Orchideensamen keimen lassen

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Für Orchideen-Liebhaber: Wer schon einmal den Erfolg hatte eine Orchideenblüte zu bestäuben, weiß auch, dass sich dann dort eine Fruchtkapsel bildet.

In der Fruchtkapsel befinden sich tausende Samen der Orchidee. Viele denken jetzt "ah gut, Samen einfach in der Erde keimen lassen". Leider muss ich sagen, damit kommt man nicht weit. Weil Orchideen nicht einfach so zu züchten sind, weil sie einen besonderen Nährboden brauchen, damit sie anfangen zu keimen.

Diesen Pilz-Nährboden kann man einfach selber herstellen

  • 1,5 Liter filtriertes Regenwasser (oder Osmosewasser)
  • 300 ml Kartoffelsaft
  • 7 Würfelzucker
  • 1 TL Dünger (von Roland)
  • 12 Tropfen Zitronensaft
  • 16-17 g Agar-Agar

Natürlich jetzt nicht denken, tausende von Orchideensamen fangen jetzt an zu keimen. Es bedarf natürlich auch ein bisschen Glück und den grünen Daumen, aber bei richtiger Anwendung und guter Pflege dürften schon ein paar Orchideen keimen.

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23 Kommentare


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#1
12.2.12, 22:07
Danke für den guten Tip! Ich habe mich über diese Hinweise sehr gefreut, da es mir gelungen ist, an zwei Orchideen je zwei Samenkapseln zu ziehen.
Ich habe denoch ein paar Fragen:

1. Muß das Agar-Agar entsprechend der Gebrauchsanleitung zusammen mit den anderen Zutaten gekocht oder erwärmt werden?
2. Welcher Dünger von Roland ist gemeint?
3. Worin sollte der Nährboden mit dem Samen gehalten werden (z.B. Flasche, Zimmergewächshaus)?
4. Sollten die Samen in den Nährboden gedrückt, oder nur darauf verstreut werden?

Ich würde mich über Eure Hilfestellung sehr freuen!
1
#2
13.1.14, 08:59
Ist ja ein toller Tipp!

Ich muss mich aber @Fruwes Fragen anschließen und noch eine stellen: was ist mit Kartoffelsaft gemeint? Rohe Kartoffeln auspressen (wie?) und den Saft auffangen?
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#3
13.1.14, 21:09
@mops: Ich habe den Närboden ein paar mal ausprobiert. Da hat kein einziger Samen gekeimt.
Mein Tipp, Nahrboden kaufen.
Den Kartoffelsaft gibt es im Reformhaus.
#4
13.1.14, 22:12
Hallo Zusammen,

Den Kartoffelsaft habe ich aus frischen Kartoffeln gewonnen, indem ich diese vorher gerieben und danach gepresst habe.

Den Nährboden habe ich immer hinbekommen. Leider hat der Nährboden trotz steriler Behandlung nach einigen Wochen angefangen zu schimmeln. Leider weiß ich nicht, was ich da falsch gemacht habe.
Bin daher am Suchen, wo ich irgendwo z.B. im Rahmen eines Kurses Profis über die Schulter schauen kann.

Wo kann man denn den Nährboden kaufen? Ich freue mich über Eure Hinweise!

Liebe Grüße

Fruwe
1
#5
13.1.14, 22:30
@Fruwe: Den Nährboden gibt es bei Ebay beim OrchiCultura-Shop.
Da sollte die Aussaat klappen. Wichtig ist das die Saat keimfrei aufgebracht wird.

Viel Erfolg!
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#6
13.1.14, 23:01
@kaktusb:

Hmmmm...Nährboden kaufen, Kartoffelsaft aus dem Reformhaus ?

Ich glaube für weniger Geld gibt es wunderschöne Orchis zu kaufen die man
hegen und pflegen kann. Ich habe mehrere Orchis aus dem Hellweg Baumarkt
die keine 8 € gekostet haben, aber jetzt mehrere ( 3 bis 4 ) neue Blütentriebe
an jeder Pflanze haben. Daran kann ich mich erfreuen, dass Züchten überlasse
ich Fachleuten die was davon verstehen.
2
#7
15.1.14, 19:53
@mamamutti:
Der Nährboden ist nicht sehr teuer.

Aber es stimmt schon im Baumarkt gibt es hübsche Phallaenopsids Hybriden.

Doch wenn man Botanische Nopsen nachzüchten will geht es nicht ohne Aussaat.
Im Baumarkt gibt es die nicht, nur in Orchideengärtnereien.
Wenn dann nach 3-5 Jahren die ersten Pflanzen blühen ist die Freude riesengroß.

