Viele Leute denken darüber nach, weniger Fleisch zu essen.  Die Stichworte: Gesunde Ernährung, Massentierhaltung, Umwelt, Nachhaltigkeit, Tierwohl ... geistern durch die Medien.
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Frikadellen mit Linsen statt Brötchen

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Viele Leute denken darüber nach, weniger Fleisch zu essen. Die Stichworte: Gesunde Ernährung, Massentierhaltung, Umwelt, Nachhaltigkeit, Tierwohl ... geistern durch die Medien.

Fleischersatz ist für mich keine Alternative. Ich mag reine Gemüsemahlzeiten und auch Mehlspeisen gehören zu meinem Speiseplan, aber ein gutes Stück Fleisch, ist halt auch was Feines. Genug sinniert ... Dass Hülsenfrüchte eine ausgenommen gute Eiweißquelle sind, ist bekannt. Und für Gemüsebratlinge gibt es wohlschmeckende Rezepte.

Doch richtig fleischige Frikadellen hmmm – irgendwann kam mir eine Idee, das zu kombinieren. In den meisten Rezepten wird zum Auflockern eingeweichtes Brötchen genommen.

Wer kennt den Ausdruck Bäckerfrikadelle? Man schmeckt, wenn zu viel Brötchen oder Semmelmehl im Teig verarbeitet wurde. Ganz anders mit Hülsenfrüchten. Sie lockern den Fleischteig wunderbar und man kann ihn halb und halb aus Hack und Hülsenfrüchten zubereiten, dabei bleibt der volle Geschmack erhalten. Gute Vorsätze ausgeführt und nebenbei ist es auch noch gesund, was will man mehr. 😃

Wer es sich leicht machen möchte, nimmt 1 Dose (Nettogewicht 255 g) Kidneybohnen, weiße Bohnen oder Kichererbsen auf ca. 500 g Hack.

Zubereitung

1 Ei und die abgetropften Kidneybohnen oder Kichererbsen in einen hohen Becher geben, mit einem Schnellmixstab pürieren. (Ohne das Ei packt der Zauberstab das nicht)!

Tipp: Bei Kidneybohnen erkennt man danach die roten Bohnenhüllen als Tupfen – wer seine Lieben nicht mit der Nase auf die “halbvegane“ Zubereitung stoßen will, nimmt entweder die helleren Kichererbsen oder streicht die Masse durch ein Sieb – da bleiben die Schalenanteile zurück. Das gesunde Gemüse wird unsichtbar, hin und wieder, bestimmt schon gewünscht, wenn es von den Kids hieß ..."iiiihh das Grüne ess ich nicht".

Nebeneffekt: die Häutchen sind auch für die blähenden Eigenschaften verantwortlich – die Verträglichkeit also anschließend viel besser.

3-4 mittelgroße Zwiebel würfeln und in etwas Butter anschwitzen (es schmeckt einfach “runder“ als Zwiebeln roh zu verwenden und auch hier werden die Zwiebeln dadurch bekömmlicher), zusammen mit den Gewürzen (Pfeffer, Salz, Paprika ... oder wie ihr es selbst mögt – z. B. ...Kreuzkümmel oder Senf) zu dem Püree geben und das Hack hinzufügen. Alles gut verkneten. Die Masse ist relativ weich, lässt sich mit angefeuchteten Händen trotzdem gut formen und beim Braten wird sie fester.

Durch die Hülsenfrüchte werden die Frikadellen sehr mager und wie bei reinem Beefsteakhack auch ein bisschen “trockener“ - ein Geheimtipp für besonders saftige Frikadellen ist: ein paar Löffel cremig weiche Butter, Gänse-, Hühner- oder Schweineschmalz (je 500 g Hack 2-3 EL) in die Hackmasse einzuarbeiten.

Wie ihr sicher bemerkt habt, ist hier das Verhältnis 2:1, um halb und halb Fleisch und Hülsenfrüchte zu verarbeiten, braucht ihr selbst gekochte Bohnen, Kichererbsen oder Linsen – rote Linsen sind besonders schnell und ohne Einweichen gar.

Die Konserven-Bohnen und Erbsen haben zu viel Flüssigkeit aufgesogen, damit würde ein höheres Mischverhältnis schlicht wegschwimmen.

