Tiroler Knödel aus altbackenen Brötchen und Selchfleisch

Resteverwertung: Tiroler Knödel

Jetzt bewerten:
5 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Zeit

Zubereitungszeit:
Koch- bzw. Backzeit:
Gesamtzubereitungszeit:

Gerade zu den Feiertagen bleibt manchmal etwas übrig. Ich dachte da z. B. an Selchfleisch (bleibt manchmal von einer kalten Platte übrig) und Brötchen sowieso. Dafür könnte ich folgende Speise empfehlen: Tiroler Knödel.

Ich bemühe mich, bei den Mengenangaben halbwegs genaue Mengen anzugeben, weil ich das sonst nach Gefühl mache:

Zutaten

  • 6 altbackene Brötchen
  • 1 Zwiebel
  • 3 kleine oder 2 große Eier
  • ca. 300ml heiße Milch
  • 1 großer EL Butter
  • 1 gehäufter EL GRIFFIGES! Mehl
  • wenn man hat, etwas gehackte Petersilie
  • eine mehr oder weniger gehäufte Handvoll Selchfleisch
  • Salz, ein Hauch Muskatnuss als Pulver oder frisch gerieben

Zubereitung

  1. Die kleingewürfelte Zwiebel wird klein geschnitten und in der Butter glasig angeschwitzt. Die Zwiebel sollte, wenn überhaupt, nur eine sehr helle Farbe bekommen.
  2. Dann kommt das klein gewürfelte Selchfleisch dazu und wird ganz kurz mit geröstet (mit der kleingehackten Petersilie?) und etwas auskühlen lassen.
  3. In der Zwischenzeit warten schon die maximal 2 x 2 cm geschnittenen Brötchenwürfel in der Schüssel auf welche man die heiße, mit Salz und Muskat gewürzte, Milch darüber geschüttet hat.
  4. Nun gibt man die versprudelten Eier und das Zwiebel/Selchfleisch dazu. Vermengen, das Mehl darüber und noch einmal vermengen.
  5. Nun muss das Ganze etwa 20 - 30 Minuten rasten.
  6. Der Teig sollte dann eher fest bis pickig sein. Wenn zu breiig, dann eher Semmelbrösel dazu - kein Mehl! wenn zu fest, dann etwas heiße Milch dazu!
  7. Mit nassen Händen greift man dann eine Handvoll Knödelmasse aus der Schüssel und presst und formt dabei die Knödel.
  8. Diese kommen dann in schwach wallendes, gesalzenes Wasser in einen großen Topf, in welchem sie ca. 20 - 30 Minuten garen müssen.

Zu diesen Knödel passt am besten Sauerkraut oder braune Butter mit Salat.

Und sollte auch von den Knödeln etwas übrig bleiben, die Knödel in Scheiben schneiden, versprudelte Eier darüber - Stocken lassen - vielleicht etwas knusperig geröstete Zwiebel dazu - Salat und fertig! Also eine Resteverwertung von einer Resteverwertung.

Auch diese Speise kann man, ohne Reste, gezielt vorbereiten. Statt Brötchen mit Knödelbrot, statt Selchfleisch Speck und/oder Mettenden - Mettendenen (diesen Begriff habe ich erst vor Kurzem von einer Userin, bzw. User erklärt bekommen, und ich freue mich, dass ich teilweise bald mit  "deutschen" Begriffen klarkomme. Wir meinen teilweise das Gleiche, aber es heißt halt anders.

Jedenfalls guten Appetit, würde mich freuen, wenn ihr meine Anregung aufnehmen wolltet.

