weitere Tipps zum Ausmisten, falls die Marie Kondo-Methode nicht das Richtige für dich ist.

Marie Kondos Falttechnik

Nach dem Aussortieren geht es darum, die Kleidung nach System zu verstauen. Dabei wird fast alles mit einer speziellen Falttechnik zu einem Päckchen gefaltet. Das spart Platz und ist übersichtlicher. Sogar Unterwäsche und Socken werden entsprechend gefaltet. Eine weitere wichtige Regel: Alles hat seinen eigenen Platz, auch die kleinen Dinge, die oft wahllos herumliegen wie Krawatten oder Gürtel.

Marie Kondo rät außerdem dazu, die gefalteten Kleidungspäckchen in Boxen zu legen, statt übereinander in den Schrank zu stapeln oder hinzuhängen. Am besten sind dafür Kisten, die du in Schubladen oder in die Schrankfächer stellst. Dafür musst du keine teuren Einsätze kaufen, einfache Schuhkartons tun es auch. Vielleicht hast du ja welche übrig, die du nicht mehr brauchst?

Bei der KonMari-Methode läuft alles nach einem bestimmten System ab, auch das Einsortieren von Kleidung. Die gefalteten Päckchen werden unter anderem nach Farben eingeordnet.

Bei Marie Kondo passiert nichts ohne System. Selbst Farben und Stoffmaterialien werden beim Einsortieren berücksichtigt. Schwere Materialien und dunkle Farben kommen nach unten und hinten in den Schrank, helle und leichte Stoffe in die oberen Schubladen bzw. nach vorne. Hosen mit Bügelfalten, Röcke und Kleider werden auf einen Bügel gehängt. Schwere, dunkle und lange Kleider sollten links hängen und dann nach rechts immer kürzer, heller und leichter im Stoff werden. Das klingt vielleicht extrem, doch laut Marie Kondo liefert es dir positive Energie.

Die meisten Oberteile faltest du zusammen, außer Blusen, die kommen auf den Bügel. Ziel des Ganzen ist es, einen guten Überblick zu bekommen und die Schubladen und Schränke nicht ganz vollzumachen. Außerdem ist es praktisch, auf einen Blick zu sehen, um welches Kleidungsstück es sich handelt, da man das Logo nach vorne faltet. Wenn du den Überblick über deine T-Shirts verloren hast, sorgt die KonMari-Methode für mehr Durchblick.

Bücher aufräumen

Mit den Büchern geht es weiter. Lass dich nicht dazu verleiten, die Bücher nochmal durchzublättern und dich darin zu verlieren. Es geht darum, schnell voranzukommen. Wie auch bei den Kleidern legt man hier alles auf einen Haufen. Hast du zu viel Lesestoff, dann teile ihn am besten in Unterkategorien auf.

Die Frage nach der Freude ist bei den Büchern manchmal etwas knifflig. Du hast vielleicht das ein oder andere Buch in der Hand, das du vor fünf Jahren sehr gerne gelesen hast. Macht es dich noch glücklich? Klar, du erinnerst dich noch daran, wie du es im Urlaub auf der Liege am Strand gelesen hast und dabei entspannen konntest. Aber vermutlich wird es nur noch als Staubfänger im Regal stehen. Also doch lieber weg damit, oder? Ja, sagt Marie Kondo. Auch Bücher, die du „irgendwann“ lesen wolltest – raus. Zeit, sich von der Illusion des „Irgendwanns“ und „Vielleichts“ zu verabschieden.

Dokumente sortieren

Bei den Dokumenten wunderst du dich wahrscheinlich, wie das mit der KonMari-Methode funktionieren soll. Machen dich diese Steuerpapiere glücklich? Natürlich nicht, weg damit! Halt, halt, hier läuft das natürlich etwas anders. Es geht darum, ob du die Dokumente noch aufbewahren musst und ob sie im Moment wichtig sind. Marie Kondo sortiert hier in drei Kategorien:

  1. aufbewahren, braucht man aber nur selten
  2. aufbewahren, braucht man gelegentlich bis häufig
  3. unbearbeitet

Papiere wie alte Rechnungen und Kontoauszüge wirfst du weg. Wenn persönliche Daten darauf stehen, schreddere sie vorher. Achte darauf, wichtige Dokumente wie aktuelle Vertragsformulare aufzuheben. Dann packst du jede Kategorie in eine eigene Box oder in einen Ordner. Also, Schachteln bereitstellen und los geht‘s!