Man muß schon ein bisschen verrückt sein so einen Aufwand zu treiben.
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#8
15.1.14, 21:57
@kaktusb:

Nee, man muss sicher nicht verrückt sein um diesen Aufwand zu treiben, man muss nur faul genug sein, so wie ich, es nicht zu tun. ;-)) Ich liebe Orchis und meine Familie schenkt mir zu Gelegenheiten, anstatt Schnittblumen, immer eine neue. Sind sie verblüht, werden die Triebe einfach abgeschnitten und nach ein paar Wochen komme neue. Ich wäre zu ungeduldig 3-5 Jahre auf Blüten zu warten. :-((
War nicht abwertend gemeint und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen
Züchtungen.
1
#9
15.1.14, 22:38
@mamamutti:
Ich habe das nicht als abwerternd verstanden.
Habe mir gerade erst im Gartencenter eine Nopse gekauft, an der keine Blüte gleich ist. Von zartrosa-weiß bis nach schwarzviolett, sowas hab ich bis jetzt noch nicht gesehen.
Auch ich habe viele Nopsen als Geschenk bekommen und bei den meisten weiß ich, wenn sie wieder bühen, wer sie mitgebracht hat.
Einen grünen Daumen mußt du auf jeden Fall haben, denn bei den meisten Leuten die ich kenne gehen die Pflanzen nach der Blüte kaputt.
Viel Freude weiterhin mit diesen schönen Pflanzen.
1
#10
15.1.14, 23:18
@kaktusb:

Danke, einen grünen Daumen scheine ich zu haben.
Es ist mir noch nie passiert, aber jetzt habe ich grade eine Nopse, die vier neue
Blütentriebe hat. Ich glaube es selber nicht, es ist eine gesprenkelte, ein Frauenschuh.
Liebe Grüße.
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#11
11.7.14, 08:56
@mamamutti:
Nicht alles ist für Alle...!!
ICH kann das Experimentieren mit der Pflanze schon verstehen.
Es gibt ja auch tolle Kleidung, Kuchen, Schmuck etc zu kaufen.
Trotzdem haben viele, viele Menschen Freude, ja sogar große Freude daran, es selbst einmal zu versuchen etwas herzustellen, etwas herauszufinden. Diese Menschen leben sehr intensiv,...konsumieren nicht nur..., wollen etwas ergründen, sind interessiert...find ich gut...

Mit großem Erstaunen habe ich gesehen, daß fast jeder Beitrag zu diesem Tip vom Roter-Daumen-Teufel beglückt wurde.
Sehr merkwürdig...!
Habe das schnell mal richtiggestellt...richtig nach meiner subjektiven Meinung...;-))
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#12
11.7.14, 09:15
@truthuhn: Bravo!Toller Beitrag!!

Wer wissbegierig und experimentierfreudig ist,kann babylon03 und Dich wahrscheinlich eher verstehen...

Ich erfreue mich an meinem selbstgezüchteten
GINKGO BILOBA , der den 1. Winter ( obschon ich frage, ob dieser Winter ein Winter war) draußen überstanden hat.
Guten Start in ein schönes Wochenende ;-)))
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#13
11.7.14, 09:17
@Kehlburg: ....und bleiben Sie neugierig...;-))
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#14
11.7.14, 09:19
@truthuhn: Das verlangt das Kind in mir;-)))))))))))
1
#15
11.7.14, 09:59
@Kehlburg:
"...wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder..."
Liebe Grüße auch an das Kind...;-)
#16
11.7.14, 18:27
kreisch,
sitze grad mit Kopfaua und lese diesen interressanten Tipp... und frage michmit Entsetzen, was soll Kartoffelsalat im Nährboden? Aber nochmal gelesen und beruhigt zum Kaffee gegriffen - alles ist gut. Werde mal versuchen diesen Tipp umzusetzen, weil ich Orchideen auch wunderschön finde. Wünsche allen ein wunderschönes Wochenende...
Dickes Dankeschön
#17
11.7.14, 18:51
Meine Orchidee hat an Blütenrispen Senker angesetzt, ohne Samen, nachdem die Rispe abgeblüht hat. Ohne etwas zutun.
#18
11.7.14, 22:17
Ich liebe Orchideen, habe auch so einige schon ein paar Jahre, die immer wieder blühen.
Was kann ich unter "Nopse" verstehen? Habe den Ausdruck noch nie gehört, ist es vielleicht eine Rispe? Sorry, aber ich weiß es wirklich nicht.
Zu meinem Entsetzen habe ich festgestellt, dass ein paar Orchideen von Schildläusen befallen sind. Die müsste ich mit einer neu gekaufte Orchidee "erworben" haben.
Alle 2 Tage suche ich sämtliche Pflanzen danach ab, wische die Blätter dann mit einem feuchten Tuch ab. Einige Blätter sind schon schlapp, sie werden sich wohl nicht wieder erholen?
Vielleicht weiß ein "Profi" hier auf der Seite, was man dagegen tun kann.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
#19
11.7.14, 23:04
@Omamo: Mit "Nopse" ist eine Phaleanopsis, auch Malaienblume genannt, gemeint. Das ist die Orichdee, die am handelsüblichsten und auch im Baumarkt erhältlich ist. Sie ist sehr beliebt, weil sie leicht zu pflegen ist und immer wieder wunderschöne Blüten treibt.

