Rosmarin

Rosmarin vor dem Frost retten - Rosmarinöl herstellen

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In diesem Tipp geht es darum, wie man Rosmarin vor Frost retten und daraus Rosmarinöl machen kann. Gleichzeitig ist es auch noch eine tolle Geschenkidee.

Einige Winter lang habe ich hartnäckig versucht, meinen Rosmarin im Garten über den Winter zu bringen. Leider immer vergeblich, hier im Süden Deutschlands haben wir kalte Winter. Jedes Folgejahr, musste ich feststellen, dass er erfroren war. Nun verwerte ich ihn und habe in der Vorweihnachtszeit immer schöne Mitbringsel, und auch zu Weihnachten, ist mein selbstgemachtes Rosmarinöl der Renner.

Zubereitung

Als erstes schneide ich alle Zweige des Rosmarins vor den ersten richtigen Nachtfrösten knapp über dem Boden ab. Nun wasche ich den Rosmarin genauso gründlich, wie ich ihn anschließend mit Küchentüchern trocken tupfe. Würde Feuchtigkeit zurück bleiben, würde das Öl trüb.

Anschließend hacke ich den Rosmarin mit dem Messer in kleine Stücke, damit er seine ätherischen Öle gut abgeben kann. Alles schnell in ein großes verschließbares Glasgefäß (Einmachglas oder Glaskaraffe) füllen, mit gutem Olivenöl bedecken, leicht schütteln. Alle Stückchen sollen zu jeder Zeit Kontakt mit dem Öl haben bzw. vom Öl großzügig bedeckt sein.

Das Olivenöl im Glas sollte eher die dreifache Menge des Rosmarins betragen, so entsteht noch immer ein sehr konzentriertes Öl. Bei großer Ernte einfach mehrere Gefäße nehmen, die müssen aber verschlossen sein.

Die Mischung 2-4 Wochen an einem hellen Platz stehen lassen. Ich stelle das Gefäß immer auf ein Fensterbrett im hellen Souterrain. Ab und zu kontrollieren und das Öl gut schütteln. Wie gesagt, alles muss immer gut von Öl bedeckt sein. In der Zwischenzeit schöne leere Flaschen sammeln.

Nach den 2-4 Wochen, den Rosmarin durch ein ganz feines Sieb durchfiltern, evtl. auch zusätzlich mit einem Kaffeefilter. Es sollten keine Kräuterstückchen zurückbleiben, die setzen sich sonst an den Seiten der Flaschen ab und schimmeln.

Das jetzt klare Rosmarinöl, in schöne saubere und trockene Flaschen füllen, ungefähr bis zur Hälfte. Die andere Hälfte der Flasche mit reinem Olivenöl der Sorte, die man auch für das Einlegen verwendet hat, auffüllen und so verdünnen. Das Öl ist sonst wirklich sehr konzentriert. Nicht vergessen die Flasche zu beschriften und gut zu verschließen. Deko nach Wunsch.

Wer möchte, kann auf die gleiche Art und Weise auch andere - unbedingt gartenfrische Kräuter - einlegen und zu einem leckeren Kräuteröl ansetzen. Auch andere Variationen sind möglich. Ich habe auch schon ein Knoblauch-Chili-Öl gemacht. Da habe ich einige Chilis der Länge nach geviertelt und zusammen mit einigen geviertelten Knoblauchzehen angesetzt. Aufpassen, wird höllisch scharf aber lecker.

Selbstverständlich kann man die Kräuter auch mixen. Euch fallen bestimmt tolle Kombinationen ein.

Das Öl hält sich 3-5 Monate, je nach Lagerung. Wer es also zu Weihnachten verschenken möchte, sollte bald loslegen, aber theoretisch, kann man das ganze Jahr über Kräuteröl herstellen. Viel Spaß, ihr werdet sehen, ein tolles Geschenk mit persönlicher Note!