Kleinkram ausmisten

Um Komono, also Krimskrams, einzusortieren, sind Schubladeneinsätze hilfreich. Damit wird sichergestellt, dass jeder Gegenstand einen Platz zugewiesen bekommt.

Na, schon kaputt von der Vorstellung vom Ausmisten? Durchhalten! Du hast es fast geschafft. Jetzt kommt der ganze andere Krempel, Kleinkram oder auf japanisch „Komono“. Also alles, was nicht zu den anderen Kategorien passt und in der ganzen Wohnung so herumliegt wie z. B. Utensilien fürs Badezimmer, Taschen, Technik oder Lebensmittel im Küchenregal. Teile deinen Krimskrams in Unterkategorien auf, um dich nicht total zu überfordern.

Du gehst hier wie bei den anderen Kategorien vor: Alles sammeln, Entscheidungen treffen und wieder ordentlich einräumen. Besonders bei Kleinteilen fällt es schwer, ihnen einen eigenen Platz zu geben. Doch nach dem Aussortieren solltest du wesentlich mehr Platz haben, um die Dinge zu verstauen. Auch Boxen und Aufbewahrungseinsätze für Schubladen sind hilfreich, damit alles ordentlich verstaut werden kann.

Emotionale Gegenstände aussortieren

Juhu, wir sind bei der letzten Kategorie angekommen! Doch leider ist das auch die schwerste. Jetzt wird es richtig emotional, es geht um die Erinnerungsstücke. Ob die liebe Grußkarte einer Verwandten, Fotos einer sagenhaften Hochzeit oder ein liebes Geschenk. Darunter sind all die Dinge zu verstehen, zu denen wir eine bestimmte Erinnerung verknüpfen. Die Entscheidung, was du davon behältst, kann hier besonders schwer sein. Vermutlich macht dich das Meiste davon glücklich. Hast du allerdings zu viel davon, kann es belastend sein.

Besitzt du Fotos in Hülle und Fülle? Behalte pro Anlass ein Foto und packe sie in ein Fotoalbum. Damit sind deine Bilder auch gleich aufgeräumt. Dasselbe kannst du übrigens auch mit digitalen Fotos machen. Wichtig bei dieser Kategorie ist, dass du dich nicht schlecht fühlst, nur weil du etwas Geschenktes wegwirfst. Denn der Person, die es dir geschenkt hat, ist damit auch nicht geholfen, wenn du es nur zum Einstauben behältst.

Berufs- und Privatleben aufräumen

Mit Aufräumen verbinden wir in erster Linie Ordnung in unserer Wohnung. Doch nach Marie Kondo sollen wir auch in unserem Herzen ausmisten. Darum kannst du die KonMari-Methode auch auf private Bereiche, z. B. auf deine Beziehungen anwenden. Machen dich die Menschen in deinem Umfeld glücklich? Was bedeuten sie dir? Du solltest dich nur mit Leuten umgeben, die dein Leben bereichern.

Auch auf der Arbeit kann diese Denkweise nützlich sein. Macht dich dein Beruf glücklich? Oder ist er nur ein lästiges Mittel zum Zweck? Natürlich ist das eine privilegierte Haltung, nicht jeder kann einfach seinen Job kündigen. Doch wenn du dein Berufs- und Privatleben reflektierst, bekommst du vielleicht den ein oder anderen Aha-Moment und kannst dich somit auch von emotionaler Last befreien.

Bei Marie Kondo geht es nicht nur um die Ordnung in der Wohnung oder im Haus. Es geht auch darum, im Herzen aufzuräumen und sich somit von emotionalem Ballast zu befreien.

Eine kleine Beruhigung können wir dir aber trotz striktem Ausmisten mit auf den Weg geben: Auch bei Marie Kondo läuft nicht immer alles zu 100 Prozent perfekt. Seit ihr drittes Kind da ist, haben sich auch ein paar ihrer Prioritäten verschoben. Wir hoffen, wir konnten dich dennoch mit dem Ausmisten nach Marie Kondo inspirieren.

Hast du die KonMari-Methode schon einmal ausprobiert? Schreib es uns in die Kommentare!

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