1 Tasse trockene Hülsenfrüchte in 3 Tassen Flüssigkeit kochen. Rote Linsen sind in ca. 15 Minuten gar (ohne Einweichen), weiße Bohnen brauchen 1½ Stunden, Kichererbsen 2-3 Stunden (weicht man sie über Nacht darin ein halbiert sich die Kochzeit). Danach wie vorher beschrieben weiter verarbeiten.

Es gibt übrigens auch Kichererbsenmehl (kennt ihr Falafel, die werden damit hergestellt), davon kann man ein wenig zufügen, wenn man einen etwas festeren Fleischteig machen möchte, z. B. für einen größeren Hackbraten.

Selbstverständlich könnt ihr auch gern ganz normal einen kleinen Schubs Semmelbrösel nehmen.

Tipp:

Ich koche meine Linsen oft in Bratensoßenresten (die sammle ich als Eiswürfel im ), das verstärkt den Fleischgeschmack. Wenn ich nicht genug habe, notfalls mit Wasser oder Brühe verlängert.

Ein Trick, ist auch Hefe zu nutzen, sie erzeugt den intensiven, als Umami bezeichneten Geschmack.

Dafür je 500 ml (entsprechend für 150 g Hülsenfrüchte), 1 Würfel Hefe in der Kochflüssigkeit auflösen. Aber, wenn ihr die Bohnen oder Erbsen über Nacht einweichen lasst, erst am nächsten Tag kurz vor dem Kochen (es geht auch mit 1 Tüte Trockenhefe, die muss man allerdings in 1 EL Wasser quellen lassen, bis sie anfängt, leicht schaumig aufzugehen. Dann kann sie wie die frische Hefe zum Kochwasser gegeben werden). Linsen, Kichererbsen oder Bohnen zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze gar kochen. Anschließend abkühlen lassen – sonst stockt das Ei – und wie für die Konserven-Kidneys etc. beschrieben weiter verfahren.

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16 Kommentare

#1
18.11.19, 18:04
das kann ich mir richtig gut vorstellen, werde es demnächst ausprobieren  
#2
18.11.19, 18:08
Das hört sich ja richtig genial an. Das werde ich mal ausprobieren und meinem Mann diese Frikadellen unterjubeln.
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#3
18.11.19, 18:45
Ich kenne Bratlinge aus Hülsenfrüchten und mag sie sehr. Aber die Variante mit Anteil aus Hack macht so eine Frikadelle bestimmt noch viel schmackhafter. Wird natürlich ausprobiert. 
Letzens habe ich eine Frikadelle mit 1/3 Reis gestreckt. Muss man nur gut würzen, aber lecker. 
Aber Hand aufs Herz, es geht doch nichts über eine richtig schöne gebratene originale Fleischfrikadelle. 
#4
18.11.19, 19:47
Hey, erst einmal Danke für eure Meinung

@Julice:   ...eine richtig schöne gebratene originale Fleischfrikadelle

 ----- hat üblicherweise eingeweichtes Brötchen und Ei drin - oder meintest du in ein Hacksteak - heute meist als Burgerpatty bezeichnet, dass ist anders - logisch und wenn ich ins Blockhouse geh würd ich auch keine Frikadelle akzeptieren - da muss es der Pur-Burger mit der besonderen Sauce sein
Aber Hand aufs Herz, es geht doch nichts über eine richtig schöne gebratene originale Fleischfrikadelle.
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#5
18.11.19, 21:07
Tolles Rezept, muss ich unbedingt ausprobieren und dann berichten.👍
Ich hatte neulich zu viel Brot in den Frikadellen, das kam nicht gut an. Meinen Jungs hat es gar nicht geschmeckt und der Fleischanteil ging geschmacklich tatsächlich unter. ABER dann habe ich ganz vegane Pattys gemacht, die sie wiederum gegessen haben und gar nicht gemerkt, dass gar kein Fleisch drin war. Ich mache eben ordentlich Knoblauch dran.
#6
18.11.19, 23:11
@ tortenhummelchen
Kommt trotzdem noch Paniermehl oder Brötchen mit zur Masse?
Ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren. zusätzlich mache ich meine Frikadellen immer im Ofen dann benötige ich kein zusätzliches Fett in der Pfanne.
#7
18.11.19, 23:30
@öcherprinte: nein normalerweise benötige ich kein Semmelmehl etc - ganz selten wenn ein Ei extrem groß war (oder ich vom Majonaise machen 2 Eiweiß über hatte und ohne Dotter für die Frikadellen genutzt habe) ist der Teig sehr weich - möchte ich daraus einen Hackbraten machen verläuft er zu stark - dann brauchts etwas zum festigen,
da kann man gern zu Semmelmehl greifen - ich bevorzuge Kichererbsenmehl
#8
18.11.19, 23:33
@ kuchenhummelchen
danke für die Antwort und beim nächsten Frikadellen machen werde ich es mal ausprobieren...
#9
18.11.19, 23:34
Tschuldigung ich meine natürlich @tortenhummelchen
#10
19.11.19, 01:58
@öcherprinte: bevor ich den "Nachsatz #7" laß, dachte ich es wäre Absicht und musste schmunzelnd leise lachen ..... ich fand es nett, dass du mich von den Torten auf alle Kuchen "erweitert" hast
ähnlich bin ich durch eine Bekannte auch zu meinem Kosenamen gekommen