Bei Schildläusen muss ich leider zur chemischen Keule raten, weil alles andere (Hausmittel) bei diesen Biestern versagt hat. Mit Chemie aus dem Gartenfachmarkt habe ich die verdammten Biester endlich losgekriegt.

:o)
#20
13.7.14, 19:39
@Omamo:

Nopsen ist einfach nur die Kurzform für die Gattung Phalaenopsis.

Bei Schildläusen würde ich mich eher auf ein Systemgift verlassen. Auf
keinen Fall Spruzid verwenden, das vertragen die "Nopsen " nicht.
Das enthaltende Öl verklebt die Poren, dann können die Pflanzen nicht mehr assimilieren (atmen).
Unter den Schilden sitzen auch die Larven, und wenn ich den Schild
zermatsche kommen die frei und verteilen sich.
Wegwischen ist das verkehrteste was man machen kann!!!!
Bei schwachem Befall ist es aber möglich die Schilde mit Pflanzenöl zu
benetzen, dann ersticken die Viecher.

Also ich würde vorschlagen sie gehen in einen Fachhandel und lassen sich da
ein passendes Mittel empfehlen.
Wirken tun alle und Nebenwirkungen habe ich noch bei keinem Mittel
beobachtet. Außer eben bei ölhaltigen Mitteln.
Ich möchte hier nichts empfehlen. Ist das überhaupt Erlaubt?

Ohne Behandlung gehen die Pflanzen irgendwann ein, da Schildläuse auch
Krankheiten durch ihr Saugen übertragen.

Viel Erfolg bei der Bekämpfung der Viecher, und dann wieder viele Blüten.

M.f.G- kaktusb
1
#21
14.7.14, 23:48
Ihr müsst nach einem Mittel fragen das eine systemische Wirkung hat. Ihr besprüht die Orchi und das Gift wird von der Orchi aufgenommen und im Kreislauf der Pflanze an alle Stellen der Pflanze transportiert. Wenn dann die Läuse den Pflanzensaft saugen nehmen sie das Gift mit auf und sterben dadurch ab. Das ist wirklich die Beste Lösung und ihr müsst nicht darauf achten das ihr jede Stelle erwischt da es ja kein Kontaktgift ist. Es gibt auch schon von einer Firma extra ein Orchideenspray. Das ist mit systemischer Wirkung und greift wirklich jeden saugenden Schädling an und bekämpft ihn.Leider weiß ich nicht mehr von welcher Firma. Ist zwar sehr teuer aber was macht man nicht alles für seine Lieblinge und ausserdem reicht es für mehrere und nicht nur für eine Orchidee.
Jetzt wünsch ich Euch viel Spass mit Euren kleinen Schätzchen.
Würde mich freuen wenn ihr mal berichtet wie es Euch so ergangen ist.
Bei Gelegenheit werde ich Euch mal einen Link über Aussaat und Vermehrung von Orchideen raussuchen und einstellen wenn ich das darf???
LG Gabriele
#22
16.7.14, 14:26
Hallo, ich danke euch allen für die Tipps. Peinlich, auf "Nopse = Phale... hätte ich eigentlich kommen müssen.
Ich habe jetzt ein Ungezieferspray mit systemischer Wirkung gekauft und sie soeben damit behandelt. Nun warte ich mal ab, allein das Absuchen der kleinen Biester bringt nix.
Das Mittel ist nicht teuer, 1Ltr. für knappe 10,00€ im RM.
Vielen, vielen Dank noch einmal.
#23
12.9.14, 21:10
Schon etwas ?lter der Beitrag aber trotzdem f?r viele sicherlich immer noch sehr interessant.
Pilzn?hrboden ist schon richtig, weil man so nur Schimmel z?chtet.