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10 Kommentare


1
#1 fReady
28.9.12, 22:41
Schöne Anleitung. Danke!
#2
29.9.12, 01:48
So mache ich mein Kräuter Öl auch immer, aber mit gemischten Kräutern ( Thymian, Rosmarin, Oregano, Knoblauch, Wacholder....)
Einfach über gekochte Nudeln mit ein paar Tomaten oder über den Salat mit einem milden Essig.
1
#3
29.9.12, 19:50
Sehr ausführlich beschrieben! Damit kann sogar ich was anfangen :)

Danke! :)
2
#4
30.9.12, 09:57
Schöner Tipp. Werde dieses Jahr auch mal meine Kräuter langsam abernten und für Öl verwenden oder wenn möglich trocknen.
Hab es letztes Jahr geschafft meinen Rosmarin zu überwintern. Allerdings nicht im Garten sondern im Tontopf. Meiner Meinung nach erfriert der Rosmarin nicht, sondern vertrocknet, ebenso andere Kräuter. Bei Frost kann man ja schlecht Wasser geben. Bis Anfang Januar hab ich alles draußen gelassen, aber etwas geschützt, dann reingeholt in einen nicht zu warmen Raum und ab und an etwas gegossen. Bei hartnäckigen Kräutern funktionierte es :-)
#5
30.9.12, 11:51
Da hast Du wohl recht, Knuffelmaus. Die meisten Pflanzen gehen in strengen Wintern daran ein, dass sie kein Wasser aufnehmen können, weil der Boden so hart gefroren ist. Das mit dem Reinholen habe ich auch schon versucht, bei mir kriegen die Pflanzen dann schnell Läuse und bei allem, was man ißt, mag man die nicht immer so :-) Ich könnte sie allerdings in die Garage holen, das ist wahr. Andererseits: so viel kostet ein Rosmarintöpfchen nicht, dann kauf ich halt im Frühjahr ein neues und säbel das dann wieder im Herbst ab.
#6
2.10.12, 12:12
Tolle Idee, habe auch Unmengen Rosmarin.
Eine Frage habe ich allerdings: Hackt man die Zweige komplett oder nur die Nadeln?
#7 Cally
2.10.12, 12:20
Die Idee finde ich prima, hab auch noch einen großen, prächtigen Rosmarin, den ich nicht gerne eingehen sehen würde. Ich hab aber trotzdem eine Frage, denn du schreibst: "Die Mischung 2-4 Wochen an einem hellen Platz stehen lassen. Ich stelle das Gefäß immer auf ein Fensterbrett im hellen Souterrain."

Es wird aber meines Wissens nach überall geraten, gerade hochwertige Öle unbedingt dunkel und lichtgeschützt aufzubewahren, um Qualitätseinbußen zu vermeiden.

Was ist der Grund, dass du einen hellen Platz für das Öl empfiehlst? Hat die Helligkeit irgend einen (positiven) Einfluss auf das fertige Öl?
#8
2.10.12, 13:34
@Cally: ich habe die Anleitung vor Jahren mal in einem uralten Kräuterbuch meiner Mutter gefunden. Tatsächlich stand sogar drin, man solle das Öl auf die Fensterbank in die Sonne stellen. Habe ich auch schon gemacht. Als ich letztes Jahr das Öl herstellte, fiel mir eben auch auf, dass Öl doch eigentlich nicht lichtecht ist?! Dieses Jahr will ich es auf zwei verschiedene Arten ansetzen, einmal wie bisher und einmal das Öl etwas warm (nicht heiß) machen, nachdem ich den Rosmarin bzw. die Kräuter zugegeben habe, danach aber dunkel stellen. Weil ich Spaghetti mit Salbeibutter so liebe, werde ich ein Salbeiöl mit Traubenkernöl als Basis ansetzen und das wird das mit der dunklen Aufbewahrung.
Ich vermute fast, dass man das früher noch nicht wusste, dass Öl sich im Dunkeln besser hält. Wenn ich so drüber nachdenke, sollte man das Originalrezept vielleicht dahingehend abwandeln. Wir können uns ja nach Fertigstellung nochmal austauschen, wenn Du magst ;-)
#9
2.10.12, 13:36
@Tamora: kannst Du machen wie Du willst. Die Nadeln haben soviel ich weiß viel mehr ätherische Öle, ich hab früher alles penibel abgeknibbelt, heute streife ich die Nadeln ab und wenn was von den Stängeln mitkommt, auch wurscht. Viel Erfolg!
#10
2.10.12, 14:10
@HörAufDeinHerz: Danke, werde heute nachmittag gleich loslegen.

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