@ "alle"
wenn ihr es ausprobiert habt - berichtet doch bitte hinterher, ob ihr die Frikadellen auch so gern mögt wie ich  ....und ob ihr die "neue Methode" oder lieber eure alte Version bei weiteren Mahlzeiten nehmen würdet
Danke schon mal im Voraus
#11
19.11.19, 15:23
Ich habe vor vielen Jahren auch schon mal einen Teil des Hacks durch Hirse ersetzt, das schmeckte auch sehr gut.
Durch Dein Rezept bin ich wieder daran erinnert worden, danke!
Aber Dein Rezept mit Hülsenfrüchten werde ich auch ausprobieren, das kingt sehr gut!
#12
19.11.19, 16:20
@Maeusel: du bringst mich auf eine Idee, die ich demnächst mal testen werde

das mit der Hirse kann ich mir gut vorstellen aber mich zwickst schon wieder zu experimentieren

- die Hirse dürfte unpüriert ein bisschen "ploppen" wenn man draufbeißt
wenn ich jetzt noch gequollenen Senfkörner mit zugibt und ganz kleine Ananaswürfelchen,
als Gewürze etwas Knobi, Ingwer, Kumin, Pepperoni-Miniwürfel und Curry und ausnahmsweise rohe Frühlingszwiebelringe
dazu eine süßsaure asiatische Sauce   .....hmmm noch bevor die Zutaten eingekauft sind läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen
#13
19.11.19, 17:15
Ja, kann ich bestätigen, der Tipp ist gut. Bei uns auch, um Reste zu verwerten!  👍

Wir essen gerne mal ein Mettbrötchen und dann bleibt immer etwas Mett übrig. 
Das mischen wir dann unter Gemüse-Bratlinge, (gibt's als Fertigmischung, Bio Bratlinge Gemüse, unterschiedlich gewürzt, bei uns auch im Supermarkt).  
Und je nach Mengenverhältnis haben wir dann 'Gemüse-Bratlinge mit Fleisch' oder 'Frikadellen mit Gemüse'.  

 Die viele  Arbeit mit den einzelnen Zutaten kochen würde ich mir jetzt nicht machen.

Habe aber auch schon Gemüsereste, Möhren, Erbsen, Blumenkohl ect. von der vorherigen Mahlzeit, oder Tomaten (ohne Inneres) und Paprika mit darunter gemischt, um Mett/Hackfleisch zu verlängern. Eigentlich sind da der Kreativität keine Grenzen gesetzt.   
Man muss nur aufpassen, dass z.B. durch Zugabe von Ei eine Bindung entsteht, sonst fallen sie in der Pfanne auseinander.  
#14
23.11.19, 16:42
klingt lecker☺
#15
30.11.19, 17:58
Ich habe gerade die Frikadellen mit reinem Rinderhack und Kichererbsen gebraten. Super Lecker. Überhaupt nicht matschig, schön homogener Teig. Die Kichererbsen kann man leicht nussig durchschmecken. Wir finden das sehr schmackhaft. Danke für das Rezept.
#16
30.11.19, 21:48
@angelika65: freut mich das von dir zu hören Danke für das feedback

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