Saures Aufstoßen, Schmerzen hinter dem Brustbein: Sodbrennen ist keine angenehme Angelegenheit. Gott sei Dank gibt es Hausmittel dagegen, nur – welche davon helfen wirklich?

Hausmittel gegen Sodbrennen: Was hilft wirklich?

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Ein paar Gläser Wein mit Freunden, ein besonders üppiges Abendessen oder einfach nur Stress: Manchmal bin ich mir nicht zu hundert Prozent sicher, woher das Sodbrennen nun schon wieder kommt. Weil das Brennen im Bauchraum und in der Speiseröhre mich schon um den Schlaf gebracht haben, habe ich mich auf die Suche nach Gegenmitteln gemacht. 

Fettige Speisen, Stress, Schwangerschaft, Übergewicht und die Einnahme bestimmter Medikamente können dazu führen, dass du sauer und unangenehm aufstoßen musst. Dazu kommt ein Brennen hinter dem Brustbein, oft auch Druck auf dem Magen, begleitet von Schmerzen. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre fließt und dort die empfindlichen Schleimhäute reizt, die – anders als im Magen – nicht gegen die Säure geschützt sind. 

Im Internet kursieren viele Tipps, was in diesen Fällen Erleichterung verschafft: Milch, Senf, Backpulver oder der gute alte Verdauungsschnaps nach dem Essen – aber was ist dran an den Hausmitteln? 

Natron gegen Sodbrennen

oder Backpulver ist der absolute Allrounder im Haushalt und wirkt tatsächlich auch lindernd bei Sodbrennen. Es besteht aus Natriumhydrogencarbonat, was Magensäure neutralisiert und so für Ruhe im Bauch und in der Speiseröhre sorgt. Einfach einen Teelöffel mit zimmer- oder lauwarmem Leitungswasser oder stillem Wasser mischen und langsam trinken. Aber hier ist Vorsicht geboten: Im Bauch kann nach dem Trinken Kohlensäure entstehen, die wiederum den Reflux fördert. Tipp: Die meisten rezeptfreien Medikamente gegen Sodbrennen enthalten ebenfalls Natriumhydrogencarbonat, aber in einer Menge, in der es selten zur Bildung von Kohlensäure kommt. Als Soforthilfe eignet sich Backpulver, aber für die Zukunft solltest du dir entsprechende Tabletten wie Magensäureblocker zulegen.

Milchprodukte gegen Sodbrennen

Alle Laktose-Intoleranten, die jetzt resigniert aufstöhnen, kann ich beruhigen: Die positive Wirkung von Milchprodukten auf Reflux ist nicht nachgewiesen. Im Gegenteil! Eine koreanische Arbeitsgruppe hat herausgefunden, dass Kuhmilch, egal in welcher Form, den Säuregehalt ähnlich hochtreibt wie Zitrussäfte. Außerdem sind Milchprodukte im Verdacht, Sodbrennen durch ihren sauren pH-Wert zu begünstigen.

Wasser gegen Sodbrennen

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute – oder in diesem Fall das Gegenmittel – so nah liegt? Nahezu jeder von uns hat neben dem Bett eine Flasche oder ein Glas Wasser stehen, denn nichts ist so quälend wie der nächtliche Durst. Beim Trinken von milden Getränken, also Wasser oder sehr sanften Tees wie Kamille, wird die aggressive Magensäure zurück dorthin befördert, wo sie hingehört – in den Magen. Außerdem wird die Säure so auch verdünnt.

Senf gegen Sodbrennen

Klingt zwar ein bisschen seltsam, ist aber tatsächlich hilfreich: Ein Teelöffel Senf beruhigt von Reflux gebeutelte Mägen und Speiseröhren. Dabei hilft es schon, nach dem Essen eine kleine Portion Senf zu sich zu nehmen, denn die darin enthaltenen Senföle beugen Reflux vor. Aber auch zur Soforthilfe eignet sich das basische Lebensmittel, das so den Säuregehalt im Magen ausgleicht. 

Schnaps gegen Sodbrennen

Alkohol nach dem Essen hat nur einen Vorteil: Die Bauchmuskulatur lockert sich und das Völlegefühl kann so reduziert werden. Ansonsten solltest du dringend die Finger vom Verdauungsschnaps lassen, vor allem, wenn du unter Sodbrennen leidest! Der Grund – Alkohol begünstigt Sodbrennen. Durch das Lockern der Muskulatur spannt der „Ranzen” zwar nicht mehr so sehr, aber gleichzeitig wird auch der Schließmuskel in der Speiseröhre schlaffer und kann so nicht mehr verhindern, dass Magensäure in die Speiseröhre fließt. 

Alles in allem ist es wichtig, den Muskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht zu schwächen, denn er sorgt dafür, dass nicht chronisches Sodbrennen überhaupt auftritt. Im Fall von chronischem Sodbrennen solltest du dich nicht mehr auf Hausmittel verlassen, sondern einen Arzt aufsuchen. Gründe für die permanenten Beschwerden können neben der Refluxkrankheit, einer Speiseröhrenentzündung (auch Refluxösophagitis genannt) oder einem Zwerchfellbruch viele weitere Erkrankungen sein. 

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