Fleckerl (Flicken) Teppich - Alttextilien verwerten

Jetzt bewerten:
2,1 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Einen Fleckerl (Flicken) Teppich herzustellen ist eine sinnvolle Möglichkeit Alttextilien zu verwerten. Dazu eignen sich Kleidungsstücke aus Wolle, Wirkware, aber auch Baumwollstoffe, wie etwa alte Vorhänge, ect. oder Stoffe aus Kunstfaser jeder Art. Idealerweise nimmt man solche Sachen, die man anderen nicht mehr zumuten möchte, also auch nicht mehr in die Altkleidersammlung oder Second-Hand-Shop geben kann. Wer hat schon Freude mit einem aufgerauten Pulli, wo noch dazu ein Fleck drauf ist? Aber das Material ist vielleicht noch ganz o.k. Wichtig sind da auch die Farben, die man gut zusammenkombinieren kann. Es sollte jemand schon vorher überlegen, ob das gute Stück das man zusammenschneiden/nähen möchte auch zu den anderen Farben passt.

So funktioniert die Vorbereitung:

Die Streifen dazu sollten etwa 3 - 4 cm breit geschnitten sein. Dickeres Material, wie Wollmäntel sollten in schmalere Streifen geschnitten werden, bei dünneren Stoffen sollten die Streifen etwas breiter lassen.

Bei Pullovern oder T-Shirts schneide ich den Streifen in einem Stück, also rundherum, dann erspare ich mir die Näharbeit. Bei rechteckigen Stoffen muss dann die Nähmaschine dran. Ist aber auch nicht so viel Arbeit.

Zwei Streifenenden zusammenlegen und nähen. Das Ende des einen Streifens nehmen mit einem anderen Streifen zusammenlegen, nähen usw.

Als Nächstes den Faden zwischen den Streifen durchschneiden und uns dann das Material zu einem Knäuel drehen. Überstehendendes bis auf 2 - 3 mm abschneiden. Sonst gibt es unschöne Knoten. Damit man das Material schön glatt aufwickeln kann, muss man den Streifen durch zwei Finger gleiten lassen, dann funktioniert das ganz einfach. Sonst verdreht sich alles.

Da man diese Teppiche waschen kann, sollten die Stoffreste farbecht sein und sie dürfen auch nicht einlaufen. Wäre ja schade um die viele Arbeit, die man sich macht, wenn ein Stoffrest dann die anderen versaut. Oder ein Stoff läuft so stark ein, dass er sich dann am Teppich zusammenzieht.

Am besten man sortiert ähnliches Material zusammen. Also Stoffe die sich etwas ziehen lassen oder dicker oder flauschiger sind oder eben etwas festere Stoffe wie Baumwolle, ect. Am besten man fragt zuerst nach, wo man es weben lassen möchte.

Wer webt solche Teppiche?

Ich denke dass viele Handwebereien, die Schafwollteppiche weben, auch Fleckerlteppiche in Auftrag nehmen. Auch Tagesheimstätten wo behinderte Menschen arbeiten nehmen oft solche Aufträge an. Ich hab zum Glück eine Nachbarin, die das als Hobby macht.

Wenn die Teppiche nicht ganz so groß am Stück sind, lassen sie sich auch wunderbar in der Maschine waschen. Und so manche Stoffe haben so richtig Erinnerungswert. Ich habe zum Beispiel eine Bettdecke zusammengeschnitten, die mein Onkel während des Weltkrieges meiner Mutter aus Frankreich mitgebracht hat, das ist immerhin schon über 70 Jahre her. Oder vielleicht Sachen, die man als Kind gern getragen hat, usw.

Von
Eingestellt am

6 Kommentare


#1
5.2.13, 16:30
Jetzt bin ich fast a bisserl enttäuscht. ich hab gedacht ich krieg jetzt die Anleitung wie ich das selber machen kann... Ich werd mir die Weberei nämlich nicht suchen. :..-( Die Idee find ich nämlich nicht ganz schlecht!! Liebe Grüße, Rovo
2
#2 mayan
5.2.13, 17:03
Also ich bin auch enttäuscht - hatte eine Webanleitung erwartet. ich mach mir doch nicht die Arbeit, um dann festzustellen, dass es die nächste weberei in 200 km Entferung gibt- oder gar nicht - oder es kostet mehr, als die Sache wert ist, denn ob mir das Teil gefällt, das weiß ich ja dann nicht.
Evtl. könnte man es mit 'Fingerhäkeln' probieren - also so wie Häkeln, bloß ohne Nadel, da das Material ja sehr dick ist. (Ist aber nur so eine Idee von mir, die ich vielleicht mal ausprobiere)
#3
5.2.13, 18:54
also der Tipp ist eigentlich quatsch!
aber als Vorbereitung ok.
ich würde nun Zöpfe flechten und mit einen anderen Teilstrick alle verbinden.
ich meine:
den Zopf entweder als Kreis oder auch rechteckig legen und mit einem andern Strick eben verbinden.
man ohne Bilder bin ich eben nicht so gut im erklären.
#4
6.2.13, 06:59
Natürlich sollte ich zuerst Erkundigungen einziehen, ob es jemand gibt, der solche Teppiche webt, sonst hat das nicht recht viel Sinn. In meinem Fall ist es so, dass meine nächste Nachbarin diese Handwerk als Hobby betreibt und es auch in 15 km Entfernung eine Tagesheimstätte für Behinderte gibt, die das auch machen.

Wer die Möglichkeit nicht hat, könnte es so machen, wie gitti es vorgeschlagen hat oder auch das Ganze mit einer sehr großen Häkelnadel häkeln. Mit dieser Methode lassen sich sehr gut T-shirts oder Spannleintücher verarbeiten. Das ergibt z.B einen besonders flauschigen und pflegeleichten Badezimmerteppich. Es gibt auch bei FM dazu schon eine Anleitung unter "Flickenteppich selbst gehäkelt"
Den Tipp finde ich auch nicht schlecht: http://www.lilligreen.de/selber-machen-teppich-aus-alten-t-shirts/ oder den hier: http://www.ragrugcafe.com/toothbrush-rugs-complete-video-instructions-part-1-beginners

Wenn es weit und breit so eine Weberei nicht gibt, vielleicht wäre das eine Marktlücke für kreative Menschen, die gerne Handarbeiten machen und etwas Zeit übrig haben. Webstühle werden ja bei Ebay einige angeboten ...
2
#5
6.2.13, 10:42
so habe gefunden was ihr sucht, haben wir hier im Forum schon gehabt.
"Flickenteppich selbstgehäkelt" sucht mal danach dann wird euch geholfen
#6 Christa1950
10.2.13, 10:16
@mayan: mir ging es ebenso, aber in den 70er Jahren war es total beliebt, diese Flickenteppiche selber zu machen, fast jeder " junge " Haushalt hatte so etwas.
Ich kenne es auch nur so: aus den hergestellten langen-ungenähten - Streifen einen langen Zopf flechten und dann z.B. kreisförmig zusammennähen.
Dann mit der Hand annähen z.B.kreisförmig, geht alles ohne Nähmaschine

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen