Sinnvolle offline Aktivitäten statt Bildschirmzeit

Lesezeit ca. 2 Minuten
Offline Aktivitäten umfassen nicht nur Ideen innerhalb des Zuhauses. Geh raus – ein Winterspaziergang im Schnee tut gut.

Ich habe mich zu Jahresbeginn sehr damit beschäftigt, wie ich meine Onlinezeit ein wenig verringern und dafür meine Lebensqualität ein wenig steigern könnte. Mir ist aufgefallen, dass diese ganze Onlinezeit und das viele Scrollen, auf Bildschirme schauen und sich ständig mit Dingen beschäftigen, die einen weder betreffen noch wichtig sind, wirklich nicht guttun. Das schlägt ziemlich auf die Psyche und das eigene Wohlbefinden. Also habe ich mir überlegt, was ich lieber tun würde, um mich wieder mehr mit offline Aktivitäten zu beschäftigen.

Was ist mir wichtig?

Zuerst habe ich mir überlegt, was mir wichtig ist und was ich gerne möchte. Quasi habe ich mich an meine früheren Hobbys erinnert und gleichzeitig darüber nachgedacht, was ich gerne lernen möchte. Ein weiterer großer Punkt für mich war, ob ich vielleicht sogar Dinge finden kann, die Freundschaften pflegen, meiner Leidenschaft, nachhaltig zu leben, entgegenkommen oder mit denen ich anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Für mich war es so, als könnte ich damit viele Fliegen mit einer Klappe schlagen und allein mir die Gedanken darüber zu machen, hat mich schon wahnsinnig begeistert und zufrieden gestellt. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mich wieder mehr zu bewegen, denn mit mittlerweile 41 und einem Bürojob tut mir hin und wieder die Schulter weh und ich merke, dass ich ziemlich steif und unbeweglich geworden bin vom vielen Sitzen am Schreibtisch.

Welche offline Aktivitäten sind mir in den Sinn gekommen?

Bei meinen Überlegungen habe ich mir eine Liste mit folgenden Dingen gemacht, die infrage kommen:

  • Handgemachte bzw. handgeschriebene Karten an Freunde und Familie zu besonderen Anlässen versenden
  • Basteln und für die Karten Dinge aus alten Zeitungen, Werbeprospekten und so weiter ausschneiden
  • Helfen bei Kleinigkeiten, um die mich wichtige Menschen bitten, statt diese Dinge nicht zu priorisieren
  • Ehrenamtliche Arbeit, z. B. beim Tierheim oder bei der Obdachlosenhilfe
  • Eigene Dinge herstellen, wie beispielsweise Seife, Putzmittel, Limoncello oder Marmelade
  • Brieffreundschaften aufleben lassen
  • Mit dem Hund an Orte gehen, wo wir vorher noch nie waren und ihr kleine Tricks beibringen
  • Nähen mit der Maschine lernen
  • Einem Verein für Sport beitreten bzw. an einem Sportkurs der VHS teilnehmen
  • Fotografieren, Malen und Gedichte oder Geschichten schreiben
  • Dinge zusammenstellen, um diese dann auf dem Trödelmarkt zu verkaufen und selbst wieder regelmäßig auf den Trödelmarkt als Besucher zu gehen
  • Theaterspielen in einer Theatergruppe
  • Visionboard erstellen 
  • Puzzeln, Malen nach Zahlen, Modellbau
  • Zeit für mich selbst: Gesichtsmasken, ein Bad, ein Fußbad, einen Thermenbesuch oder ähnliches
  • Zeit für Langeweile, ganz bewusst
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Was habe ich wie umgesetzt?