Von
Eingestellt am

12 Kommentare


1
#1
18.12.15, 10:24
Tolles Rezept und genau richtig vor den langen Feiertagen, an denen bestimmt mal etwas übrig bleibt, das man so verwerten kann. Übrigens ist das Wort "Mettenden" (gesprochen Mett-Enden) in Deutschland oft nur regional bekannt, das deutsche Wort für diese Art von Rohfleischwürstchen ist Mettwurst. Siehe Wikipedia "Regional werden aus Schweinefleisch hergestellte, geräucherte Mettwürste auch als Mettenden (Pl.) bezeichnet." Nicht, dass du mal in Süddeutschland in eine Metzgerei gehst und dich wunderst, wenn niemand weiß, was du meinst, haha.
1
#2 Aquatouch
18.12.15, 11:31
Superrezept. Gibts bald mal, wenn wieder zu viele Semmeln da sind.
Mettwürste übrigens sind bei uns Bratwürste, ist halt regional so.
Eine Kollegin aus Sachsen wollte vor vielen Jahren mal hier in Sachsen-Anhalt 6 Bratwürste kaufen. Sie bekam große Augen, als die Verkäuferin ihr sechs große runde Mettwürste präsentierte :DD
2
#3
18.12.15, 12:04
@Aquatouch: nicht zu vergessen das bei uns* auch Mettwurst zu Teewurst gesagt wird. lach

Das Rezept liest sich gut und wird im ,, hinterstübchen,, behalten.

* Sachsen-Anhalt


1
#4 Aquatouch
18.12.15, 12:06
Genau Dette :), grobe und feine Mettwurst.
Bei der Armee früher Panzerschmiere oder Panzerfett genannt. War dem entsprechend unbeliebt. Allerdings lassen sich daraus leckere Fleischklößchen für die Suppe machen. Hat auch ein Armeekoch entdeckt :D
#5
18.12.15, 21:42
Ich glaube ,damit hast du jeden einzelnen angesprochen und aus der Seele gesprochen .
Denn nach den Festtagen und zwischen den Tagen ,ist es doch klar, das jeder Reste übrig hat und deswegen ist dein Rezept wie man die Tiroler Knödel macht bei jedem willkommen,glaube ich .
Darum hast du dir 5 Sterne und Daumen hoch verdient.
Wünsche dir "Frohe Weihnachten"!
1
#6 Aquatouch
18.12.15, 21:46
Es heißt zwischen den Jahren und nicht zwischen den Tagen.
Und es ist nur ein gutes Rezept, mein Seelenheil hängt nicht davon ab.
1
#7
18.12.15, 22:20
@Aquatouch: Komm mal langsam aber sicher wieder runter ,ich wünsche dir trotzdem ein friedvolles Weihnachtsfest im Kreise deiner Lieben.
2
#8 Aquatouch
18.12.15, 22:28
Warum auch nicht. Dito.
1
#9
18.12.15, 23:45
Gute Nacht und schlaft schön!
#10
20.12.15, 12:57
Ich mache diese Klöße gern aus Vollkornbrötchen, sehr gern auch die mit Körnern, Nüssen und Kernen bestreuten.
Die Klöße haben "Biss" und schmecken uns besonders gut zu Pilzragout.
#11
2.1.16, 12:23
da werde ich mich vielleicht doch noch mal dran wagen (bisher haben alle meine Knödelversuche darin geendet, dass sie in eine Serviette wanderten - der Probeknödel ist immer zerfallen) - aber ich habe nicht auf das Mehl geachtet; kann also sein, dass ich glattes genommen habe...
#12
7.4.16, 16:13
Bei uns gibt es sie mit gewürfelten Speck (Bauchspeck) als Speckknödel. Mehl gehört eigentlich keines rein, die halten auch so zusammen. Die schmecken hervorragend so mit Röstzwiebeln und Salat, mit Pilzrahmsauce, als Suppeneinlage, in Scheiben sauer angemacht...
Wenn man den Speck durch geriebenen Bergkäse ersetzt und dann die Knödel etwas platt drückt und in der Pfanne auf beiden Seiten braun brät hat man Käspressknödel. Die schmecken einfach so mit Salat oder auch als Suppeneinlage...
Diese veredelten Semmelknödel gelten bei und in Oberbayern und Österreich als Spezialität und werden nicht zum Resteessen degradiert😋.
Guten Appetit!
@AnnDi: Weshalb zerfallen Deine Knödel immer?
LG
  

Verfasse einen Kommentar

Emojis einfügen