Der 1. Januar gilt als der perfekte Moment für einen Neuanfang. Neues Jahr, neues Ich, neue Pläne. Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist Neujahr vor allem eines: ein denkbar schlechter Startpunkt.
Du bist müde vom Vorabend, leicht überfressen, und eigentlich bist du irgendwo zwischen Raclette, Plätzchen und Restalkohol. Die Motivation ist theoretisch vorhanden, die Energie eher weniger. Trotzdem sollen genau ab diesem Tag plötzlich gute Vorsätze greifen: mehr Sport, gesünder essen, ordentlicher leben, produktiver sein.
Dazu kommt: Am 1. Januar ist nichts normal. Supermärkte haben zu, Fitnessstudios sind entweder überfüllt oder geschlossen und der Alltag pausiert. Wer ausgerechnet an so einem Ausnahmezustand sein Leben neu sortieren will, setzt sich unnötig unter Druck.
Und dann der emotionale Ballast. Der Jahreswechsel bringt automatisch Rückblicke mit sich: Was habe ich erreicht? Was nicht? Wo wollte ich eigentlich schon weiter sein? All das landet auf einem einzigen Datum. Kein Wunder, dass gute Vorsätze oft schon nach wenigen Tagen scheitern.

Vielleicht ist ein Neuanfang gar kein Datum, sondern ein Zustand. Vielleicht beginnt Veränderung besser an einem ganz normalen Mittwoch, an dem der Wecker klingelt, der Müll raus muss und der Tag einfach läuft. Ohne Feuerwerk, ohne große Erwartungen.
Ich finde, der 1. Januar sollte ein Moment zum Durchatmen sein, nicht zum Optimieren. Wer sich diesen Druck nimmt, startet oft entspannter – und nachhaltiger.
Wie sieht es bei dir aus? Wie verbringst du den 1. Januar? Und wie lange überleben deine Neujahrsvorsätze?
Engel 67
ich bin mit dem Vorschlag, mit der Umsetzung von Vorsätzen erst an einem ganz normalen Tag zu beginnen, sehr einverstanden, weil ich deiner Argumentation total folgen kann. Persönlich habe ich es vor einigen Jahren aufgegeben, irgendwelche Vorsätze zu fassen, weil nach meiner Erfahrung das Leben dazwischen funkt und die Vorsätze den Bach runter gehen. Ich lebe seitdem gut damit, keine Vorsätze zu fassen.
exzessiv genußsüchtig
für mich ist der 1. Januar immer noch der Stichtag ...aber "andersrum"
wie LaLunaVita so schön schreibt - Vorsätze ...da funkt das Leben mit feinster Regelmäßigkeit dazwischen
ich setze mir im Laufe eines Jahres immer wieder neue Ziele (oft überlappend, da eines wegen der Umstände geschoben/ausgesetzt oder sonstwas muss),
am 1. lasse ich in aller Ruhe das vorige Jahr Revue passieren,
schaue, welche Ziele ich geschafft habe !!!
(gerade bei Gewicht macht es Spass festzustellen, dass man 3 oder 4 Etappen schon geschafft hat - viiiiel motivierender als einen guten Vorsatz nach 3 oder 4 Wochen im Sande verlaufen zu lassen)
welche ich -jetzt- wieder aufgreifen oder weiterverfolgen kann und möchte und
nur vielleicht fällt mir ja dann doch auch was "neues" ein
meine aktuelle Großbaustelle ist es die Wohnung Zimmer für Zimmer zu Renovieren und vor allen Dingen dabei alle Schränke zu leeren, durchsortieren/ausmisten und den neuen Funktionen entsprechend die Schränke "anders zu befüllen"
das erste Zimmer ist "noch" in Arbeit - ...das Leben hat gegrätscht - aber es wird !
dafür ist das hinzugekommene Projekt "Familien-Senioren-Catering" richtig Klasse am Laufen (jetzt entsteht gerade ein auf Fotos basierender Speisen"katalog" der vor Ort befindlichen Lebensmittel, damit sich meine Tante besser orientieren kann)