Gewürznelken: 10 Fakten über das Heilmittel

Gewürznelken sind nicht nur ein feines Gewürz und geben einzigartiges Aroma, sondern können auch bei vielen gesundheitlichen Beschwerden helfen und sogar Wespen vertreiben!
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Vor allem zur Weihnachtszeit sind Gewürznelken sehr beliebt, denn sie geben vielen Speisen und Getränken eine besondere, feine Note. Aber was können die kleinen Blütenköpfe aus Indonesien eigentlich noch? Und worauf muss man achten, wenn man Gewürznelken kauft? 

Woher kommen die Gewürznelken? 

Der Gewürznelkenbaum aus der Familie der Myrtengewächse kommt ursprünglich von den Molukken in Indonesien, auch Gewürzinseln genannt. Im Mittelalter, als der Baum erstmals gesichtet wurde, zählten Gewürznelken zu den kostbarsten Handelsgütern und wurden von Handelsleuten hart umkämpft. Heute wächst der Baum nicht mehr nur auf dem Molukken, sondern auch auf den Philippinen und wird in großen Teilen Indonesiens sowie einigen ostafrikanischen Inseln kultiviert. 

Was enthalten Gewürznelken? 

Aus Gewürznelken gewonnenes Öl ist eine klare gelbe Flüssigkeit, die bei Kontakt mit der Luft braun wird. Zu über 70 Prozent besteht das Öl aus Eugenol, einem Duftstoff und der Ursprung für die heilende Wirkung der Nelken. Der Rest sind sogenannte Carophylle, die auch in anderen ätherischen Ölen auftauchen und Acetyleugenol. 

Heilkraft der Gewürznelken

Du hast es sicher schon mal gehört: Wenn du mit Problemen im Mund zu kämpfen hast, sollst du Gewürznelken kauen. Aber warum helfen Gewürznelken bei Zahnschmerzen und Entzündungen des Zahnfleischs? 15 Prozent der Knospe machen ätherische Öle aus – das erklärt auch, warum sie bei so vielen körperlichen Beschwerden helfen kann. Eugenol ist eines dieser Öle, das mit seinen entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften bei Inflammationen, vor allem an den Schleimhäuten, seine Wirkung entfalten kann. 

Viele antibakterielle Mundspülungen und Rheumasalben arbeiten mit diesem Wirkstoff. Eugenol hemmt außerdem das Wachstum von Viren, Pilzen und Bakterien und hat eine leicht betäubende Wirkung, weshalb es bei Zahnschmerzen nicht nur aktiv Entzündungen bekämpft, sondern auch wie eine lokale Betäubung wirkt.  

Auch der Magen-Darm-Trakt profitiert von der Heilkraft der Gewürznelken: Sie können den Appetit anregen und die Verdauungsmuskeln bei Blähungen und Völlegefühl entspannen. 

Gewürznelken – kauen oder schlucken? 

Wer die Gewürznelke in ihrer reinsten Form verwenden will, kann sie gegen Zahnschmerzen, Mundgeruch und Entzündungen im Mundbereich auch kauen. Das austretende Eugenol lindert so Schmerzen und wirkt wie ein leichtes, lokales Betäubungsmittel. Da sie aber recht scharf auf der Zunge sein können, musst du selber wissen, ob du die kleinen Blütenköpfe kauen möchtest – wenn du sie beim Aromatisieren von Essen verwendest, empfiehlt es sich, sie vor dem Servieren einfach aus dem Gericht zu entfernen

Mit bereits zwei Gewürznelken am Tag soll sich Mundgeruch verflüchtigen. Übrigens haben die kleinen Blütenköpfe wenig bis gar keine Nebenwirkungen, wenn du sie in den haushaltsüblichen Mengen einsetzt. Du solltest sie jedoch nicht im Unverstand kauen oder zu viel vom ätherischen Nelkenöl benutzen, denn ansonsten kann es zu Vergiftungserscheinungen und Hautreizungen kommen. Bevor du das Öl verwendest, solltest du dich lieber mit einem Arzt oder Apotheker absprechen

Gewürznelken – wie verwenden? 

Die getrockneten Blütenköpfe lassen sich auf dreierlei Arten anwenden: Ganz, gemahlen oder in Ölform. Ganze Gewürznelken werden oft zum Würzen von deftigen Speisen, zum Backen oder für Heißgetränke wie Glühwein oder Punsch verwendet. Aus der Weihnachtsküche sind sie als Aromageber kaum wegzudenken. Da die Stiele der Gewürznelken beim Kauen bitter schmecken, empfiehlt es sich, sie nach dem Kochen aus dem Essen herauszufischen. Hast du nur die Nelken ohne Stiel verwendet, kannst du sie problemlos mitessen und den feinen, leicht pikanten Geschmack genießen. Aber auch bei Zahnschmerzen können sie im Ganzen Linderung verschaffen! Dazu legt man eine Gewürznelke auf den kranken Zahn und beißt zu, oder schiebt sie sich bei einer Zahnwurzelentzündung neben den Zahn. 