Der N?hrboden muss sterilisiert werden, bei dem Zuckergehalt geht es nicht ohne.
Er muss mindestens 15min lang bei 121?C sterilisiert werden.
Am besten geht es im Schnellkochtopf, der erreicht zwar nicht ganz 121?C aber f?r die Sterilisation vom N?hrboden reicht er aus.

Hier noch ein besseres Rezept mit Garantie das auch mal was keimt.

F?r einen Liter Aussaatn?hrboden brauch man
1/4 Teel?fel NPK D?nger (20/20/20)
400mg Calciumnitrate
1ppm* Nicotins?ure besser als Vitamin B3 bekannt.
1ppm* Thiamin - Vitamin B1
115g Haushaltszucker
8g Agar
Der Ph Wert sollte bei 5,2 liegen.
Statt den einzelnen Vitaminen kann man auch eine halbe Vitamintablette auf 1 Liter N?hrboden verwenden.
Schwieriger ist das Calciumnitrate, auch Kalksalpeter genannt.
Das bekommt man nicht so einfach weil man daraus Schwarzpulver herstellen kann.
An Mauern sieht man oft wei?e Ausbl?hungen, diese sind aus Kalksalpeter und k?nnen verwendet werden.

Wenn der Samen aus einer geschlossenen gr?nen Kapsel kommt brauch er nicht sterilisiert werden.
Normalerweise brauch der Phalaenopsissamen ca 9Monate aber bereits nach ca 6 Monaten ist fertil und kann verwendet werden.
Ist die Kapsel schon offen muss sterilisiert werden.

Das macht man am besten so.
Der Samen kommt f?r mindestens 24 Stunden in einem kleinen Glas mit Wasser + 1 Teel?ffel Zucker+ 1 Tropfen Sp?lmittel.
Ab und zu mal durchsch?tteln.
Der Zucker sorgt daf?r das eventuelle Kontaminationen auskeimen.
Das Sp?lmittel sorgt f?r eine bessere Benetzung.
Der Samen bzw die Embryonen sind jetzt sch?n aufgequollen und schwer und sinken deshalb zu Boden.

Von dort aus kann man sie gut mit einer 20ml Spritze aufsaugen.
Die Spritze hinstellen und warten bis sie wieder zum Boden abgesunken sind.
Dann das restliche Wasser entfernen so das nur noch der Samen in der Spritze ?brig bleibt.

Jetzt muss man eine Sterilisationsl?sung ansetzen.
Daf?r kann man handels?blichen Chlorreiniger verwenden.
Domestos/DanChlor/Chlorix usw - da ist es wichtig das nur die blauen Flaschen verwendet werden. Denn nur diese enthalten Natriumhypochlorit.
Die gr?nen enthalten noch Dufstoffe/Tenside usw.

Ich verwende eine 1/100 L?sung.
Das hei?t 1ml Chlorbleiche auf 99ml Wasser.
Diese L?sung wird mit der Spritze die den Samen enth?lt aufgezogen und mindestens 15min gesch?ttelt.
Danach wieder hinstellen und warten bis der Samen abgesunken ist.
Dann die Sterilisationsl?sung aus der Spritze entfernen, ein klein wenig sollte noch drin bleiben.
Jetzt k?nnen die Gl?ser mit dem N?hrboden beimpft werden.

Wenn es Kontaminiert dann die Konzentration der L?sung oder die Zeit erh?hen.
Man kann auch kurzzeitig eine 1/10er Konzentration verwenden.
Also 10ml Chlorbleiche auf 90ml Wasser.

Ps.
Orchideen sind in der Natur auf einen Symbiosepilze f?r die Keimung angewiesen, sie haben kein N?hrgewebe.
Deshalb sind die Samen so klein.
In einer Kapsel sind bis zu 4 Millionen Samen.
Der Pilz versorgt sie mit Zucker und anderen N?hrstoffen.
Man spricht dann von eine symbiotischen Keimung.

Bei sterile N?hrb?den mit Zucker,Salze und Spurenelemente spricht man von der asymbiotischen Aussaat.
Dort ?bernimmt der N?hrboden die Aufgabe vom Symbiosepilz.

Man kann aber auch Zuhause die symbiotische Aussaat versuchen.
Daf?r einfach ein St?ck Rinde aus dem Wald nehmen und in einer Schale mit Wasser legen.
Die Rinde sollte nicht komplett unter Wasser sein.
Jetzt den Orchideensamen auf die Rinde streuen und hoffen das ein geeigneter Pilz vorhanden ist.
Die Orchideenmykorrhiza ist nicht standortgebunden, der Pilz ist weltweit verbreitet, er ern?hrt sich vom Holz und ist oft auf Baumrinden anzufinden.
Und wenn man Gl?ck hat keimt auch etwas.

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