  1. Ich habe eine Arbeitskollegin an einem anderen Standort, die kürzlich ihre Scheidung hatte. Eine Freundin hat letzte Woche ihren zweiten Sohn bekommen. Beiden habe ich jeweils eine schöne, handgemachte und handgeschriebene Karte mit ein paar aufmunternden Worten und Zuspruch gestaltet und per Post gesendet. Beide haben sich wahnsinnig gefreut.
  2. Aus Werbeprospekten habe ich ein paar Sektflaschen, Sudokus oder Rätsel, weihnachtliche Teller, Rezepte und Landschaftsbilder ausgeschnitten und bewahre diese nun in verschiedenen Behältnissen auf, denn diese kann ich zum Basteln meiner Karten o. ä. verwenden.
  3. Das Visionboard habe ich an Neujahr erstellt. Auf Papier, mit bunten Farben und Stiften. Ich habe einfach hingeschrieben, was meine Ziele sind. Eins habe ich für das gesamte Jahr erstellt, aber auch eins für den Monat Januar. Dort vermerke ich positive Dinge, wie meinen kurzfristigen Besuch bei meinem Schulfreund in London, bislang im Schnitt jeden Tag über 9.000 Schritte erreicht zu haben oder auch mein Sparziel und sonstige positive Dinge.
  4. Bei meiner Mutter in der Wohnung haben wir einiges verschönert, anderes endlich mal repariert und ich habe ihr einen besseren Putzeimer, bei dem sie sich nicht mehr bücken und mit den Händen ins Wasser greifen muss, gekauft. Außerdem habe ich ihr, als sie auf der Arbeit war, ihre Wohnung einmal komplett und gründlich sauber gemacht, denn meine Mutter tut immer wahnsinnig viel für andere. Meinem Vater – der nicht so technisch affin ist – habe ich meine Treuepunkte, die man bei Müller mit der App in Euro einlösen kann, beim Einkauf abziehen lassen. Die Kassiererin hat es bemerkt und mich angelächelt.
  5. Ich habe eine Webseite gefunden, auf der man eine Person zugeteilt bekommt, der man eine Karte schreiben kann. Die Karte bekommt einen Code und sobald sie angekommen ist und vom Empfänger registriert wird, wird man selbst vorgeschlagen und bekommt dann ebenfalls eine Postkarte gesendet. Das fand ich eine tolle Sache, weil man neue Leute kennenlernen kann und weg von allem digitalen ist.
  6. Über Vinted habe ich ein wunderschönes Erwachsenenmalbuch mit positiven Affirmationen gefunden und es mir gekauft. Darin habe ich bereits ein wenig begonnen, Seiten auszumalen. Als Nächstes möchte ich verschiedene kleine Puzzle haben, die ich locker auch an einem Tag schaffen kann.
  7. Nachträglich zum Geburtstag habe ich von meinem Partner eine Nähmaschine geschenkt bekommen. Die werde ich in Kürze auch in Gebrauch nehmen und üben. Meine Idee ist, für meinen Vater eine neue Einkaufstasche aus einem meiner alten T-Shirts zu nähen. So kann ich Stoffe und Klamotten, die kaputt sind oder nicht mehr passen, weiterverwenden und vielleicht auch mal ein Tischset oder ähnliches nähen, um es dann zu verschenken.
  8. Mit Püppi war ich dieses Jahr schon ordentlich unterwegs. Mal oben an einer Wanderhütte an den Saualpen, mal an einem Tiergehege in der Nähe vom Klopeiner See und auch morgens immer ein klein wenig länger als sonst.
  9. Mit meiner Mutter zusammen habe ich mich bei einem Kurs der VHS für Wirbelsäulengymnastik angemeldet. Mein Kurs wird sogar über das Bildungsguthaben, was man von der österreichischen Arbeiterkammer zur Verfügung stehen hat, gedeckt. Mama kann ihre Kosten später beim Land Kärnten einreichen, weil dort auch Bewegung für Senioren gefördert wird und ihr nach erfolgreicher Teilnahme der Betrag zurückgestellt wird.
  10. Ich habe endlich den letzten Rest meines Schlafzimmers gestrichen und bin unglaublich stolz auf mich!

Fazit

Ich kümmere mich mehr um Menschen, die es gut mit mir meinen, und die, die immer Stress machen oder mich schlecht behandeln, habe ich aussortieren können, auch endgültig und ohne Kompromiss. Außerdem habe ich jeden Abend konsequent mindestens 15–30 Minuten relativ kurz vor dem Schlafengehen mit Dingen wie Malen, Basteln, Schreiben oder dergleichen verbracht. Das hat mich wahnsinnig entspannt und ich habe den Eindruck, dass ich ein wenig besser schlafen kann. Mehr Bewegung wirkt sich auch ziemlich positiv aus. Ich fühle mich motivierter und fitter. Püppi ist irgendwie auch ausgeglichener und freut sich über mehr Aktivität. Mama war sehr begeistert, die Freundinnen haben sich über die Karten gefreut und ich selbst bin auch viel entspannter, habe einen klareren Blick auf viele Dinge und freue mich über die vielen Kleinigkeiten, die diese kleinen, aber sehr wichtigen Veränderungen alle so mit sich gebracht haben. Ich kann jedem nur empfehlen, wieder mehr am echten, realen Leben teilzunehmen, anstatt sich seine kostbare Lebenszeit mit Scrollen zu befüllen. Die Menschen um einen herum sind einem dafür wahnsinnig dankbar!

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Ein sehr inspirierender Tipp, danke dafür! :)
Da sprudelt ja geradezu die Lebensfreude beim Lesen auf den Leser über. Wow. Vielen Dank für die positive Energie und Ruck zum Umdenken 🙏🫂
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