Gebratene Heringe

Grüne Heringe nach Art von Oma Duck

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Grüne Heringe sind (bekanntlich?) frische, ungesalzene Heringe. An den Meeresküsten werden sie wohl noch immer nach Herzenslust gebraten und gegessen, im Inland dagegen scheut man oft davor zurück.

Zum einen sind viele "fies" davor, noch einen ganzen, unfiletierten Fisch überhaupt nur anzufassen. Zum anderen fürchten sie den "Duft", der sich zugegeben nicht vermeiden lässt. Dagegen hilft, ihn wirklich als Beigabe eines köstlichen Gerichts anzusehen, und nicht, wie meist, als lästigen Gestank.

Dies vorausgeschickt: Ans Werk!

Grüne Heringe werden heute meist als AOK-Ware (ausgenommen, ohne Kopf) angeboten. Ich bevorzuge allerdings "den vollen Fisch", weil ich auch den evtl. vorhandenen Rogen verwerte - gebraten eine Delikatesse!

Zubereitung

  1. Die Fische werden, soweit nötig, geschuppt und ausgenommen. Sodann führt man den "Bauchschnitt" noch bis zur Schwanzwurzel weiter und entfernt dann vorsichtig die Mittelgräte, indem man vom Kopf her (der aber gar nicht mehr da ist, hihi) mit dem Daumen zwischen Rückgrat und Rücken eindringt und sich vorsichtig weiter bis zum Schwanz vorarbeitet.
  2. Dabei mit den Fingern gegenpressen, damit möglichst wenig Fleisch an der Gräte bleibt. Danach lässt sich der Fisch aufklappen und man erhält den sog. Lappen, der sich jetzt wie gewohnt braten lässt: Salzen, in Mehl wenden und dann in reichlich heißem Öl von beiden Seiten braun braten.
  3. Dazu schmecken Bratkartoffeln und Salat. Kalt aus der Hand ist auch nicht schlecht.
  4. Natürlich kann man die Heringe auch mit Gräte braten. Aber schön langsam, damit sie auch von innen durchgaren, sie sind dann ja erheblich dicker!
  5. Die übrig gebliebenen Heringe, kann man sauer einlegen. Ich mache es aber nicht mehr, weil mittlerweile auch die Fertigkonserven so gut sind, dass man ruhig auf sie zurückgreifen kann.

Die üblichen "Igitt"-Kommentare bitte ich möglichst bei sich zu behalten. Auch Hinweise auf Überfischung usw. sind im Voraus bekannt und langweilen.

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16 Kommentare


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#1
1.5.11, 14:32
Das ist ja lustig - noch keine Reaktion auf Deinen Tipp?
Vielleicht liegt es an Deiner Bitte, von "Igitt"- und "Überfischungs"-Kommentaren abzusehen.
Deinen Tipp finde ich sehr gut - also Daumen hoch!
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#2
1.5.11, 14:44
Ich verstehe zwei Dinge nicht. Du bevorzugst den ganzen Fisch, weil du auf evt. Rogen hofftst, schreibst aber dass du den Rückenschnitt vom Kopf her machst, der aber nicht mehr dran ist. Was denn nun? Ist der Kopf noch dran oder nicht?

Und dann die Grätenentfernung. Puhlst du wirklich mit den Fingern im armen Kerlchen herum und holst so die Gräte raus?
#3 Die_Nachtelfe
1.5.11, 15:05
@Eifelgold: Schaetze mal, dass Oma Duck den selber entfernt - so laesst er sich auch noch verwerten, zum Beispiel als Basis fuer Fischfond/Bruehe.

Klingt ganz interessant, wenn ich mal welchen bekomme (also Hering) probier ich das aus.
#4 Oma_Duck
1.5.11, 15:32
@Eifelgold: Da ist er ja schon, der erste "Igit-Kommentar". Ja klar mit den Fingern, mit Messer und Gabel gehts ja nicht. Und der Kopf kommt natürlich als erstes ab. Ist natürlich nichts für Sensibelchen, die nichts essen, was sie "ankuckt". Ich halte es jedoch für inkonsequent, wenn man gern Fisch isst, das notwendige Köpfen aber anderen überlässt. Aber der Handel kommt hier gern entgegen, eben mit der AOK-Ware.
Für Fischfond, liebe Nachtelfe, würde ich Heringsabfälle nicht empfehlen: Zu "fischig" bzw. tranig.
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#5
1.5.11, 15:53
@Oma_Duck: Das war kein Igitt-Kommentar, sondern lediglich eine Frage, von einer Frau, die zwei Angler zu Hause hat und verdammt viel Fisch in der Woche zubereitet.
Da wir Fisch nicht kaufen müssen, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ich einen enthaupteten Fisch bekomme, es sei denn, das ist ein Riesenteil und ich möchte nur ein Filet. Wenn du die andere Seite haben willst, ist der Fisch enthauptet.