Gemahlene Gewürznelken kommen ebenfalls in der Küche und in der Medizin zur Anwendung. Sie können als Bestandteil von Rheumasalben Schübe lindern oder in Mundwasser und Zahncremes entzündete Schleimhäute und zahnende Kinder beruhigen. 

Nelkenöl sollte mit Vorsicht angewendet werden, denn bei Kontakt mit Schleimhäuten oder der Haut kann es zu Reizungen, allergischen Reaktionen und bleibenden Schäden kommen. Dem kannst du aber vorbeugen, indem du es vor der Nutzung verdünnst. Gerade wenn du es als Schmerzmittel gegen einen kranken Zahn verwendest, solltest du darauf achten, dass das Öl nicht auf deine Mundschleimhaut tropft – am besten klappt das Auftragen mit einem Wattestäbchen. 

Auch bei Husten verschafft Nelkenöl Linderung: Ein paar Tropfen davon in heißes Wasser und dann inhalieren kann die Bronchien befreien und Schleim lösen. 

Gewürznelken – wie lange haltbar? 

Ganze Gewürznelken halten sich zwischen zwei bis fünf Jahre, dabei kommt es aber darauf an, wie du sie lagerst. Wie bei den meisten Gewürzen sollten sie in einem gut verschlossenen Gefäß aufbewahrt werden und vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt sein. In Pulverform sind gemahlene Gewürznelken nach dem Öffnen bis zu fünf Jahre haltbar. Wenn du ihr volles Aroma genießen möchtest, solltest du das Pulver aber innerhalb von ein oder zwei Jahren verbrauchen. Am besten kaufst du dir die Blütenköpfe im Ganzen und mahlst sie dann nach Bedarf – so hast du immer frisches Nelkenpulver und kannst ihren Geschmack voll auskosten. 

Übrigens kommt es bei der Haltbarkeit auch auf die Qualität der Gewürznelken an! Hochwertige Gewürznelken bekommst du von den Molukken oder aus Afrika, weniger gute Qualität kannst du bei Produkten von den Antillen und aus Guyana erwarten. Auf Gewürznelken aus Amerika kannst du verzichten, denn sie enthalten nur sehr wenig von dem kostbaren Nelkenöl, das für die medizinische Wirkung und den Geschmack verantwortlich ist. 

Für einen kurzen Qualitätscheck gibst du deine Gewürznelken in Wasser – sind sie gut, sinken sie auf den Boden oder stehen senkrecht mit dem Kopf nach oben. Minderwertige Nelken werden waagerecht an der Wasseroberfläche schwimmen. Außerdem kannst du die Qualität oft schon mit bloßem Auge erkennen: Aromatische, frische Gewürznelken fühlen sich leicht fettig an, schlechte hingegen sind trocken und staubig

Gewürznelken und Nelken – das Gleiche? 

Gewürznelken, die gerne für Lebkuchen und Punsch verwendet werden, haben mit der Blume Nelke nichts zu tun. Sie sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. 

Gewürznelken gegen Wespen, Fliegen und Motten 

Nelkenöl oder getrocknete Gewürznelken auf Zitrusfrüchten wie Zitrone und Orange können in den warmen Monaten helfen, Wespen fernzuhalten. Für Fliegen gilt das Gleiche. Gegen Motten kannst du einige Tropfen Nelkenöl auf Wäscheklammern aus Holz träufeln und diese im Schrank oder in der Kommode auslegen. 

Gewürznelken gegen Mäuse und Katzen 

Nicht nur Insekten werden vom Geruch der Nelken abgeschreckt – auch Mäuse und Katzen machen einen großen Bogen um Häuser und Gärten, in denen sie von dem kräftigen Duft belästigt werden. Dabei hilft es meist, die Nelken dort auszulegen, wo die Mäuse sich gerne verstecken oder wo Katzen gerne ihr Geschäft erledigen.

Wo kauft man Gewürznelken und wieviel kosten sie? 

Gewürznelken gibt es im Lebensmittehandel vor Ort zu kaufen oder du kannst . Der Preis ist abhängig vom Herkunftsland und der Qualität der Nelken. 

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