Einzig, wo ich wirklich ein Sensibelchen bin, wenn meine Männer mir den Mageninhalt beim Ausnehmen des Fisches präsentieren. Das finde ich nicht so prickelnd.
Der Rogen wird bei uns als Köder verwendet.
Da ich gerne dem Tier noch in die Augen schaue, und an diesen auch die frische des Fisches erkenne, bin ich mehr dafür, den ganzen Fisch zu nehmen. Wenn wir Fisch im Ganzen zubereiten, bekommt der Fisch ein Zweiglein Petersilie oder Rosmarin in den Mund. Das ist zwar mehr für die Jagdgöttin Diana, aber ich finde die Geste nett und auch ein Fisch soll nicht um sonst gestorben sein.

Einzig, was wir wirklich noch nie gemacht haben, ist, den Fisch mit den Fingern zu entgräten. Entweder Filets oder ganzer Fisch. Diese Art der Entgrätung kannte ich noch nicht und ist für mich neu. Daher die Frage.
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#6
1.5.11, 16:21
Igittigittigitt.......... verdammt lecker, das Rezeptchen. Aber mein Tip dazu heißt Butterschmalz. Darin gebraten schmecken die Fischchen noch vieeeeel besser.

Übrigens musste das "Igitt" sein, schließlich bin ich ja der Ex-Raaabe.... *gggggg
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#7 Oma_Duck
1.5.11, 16:41
Habe noch mal nachgegoogelt. Die Entfernung der Mittelgräte ist insbesondere zur Herstellung der Heringslappen (Fachbegriff) notwendig, aus denen Rollmöpse und andere Heringskonserven hergestellt werden.
Den gebratenen frischen Hering in der praktischen Aufklappform kenne ich aus Holland, wo er an jeder Fischbude angeboten wird.
Frischer (grüner) Hering scheint im Binnenland wirklich schwer erhältlich zu sein. In der Tiefkühlabteilung habe ich ihn bei uns auch nur in Form von Sardellen und Sardinen gesehen. Ich hole ihn auf dem Markt, bei einem holländischen Stand, der so gut ist, dass sich seit seinem Erscheinen kein Fischgeschäft mehr halten konnte in unserer Stadt (72.000 Einw.) Da gibt es auch die holl. Matjes, die als einzige diesen Namen verdienen - deutscher Matjes ist meist ein minderwertiges Imitat.
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#8
1.5.11, 16:52
Sollte beim nächsten Hochseeangeln ein Hering dabei sein, werde ich diese Art der Entgrätung mal versuchen. Wie gesagt, Oma Duck, ich meckere nicht an deinem Rezept, da ist in meinen Augen auch kein Igitt dabei, ich kenne nur nicht diese Art der Entgrätung.
habe aber bitte Verständnis dafür, dass ich meinen Mann das Ausnehmen überlasse.
#9
3.5.11, 17:47
So ähnlich hat es meine Mutter früher auch gemacht. Fisch allerdings mit Kopf gebraten, Rogen und Milch ebenfalls paniert, also gesalzen und gemehlt.
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#10 Oma_Duck
7.5.11, 13:01
@Trikersozia: Hättest Du den Tipp gelesen - Dein Kommentar wär' anders gewesen!
MIT KOPF ist mein praktischer Aufklapphering doch gar nicht möglich. Außerdem: Panieren und Mehlieren sind verschiedene Verfahren.
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#11 wermaus
1.7.11, 15:35
Ich habe jetzt Lust bekommen, das mal zu probieren, danke!
#12
1.7.11, 16:38
Ich habe nicht nur Lust bekommen, sondern Appetit auf frisch gebratenen Hering..... ob nun mit oder ohne Gräten und Kopf.....
#13 erselbst
29.11.11, 18:06
eigentlich ein guter tip--das entgräten machen wir genauso (das darf der lehrbub machen!)---wenn nur nicht die seltsamen kommentare der rezeptgeberin wären! sind teilweise doch sehr überheblich!!
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#14 Oma_Duck
13.2.13, 13:37
Heute zufällig im Radio gehört, dass frische "grüne" Heringe in den Fischtheken kaum noch zu finden sind, ein reines Nischenprodukt für immer weniger werdende Verbraucher - schade! Man scheue den intensiven Geruch beim Braten - der nicht zu verleugnen ist!

Mein Tipp daher: Wer sie bekommen kann und probieren möchte, sollte sie für die nächste Grillsaison vormerken! Draußen stört der Duft ja nicht.
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#15
27.6.13, 18:44
Oma Duck gratuliere, denn Deine Art Heringe zuzubereiten ist super. Endlich mal einer, der etwas davon versteht - ich mach es genauso. Ich weiss gar nicht, was das Thema "Kopf" soll? Die Rübe muss ab, denn beim aufgeklappten grätenlosen Hering müsste man ihn sonst teilen und das wäre wirklich igitt.

Grüsse Euch alle, bin gerade in Euren lustigen Verein eingetreten.
#16
1.5.16, 13:13
Hallo Oma Duck,
ganz tolles Rezept, danke!
Es wäre sehr hilfreich, wenn Du noch ein Rezept auf Lager hast, wie man die grünen Heringe  für längere Zeit -z.B. 6 Monate -haltbar macht.
Ich war kürzlich in Kappeln an der Schlei und habe 120 Heringe geangelt und gleich
vakuumiert und eingefroren.
viele Grüße, bin ganz neu im Forum und das ist mein erster Kommentar.

Angelopa

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